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Donnerstag, 31. Mai 2018

Der Henker von Paris Buchtipp



Der Henker von Paris

Inhalt:

Zitat Backcover vom Buch:

«Mein Grossvater war Charles-Henri Sanson, der grosse Henker der Französischen Revolution. Man nannte ihn ehrfürchtig Monsieur de Paris. Er hat mir alles erzählt. Mein Vater hat sich kaum dafür interessiert. Die Geschichte wird ihn vergessen. Aber meinen Grossvater, den wird man nicht vergessen.»

Meine Meinung:

Der Henker von Paris wurde mir von einem Kollegen empfohlen. Gegen geschichtliche Inhalte, die auf z.T. wahren Ereignissen, Zitaten und Personen beruhen (im Buch gibt es dazu am Ende unter «Nachwort» noch mehr Infos, die interessant sind, Vergleich Praxis und Theorie) und auch zum Teil das Splatterherz mit grausigen Details (nichts ist Grausamer als die Realktät und der Erfindungsgeist der Menschen) erfreuen (weil halt wirklich so gewesen), habe ich nie etwas einzuwenden. Von den hier vorgestellten Büchern kann ich Der Henker von Paris daher am ehesten mit Walliser Totentanz vergleichen, wobei diese doch viel komplexer ist.

Ansonsten kenne ich die geschichtlichen Hintergründe zur Franz. Revolution nur aus der Serie Lady Oscar, welche ich als Kind auf Sender wie RTL2 und Co. gesehen habe, die während der franz. Revolution spielt. Dem mir nicht bekannten Autor Claude Cueni gelingt es mir seiner Erzählung und Schilderung schnell, den Leser zu fesseln und das Interesse aufrecht zu erhalten. Man kann sich gut ein Bild machen, wie es damals dem Menschen ergangen sein muss – und welche Sitten und Bräuche mit all seinen Vor- und Nachteilen herrschten und Einzug ins Leben des Henkers nahm.

Dazu kommt, dass die Figuren gut charakterisiert werden. Der Henker von Paris ist eine traurige aber auch sehr sympathische Gestalt, da von Herzen ein guter Mensch. Sein Umfeld wird ebenso interessant geschildert (Ehefrauen, Kinder, der Wissenschaftler, der Reporter, ehemaliger Studien»freund» Fouquier (sehr fies), seine grosse Liebe Dan-Mali) und sogar der Erfinder des Sadismus, Marquis de Sade, bekommt einen Gastauftritt. Dan-Mali sorgt dafür, das ganze tragisch zu machen da der Part als obligatorische Liebesgeschichte angesehen werden kann, um der Figur des Henkers Motive und Gefühle zu geben. 

Doch das tut der Qualität keinen Abbruch. Im Gegenteil: der Inhalt wird somit spannender, dramatischer, intensiver da die Beziehung am Ende auf eine harte Probe gestellt wird. Doch – auch wenn es blöd tönt, wird das tragische Schicksal dieser Beziehung abgeschwächt wegen dem Glauben von Dan-Mali (sie ist eine starke Persönlichkeit). Und danach wird – es tönt ebenso blöd, doch noch Gerechtigkeit walten gelassen (Fouquiers Schicksal betreffend). Und das gab dem Zuschauer immerhin eine gewisse Genugtuung in einer Form eines «Happy Ends».

Es gibt einige Passagen, die grausam geworden sind und welche ungeübte Leser vor eine harte Probe stellen dürften. Es gibt aber auch, zumindest für mein Wesen, auch immer Mal wieder schwarzen Humor zwischen den Zeilen zu entdecken und oft konnte ich mir ein Schmunzeln nicht unterbinden. Alles in allem eine kurzweilige Lektüre, die prima unterhält und die man schnell gelesen hat!

Wer sich an klassischen Settings nicht stört, dem sei dieses Buch zu empfehlen! Ich habe den Tipp des Kollegen nicht bereut – im Gegenteil!

Infos:

Autor: Claude Cueni

Herausgeber: Lenos Verlag

Sprache: Deutsch

Buchart: Gebunden

Anzahl Seiten: 389

Roman/Sachbuch: Roman, der z.T. auf echten Figuren, Zitaten und Tatsachen beruht

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