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Donnerstag, 23. April 2026

Brugggore Filmfestival 2026: 2. Tag

Nach fünf Stunden Schlaf erwachte ich um 08.00 Uhr (Lärm durch andere Hotelgäste und Putzfrauen), blieb aber noch bis um 09.00 Uhr liegen. Ich holte mir einen Gratis-Kaffee (gibt es auf jedem Stockwerk plus Wasserflaschen) und schrieb die letzten Berichte und da ich schon nachts Vorarbeit geleistet hatte, ging ich um 11.30 Uhr im Hotel essen. Das habe ich mir vorgenommen, als ich die Speisekarte und Bilder der Fleischgerichte des Restaurants gesehen habe. Ich nahm das Rindsfilet (300g, Medium gebraten) mit Sweet Potato Fries. Zum Fleisch gab es drei Sossen dazu. Auf eine Vorspeise und Dessert habe ich verzichtet. Das Essen war sehr gut. Danach ging ich ins Hotelzimmer und legte noch ein Powernap hin.








Danach machte ich mich auf den Weg zum ersten von vier Filmen. Von diesem habe ich unbewusst mehr erwartet. Leider konnte Incomplete Chairs die unbewussten Erwartungen nicht erfüllen. Das war mein erster Film im Kino Odeon, in welchem am Samstag noch eine Filmbörse stattfinden wird. Nach der Sichtung ging ich in die danebenliegende Bäckerei Konditorei Frei und genoss ein Dessert und einen Cappuccino und bereitete das Review für Incomplete Chairs vor. Danach war Dolly an der Reihe. Der führt zusammen mit anderen Filmen das Rating der bisher besten Filme (6/10) an, auch wenn noch keine Kracher oder Filme für die Sammlung dabei sind. Nach Dolly ging ich ins Hotel und schrieb bereits das Review.


Auffallend war, dass es zum Teil wenig Zuschauer hat. Ob es daran liegt, dass nun gleichzeitig drei Vorstellungen (mit der kleinen Suite sogar vier) laufen? Gut möglich. Das betrübt die Veranstalter jedoch, wenn Filme gezeigt werden, und die Vorstellung halb leer ist, was ich auch verstehen kann. Ein Filmfestival will wachsen. Ob mehr Tickets verkauft wurden, wird sich am Ende des Filmfestivals zeigen. Das Wetter war heute noch wie vor gut, aber von kaltem Wind begleitet. Meine Erkältung hält an. Auf den nächsten Film (Omukade) freute ich mich fast am meisten. Dennoch nur ein weiterer 6/10 Kandidat.

Zuvor kaufte ich mir in der Apotheke noch Baldrian Tropfen. Für den Fall der Fälle. Da ich bis Dienstagmorgen sechs Nachtdienste geleistet habe, ist es gut möglich, dass ich einige Tage brauche, um den Rhythmus zu wechseln (wobei ich bisher alle Vorstellungen ohne grössere Schläfrigkeit überstanden habe). Zeit für einen kurzen Spaziergang lag auch noch drin. Der letzte Film (Mad Mask) lief im Salzhaus. Der lief nur einmal und war sehr abgedreht. Dank der kurzen Laufzeit war ich schon vor 00.00 Uhr wieder im Hotel. Und ich verbrachte diesmal eine sehr gute Nacht und schlief acht Stunden durch.




Mad Mask

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Mad Mask

Story:

Ein Barkeeper (Nagano) fungiert ebenso als Serienmörder, der seinen Opfern die Gesichtshaut abzieht und diese selbst trägt. Als er ein drittes Opfer in einem Fitnessstudio aufsucht, wendet sich das Blatt, als er zuerst von einem Unbekannten, der ebenfalls eine Gesichtshaut mit sich herumträgt, und einer Fatso-Gang in seinen Handlungen gestört wird. Danach flieht der Killer und wird mehrheitlich von der Pressure Organization durch Japan verfolgt…

Meine Meinung:

Mad Mask ist wildes, abgefahrenes, anarchistisches Underground-Kino aus Japan. Comedian Nagano führte Regie und der Film basiert Comedy-Sketch, den er vor 13 Jahren performt hatte. Er spielt auch die Hauptrolle und viele der Rollen im Film wurden mit Musikern (Sängerin, Gitarrenspieler etc.) besetzt. Der Film wurde auf 16mm gedreht, was dem Ganzen einen tollen Retro-Look und Charme verleiht. Der Film hat praktisch keinen Plot, sondern wirkt mehr wie eine Ansammlung von einem Sketsch zum nächsten. Was das ganze soll (eine Art Sozialkritik an dies und jenem?), wird der Zuschauer nie erfahren. Sich darüber den Kopf zu zerbrechen, bringt auch nichts.

Mad Mask sollte einfach ohne Hintergedanken konsumiert werden. Obwohl nicht alles lustig war (Vieles war einfach nur blöd und unlustig), ist der Film sehr eigen und nur schon deshalb für ein Filmfestival wie in Brugg (Brugggore Filmfestival) bestens geeignet. Mad Mask stellt übrigens auch das Spielfilmdebüt von Nagano dar. Dank der kurzen Laufzeit, der vielen abgefahrenen Ideen und dem definitiv nicht vorhersehbaren Plot (welcher Plot?) wird Mad Mask zu keiner Sekunde langweilig. Und einige schön saftige Ideen, schwarzen Humor und sogar eine Animationssequenz dürfen auch nicht fehlen. Es wird sich zeigen, ob Nagano mit diesem Konzept im Spielfilmsektor Erfolg haben wird oder nicht.

Fazit: Wer Mal was Neues im Kino sehen möchte, ist mit Mad Mask bestens bedient!

Infos:

O: 매드 마스크

Japan 2025

R: Nagano

D: Nagano, Nobuaki Kaneko, AiNA THE END, D.O, Shota Totsuka, Seiji, Jonio Iwai

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 73 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Japanisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Omukade

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Omukade

Story:

Zweiter Weltkrieg:

Japanische Soldaten halten Gefangene und Zwangsarbeiter in einem Lager. Es kommt zu einer Flucht. Bei dieser werden einige Soldaten wie auch die Gejagten in einem Höhlensystem eingefangen.  Dort haust ein uraltes Geschöpf und bald schon kämpfen alle ums Überleben…

Meine Meinung:

Auf den Tier- und Monsterfilm Omukade freute ich mich am Filmfestival fast am meisten. Der Trailer sah vielversprechend aus und einzelne Szenen erinnerten mich an The Deep Dark den ich am BIFFF sah und an der sehenswerten Tierhorrorfilm The Nest. Daher war es nur logisch, Omukade zu buchen. Gleichzeitig musste ich aufpassen, nicht zu viel zu erwarten.

Es handelt sich um einen thailändischen Film der zur Zeit der japanischen Besatzung im 2. Weltkrieg angesiedelt ist. Inhalt des Filmes ist ein fiktives Monster (Yokai Omukade = Riesentausendfüssler), welches für Angst und Schrecken sorgt. Zudem hat der Omukade viele kleine Helfer, die auch Opfer in willenlose «Zombies» verwandelt (einige Szenen erinnern dabei an Filme wie Die Nacht der Creeps oder Aliens). Der Film ist mehrheitlich Tier- und Monsterhorror. Aber auch etwas Drama, Krieg sowie Actionfilm. Auf asiatischen Humor wird gänzlich verzichtet.

Regie führte ein Regiegespann (Chalit Krileadmongkon sowie Pakphum Wongjinda), welches bisher mehrheitlich Tier- sowie Monsterhorrorfilme drehte. Ich glaube zumindest einen Titel Mal irgendwo zuvor aufgeschnappt zu haben = The Beast Below. NIFFF? BIFFF? In einem Forum darüber gelesen? Ich weiss es nicht mehr. Aber auf alle Fälle interessant, dass die Regisseure ein Faible für Tier- und Monsterinhalte hegen.

Der Cast war mir unbekannt. Bis auf einzelne, wenige Charaktere (z.B. den jap. General mit dem Hitlerschnauz) fand ich die Figuren gelungen. Jede Partie ist im Überlebenskampf vertreten: Engländer, Thailänder und Japaner. Vor allem mit dem kämpfenden Mädel habe ich mit gefiebert und hoffte, dass sie überlebenden würde. Den Engländer fand ich hingegen doof und es ist schade, dass er überlebt. Das mit dem Hitlerschnauz kenne ich zu Genüge aus 70er Jahre Kung Fu Filmen aus Taiwan und Hong Kong. Da wurden die Japaner auch gerne als Bösewichte dargestellt.

Und? Lohnt sich der Film? Omukade war nicht langweilig und positiv ist, dass er sehr abwechslungsreich ist. Natürlich gibt es auch einige CGI-Momente, welche ich stattdessen lieber mit altmodischen Effekten gesehen hätte. Hier und da hätte die Kamera länger und ruhiger sein dürfen (oft recht verwackelt und hektisch). Der Anfang des Filmes und die Erzählstruktur wirkte leicht gehetzt. Was mich hingegen nicht störte, war die Dunkelheit. Das wirkte authentisch und sehr stimmungsvoll (à la The Deep Dark, The Descent).

Für eine einmalige Sichtung war der Film absolut okay, aber an die Klasse eines The Deep Dark reicht Omukade doch nicht heran. Dafür waren die Highlights (Gore, Handgemachte Monster-Effekte) dann doch immer etwas zu kurz oder unübersichtlich zu sehen.  Zudem war die Kameraführung im ersten Viertel des Filmes, speziell in den Kriegs- und Actionszenen in den Erzählungen, zu unübersichtlich und viel zu nah dran. Das hat auch Punkte gekostet. Die besten Szenen hat der Film, wenig überraschend, sobald die Figuren in der Höhle gefangen sind.

Fazit: Tierhorrorfans können durchaus einen Blick riskieren!

Infos:

O: Omukade

Thailand 2025

R: Chalit Krileadmongkon, Pakphum Wongjinda

D: Narilya Gulmongkolpech, James Laver, Yasaka Chaisorn, Daung, Ohmi Ryota, Hideki Nagayama, Keerati Sivakua

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 93 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Thailändisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).