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Dienstag, 10. März 2026

Conquest


Conquest

Story:

In einer barbarischen und animalischen Welt, in der das Gesetz des Stärkeren regiert, ziehen zwei Männer (Andrea Occhipinti, Jorge Rivero), durch Schicksal vereint, durch die Welt, um diese vor dem Bösen (u.a. Sabrina Siani) zu befreien…

Meine Meinung:

Conquest wird von vielen Fans belächelt, als schwacher Fulci-Film oder als Trash angesehen und betitelt. Ich kann dem nicht zustimmen. Es ist unendlich viele Jahre her, seit ich mir diesen Film, eine italienisch-mexikanisch-spanische Koproduktion, angesehen habe. Heute hatte ich Lust darauf und habe die Sichtung nicht bereut. Conquest gefiel mir heuer sogar noch besser als früher. Ich sah mir den Film heute erstmals in Deutsch an. Die Synchronisation ist dem Englischen oder Ital. Dub klar vorzuziehen.

Ob der Film eine Conan (Conan der Barbar, USA 1982) Kopie ist, ist mir nicht bekannt. Jedoch ist das gut möglich. Lucio Fulci sprang schon auf andere Trends auf (z.B. folgte auf Dawn of the Dead Zombi 2). Conquest spielt in einer eigenen, nicht definierten Welt. Dem Film gelingt es, eine wunderbare Endzeit- und Fantasy-Stimmung zu generieren. Dies durch klug eingesetzt Stilmittel wie z.B. die Kameraoptik oder den Einsatz von viel Nebel. Die Settings sind abwechslungsreich, muten surreal und traumhaft an. Die Bilder sind stark und die Settings abwechslungsreich.

Dazu kommt, dass der Film viele charmante Effekte, Kostüme und Monster nach meinem Geschmack bietet. Es gibt diverse Ungeheuer, die Zombies ähneln, aber per se keine wirklichen Zombies sind. Zu der bösen Monster-Truppe gehören auch Kreaturen, die aus Star Wars entsprungen sein könnten (ein umgewandelter, monströser Chewbacca), fischartige Monster und eine fast splitternackte Anführerin, die den ganzen Film über eine Maske trägt (und erst im Finale ihr tolles Make-Up-Monster-Gesicht präsentiert). Hier und da schmust sie mit einer Schlange.

Dazu gibt es einige CGI-Laser-Effekte. Wenn unsere Helden den Pfeilbogen als Waffe einsetzen, so sind das ebenfalls charmante Effekte nach meinem Geschmack. Es gibt eine Szene, da waren die Effekte in der Tat «billig ins Bild kopiert». Dann, als unsere Helden in Deckung gehen und von unzähligen Pfeilbögen der Bösewichte beschossen werden. Das war die einzige Sequenz, welche tricktechnisch nicht genügt hat. Ansonsten waren es tolle Make-Up Kreationen, Masken und Kostüme. Für Lucio Fulci Verhältnisse mag es zwar eher harmlos zugehen, aber es gibt dennoch auch einige sehenswerte Splattereffekte und genug nackte Haut zu sehen, um Euro-Cult Fans zufriedenzustellen.

Der Film legt ein angenehmes Tempo an den Tag. Der kaum vorhandene Plot bietet immer wieder Verschnaufpausen. Dank den tollen Settings, den soliden Leistungen der Darsteller um Andrea Occhipinti (Der New York Ripper), Jorge Rivero oder Sabrina Siani (Aenigma) inklusive der tollen Musik von Claudio Simonetti (Mother of Tears) überzeugt der Film auch in diesen ruhigeren Momenten. Das Finale hätte etwas effektiver und länger ausfallen dürfen, aber im Grossen und Ganzen bietet Conquest ein unterhaltsames Sehvergnügen. Gehört Conquest also zu den schwächeren Filmen von Lucio Fulci (Lizard in a Woman's Skin, The House by the Cemetery)? Ich sage nein!

Fazit: Italo-Fantasy vom Feinsten!

Infos:

O: Conquest

Italien, Spanien, Mexiko 1983

R: Lucio Fulci

D: Andrea Occhipinti, Jorge Rivero, Sabrina Siani

Laufzeit der deutschen DVD: 85.00 Min.

Gesehen am: 27.07.04 / Neusichtung am: 10.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film via US-DVD von Anchor Bay oder Blue Underground. Als 84 Entertainment dann eine Fassung in Ital. mit Subs anbot, kaufte ich den neu. Die heutige Sichtung erfolgte daher über das deutsche Mediabook von 84 Entertainment. Der Film liegt in zwei Fassungen vor (regulär und als Grindhouse Version). Dazu gibt es ein Booklet und eine Soundtrack CD mit der Musik von Claudio Simonetti. Das Set wurde am Brugggore Filmfestival von Claudio Simonetti signiert. Der Film liegt in Deutsch, Englisch oder Ital. mit deutschen Subs vor. Ich sah mir den Film erstmals in Deutsch an und die Synchronisation ist gelungen und qualitativ besser als der Englische oder Ital. Dub. Wer eine Blu-Ray möchte, muss zur neuen US-Ausgabe von Cauldron Films greifen. Die haben den Film mit einer Soundtrack-CD, mit einer Bonus-Blu-Ray, einer Blu-Ray (Film) und einer UHD (Film) veröffentlicht. Dazu Ital./Englischen Ton mit englischen Untertiteln und vielen Extras (unzählige exklusive Interviews).

Hitman in the Hand of Buddha

 

Hitman in the Hand of Buddha

Story:

Wong Chin (Hwang Jang-Lee) arbeitet in der Reis-Verarbeitung. Die Konkurrenz versucht, der Firma Schaden zuzufügen. Wong Chin wehrt sich und zieht so den Zorn der Gangster auf sich. Diese setzen einen Kämpfer (Tino Wong Cheung) auf Wong Chin an. Dieser hat jedoch keine Chance. Also taucht der Boss (Eddy Ko) höchstpersönlich auf und schlägt Wong Ching in die Flucht. Der flieht in den Shaolin Tempel und bereitet sich dort auf seine Rache vor…

Meine Meinung (Koreanische Fassung):

Hitman in the Hand of Buddha ist ein Film von und mit Hwang Jang-Lee, je nach Quelle und für seine Fans absolutes Pflichtprogramm. Der Film aus dem Jahr 1981 wirkt eher wie eine Ende der 70er Jahre Produktion à la Die Schlange im Schatten des Adlers. Der Mix aus Klamauk und Kung Fu, die Choreographie erinnern an diese typischen 1979er Kung Fu Komödien.  Es herrschen unterschiedliche Infos, ob der Film eine Produktion aus Hong Kong oder Südkorea ist (mehr dazu unter Fassungen). Wie dem auch sei: der Film ist Old School Kung Fu Fans wärmstens zu empfehlen!

Der Plot ist dünn und minimalistisch. Was überzeugt sind die Hauptrollen, die Anzahl von Kampf- und Trainingsszenen und die Choreographie. Das sind die Stärken des Filmes. Die Kampfszenen und die Choreographie hat Yuen Woo-Ping Vibes. Jedoch waren Corey Yuen (Ninja in the Dragon's Den, Heroes of Shaolin) und Mang Hoi (The Blonde Fury, Encounters of the Spooky Kind 2) dafür zuständig. Besonders die Kampfszene mit den Essstäbchen und der Finalkampf zwischen Hwang Jang-Lee und Eddy Ko waren die Highlights des Filmes. Der Hammer!

In der koreanischen Fassung, welche ich mir zuerst ansah, wurden einige wenige humoristische Szenen mit Kindern und Fan Mei-Sheng als Bettler entfernt. Das ist gut so. Hingegen gibt es in der HK-Fassung mehr Italo-Western Musik zu hören, als in der koreanischen Fassung. Der Eastern, der in Südkorea gedreht wurde, wartet mit Hwang Jang-Lee (The Eagle's Killer, Buddha Killer) in einer Heldenrolle auf. Ich mag ihn i.d.R. mehr als Bösewicht, doch seine Technik und Kampfszenen hier waren absolut klasse, so dass das zu verschmerzen war. Ihm gegenüber steht Eddy Ko (Mountain Warriors, The Thundering Mantis), der als fieser Bösewicht und harter Endgegner zu gefallen weiss. Speziell wenn sie im Finale zuerst mit Stöcken gegeneinander kämpfen, ist Spektakel garantiert.

Fazit: Muss See Titel für Fans von Hwang Jang-Lee!

Infos:

O: Che Diy Saai Yan, 借刀殺人, The Swordsman (Inmuga-in), 인무가인

HK, Südkorea 1981

R: Hwang Jang-Lee, Park Yun-gyo

D: Hwang Jang-Lee, Eddy Ko, Hwang Choon-Soo, Won Jin, Park Hui-Jin, Fan Mei-Sheng, Tino Wong Cheung, To Siu-Ming

Laufzeit der UK-DVD (Koreanische Fassung): 81:25 Min.

Gesehen am: 10.03.26

Fassungen: Mir ist nicht 100% klar, ob es ein HK oder ein südkoreanischer Film oder eine Co-Produktion ist. Laut dem koreanischen Filmarchiv ist es ein südkoreanischer Film, produziert von Dae Yang Films Co. und Regie führte Park Yun-gyo. Der Film wurde auch in Südkorea gedreht. Laut der Hong Kong Movie Database ist es eine HK-Produktion entstanden durch Hwang Jang-Lee, der nicht nur die Hauptrolle spielte, sondern auch Regie führte und seine Firma Hwang Jang Lee Production Company produzierte den Film. Laut der UK-DVD, die nebst der HK-Fassung (Englisch Dubbed) auch die kürzere koreanische Fassung anbietet (In Koreanisch mit englischen Untertiteln), soll die koreanische Fassung der Director’s Cut sein und soll durch die Hand von Hwang Jang-Lee entstanden bzw. editiert worden sein. Es soll auch seine Originalstimme sein, die im Koreanischen Dub zu hören ist. Daher sah ich mir zuerst die koreanische Fassung an. Die liegt in Vollbild vor. Die Bild- und Tonqualität sind (für meinen Geschmack) noch immer gut. Die HK-Fassung sah mich mir als China VHS von Pacific an. Der Film liegt statt im chinesischen O-Ton Kantonesisch in Mandarin mit englischen & chinesischen Subs vor. Es handelt sich um eine Kopie der HK-VHS von Wild West Video (einem Ocean Shores Ableger). Die deutschen Hauptfassungen (Titel: Im Auge des Taifun) sind zensiert aber in Widescreen. Als Bonus haben einige deutsche Anbieter auch die Uncut Fassung in Englisch auf die Disc gepackt (Vollbild = wohl auch eine Ocean Shores Kopie). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2026). Die Koreanische Fassung läuft 81:25 Min. Die HK-Fassung 89:30 Min. Grössere Unterschiede fielen mir, speziell in den Kampfszenen, nicht auf. Ggf. fehlt im Korea-Cut die angedeutete Rape-Szene und einige lustige Szenen fehlen dort, was die koreanische Fassung kurzweiliger werden lässt. Dafür nahm ich in der HK-Version mehr Italo Western Musik wahr. Mit der Korea-Fassung via UK-DVD bin ich jedoch bestens bedient.


Litan

 

Litan

Story:

Nora (Marie-José Nat) träumt, dass ihr Freund Jock (Jean-Pierre Mocky) stirbt. Beide befinden sich in der Kleinstadt Litan, in welcher aktuell ein Fest zu Ehren der Toten gefeiert wird. Nach ihrem Alptraum macht sich Nora auf die Suche nach Jock. Doch mysteriöse Vorkommnisse erschweren es Nora, zu Jock zu gelangen…

Meine Meinung:

Litan ist der nächste Film aus der All the Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 Box von Severin Films. Eine französische Produktion aus den frühen 80ern. Ich war skeptisch, da ich das Plakat des Filmes nicht speziell mag (Trommel und Flöten spielende Gestalten). Daher habe ich nichts erwartet, was immer gut ist, da dann keine falschen Erwartungen und ich mich ggf. auch positiv überraschen lassen kann. Der Plot hörte sich simpel, aber interessant an.

Litan hat mir gut gefallen. Ich wurde in der Tat positiv überrascht und damit reiht sich Litan zu anderen sehenswerten Filmen aus der Box (Demon, Nang Nak, Born of Fire, The Enchanted, Bakeneko: A Vengeful Spirit, Sundelbolong) dazu. Der Film hat eine ganz spezielle, surreale Atmosphäre. Viel Nebel, wunderschöne, stimmungsvolle Bilder. Die Kleinstadt hat Charme. Die Settings sind toll gewählt. Der Film ist zwar nicht gruselig, aber schräg, komisch und auch schwarzhumorig. Twin Peaks Vibes trifft es für meinen Geschmack gut.

Die mir unbekannten Darsteller haben einen tollen Job gemacht. Jean-Pierre Mocky, einer der Hauptdarsteller, war ausserdem auch der Regisseur des Filmes. So hatte er volle Kontrolle über das Produkt. Der Film und Verlauf wirken wie ein Fiebertraum. Am Ende reagieren Anarchie, Chaos und Wahnsinn. Es gibt auch Mad Scientist Motive und am Ende ist es wahrscheinlich simpler, als gedacht (die Frage, was nach dem Tod kommt). Quasi die harmlosere (auch wenn es diverse blutige Szenen und Morde gibt) aber auch bessere Variante von Martyrs.

Fazit: Sehenswert abgedreht!

Infos:

O: Litan

Frankreich 1982

R: Jean-Pierre Mocky

D: Jean-Pierre Mocky, Marie-José Nat, Nino Ferrer, Marisa Muxen, Bill Dunn, Georges Wod

Laufzeit der US-Blu: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 10.03.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All the Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton Franz. mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Als Bonus gibt es u.a. ein Archiv-Making-Of. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026).