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Samstag, 10. Mai 2025

Assassin

Assassin

Story:

Die Mongolen bedrohen die Sung-Dynasty. Su Mei (Hsu Feng) wird losgeschickt, um sich als neue «Braut» für den mongolischen Herrscher Mongke Khan (Pai Ying) zur Verfügung zu stellen. In Wahrheit plant Su Mei, den Herrscher der Feinde zu täuschen, um ihn töten zu können. Ob ihre Undercover-Mission erfolgreich sein wird?

Meine Meinung:

Larry Tu Chong-Hsun (The Blind-Swordsman's Revenge, The Great Hunter, The Lantern Street), der in Dragon Inn und A Touch of Zen als Assistant Director fungierte und mit A Touch of Zen Star Hsu Feng (Legend of the Mountain, Chase Step by Step, The Greatest Eight Kinds of Kung Fu) A City Called Dragon drehte, führte auch in dieser Mitte der 70er Jahre Produktion mit aus Taiwan Regie. Und erneut stand Hsu Feng als Titelcharakter vor der Kamera.

Der Film ist solide. Kein Kracher. Dafür gab es zu wenig Kampfszenen. Der Plot ist simpel: Gute Chinesen gegen böse Mongolen. Der Start in den Film ist relativ unspektakulär und dialoglastig. Zudem ist oft durch die Bildqualität und das störende Vollbild, wenig zu erkennen. Die erste richtige Kampfszene folgt in der ca. 34. Minute, wenn Hsu Feng gegen eine Horde von Mongolen kämpft. Hsu Feng macht als aufopfernde Heldin eine starke Figur. Sie kämpft mit zwei Messern und macht das wirklich gut. Zudem strahlt sie eine grosse Präsenz aus.

Auf der Gegenseite als Bösewicht gefällt Judy Lee (10 Brothers of Shaolin, The Devil's Owl, The Ming Patriots) als eifersüchtige Schwester des bösen Mongolen, dessen Beziehung schon fast leicht pervers inzestuös anmutet. Dazu passt dann auch das leicht unfreiwillig komische Ende, welches den Bösewichten den Tod bringt. Das war auf auch leicht schade, so wie die Bösewichte besiegt wurden. Die Männer, Pai Ying (Raiders of the Shaolin Temple) und Tien Peng (The Elimination Pursuit), waren solide. Ab Mitte des Filmes bis kurz vor dem Finale hat der Film seine besten Momente.

Fazit: Solider Eastern!

Infos:

O: Ci Ke

Taiwan 1975/1976 (je nach Quelle)

R: Larry Tu Chong-Hsun

D: Hsu Feng, Pai Ying, Tien Peng, Judy Lee, Wu Hsiao-Ju, Wan Chung-Shan, Shih Chun

Laufzeit der holländischen VHS: 92:16 Min.

Gesehen am: 17.02.25

Fassungen: Mir lag das holländische VHS von China Power vor = Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität, Vollbild, Englischer Dub. Das Vollbild störte mehr als üblich. O-Ton Fassungen sind mir nicht bekannt, ebenso wenig deutsche Fassungen (Stand: Feb. 2025).

Freitag, 9. Mai 2025

Who Fears the Devil

Who Fears the Devil

Story:

John (Hedges Capers) lebt bei einem Grossvater (Denver Pyle). Abgelegen von der restlichen Welt, kämpfen sie seit Generationen gegen das Böse. Dazu nutzen sie als Waffe eine Gitarre, die mit Silber-Saiten ausgestattet ist. Nachdem die Gitarre ihren Dienst verweigert und der Grossvater stirbt, macht sich John auf den Weg, neues Silber für die Gitarre zu finden. Auf seinem Weg erlebt er diverse Abenteuer und (gefährliche) Begegnungen…

Meine Meinung:

Who Fears the Devil war ein schwacher Beitrag der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 Box von Severin Films. Der Film basiert auf einer Geschichte von Manly Wade Wellman und der Film bedient sich zweier Adaptionen daraus, wobei der Drehbuchautor noch eine eigene Rahmenhandlung dazu gedichtet hat. Ich kenne die Vorlage nicht, daher kann ich keine Vergleiche liefern.

Der Film aus dem Jahr 1974 hat mir bis auf einzelne, zuweilen stimmungsvolle und atmosphärisch dichte Sequenzen und die Szene mit dem Vogel, nicht gefallen. Die Szenen mit dem Vogel beinhalten charmante und sympathische Stop-Motion Effekte. Die mochte ich. Da hätte es gerne mehr geben dürfen. Abgesehen davon war der Film sehr langweilig. Ich bin fast eingeschlafen. Die Idee ist gut und Potenzial wäre vorhanden gewesen. Die Rahmenhandlung hat mir explizit nicht gefallen. Ich denke, hätte man diese weggelassen (der Link ins Moderne), hätte mir der Film leicht besser gefallen.

Die mir unbekannten Darsteller waren wenig interessant oder überzeugend. Vor allem Hedges Capers als Hauptfigur fand ich schwach, auch wenn sein Casting, er ist auch ein realer Sänger, nachvollziehbar ist, da im Film auch gesungen wird. Leider sind die ganzen Songs relativ schwach und bieten keinen Mehrwehrt und/oder werten den Film qualitativ nicht auf. Für die Effekte waren Gene Warren und Harry Walton zuständig. Die arbeiteten u.a. für bekannte Produktionen wie RoboCop, Hollow Man oder Piranha 3D mit.

Fazit: Ich kann den Film nicht empfehlen, da eher ein antikapitalistischer-Hippie Film als was Anderes. Und statt des Hundes hätte ich lieber eine Katze gesehen. Manly Wade Wellman war übrigens auch kein Fan der filmischen Umsetzung...

Infos:

O: The Legend of Hillbilly John

USA 1974

R: John Newland

D: Hedges Capers, Denver Pyle, Susan Strasberg, Percy Rodriguez, R.G. Armstrong

Laufzeit der US-Blu: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 16.02.25

Fassungen: Gesehen via All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 (US-Blu-Ray von Severin Films). Als Master diente ein 35mm Print, der restauriert wurde (sehr gute Qualität). O-Ton und englische Subs sind vorhanden wie auch eine Vielzahl an exklusiven Extras (Interview mit Hauptdarsteller, Interview mit dem Produzenten etc.). Region-All-Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Donnerstag, 8. Mai 2025

Der Fall Undine

Der Fall Undine

Inhalt:

«Es gab damals viel zu tun in der Stadt, besonders in dem Viertel zwischen Synagoge, Strassenstrich, Oper und Dom. Die Engel standen direkt vor dem jüdischen Gotteshaus und flatterten um die Autos, die im Schneckentempo vorbeikrochen. Die Korruption blühte, die Mafia sang ihre Lieder, die Polizeipräsidenten gaben sich die Klinke in die Hand. Über der Stadt weinten die Elfen, und in den Kanälen lebten seltsame Wesen, die sich aufmachten, ihr Reich zu verlassen.

Ein poetisches Märchen, das träumen und fürchten lehrt, eine phantastische Geschichte, in der Wunder real sind und Realität wunderbar wird.»

Meine Meinung:

Den Roman Der Fall Undine, der den Zusatztitel «Erinnerungen einer Wasserpistole» sowie «Kriminalmärchen» trägt, bekam ich vom Kollegen geliehen. Ich hörte noch nie etwas davon oder vom Autor Harald-Alexander Korp. Ich las nur die Rückseite des Romans (siehe oben unter Inhalt zitiert) und brauchte am Anfang etwas Zeit, um in die Story zu finden. Ich hätte besser die Zusammenfassung des Klapptextes gelesen, da wäre die eigentliche Geschichte zusammengetragen worden. Auf der anderen Seite war der Plot für mich so viel spannender, da ich überhaupt nicht wusste, um was es geht.

Es handelt sich, wie der Zusatztitel schon sagt, um einen Krimi. Der Plot spielt sich in Berlin ab. Einer Stadt, die ich als Kind und Jugendlicher oft besuchte. Die Protagonisten sind der Privatdetektiv, seine Partnerin (eine Wasserpistole mit Eigenleben) und diverse Gestalten aus Sagen und Legenden. Vor allem aus der griechischen Mythologie. Poseidon und Amphitrite stammen daraus und dann wurde noch die Sage um Undine in den Plot integriert. Ich kannte Poseidon vom Namen her, aber mehr auch nicht. Die Infos, die im Buch zu den Göttern und Wesen erzählt werden, sind korrekt (z.B. was Poseidon von seinen Brüdern Zeus und Hades erzählt).

Der Mix aus Krimi, mythologischen Figuren und Märchen funktioniert erstaunlich gut. Dem Roman gelingt es gut, den Leser in eine andere, fremdartige, zuweilen fiktive Welt zu entführen, auch wenn der Plot in einer realen Stadt wie Berlin spielt. Dass der Privatdetektiv z.B. auch mit einer Wasserpistole als Partnerin Fälle löst, so schräg sich das anhört, funktioniert ebenso, ohne dass es ins Lächerliche gezogen wird. Allgemein waren die Beschreibungen realistisch und hier und da musste ich sogar schmunzeln. Der Roman ist nur 157 Seiten lang und schnell verschlungen. Ich habe den Roman praktisch nur im Zug, als ich nach Basel fuhr, gelesen. Harald-Alexander Korp hat danach Sach-Bücher geschrieben, aber keine Romane mehr. Aus seinem schaffen wandert Am Ende ist nicht Schluss mit lustig: Humor angesichts von Sterben und Tod auf meine Wunschliste.

Fazit: Wer gerne Märchen und Krimis hat, kann sich bedenkenlos an den Roman wagen.

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Rütten & Loening 

Anzahl Seiten: 157

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Gebunden

Autor: Harald-Alexander Korp

Erschienen: 1. Auflage 1994