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Mittwoch, 14. Januar 2026

Wolves, Pigs and Men

Japanuary 2026

Wolves, Pigs and Men

Story:

Jiro (Ken Takakura), ein Yakuza-Mitglied, wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Das passt dem Iwasaki Clan nicht. Diese wollen Jiro aus der Stadt wissen und beauftragen Jiros älteren Bruder Kuroki (Rentaro Mikuni), sich darum zu kümmern. Doch als Jiro und ein Kumpel (Shinjirō Ehara) zusammen mit Jiros jüngerem Bruder Sabu (Kinya Kitaoji) eine Geld- und Drogenlieferung des Iwasaki Clan stehlen und sich danach gegenseitig betrügen, sorgt dies für eine Spirale aus Gewalt und Tod…

Meine Meinung:

Wolves, Pigs and Men ist ein Frühwerk des späteren Meister-Regisseurs Kinji Fukasaku (Samurai Reincarnation, Battle Royale, The Green Slime). Ein in s/w gedrehter Yakuza-Film der die Genres Yakuza, Action und Drama miteinander verbindet. Der Film erinnerte mich z.T. an spätere Filme von Quentin Tarantino (vor allem an Reservoir Dogs). Letzterer war ein bekennender Fan von Kinji Fukasaku und Quentin Tarantino war bekannt dafür, sich von seinen Lieblingsfilmen- und Regisseuren inspirieren zu lassen. Wolves, Pigs and Men ist dabei aber kein Kracher, aber die Qualität, die Kinji Fukasaku in späteren Produktionen aufzeigen sollte, sind dennoch spür- und erkennbar.

Was mir am Film am meisten gestört hat d.h. nicht gefiel war einerseits die Musik inklusive musikalische Gesangsszenen sowie in einzelnen Szenen der Humor und Klamauk. Das wirkte peinlich und unpassend, aber passte zum Zeitgeist der Produktion (Halbstarke, Rock-’n’-Roll-Ära). Nebst Jazz bin ich kein Fan von Saxophon-Klängen und leider gibt es hier solche zu hören. Der Plot und seine Szenen sind z.T. etwas repetitiv (die Folter-Szenen). Und einige der Nebendarsteller agierten leicht laienhaft (die erste Sterbeszene von Sabus Kumpel).

Abgesehen davon war ich auch positiv überrascht, wie viel Tiefe der Plot, die Hauptcharaktere und die Dramatik bekommen. Das hatte schon fast Heroic Bloodshed Vibes und die Brüder auf beiden Seiten zu sehen, erinnerte mich an John Woos Filme A Better Tomorrow 1 + 2. Auch dort trugen die Protagonisten Sonnenbrillen, um cool zu wirken. So auch in Wolves, Pigs and Men. Seine stärksten Momente hat der Film in seinem nihilistischen Ende. Etwas, was auch in späteren Filmen von Kinji Fukasaku immer wieder zu sehen sein würde.

Beim Cast haben mich die Hauptdarsteller am meisten überzeugt. Ken Takakura (A Fugitive from the Past), Rentaro Mikuni (The Fugitive Samurai) sowie Kinya Kitaoji (Battles Without Honor and Humanity: Deadly Fight in Hiroshima) haben ihre Sache sehr ordentlich und glaubhaft verkörpert. Shinjirō Ehara (Outlaw: Kill!, Invasion of the Neptune Men), der Jiros Komplize mimt, spielte auch überzeugend. Der Rest fällt leicht bis deutlich ab. Teilweise gab es auch Momente, die fast an einen Western erinnert haben. Tierfreunde werden in einer Sequenz schlucken, wenn Hunde verängstigt durch die Müllberge gescheucht werden.

Fazit: Lässt das Talent von Kinji Fukasaku aufblitzen, ist aber noch kein Must Have Titel aus seiner Filmographie.

Infos:

O: Ôkami to buta to ningen

Japan 1964

R: Kinji Fukasaku

D: Ken Takakura, Shinjiro Ehara, Kinya Kitaoji, Rentaro Mikuni

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zwei Filme in einem Set, Schuber, Booklet, New 2K Restorations, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt als Extras Interviews mit Beteiligten der Produktion. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Donnerstag, 8. Januar 2026

A Brave Girl-Boxer in Shanghai

A Brave Girl-Boxer in Shanghai

Story:

Ma Su-Ching (Doris Lung Chun-Erh) will den Tod ihres Bruders rächen und macht es sich zum Ziel, die Axt-Gang und deren Anführer (Chen Hung-Lieh) zu töten…

Meine Meinung:

Im Moment bietet mir ein Holländer VHS an. Ein VHS, bei welchem ich zugesagt habe, habe ich jedoch noch nicht identifiziert. Als ich den Titel mit Google ins Englische übersetzen liess, kam ich zum Schluss, dass es sich wohlmöglich um den taiwanesischen Film A Brave Girl-Boxer in Shanghai handelt. Der liegt mir als VHS aus Südkorea vor. Also sah ich mir den Film an, um die Bilder der VHS des Holländers mit dem Film, aufgespielt auf einer südkoreanischen Videokassette, vergleichen zu können. Die Bilder des VHS des Holländers sah ich im Film nicht, aber wenn ich auf chinesischen Auktionsseiten nach dem chinesischen Titel von A Brave Girl-Boxer in Shanghai suche, findet ich exakt das VHS, welches mir der Holländer anbietet. Und das Beste ist, dass das VHS (laut Cover) auch englische Subs bietet und somit wohl mehr Bildinformationen als das Vollbild und wohlmöglich zusätzlich gezoomte VHS aus Südkorea (mehr dazu unter Fassungen) bietet.

Jetzt zurück zu A Brave Girl-Boxer in Shanghai. Die Figur Ma Yongzhen wurde vor allem durch den Shaw Brothers Hit Der Pirat von Shantung zu einem kleinen Phänomen. Andere Filmemacher sollten ebenso in die Rolle von Ma Yongzhen schlüpfen. Im Shaw Brothers Klassiker wurde dieser von Chen Kuan-Tai gespielt. Im Remake aus dem Jahr 1997 von Takeshi Kaneshiro und Anfang der 70er wagte sich auch Jimmy Wang Yu mehrfach an diese Rolle. Neu ist, dass dort dann auch seine Schwester vorkam, die den Tod von Ma Yongzhen rächt. Wer schon die ähnlichen Streifen wie The Queen Boxer oder Kung Fu Mama mochte, kann hier bedenkenlos einschalten.

Ma Yongzhens Schwester wird hier grossartig von Doris Lung Chun-Erh (The Cavalier, Two Assassins of the Darkness, 7 Men of Kungfu) gespielt, die den Bösewichten den Kampf an. Eine tolle Hauptrolle für Doris Lung Chun-Erh. Es gibt kaum Plot, dafür sehr viele Kampfszenen, die hart und blutig in Szene gesetzt sind und in der mir vorliegenden VHS auch einen unzensierten Eindruck hinterlassen (inklusive eines Hahnenkampfs). Es gibt alle fünf Minuten einen Kampf zu sehen. Als Bösewicht (nur im Finale auftauchend) überzeugt Chen Hung-Lieh (The Masks). Das Vollbild war z.T. störender als in anderen Filmen dieser Art. Ob es noch zusätzlich gezoomt wurde, um feste englische und chinesische Untertitel aus dem Bild zu stossen? Möglich.

Fazit: Eastern Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Shi men wei feng

Taiwan 1972

R: Fu Ching-Wa, Chui Hon Cheung

D: Doris Lung Chun-Erh, Chen Hung-Lieh, Wen Chiang-Long, Yang Yang, Yu Yuan, Shao Lo-Hui

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 80:10 Min.

Gesehen am: 08.01.26

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea vor = Vollbild und ggf. noch zusätzlich gezoomt, Mandarin mit koreanischen Subs, sah Uncut aus. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2026). Die Bild- und Tonqualität waren sehr gut. Nachtrag: Von einem Holländer eine HK/China-VHS angeboten bekommen, die laut Cover auch englische und chinesische Untertitel haben soll = bedeutet wohl, mehr Bildinformationen als die VHS aus Südkorea.

Madeleine

Madeleine

Story:

Madeleine (Camille Keaton) wird nach einer Fehlgeburt von mysteriösen Visionen und Alpträumen heimgesucht. Mit der Zeit nimmt ihr Verlangen nach sexuellen Abenteuern mit anderen Männern mehr und mehr zu. Was hat es damit auf sich?

Meine Meinung:

Madeleine ist der dritte Film in Vinegar Syndromes Camille Keaton in Italy Set. Leider hat mir nach Tragic Ceremony auch Madeleine nicht wirklich gefallen. Zwei von drei Filmen, die in meiner Sammlung nichts verloren haben. Und Sex of the Witch war auch kein Kracher, kam aber immerhin knapp in die Sammlung. Madeleine ist der Film, an dem sich Fans von Camille Keaton am meisten über Nackt- und Sexszenen freuen dürfen. Zwar kein Vergleich zu ihrem späteren Hit I Spit on Your Grave, aber immerhin. Was mir gefiel war die Musik und hier und da die psychedelischen Bilder und die Stimmung.

Aber im Grossen und Ganzen herrscht gähnende Langeweile. Der Plot gibt nicht viel her. Teilweise fühlte ich mich an einen Film mit vielen tanzenden Hippies erinnert. Endlose, uninteressante Dialoge, viele Dates und etwas Sex, aber sonst passiert nichts. Da kann nicht Mal das Ende etwas retten. Das ist Geschmackssache. Es gibt ähnliche Filme mit ähnlichen Enden aber mit besseren Plots. Die besten Szenen hat der Film im ersten Viertel, wenn noch so was wie Spannung und Stimmung generiert wird.

Aber nachdem sich Camille Keaton in den einen Hippie verguckt, der nach einer Weile im Pool Selbstmord begeht, flacht der Film ab. Zuvor durfte sich der Zuschauer an kitschigen Momenten «erfreuen» (Camille Keaton reitet oben durch nackt in Zeitlupe auf einem Pferd oder rennt am Strand herum). Der Film ist ein sonderbarer, wenig greifbarer Genre-Mix. Mit Horror oder dem Gialli-Genre hat Madeleine jedoch nichts zu tun. Lahmes Mystery-Drama trifft es besser…

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen!

Infos:

O: Madeleine, Aanatomia di un Incubo

Italien 1974

R: Roberto Mauri

D: Camille Keaton, Riccardo Salvino, Pier Maria Rossi, Paola Senatore, Silvano Tranquilli, Gualtiero Rispoli

Laufzeit der US-Blu: 102:35 Min.

Gesehen am: 08.01.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray (Camille Keaton in Italy) von Vinegar Syndrome = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, nur Englischer Ton (in der sich Camille Keaton aber selbst gesprochen hat). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026). Als Extras gibt es einen AK (mit Camille Keaton), eine alternative Szene, Interviews (mit Camille Keaton).