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Sonntag, 30. März 2025

Terminator 3 - Rebellion der Maschinen Review

Terminator 3 - Rebellion der Maschinen

Story:

Zehn Jahre nach Terminator 2 - Tag der Abrechnung:

John Conner (Nick Stahl) und sein ehemaliger Jugendflirt Kate Brewster (Claire Danes) werden von einem neuen Terminator (Kristanna Loken) attackiert. Doch auch ein neues Modell der alten Terminator Serie (Arnold Schwarzenegger) kehrt in die Vergangenheit zurück, um die beiden zu beschützen…

Meine Meinung:

Es gibt Film-Reihen, auf dessen Fortsetzungen hätte verzichtet werden können. So auch auf Terminator 3 - Rebellion der Maschinen. Den Film, den ich, glaube ich, nur im Kino sah, konnte mich nicht mehr überzeugen. Der Film hat die Neusichtung nicht bestanden und fliegt aus der Filmsammlung. Der Film ist, vor allem im Vergleich mit den Vorgängern (Teile 1 + 2) eine Schande und leider wirklich nur ein lieb- und seelenloses 08/15 Kommerz-Filmchen aus Hollywood, welches sich z.B. von heutigem Marvel-Mainstream Schund nicht zu unterscheiden scheint. Schade!

Störte mich schon leicht im 2. Teil die Harmlosigkeit und der vor allem im Director’s Cut der zusätzlich gezeigte Humor, so haben es die Filmemacher im dritten Teil deutlich übertrieben. Der Humor und die Sprüche, gerade von einer Legende wie Arnold Schwarzenegger, sind peinlich, unlustig, unpassend, schlecht und unangebracht. Schon der Beginn des Filmes, in welcher Arnie an einer Ladies Night eine Bar betritt, um Kleidung zu finden, was zum Fremdschämen wie auch der lächerliche Gastauftritt von Earl Boen.

Der Cast war grösstenteils auch nicht wirklich toll. Sogar Arnold Schwarzenegger wird von einem schwachen Drehbuch, seinem Alter und vor allem den miesen Dialogen im Stich gelassen. Kristanna Loken kann nie das Charisma eines Robert Patrick entflammen und ihre Dialoge sind ebenfalls lächerlich. Am schlimmsten war ausgerechnet Nick Stahl als John Conner. Eine absolute Fehlbesetzung. Dröhnt sich zu, trinkt, in Selbstmitleid zerfressen. Welch Klischees. Und dann unglaublich schlecht und unglaubwürdig gespielt…

Es gibt nur zwei Dinge, die nicht schlecht waren. Die Action am Anfang war sehenswert. Damit meine ich vor allem die längere Verfolgungsjagd auf der Strasse. Da ging unglaublich viel kaputt, es gibt Crashs, diverse Explosionen. Das hat Spass gemacht. Das war cool. Und die zweite Tatsache ist, dass der Film, egal wie ungut der ist, er ist nicht langweilig. Der Schund unterhält, legt ein hohes Tempo an den Tag und in den 104 Minuten Laufzeit wird es eigentlich nie langweilig. Das macht den Film nicht besser, aber erträglicher.

Fazit: Eine Fortsetzung, die die Welt nicht braucht!

Gefolgt von: Terminator - Die Erlösung

Infos:

O: Terminator 3: Rise of the Machines

USA, Deutschland, Grossbritannien 2003

R: Jonathan Mostow

D: Nick Stahl, Claire Danes, Kristanna Loken, Arnold Schwarzenegger, Earl Boen

Laufzeit der deutschen DVD: 104:40 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung: 18.01.25

Fassungen: Gesehen via Terminator Box von MGM, Kinowelt, Studiocanal und Columbia TriStar = Deutsche DVD-Box mit den Teilen 1-3 plus jeweils eine Bonus-Disc. Zu Teil 3: Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD. Ich habe den Film auf Englisch mit Untertiteln gesehen.

Samstag, 29. März 2025

The Shanghai Thirteen Review

The Shanghai Thirteen

Story:

Ein brisantes Dokument macht die Runde. Diverse Killer (u.a. Danny Lee, Lu Feng, Chi Kuan-Chun, Wong Ching, Chan Sing, Sonny Yue) versuchen, den Besitzer zu töten und in den Besitz des Dokumentes zu gelangen. Doch diverse Helden (u.a. Wang Chung, Leung Kar-Yan, Andy Lau, David Chiang, Ti Lung, Chiang Sheng) setzen ihr Leben aufs Spiel, um den Träger und das Dokument an ihren Zielort zu bringen…

Meine Meinung:

Ich sah den Film länger nicht. Dies dürfte meine 3. Sichtung sein. The Shanghai Thirteen ist eine Mitte der 80er Jahre Produktion aus Taiwan von Meister-Regisseur Chang Cheh (The Boxer from Shantung, Chang Cheh: A Memoir, Chinatown Kid) der hier seine ganzen Stars (plus einige Neulinge), die er zu Shaw Brothers Zeiten entdeckte und förderte, in einem Film à la The Expendables oder Just Heroes zusammen vor der Kamera vereint. Im Gegensatz zu meiner 1. Sichtung (alte HK-DVD, nur Vollbild = englische Subs, wie das Bildformat, stark beschnitten) schaute ich den Film heuer ohne englische Untertitel an (dafür in Widescreen).

Fehlende englische Untertitel sind zu verschmerzen, da der Film praktisch keinen Plot an. Bis auf Jimmy Wang Yu (der Dieb zu Beginn), Danny Lee (Attentäter zu Beginn) und Chen Kuan-Tai (Executioners from Shaolin, Gang Master, Dirty Trick) bekommen alle mind. eine absolut spektakuläre Kampfszene spendiert. Nach dem Diebstahl und Attentat folgt etwas Gelaber, aber nach ca. 20-25 Min. folgt ein Kampfsetting nach dem anderen. Ohne Pause bis zum Ende. Die Kampf-Choreographie ist der Wahnsinn und es wird heldenhaft und blutig gestorben wie zu besten Chang Cheh Zeiten. Ein feuchter Traum für Shaw Brothers Fans.

Nebst Jimmy Wang Yu (The Killer Meteors), Danny Lee (Undeclared War) und Chen Kuan Tai sind Namen zu sehen wie Raiders of the Shaolin Temple Star Sonny Yue (tolle Kämpfe im Finale), Venom Star Chiang Sheng (Crippled Avengers), Wang Chung (tolle Kampfszene, bevor er erschossen wird), Leung Kar-Yan (grössere Überraschung, ihn in diesem Film zu sehen, toller Kampf gegen Venom Star Lu Feng), ein junger Andy Lau (grössere Überraschung, ihn in diesem Film zu sehen, toller Kampf gegen Venom Star Lu Feng), David Chiang (tolle Kampfszenen im Casino gegen Chi Kuan-Chun und Wong Ching), Ti Lung (darf im Finale kämpfen und ist einer der wenigen Überlebenden), Venom Star Lu Feng (tolle Kampfszenen gegen Andy Lau und Beardy), Chi Kuan-Chun (Casino Bösewicht, liefert sich tolle Kampfszenen mit u.a. David Chiang), Wong Ching (toller Fächer-Kampf mit Dauergrinsen und starken Overacting, Kampf gegen u.a. David Chiang), The Nine Demons Star Ricky Cheng (Dancing King) und Chan Sing als Art Endboss (Kampf gegen Ti Lung).

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O:  Shang Hai Tan Shi San Tai Bao

Taiwan 1984

R: Chang Cheh

D: Danny Lee, Lu Feng, Chi Kuan-Chun, Wong Ching, Chan Sing, Wang Chung, Leung Kar-Yan, Andy Lau, David Chiang, Ti Lung, Chen Kuan-Tai, Jimmy Wang Yu, Sonny Yue, Ricky Cheng

Laufzeit der jap. DVD: 86:48 Min.

Gesehen am: Sept. 2011 / Neusichtung am: 18.01.25

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von Victor Entertainment vor. Die ist zwar Uncut (und somit länger als die DVDs aus Deutschland und England) und bietet eine recht anständige Bildqualität (plus Widescreen), aber leider liegt der Film nur in Kantonesisch vor. O-Ton wäre Mandarin. Es gibt keine englischen Subs. Uncut, mit O-Ton und englischen Subs ist die HK-Blu-Ray. In Deutschland wurde der Film als 13 Kämpfer von Shanghai veröffentlicht.

Freitag, 28. März 2025

The Boxer from Shantung Review

 

The Boxer from Shantung

Story:

Ma Yongzheng (Chen Kuan-Tai) und sein Freund Xiao Jiangbei (Cheng Kang-Yeh) erreichen Shanghai. Sie erhoffen sich ein besseres Leben. Ma Yongzheng trifft auf Boss Tan Si (David Chiang), der in grossen Teilen der Stadt das Sagen hat. Ma ist von Tan beeindruckt und sieht ihn ihm einen Freund, ein Vorbild und ein Idol. Ma Yongzheng will auch zum Boss aufsteigen. Dies zieht den Zorn von Tans Feinden (Fung Ngai, Ku Feng, Wong Ching, Fung Hak-On, Wang Chung, Chiang Nan) auf Ma, der nun, wie Tan, eliminiert werden soll…

Meine Meinung:

1969 entdeckte Chang Cheh (Die Todespagode des gelben Tigers, The Fantastic Magic Baby, Das Höllentor der Shaolin) Chen Kuan-Tai (Little Dragon Maiden, Shadow Cop, Ambitious Kung Fu Girl) an einem Kampfturnier. Später motivierte dieser Chen Kuan-Tai, bei den Shaw Brothers einen Vertrag zu unterzeichnen. 1972 war es dann so weit: Chen Kuan-Tai bekam in The Boxer from Shantung die Hauptrolle und wurde damit zum neuen Star der Shaw Brothers. Der Film war sehr erfolgreich und zog viele weitere Filme nach, die über die Figur Ma Yongzheng, welche Chen Kuan-Tai spielt, handeln sollten (oder über dessen Geschwister).

Filme wie Ma Su Chen (mit Jimmy Wang Yu), Furious Slaughter (Dito), A Brave Girl-Boxer in Shanghai, The Sister of the San-Tung Boxer, The Avenger oder Kung Fu Mama (soll in Zukunft von Toby Russells neuem Label als Blu-Ray erscheinen) waren die logische Folge. Jeder wollte vom Erfolg von The Boxer from Shantung profitieren. Dabei wurde The Boxer from Shantung zur etwa gleichen Zeit wie The Big Boss mit Bruce Lee gedreht und beide Filme sagten Schwertkampfszenen den Kampf an. Neu wurde mit Fäusten gekämpft, nicht mehr mit Schwertern. Zusammen mit anderen Filmen wie King Boxer, Fist of Fury sowie The Chinese Boxer wurde der neue Trend zu einem vollen Erfolg.

Chen Kuan-Tai erzählt dazu im Bonusmaterial eine nette Anekdote, da er fast bei Golden Harvest gelandet wäre, gerade zur Zeit, als Bruce Lee dort anheuerte. Chen Kuan-Tai brilliert in The Boxer from Shantung mit Charisma und seiner kampferprobten Physis. Er war der richtige Mann zur richten Zeit und wurde ein neuer «Schüler» unter «Mentor» Chang Cheh, der den Film zusammen mit Pao Hsueh-Li (The Heroes, The Oath of Death, Blooded Treasury Fight) realisierte. The Boxer from Shantung war bei Fans und Kritik sehr beliebt. Ich persönlich muss inzwischen feststellen, dass ich den Streifen doch leicht überbewertet finde, was nicht heissen soll, dass ich den Film als schlecht empfinde.

Allerdings empfinde ich den Plot als relativ lahm. Für einen Film, der mehr als zwei Stunden Laufzeit bietet, gab es für meinen Geschmack auch zu wenig Action- bzw. Kampfszenen. Es gab sogar Längen und von Namen wie Wong Ching (Sketch), Wang Chung (The Delinquent) oder Fung Hak-On (A Mad World of Fools) hätte ich gerne mehr (Actionszenen) gesehen. Auch von David Chiang (The Challenger) hätte es gerne mehr Szenen haben dürfen. Da bekam Yuen Biao im Remake (Hero 1997) mehr Screentime ab. Ku Feng (The Psychopath) spielt einen der Bösewichte. Was die Actionszenen angehen, ist besonders das Finale zu erwähnen. Das ist wirklich ein blutiges Meisterwerk und kompensiert die ein oder andere Länge im früheren Verlauf des Filmes.

Fazit: Für Shaw Brothers Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ma Yong Zhen

HK 1972

R: Chang Cheh, Pao Hsueh-Li

D: Chen Kuan-Tai, David Chiang, Ku Feng, Cheng Kang-Yeh, Fung Ngai, Wong Ching, Fung Hak-On, Wang Chung, Chiang Nan

Laufzeit der UK-Blu: 134:25 Min.

Gesehen am: Jan. 2007 / Neusichtung am: 17.01.25

Fassungen: Gesehen via Shaw Scope Volume One Box von Arrow Video (UK-Label). Nebst Buch, Sonderverpackung, Soundtrack CDs und vielen weiteren Filmen liegt The Boxer from Shantung ohne Frame-Cuts vor. Die Fassung ist daher die weltweit längste Fassung, da im Finale auch eine Sequenz, die überall fehlte, enthalten ist. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. O-Ton und englische Subs sind vorhanden. Es gibt viele Extras. Das Interview mit Chen Kuan Tai (ca. 20 Minuten) ist ok, aber etwas zäh und repetitiv. Das Interview mit David Chiang (ca. 30 Minuten) ist toll. Dann kommt auch John Woo (ca. acht Minuten) zu Wort, der berichtet, wie seine Themen in The Killer, Hard Boiled und Co. (Bruderschaft, Verrat, Zeitlupeneinsatz) aus seiner Zusammenarbeit mit Chang Cheh resultiert. Zuletzt wurden an einem Shaw Brothers Event Ku Feng und Chen Kuan-Tai interviewt (ca. 17 Minuten). Das empfand ich als sehr sympathisch. Es gibt weitere Extras wie Trailer und Vorspänne. In Deutschland von filmArt als Der Pirat von Shantung auf Blu-Ray zu haben (Frame-Cuts und im Finale gibt es auch einen Schnitt in einer Actionsequenz).

Donnerstag, 27. März 2025

An Eyes for an Eyes Review

An Eyes for an Eyes

Story:

Ein Vergewaltiger terrorisiert die Strassen Hong Kongs. Mutter Carmen Pak (Angie Cheong Wai-Yee) muss (via Telefon) mit anhören, wie ihre Tochter missbraucht wird. Die Tochter erholt sich davon nicht. Sie bringt sich um. Mutter Carmen schwört Rache am Täter…

Meine Meinung:

Aka An Eye for an Eye. Diese Low-Budget Produktion aus Hong Kong aus dem Jahr 2000 bekam ich geschenkt. Ansonsten hätte ich diesen Film nie auf dem Schirm gehabt. Vieles, was in Hong Kong nach 1995 veröffentlicht wurde, habe ich nicht gesehen, weil wenig Interesse und weil das neue HK-Kino weniger meinem Geschmack entspricht. Zudem gibt es noch so viele alte Filme aus Hong Kong (und auch Taiwan) zu entdecken.

An Eyes for an Eyes ist ein Mix aus Raped by an Angel und dem vor kurzem gesichtetem The Peeping Tom. Jedoch sind die Produktion Standards deutlich tiefer. Den Film kann man dennoch gut weggucken, aber ist halt nichts Besonderes. Angie Cheong (Keeper of Darkness, Bursting Point) macht einen soliden Job. Aber irgendwie ist das alles nichts Neues und hat man eben schon besser gesehen. Der Film ist auch in Sachen graphischer Gewalt und Nacktheit sehr harmlos. Kein Vergleich zu den CAT. III Titeln, die Anfang der 90er Jahre in Hong Kong rausgehauen wurden.

Der einzige mir bekannte Name ist Blacky Ko Shou-Liang, der schon zu Old School Kung Fu Zeiten vor der Kamera stand. Zu Jimmy Wang Yu Zeiten oft als Böserweicht in Nebenrollen (The One-Armed Swordsmen), danach folgten auch Hauptrollen in kleineren, unabhängigen Produktionen wie Mission Kiss and Kill (abseits von Golden Harvest, der Shaw Brothers und Co.) und auch als Choreograph war er oft in Produktionen integriert (The Last Blood). Eine seiner besten Arbeiten war Invincible, in welchem er auch Regie führte. Er sollte nur drei Jahre nach An Eyes for an Eyes in China sterben (Herzinfarkt).

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen. Dafür ist der Film zu billig, zu belanglos und zu zahm.

Infos:

O: Yi yan huan yan

HK 2000

R: Yuen Shu-Wai

D: Angie Cheong Wai-Yee, Blacky Ko Shou-Liang, Michael Tong Man-Lung, Emily Kwan Bo-Wai, Leila Tong Ling, Philip Keung Hiu-Man, Andy Wong Chi-Man

Laufzeit der HK-VCD: ?

Gesehen am: Mitte Januar 2025

Fassungen: Gesehen via HK-VCD von KAM = Uncut, solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. In HK ist der Film von Jumbo Plain auf DVD veröffentlicht worden. Es gibt keine deutsche Fassung, keine Blu-Ray und keine UHD (Stand: Jan. 2025).

Mittwoch, 26. März 2025

Terminator Review

Terminator

Story:

Ein Terminator (Arnold Schwarzenegger), eine autonome Killermaschine, wird in die Vergangenheit geschickt, um die Mutter des Feindes (Linda Hamilton), noch bevor dieser geboren wird, zu töten und damit die Zukunft zu ändern. Kyle Reese (Michael Biehn) wird ebenfalls in die Vergangenheit geschickt. Er soll den Terminator aufhalten und die Mutter beschützen…

Meine Meinung:

Nachdem James Camerons Spielfilmdebüt Piranha II: The Spawning zum kommerziellen Desaster wurde (dennoch für mich persönlich eine seiner besten Arbeiten), drehte James Cameron zwei Jahre später Terminator. Der Film wurde zu einem bahnbrechenden Hit und machte James Cameron wie auch den damals noch wenig bekannten Darsteller, Österreicher Arnold Schwarzenegger (Running Man, Commando, Red Heat), über Nacht zum Star. Unzählige, jedoch mehrheitlich unnötige Fortsetzungen, waren die Folge. Davor drehte James Cameron weitere Hits wie Aliens oder True Lies. Ein Mann, der wenig Filme drehte, aber praktisch alles war kommerziell erfolgreich. Terminator sah ich erstmals in meiner Kind- oder Jugendzeit. Der Film ist also mit nostalgischen Gefühlen verbunden.

In den letzten Wochen sah ich vor allem viele meiner ungesehenen Filme. Nach sechs Nächten auf Arbeit (ich arbeite als Nachtwache) hatte ich Lust, Terminator zu schauen. Den sah ich in den letzten Jahren immer auf Englisch (DVD aus Japan). Ich hatte aber Lust, den auf Deutsch zu schauen und muss nach der Neusichtung sagen, dass die deutsche Synchronisation absolut gelungen ist. Es war eine Wohltat, den Sci-Fi Klassiker aufzufrischen und anzusehen. Die Sichtung hat unglaublich viel Spass gemacht und Emotionen geweckt. In meinen Augen ist Terminator einer der besten Filme mit Arnold Schwarzenegger, der natürlich perfekt in diese Rolle passt.

Terminator erzählt eine simple aber unterhaltsame, spannende, technisch stark in Szene gesetzt und düstere Sci-Fi-Story. Der Plot ist quasi eine lange Verfolgungsjagd. Mensch gegen Killermaschine. Mit Themen wie der Künstliche Intelligenz (KI), aktueller denn je, war der Film und seine Zukunftsangst vor autonomen Maschinen mit künstlicher Intelligenz, die sich gegen die Menschen und ihre Schöpfer stellen, seiner Zeit voraus. Die Musik, nur schon im Vorspann, ist der Wahnsinn. Und die starken Effekte von Stan Winston (Congo, Wrong Turn, Predator) sind auch heute noch eine Wucht und toll anzusehen.

James Cameron bewies ein gutes Händchen beim Cast. Diese sind, bis auf die Nebenrollen, perfekt besetzt. Linda Hamilton, Michael Biehn (der danach, wie Lance Henriksen auch in Camerons Aliens mitwirkte), Lance Henriksen (House III, Harte Ziele, Pumpkinhead), Paul Winfield (White Dog) oder Earl Boen (Marked for Death, The Dentist) passen perfekt in ihre Rollen. Und der spätere Akte-X Star Brian Thompson (Nightwish) darf sogar zu einem der ersten Opfer des Terminators werden. 

Fazit: Zurecht ein wegweisender Klassiker und für mich der beste «Terminator»!

Gefolgt von: Terminator 2 - Tag der Abrechnung

Infos:

O: The Terminator

USA, Grossbritannien 1984

R: James Cameron

D: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Michael Biehn, Dick Miller, Lance Henriksen, Paul Winfield, Bess Motta, Earl Boen, Brian Thompson

Laufzeit der deutschen DVD: 102:45 Min.

Gesehen am: Kind- Jugendzeit / Neusichtung: 16.01.25

Fassungen: Gesehen via Terminator Box von MGM, Kinowelt, Studiocanal und Columbia TriStar. Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs (Deutsche Synchro ist stark), nur DD 5.1 Re-Mix (mit scheinbar hier und da neuen Schuss- und Soundgeräuschen) und kein Original-Mono Ton (ich finde die Tonspur trotzdem gut). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD. Die jap. DVD habe ich entsorgt und die Hülle für die deutsche Disc gebraucht. Die Terminator Box gefällt mir nämlich optisch gar nicht (mehr) und vom 2. Teil will ich für eine Neusichtung die Kinofassung anschaffen. Den DC empfand ich nämlich in Vergangenheit als zu lang und die neuen Szenen als zu uninteressant. Und der dritte Teil könnte ggf. aus der Sammlung fliegen. Mit anderen Worten: die Box wird wohl entsorgt! 

Dienstag, 25. März 2025

Update

Bei folgenden Reviews gibt es (unter Fassungen) neue Nachträge. Dazu wurden auch neue Bilder hochgeladen:



- Dirty Ho

- Mermaid Legend

- Heroes of the East

Montag, 24. März 2025

The Boss's Head Review

The Boss's Head

Story:

Juni 1968:

Als der drogensüchtige Schwager (Tsutomu Yamazaki) des Bosses der Owada-Familie (Ko Nishimura) einen Auftrag nicht ausführen kann, übernimmt Shuji Kuroda (Bunta Sugawara) diesen Job. Dafür wandert er sieben Jahre hinter Gitter. Als er entlassen wird, fordert er seine Bezahlung für den Job, doch das Geld bleibt zunächst aus. Kuroda bleibt hartnäckig und sorgt zusammen mit weiteren Machtspielen innerhalb der Owada-Familie und mit Intrigen gegenüber anderen Clans für Unruhe…

Meine Meinung:

The Boss's Head ist der zweite Teil der neuen Trilogie von Kinji Fukasakus New Battles Without Honor and Humanity Reihe. The Boss's Head hat mir dabei mehr zugesagt als sein Vorgänger (= New Battles Without Honor and Humanity). Zudem und im Vergleich zur Original-Reihe (= Battles Without Honour and Humanity) mag ich die Tatsache, dass die Geschichten von Film zu Film zu Ende erzählt werden und Star Bunta Sugawara (Cops Vs. Thugs, Yakuza Law) jeweils immer wieder neue Charaktere spielt. Das macht die Werke leicht unterhaltsamer und weniger komplex.

The Boss's Head, der eine angenehme Laufzeit von ca. 94 Minuten bietet, unterhält dabei von Beginn an. Der Plot ist an sich nichts Neues: einmal mehr wandert Bunta Sugawara für eine Yakuza-Gang in den Knast und sieht sich danach genötigt, dort für Chaos und Unruhe zu Sorgen, um eigene Gerechtigkeit walten zu lassen. Dass macht den Plot relativ simpel und unterhaltsam. Der Film bietet dabei auch mehr Action-Sequenzen als der Vorgänger, der mir fast zu ruhig erzählt wurde. An blutigen Momenten und abgefahrenen, wilden und chaotischen Kameraeinstellungen à la Kinji Fukasaku mangelt es dem Werk definitiv nicht.

Kinji Fukasaku (Swords of Vengeance, Samurai Reincarnation, Crest of Betrayal) schöpft in der Fortsetzung aus dem Vollen. Der Plot ist Mittel zum Zweck, Längen entdeckte ich nicht, starke Kamera Arbeit, blutige Action, cooler Antiheld (Bunta Sugawara). Aber auch der restliche Cast ist sehenswert: Meiko Kaji (Female Prisoner #701: Scorpion, Lady Snowblood), Yuriko Hishimi (bringt Erotik in den Film), Junkichi Orimoto (Message from Space, The Mole Song: Undercover Agent Reiji, Samurai Wolf), Asao Uchida (Tora! Tora! Tora!, Living Skeleton, Sister Street Fighter) oder Kō Nishimura (The Sword of Doom, Hanzo the Razor: Sword of Justice, Gorath). The Street Fighter Legende Sonny Chiba legt zudem einen Cameo-Auftritt hin.

Fazit: Für Fans von jap. Yakuza- und Gangsterfilmen zu empfehlen!

Gefolgt von: Last Days of the Boss

Infos:

O: Shin jingi naki tatakai: Kumicho no kubi

Japan 1975

R: Kinji Fukasaku

D: Seizo Fukumoto, Meiko Kaji, Hideo Murota, Mikio Narita, Bunta Sugawara, Tsunehiko Watase, Ko Nishimura, Tsutomu Yamazaki, Sonny Chiba

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 09.01.25

Fassungen: Gesehen via New Battles Without Honor and Humanity: The Complete Trilogy UK-Blu-Ray von Arrow Video = alle drei Teile in einer Box, Booklet, Wendecover, O-Ton, englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus gibt es u.a. ein Interview mit dem co-screenwriter des Filmes (welches relativ mässig war, ca. 12 Minuten). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Sonntag, 23. März 2025

The Kung-Fu Warrior Review

The Kung-Fu Warrior

Story:

Ein Barkeeper aus Macau namens Mark (Mark Cheung Lui) gerät in Schwierigkeiten und wird von einem Kung Fu Meister (Kwan Hoi-San) gerettet. Dieser rät ihm, nach Hong Kong zu kommen. Mark setzt dies später ihn die Tat um. Er trifft erneut den Kung Fu Meister und lässt sich danach in Kung Fu ausbilden. Da sowohl Mark wie auch der Kung Fu Meister Geld brauchen, schmieden sie einen Plan, um den Boss des Kung Fu Meisters auszurauben. Doch dieser wird von diversen Kämpfern (u.a. Lee Hoi-Sang, Lee Chun-Wa) bewacht…

Meine Meinung:

The Kung-Fu Warrior entsprang im Jackie Chan Erfolg von Drunken Master und Co. Kung Fu Komödien waren angesagt. Goldig Films (The Gold Connection, General Stone, The Dragon Lives Again) produzierte 1980 unter der Regie des mir unbekannten Simon Chui Yee-Ang (A Taste of Cold Steel, The Black Tavern, The Devil's Mirror), der ebenfalls am Drehbuch schrieb und die Kampf-Choreographie besorgte, The Kung-Fu Warrior, der im Gegensatz zu vielen anderen Filmen dieser Art im modernen Setting angesiedelt ist. Eine willkommene Abwechslung.

Abgesehen davon bietet der Film genau das, was der Fan davon auch erwarten kann: Viel Klamauk (Mal lustiger, Mal unlustiger), eine typische Schüler-Meister-Story, Kung-Fu-Kampfszenen, unzusammenhängende Plots ehe sich ab einem gewissen Zeitpunkt eine Haupt-Story herauskristallisiert und ein furchtbarer Englischer Dub. Der Film spielt zuerst in Macau und wechselt dann nach Hong Kong. Der Star des Filmes ist mir namentlich unbekannt: Mark Cheung Lui (The Death of Bruce Lee, Hot Blood) macht als Held jedoch eine gute Figur, zumal er auch in den Kampfszenen überzeugt.

Kämpfte Kara Hui 1983 in dem Shaw Brothers Film The Lady Is the Boss mit einem BMX und liess dies in einige Action-Momente einfliessen, so bedient sich Mark Cheung Lui in The Kung-Fu Warrior eines Skateboards. Und das macht er, vor allem im Finale, gar nicht übel. Die zwei bekanntesten Namen oder Gesichter waren Kwan Hoi-San (Crocodile Evil, Devil Curse, The Shaolin Disciple) als Meister von Mark Cheung, wobei der Film in der Hinsicht auch noch mit einem kleinsten Twist aufwartet. Der 2. Name ist Lee Hoi-Sang, der 2024 im Sept. verstorben ist. Ihm zu Ehren wurden dazumal Shaolin and Wu Tang und Fists and Guts aufgefrischt. Die Kampfszenen, vor allem jene im letzten Viertel, sind die Highlights des Filmes.

Fazit: Old School Kung Fu Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Chu cu chuo tou fa cu cai

HK 1980

R: Simon Chui Yee-Ang

D: Mark Cheung Lui, Kwan Hoi-San, Katie Chan Fok-Sang, Lee Hoi-Sang, Wong San, Chu Kong, Lee Chun-Wa

Laufzeit der holländischen VHS: 81:26 Min.

Gesehen am: 08.01.25

Fassungen: Mir lag das VHS aus Holland von Phoenix Home Video vor = Uncut, Englischer Dub, solide (etwas blasse Farben) Bild- und Tonqualität. Bildformat ist ca. 1,70.1. Es gibt keine DVD, Blu-Ray, deutsche Fassung und mir ist auch keine O-Ton Fassung bekannt (Stand: Jan. 2025).

Samstag, 22. März 2025

My Name Ain't Suzie Review

 


My Name Ain't Suzie

Story:

Hong Kong, Wan Chai, 50er Jahre:

Mary Lai Shui Mei (Pat Ha Man-Jik), auf einem Fischerboot lebend und aus ärmsten Verhältnissen stammend, wird zusammen mit einer Gruppe von anderen jungen Mädchen an Monie (Betty Ting Pei) verkauft. Diese bildet die Mädchen aus, damit diese in ihrem Club Männer, vornehmlich Seemänner, bedienen.  Mary Lai Shui Mei verliebt sich später in Johnny (Anthony Wong). In der Hoffnung, mit ihm ein neues Leben zu starten, entschliesst sie sich zusammen mit einer Kollegin, unabhängig von Monie anzuschaffen und «ihr eigenes Ding zu drehen». Doch es läuft nicht wie geplant: Johnny haut ab und die zwei Mädels sind ohne Schutz Gewalt und Polizei ausgesetzt. Doch die Dinge entwickeln sich nicht nur zum Negativen…

Meine Meinung:

Nach Maybe It's Love der 2. Spielfilm von Angela Chan für die Shaw Brothers. Und erneut bietet der Film starke New Wave Vibes und wurde an den Hong Kong Film Awards 1986 in mehreren Kategorien nominiert (und gewann davon in einer). Da ich Maybe It's Love gar nicht so übel fand, schaute ich mir nun auch My Name Ain't Suzie an. Eine Art Mix aus Drama, Romanze, Komödie und Sozialkritik. Quasi der «Casino» (Auf- und Abstieg) im Rotlichtviertel-Setting.

Der Film und Inhalt werden als Rückblende erzählt. 95% der Story spielen in den 50ern Jahren. Zuerst in Wan Chai und später in Tsim Sha Tsui. Und das wurde richtig gut eingefangen. Der damalige Zeitgeist und die politischen Themen wurden stark in den Plot integriert. Der Film begleitet dabei Charakter Mary Lai Shui Mei als minderjähriges Mädchen bis zur alten Frau. Sie blieb ihrem Geschäft bis zum Ende Treu. Mit vielen Hochs, aber auch sehr vielen Tiefs. Das gezeigte wirkt authentisch. Da hat Angela Chan gut recherchiert.

Das Gewerbe wird im Film ungeschönt und neutral dargestellt. Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger) hat das stark gespielt. Auch Namen wie Betty Ting Pei (Mahjong Heroes), Colette Koo Ka-Ling oder der spätere Film-Psycho Anthony Wong (wird im Vorspann als Anthony Perry gelistet) in seiner ersten Filmrolle, haben überzeugt. Anthony Wong (Ebola Syndrome) spielt aber auch «nur» einer der Nebenfiguren, und nicht die Hauptrolle. Die einzige, welche ich nicht überzeugt fand, war Deanie Ip Tak-Han. Ausgerechnet jene, welche dem Film seinen einzigen Preis als beste Nebendarstellerin einbrachte. Sie ist vor allem ab Mitte und im letzten Viertel des Filmes involviert, wo es auch 1-2 graphischere Szenen zu bestaunen gibt inklusive Tiersnuff.

Fazit: Wer Angela Chans New Wave Shaw Brothers Beitrag Maybe It's Love mochte, kann auch hier bedenkenlos Mal einschalten!

Infos:

O: Fa Gai Si Doi

HK 1985

R: Angela Chan

D: Pat Ha Man-Jik, Betty Ting Pei, Anthony Wong, Angela Yu Chien, Colette Koo Ka-Ling, Deanie Ip Tak-Han

Laufzeit der Originalversion: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 07.01.25

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in HK (von IVL) auf DVD (O-Ton, Uncut, englische Subs). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Freitag, 21. März 2025

The Housemaid Review

The Housemaid

Story:

Eine Familie bestehend aus dem Vater, einem Piano-Lehrer, seiner schwangeren Ehefrau, dem Sohn und der auf Krücken angewiesenen Tochter ziehen in ein neues Haus. Zu viel Stress für die Ehefrau, die kollabiert. Also wird ein Hausmädchen (Lee Eun-shim) angestellt. Diese macht es sich zum Ziel, den Ehemann zu verführen. Mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Als ich 2019 Südkorea besuchte, besuchte ich auch das koreanische Filmarchiv. Dort kaufte ich auch einige Filme, darunter den s/w Klassiker The Housemaid von Regisseur Kim Ki-young (Woman Chasing the Butterfly of Death). Der Film, der Kultstatus und den Ruf geniesst, einer der besten und wichtigsten Filme aus Südkorea zu sein (etliche Nachahmer und Remakes folgten), hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Das Gegenteil ist der Fall: The Housemaid ist einer der nervigsten Filme, welchen ich seit langem sah.

Ich hätte die Sichtung am liebsten nach ca. 60-80 Min. abgebrochen. So sehr hat mich der Inhalt und die Figuren des Filmes genervt. Der Inhalt hat mich an Speak No Evil, den ich am ZFF sah, erinnert. Wie viel Verachtung, Erpressung und Schandtaten erduldet eine Familie, bis sie zurückschlägt? Falls überhaupt. Ich fragte mich, warum sich die Familie von dem Hausmädchen so auf der Nase rumtanzen lässt? Spätestens nach der Szene mit dem Sohn wurde es arg unglaubwürdig, so dass ich das Gezeigte nicht mehr ernst nehmen konnte.

Das Ende (mit Funny Games Vibes) passte hervorragend dazu. Auch dieses gefiel mir gar nicht. Inhaltlich muss man Regisseur Kim Ki-young zwar loben, einen provokanten Stoff inszeniert zu haben, aber gefallen hat mir das Schauspiel, der Verlauf und die Handlungen der Figuren nicht. Technisch ist der Film natürlich toll anzusehen, da kann ich nichts daran aussetzen. Was die Schauspieler angehen, gefiel mir das Overacting von Lee Eun-shim nicht. Mich wundert es nicht, dass sie danach keine grosse Karriere im Filmgeschäft hingelegt hat. Das Gedudel, welches sich Musik nennt, war auch gar nicht mein Fall.

Fazit: Entspricht nicht meinem Filmgeschmack. Überbewertet. Ich hoffe, Kim Ki-youngs Ieoh Island lohnt sich mehr…

Infos:

O: Hanyeo

Südkorea 1960

R: Kim Ki-young

D: Lee Eun-shim, Joo Jeung-nyeo, Kim Jin-kyu, Ahn Sung-ki

Laufzeit der südkoreanischen DVD: 100:57 Min.

Gesehen am: 06.01.25

Fassungen: Mir lag die südkoreanische DVD vom Korean Film Archive vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Der Film war lange Zeit verschollen und wurde erst viel später wiederentdeckt, restauriert und veröffentlicht. Martin Scorsese half mit, den Film zu restaurieren und für die Produktion zu werben. In Südkorea und den USA ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray erschienen. In Deutschland lief der Film im Free-TV in Koreanisch mit u.a. deutschen Untertiteln.

Donnerstag, 20. März 2025

The Sword of Many Lovers Review

The Sword of Many Lovers

Story:

Der junge Draufgänger Hu Fei (Leon Lai) hat gleich zwei Frauenherzen erobert: jenes von Poison Sue (Michelle Reis) und dieses von Purple Yuen (Sharla Cheung Man). Purple Yuen ist das uneheliche Kind von dem alten Schwertkämpfer Feng (Elvis Tsui Kam-Kong) und resultiert aus einer Vergewaltigung. Purple Yuen will ihre Mutter rächen und ihren Vater töten. Auch Hu Fei hat mit ihm noch eine Rechnung zu begleichen…

Meine Meinung:

The Sword of Many Lovers ist ein Wuxia, dessen Plot scheinbar schon zu Shaw Brothers Zeiten verfilmt wurde (Legend of the Fox, New Tales of the Flying Fox). The Sword of Many Lovers, den es interessanterweise in Hong Kong wohl nicht Mal auf DVD gibt, hat mir gut gefallen. Ich mochte zwar nicht alles an dem Film, aber im Grossen und Ganzen war der Film unterhaltsam und sehenswert. Der Story kann man anhand der Figuren gut folgen, sofern man kein Greenhorn des HK-Kinos der damaligen Zeit ist. Regie führte Poon Man-Kit (To Be Number One).

Die Highlights waren die Actionszenen, die wilde und rasante Choreographie, die interessanten Gimmicks und Waffen, der Fantasy-Gehalt und der krude Humor des damaligen HK-Kinos. Zum Teil hatte der Film Italo-Western Vibes. Zu «krude» passt auch Elvis Tsui (Shaolin and Wu Tang, This Man Is Dangerous, The Seventh Curse) als Bösewicht, wobei letzterer fast schon ein inzestuös Verhalten zu seinem behinderten Sohn aufzeigt und immerhin resultiert auch seine Filmtochter aus einer Vergewaltigung. Sharla Cheung Man (Tiger Cage 3) und Michelle Reis (A Chinese Ghost Story 2) waren solide. Die Kampf- Choreographie wurde cool gefilmt (wie fast alle Filme aus dieser Zeit in diesem Setting) und stammt aus der Hand von Michael Mak Tong-Kit (Dragon Force, Butterfly & Sword).

Schwach war Lead Leon Lai (Fun and Fury). Ihn mochte ich noch nie sonderlich, auch wenn er in den Kampfszenen zu überzeugen weiss. CAT. III Psychopath William Ho Ka-Kui (seine wohl bekannteste Rolle: Daughter of Darkness) ist in einer Nebenrolle zu sehen. Es ist etwas schade, dass es nicht noch mehr Kampfszenen gab. Vor allem von Elvis Tsui hätte ich gerne mehr gesehen. So gibt es auch einige Momente mit Längen oder Klamauk. Es gibt aber auch etliche krude-komische Szenen wie einen Skorpion fressenden Zwerg, der sich auch als Maulwurf versucht, Schweine-Urin, der ins Gesicht von Michelle Reis spritzt (sieht mehr wie Sperma aus), ein Golf-Spiel mit einem abgetrennten Kopf, eine Mutter, die ihrem Sohn den Torso aufschlitzt oder ein aus einem Körper brechendes Skelett.

Fazit: Wuxia Fans können einen Blick riskieren! Bekomme ich gerade Lust, die Shaw Brothers Filme dazu aufzufrischen…

Infos:

O: Fei Hu Wai Zhuan

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Leon Lai, Sharla Cheung Man, Michelle Reis, Elvis Tsui Kam-Kong, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der HK-LD: Ca. 113 Min.

Gesehen am: 05.01.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Widescreen, O-Ton, englische Subs, Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. In HK ist der Film ebenso auf VCD und VHS raus. In Frankreich gibt es den Film auf DVD (ohne englische Subs). In HK scheint er auf DVD nicht veröffentlicht worden zu sein. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Mittwoch, 19. März 2025

Hippie Nico von der Kripo Review

Hippie Nico von der Kripo

Story:

Nico Giraldi (Tomas Milian) ist Spezialist in Sachen Diebstahl- und Einbruchsdelikte. Er kennt alle Tricks. Doch nun muss er der Polizei in einer Mordserie beistehen. Die Opfer: Kleinkriminelle. Der Zusammenhang: alle Getöteten stehen in Verbindung mit dem Einbruch in einer Villa eines reichen Amerikaners…

Meine Meinung:

Hippie Nico von der Kripo ist der 2. Teil von Bruno Corbuccis «Superbullen»-Reihe nach Die Strickmütze. Die Anfänge dieser Reihe waren qualitativ besser als einige der späteren Werke und auch noch reicher an Actionsequenzen. Bruno Corbucci (Der Superbulle räumt die Wüste auf, Der Superbulle jagt den Ripper) blieb, wie ich es in Erinnerung habe, zusammen mit Star Tomas Milian (Das Schlitzohr und der Bulle, Von Angesicht zu Angesicht, Compañeros), der ganzen Reihe treu.

Hippie Nico von der Kripo (was für ein Titel!!!) hat mir viel Spass und Unterhaltung beschert. Ich mochte den Film. Flotte Unterhaltung mit coolen Sprüchen, einem einfach zu verfolgenden Plot, der überraschenderweise auch einige nette Actionmomente bietet und dessen Finale gar in den USA spielt. Die Musik fand ich auch passend und gelungen. Es macht einfach herrlich viel Spass, dem Treiben und Schauspiel von Tomas Milian zuzusehen.

Die Musik der De Angelis Brüder (A Man Called Blade) hat gut zum Geschehen gepasst, wie auch das comicartige Schauspiel und die Darstellung der überzeichneten Figuren. Das gibt dem Film irgendwie etwas herrlich Naives, Märchenhaftes und Fantastisches, wenn solche ulkigen und schrillen Typen im normalen Universum koexistieren. Der Humor hat z.T. Bud Spencer und Co. Qualität.

Die schwächste (der Figuren) war leider der Hauptbösewicht. Der Amerikaner. Während im Poliziotteschi-Genre nicht selten auf Genre-Grössen wie Jack Palance (Zwei Supertypen räumen auf) oder John Saxon (Der Todeskuss des Paten) zurückgegriffen wird, wenn es darum geht, Amerikaner dazustellen, muss sich der Zuschauer hier mit einem No-Name zufriedenstellen. Robert Webber war zwar jahrelang in Hollywood erfolgreich, es ist aber ein Name, der mir zumindest nichts sagt.

Fazit: Fans von Tomas Milian und der «Superbullen»-Filme greifen zu!

Gefolgt von: Der Superbulle schlägt wieder zu

Infos:

O: Squadra antifurto

Italien 1976

R: Bruno Corbucci

D: Tomas Milian, Robert Webber, Lilli Carati, Giuseppe Pambieri, Giuliana Calandra, Toni Ucci

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 105 Min.

Gesehen am: 05.01.25

Fassungen: Mir lag das deutsche Blu-Ray von Cinestrange Extreme vor = limitiertes Mediabook mit Booklet, DVD und Blu-Ray (ich habe Nr. 35/150). Der Film ist Uncut und liegt in Deutsch, Ital. oder Englisch vor. Es gibt deutsche Untertitel. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Die deutsche Synchronisation ist stark.  

Dienstag, 18. März 2025

Mr. Vampire II Review

Mr. Vampire II

Story:

Eine Gruppe von Archäologen (Billy Lau, Chung Fat, Ka Lee) befreit ausversehen eine Vampir-Familie (Cheung Wing-Cheung, Pauline Wong, Hoh Kin-Wai). Um dieser Herr zu werden, ist die Hilfe von einem Reporter (Yuen Biao), dessen Freundin (Moon Lee) und einem Taoist-Priester (Lam Ching-Ying) notwendig…

Meine Meinung:

Mr. Vampire II sah ich bisher nur einmal. Die Sichtung ist fast zehn Jahre her. Der Film wurde nun zum Start des neuen Jahres (2025) aufgefrischt und ich muss sagen, dass die Fortsetzung zu Mr. Vampire, der sehr erfolgreich war, doch recht enttäuschend ausgefallen ist. Es handelt sich um eine überraschend schwache Fortsetzung, auch wenn Lam Ching-Ying (Forced Nightmare, Mr. Vampire 1992, The Dead and the Deadly) und Moon Lee (The Champions, Fatal Termination, The Protector) aus dem Original zurückkehren. Erzählt wird aber eine neue Geschichte mit neuen Figuren. 

Wenn man sieht, wer am Film alles mitwirkte (Sammo Hung Stuntmen's Association, Yuen Biao, Lam Ching-Ying, Moon Lee, Chung Fat), ist das Endergebnis sehr enttäuschend. Da wäre, gerade in Sachen Actionsequenzen und Choreographie, viel mehr Potenzial und Ressourcen vorhanden gewesen. Schade. Der Film hat relativ wenige Action-Momente. Diese sind solide inszeniert, aber nichts Besonderes. Die einzig wirklich gelungene Szene ist jene, in welcher such Yuen Biao und Co. in Zeitlupe gegen die Vampire wehren müssen, und die arme Moon Lee einen Hammerschlag ins Gesicht bekommt.

Der Plot, der diesmal in der Gegenwart und nicht im klassischen China spielt, wirkt als Ganzes irgendwie nicht stimmig und unzusammenhängend.  Es werden quasi mehrere Sub-Plots nebeneinander erzählt. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen. Die grossen Namen wie Yuen Biao (Hand of Death, Rosa, Knockabout) und Lam Ching-Ying kommen auch erst kurz vor der 40. Minute vor. Davor und auch später herrschen z.T. Längen, übler Klamauk und nervende Kinder-Szenen (mit dem Vampir-Kind und seinen Freunden). 

Sogar das Finale enttäuscht irgendwie. Dem Film mangelt es an klaren Highlights. Nebst Yuen Biao, Moon und Lam Ching-Ying wartet der Film mit unzähligen anderen Stars wie Wu Fung (Madam City Hunter), Ka Lee (mit zwei ekligen Szenen mit Tieren), Wu Ma (Blooded Treasury Fight), Pauline Wong (Peacock King), Stanley Fung (The Inspector Wear Skirts II), Billy Lau (Miss Magic), Chung Fat (My Neighbours Are Phantoms) und Walter Tso (Aces Go Places V) auf. In Kurz-, Neben- und Hauptrollen. So viele bekannte Gesichter in einem Film zu sehen war einerseits cool, auf der anderen Seite gleicht es eben auch Potenzialverschwendung. Yuen Biao und Lam Ching-Ying können  wenig von ihrem Kampftalent zeigen, während Chung Fat und Moon Lees Talent diesbezüglich total auf der Strecke bleibt.

Fazit: Solide und ok, aber im Vergleich zu Mr. Vampire eine Enttäuschung! 

Gefolgt von: Mr. Vampire III 

Infos:

O: Jiang Shi Gu Zu

HK 1986

R: Ricky Lau

D: Yuen Biao, Lam Ching-Ying, Moon Lee, Wu Fung, Ka Lee, Billy Lau, Wu Ma, Pauline Wong, Stanley Fung, Walter Tso Tat-Wah, Cheung Wing-Cheung, Hoh Kin-Wai, Chung Fat

Laufzeit der UK-Blu: 89:36 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Neusichtung am: 04.01.25

Fassungen: Gesehen via Hopping Mad: The Mr. Vampire Sequels von Eureka = diverse Filme in einem Set. Zu Mr. Vampire II = O-Ton, englische Subs, Uncut, restauriert, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus gibt es einen Audiokommentar, verlängerte Szenen (eine davon ist interessant) und ein Special namens Taoist Cinema: The World of Mr. Vampire (eher mässiges Extra). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025). Die alte HK-DVD von Deltamac wurde nach Deutschland verkauft.