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Mittwoch, 2. August 2017

Die Wilden Engel von Hong Kong Review



Die Wilden Engel von Hong Kong

Story:

Zwei Pärchen (u.a. Danny Lee) wollen auf einer Insel ein erholsames Wochenende verbringen, weit weg von der lärmenden Stadt Hong Kongs. Doch auch eine Biker Gang treibt auf der Insel ihr Unwesen und diese machen sich einen Spass daraus, die Pärchen zu ärgern und zu provozieren. Was zunächst als Spass beginnt, steigert sich immer mehr in ein gewalttätiges Finale...

Meine Meinung:

Kuei Chih-Hung hat sich mit einigen Exploitation- und Horrorwerken einen starken Namen gemacht was seine Shaw Brothers Werke angehen (z.B. The Criminals Part 4). Die Wilden Engel von Hong Kong passt, zumindest was den Exploitation- und Gewaltlevel angehen, da ganz gut dazu, auch wenn Die Wilden Engel von Hong Kong natürlich kein Horrorfilm ist.

Wir haben es mit einem 70er Jahre Biker Film zu tun mit Backwood und Selbstjustizelementen, der sichtlich inspiriert wurde von Sam Peckinpahs Wer Gewalt sät....

Die ganze Story und der Aufbau derselben, das Verhalten und Provozieren der Figuren und das Eskalieren der Gewalt am Ende inklusive Finale (zurückziehen in eine verschlossene Wohnung inklusive Überlebenskampf, gekochtes Wasser als Waffe etc.) erinnern sehr stark an die Gewaltstudie von Sam Peckinpah.

Doch das ist nicht wirklich schlimm, denn Die Wilden Engel von Hong Kong bietet trotzdem genug eigene Ideen (u.a. rebellische Jugendliche, keine Perspektiven, Sozialkritik, Biker Thema) um nicht als blosse 1:1 Kopie eines ausländischen Filmes betitelt zu werden. Und erneut sage ich: besser gut nachgemacht / kopiert als schlecht erfunden…

Vor allem die Motorradszenen sind gut geworden und was die Anzahl angeht oft zu sehen. Diesbezüglich gibt es einige tolle Stunts, Zeitlupenaufnahmen und tolle Verfolgungsjagden zu sehen. Der Actionanteil folgt jedoch erst ab Mitte des Filmes und steigert sich in ihrer Dosierung gegen das Finale immer mehr. Es gibt auch einige Schlägereien, aber auf ästhetisches Kung Fu muss der Fan allerdings verzichten.

Die Darsteller machen ihre Sache gut. Danny Lee (Law With Two Phases) ist in einer untypischen Rolle zu sehen, welche ihm jedoch gut bekommt. Die Ernsthaftigkeit (Mal abgesehen von einigen nervenden Verhaltensweisen einiger Biker Typen) tat dem Film sichtlich gut. Ansonsten wurde auf allzu bekannte Shaw Brothers Stars verzichtet.

Die Gewaltspirale zieht sich gegen Ende immer mehr zu, so dass es am Ende keinen anderen Ausweg mehr gibt, als Gewalt anzuwenden.

Das Finale und die auslösenden Szenen zuvor sind ziemlich hart, effektiv und trotzdem abwechslungsreich in Szene gesetzt worden (auch sexuelle Gewalt).

Kuei Chih-Hungs Qualität und das Studieren grosser Vorbilder (Sam Peckinpah) machen Die Wilden Engel von Hong Kong zu einem sehenswerten Film der Shaw Brothers.

Fans der Shaw Brothers und von Regisseur Kuei Chih-Hung können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

O: Wu Fa Wu Tian Fei Che Dang

HK 1976

R: Kuei Chih-Hung

D: Ling Yun, Terry Liu, Danny Lee, Ching Si

Laufzeit der dt. DVD: 96:10 Min.

Gesehen am: März 2015 (Erstsichtung) / 09.07.17 (2. Sichtung in anderer Fassung)

Review überarbeitet: 09.07.17

Fassungen: Zu empfehlen ist die dt. DVD von TVP = Mediabook, Booklet mit vielen Infos, Deutscher Ton, O-Ton, dt. UT, exklusive Extras (Audiokommentar Bey Logan), zwei Fassungen an Bord. 1. Fassung = Celestial Fassung (Uncut und länger als z.B. das US DVD Bootleg, welches vor allem in sexueller Gewalt zensiert ist). 2. Fassung = rekonstruierte Fassung, in welcher diverse Szenen, die dem Celestial Master wegen der Restauration (Frame Cuts) zum Opfer fielen, von (einem dt. VHS?) wieder ins Master eingefügt wurden. U.a. auch Kung Fu, Gewalt- und Nacktszenen. Die eingefügten Szenen sind in Deutsch und nicht im O-Ton und haben eine sehr schlechte Bildqualität. Ansonsten ist die Bildqualität der DVD erstklassig. Interessant: offiziell die erste DVD Vö zum Film weltweit! Die Wilden Engel von Hong Kong war bis zum Erscheinen der TVP Fassung auf DVD nicht erhältlich.

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