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Montag, 6. März 2017

The Vengeance of Six Dragon Review

The Vengeance of Six Dragon

Story:

Ein Deal um Waffen und Drogen geht schief. Der Anführer der sechs Drachen, Chiang Long (Tsai Hung), wird von dem Gangsterboss Tuo (Shing Fui-On) entführt. Chiangs Schwester Chiang Nan (Kara Hui) und ihr Freund und in Wahrheit Polizist (Chin Siu-Ho) versuchen Long zu befreien. Hilfe erhalten die Beiden von den übrigen fünf Drachen (u.a. Chin Ka-Lok).

Meine Meinung:

Billiger Actioner aus Taiwan der zumindest actionreich und kurzweilig geworden ist. Trotzdem darf man nicht zu viel erwarten und im Mittelteil gibt es Längen. Doch wer auch an billigen Taiwan Actionstreifen Freude hat, kann bedenkenlos zugreifen!

Die Action besteht vor allem aus teilweise blutigen Shoot-Outs und Martial Arts Kämpfen. Die Shoot-Outs sind teilweise doch recht billig in Szene gesetzt, vor allem was Handgranaten Explosionen angehen. Blutige Einschüsse sind man auch nicht immer, aber ab und zu. Immerhin. Die Kämpfe sind okay und gut, aber nicht wirklich was Neues bietend. Gegen Ende nimmt die Action nach Längen im Mittelteil zu. Ich denke das Finale geht über zehn Minuten und gibt dem Film nochmals paar Pluspunkte. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spass.

Wenn wir noch bei den Kämpfen bleiben: die kampf- und stunterfahrenen Brüder Chin Siu-Ho (eine der Hauptrollen) und Chin Ka-Lok (eher grosse Nebenrolle) machen in den Actionszenen eine gute Figur, ebenso Ex Shaw Brothers Star Kara Hui (ca. drei Kampfszenen). Ich glaub nur wegen Kara Hui habe ich den Film auch gekauft - ehemalige Shaw Brothers Stars sehe ich immer gerne in Actionfilmen zwischen 1985-1995.

Ansonsten dürfte wohl Shing Fui-On der bekannteste Hong Konger Name sein - er spielt hier Mal wieder einen bösen Gangsterboss. Solide, dank seiner langjährigen Erfahrung.

Die Story ist nichts Besonderes, nur Mittel zum Zweck, wie erwähnt im Mittelteil zu lang und sprunghaft erzählt (die Pointe das Chin Siu-Ho ein Cop ist kommt erst in den letzten 15 Sekunden raus). Aber eben, solche Filme schaue ich auch nicht wegen der Story, sondern wegen der Action an.

Und diese ist grundsolide, wobei vor allem das lange Finale und paar bekannte Gesichter (vor allem Kara Hui) in Kombination kurzweilig unterhalten.

Für HK Filmfans (Ende 80er, Anfang 90er Filme) sicherlich zu empfehlen, auch wenn es bessere Titel gibt!

Infos:

O: Hu Dan Liu Jiao Long

Taiwan 1992

R: Chang Jen-Chieh

D: Kara Hui, Shing Fui-On, Tsai Hung, Chin Ka-Lok, Chin Siu-Ho

Laufzeit der HK LD: 89:44 Min.

Gesehen am: 28.08.16

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2016). Es scheint auch keine HK DVD zu geben. Mir selbst lag die LD aus HK vor = auf einer Disc bespielt, O-Ton, feste englische UT, Uncut, gute Bildqualität. Label: Universe.

Revenge of the Blood Beast Review

Revenge of the Blood Beast

Story:

Ein Pärchen (u.a. Barbara Steele) machen in Bulgarien Ferien. Sie übernachten in einem kleinen Städtchen, auf welchem ein Fluch liegt: vor 200 Jahren ertränkte man im örtlichen See eine Hexe, welche die Gegend verflucht hat. Als am nächsten Tag des Pärchens Wagen von der Strasse abkommt und im See landet, wird die frisch verheiratete Ehefrau von der Hexe besessen. Ehemann und Count von Helsing (John Karlsen) versuchen die Ehefrau zu retten…

Meine Meinung:

Dieser Euro Cult Streifen fand ich eher durchschnittlich. Ich hatte jedoch zu hohe Erwartungen und werde diese beim nächsten Mal sicherlich runterschrauben d.h. der Film wird nochmal eine Chance (in der Zukunft irgendwann) erhalten, bevor er ggf. aus der Sammlung verbannt würde.

Regisseur Michael Reeves, der mit diesem Film insgesamt nur vier Filme gedreht hat (sein bester: Witchfinder General!), arbeitete hier mit Diva Barbara Steele zusammen. Man hatte noch vier Tage Drehzeit mit Steele zur Verfügung und das merkt man dem Film auch an: Wenig Budget, wenig Barbara Steele, kurze Laufzeit.

Man wollte aus möglichst wenig möglichst viel Profit schlagen und mit einem grossen Namen (Steele) und einer guten Marketing-Strategie gelang dies offenbar auch. Was mir persönlich nicht gefiel war vor allem der Slapstick, der einfach nicht zum Rest des Filmes passt. Die Figur Count von Helsing gehört dazu aber vor allem auch die Verfolgungsjagd am Ende fand ich doch sehr übertrieben, billig und einfach alles andere als lustig. Passte auch nicht zum Rest der Story.

Es gab auch nicht wirklich viel Action oder Effekte. Aber diese wenigen Szenen, die mit viel Liebe zum Detail (die Hinrichtung der Hexe zu Beginn z.B., der Mord mit der Sichel (davon hätte es gerne mehr geben dürfen) in Szene gesetzt sind, können überzeugen und zeugen von der Qualität des jungen Regisseurs Michael Reeves, der später qualitativ hochwertigere Filme veröffentlichte (nochmals: Witchfinder General) und danach leider viel zu früh aus dem Leben schied (Überdosis).

Fazit: Kann man sich als Freund von Euro Cult Streifen Mal ansehen. Man sollte aber nicht viel Action, Horror, Effekte erwarten und sollte sich auf meiner Meinung nach unpassenden Slapstick gefasst machen! Mit den richtigen Erwartungen könnte es klappen, dass der Film besser gefällt…

Infos:

O: La Sorella di Satana

Italien, Grossbritannien 1966

R: Michael Reeve

D: Barbara Steele, John Karlsen, Ian Ogilvy, Mel Welles, Jay Riley

Laufzeit der US Blu Ray: Ca. 79 Min.

Gesehen am: 12.02.17

Fassungen: Mir lag die US Blu Ray von Raro Video vor = Schuber, Booklet, Uncut, erstklassige Bildqualität, O-Ton und ohne UT. Die Vö hat aber auch einige Makel = Fehlinfos:

- Ital. Ton und englische lt. Cover vorhanden, ist nur Englisch
  vorhanden (ist aber auch O-Ton)
- Auf der Rückseite des Covers und im Booklet sind Bilder 
  aus einem anderen Film
- Cover sagt der Film sei in black and white, stimmt nicht, ist 
  ein Farbfilm
- Das Featurette als Bonus ist lt. Cover ein Making of zum
  Film, stimmt nicht, es geht nicht um diesen Film

Ganz schön peinlich für ein Label wie Raro Video! Immerhin Uncut und erstklassige Bildqualität…

Es gibt keine deutschen Fassungen (Stand: Feb. 2017).

Sword Master Review

Sword Master

Story:

Third Master (Gengxin Lin) hat genug vom Töten. Er gilt als bester Martial Arts Kämpfer in der Martial Arts Welt. Seit dem 10. Lebensjahr an muss er für seine Familie und den Namen töten. Vor allem sein Vater (Norman Chu) besteht darauf. Er verlässt die Familie, täuscht seinen Tod vor. Er arbeitet in einem Bordell und verliebt sich in die Prostituierte Xiao Li (Mengjie Jiang). Doch die Vergangenheit holt ihn ein: seine ihm versprochene Frau (Jiang Yiyan), die besessen von Third Master ist, will ihn zurück. Sie geht der Liebe wegen über Leichen. Und dann ist noch Swordsman Yen (Peter Ho) unterwegs, welches sich sein Leben lang vorbereitet hat, Third Master in einem Duell zu besiegen und zu allem Überfluss bereiten die Bösewichte den Angriff auf Third Masters Vater vor, um die Martial Arts Welt zu beherrschen…

Meine Meinung:

Derek Yee hatte sein Schauspiel Debüt 1977 in dem Shaw Brothers Film Death Duel. Erzählt wurde eine Gu Long (Taiwanesischer Romanschriftsteller) Geschichte. Derek Yee machte eine grosse Karriere, spielte in unzähligen Filmen mit und arbeitete bald darauf auch selbst als Regisseur.

Nun tat er sich mit Tsui Hark zusammen und gemeinsam haben sie mit Sword Master ein Remake zu Death Duel auf die Leinwand gezaubert.

Derek Yee war zusammen mit Tsui Hark für das Skript zuständig und führte Regie, während Hark das Projekt auch finanziert und produziert hat. Der Film stellt eine rein chinesische Produktion dar und wurde im 3D Verfahren gedreht (und deshalb hatte ich Bedenken).

Viele neue chinesische Filme ohne Einfluss der HK Filmbranche, die mehr und mehr ausstirbt, gefallen mir meist kaum und viel weniger gut als die alten HK Klassiker. Daher war ich bei Sword Master skeptisch und hatte kaum Erwartungen, einen guten Film vorgesetzt zu bekommen.

Doch ich hatte mich geirrt und wurde positiv überrascht. Sword Master hat mir gut gefallen und ist, wie schon das Original oder viele andere SB Filme mit Derek Yee, folgendes: ein wunderschöner Wuxia! Durch und durch! Bei der Story muss man leicht aufpassen, typisch für eine Gu Long Verfilmung die oft von unzähligen Personen, Clans, Zeitsprüngen etc. beinhaltet werden. Hier hält es sich noch in Grenzen, aber auch hier schliessen sich einige Nebenplots zusammen und einige Dinge werden in Rückblenden erzählt.

Die Story ist an sich okay, aber nicht herausragend. Hier und da hätte man sich noch etwas mehr Action gewünscht, aber die Dramatik, Liebesgeschichte oder Melancholie kommen hier und da trotzdem gut rüber (Swordsmen Yen der auf dem Friedhof wohnt, sich schon einen eigenen Grabstein kauft und nachts schon im Sarg schläft).

Die Darsteller waren relativ solide und gut. Von den Leads haben vor allem die Frauen und Swordsmen Yen gefallen. Third Master überzeugt nicht in jeder Szene komplett, vor allem im Finale oder dessen Dramatik kommt er wenig glaubhaft rüber.

Shaw Brothers Legende Norman Chu, schon im Originalfilm 1977 zu sehen, macht hier als Vater von Third Master eine sehr gute Figur und bekommt am Ende auch eine tolle und sehenswerte Actionszene spendiert.

Die Stärken des Filmes hat der Film klar im Wuxia Bereich: tolle Musik, bunte und abwechslungsreiche Sets und Optiken, wunderschöne farbige und knallige Farben, stimmungsvolle Hintergründe und Effekte und viele Gimmicks (Waffen, Kostüme) der Kämpfer erinnern an klassische Shaw Brothers Filme und Zeiten – diese Nostalgie war herrlich!

Die Actionszenen sind gut, teilweise etwas besser, teilweise durchschnittlich und/oder etwas schlechter aber im Grossen und Ganzen Dank der Optik gut – halt wie es in einem Wuxia zu und hergeht (also nicht realistisch). Interessanterweise war das Finale relativ schwach fand ich – da waren einige der Actionszenen zuvor besser. Vor allem war die Kamera hier und da zu nah dran sodass unübersichtlich. Ansonsten verschmelzen die Actionszenen funktionierend zur Optik. 
 
Natürlich gibt es auch einige Szenen die spezifisch fürs 3D gedreht und konzipiert wurden, aber diese halten sich erstaunlicherweise in Grenzen. Und man sollte trotzdem keine Action erwarten wie zu früheren Zeiten, aber man hat sich sichtlich am alten Stoff orientiert und kann das Remake teilweise auch schon fast als eine Art Hommage ans Wuxia Genre ansehen – und das Derek Yee davon ein grosser Freund ist/war!

Fazit: Ich tat dem Film zuvor unrecht und in meinen Augen einer der besten chinesischen Filme seit Jahren – Fans von klassischen Shaw Brothers Streifen / Wuxia Filmen können gut einen Blick riskieren ohne allzu gross enttäuscht zu werden. Trotzdem sollte man nicht zu viel erwarten…am besten ohne hohe Erwartungen (oder mit gar keinen) an den Film herangehen…

Infos:

O: San Shao Ye De Jian

China 2016

R: Derek Yee

D: Gengxin Lin, Peter Ho, Mengjie Jiang, Jiang Yiyan, Norman Chu

Laufzeit der HK DVD: Ca. 108 Min.

Gesehen am: 12.02.19

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2017). Mir lag die reguläre DVD Fassung aus HK vor = Schuber, Uncut, erstklassige und bombastische Bild- und vor allem Tonqualität (DTS Tonspur ist eine Wucht, so macht es zum Schauen noch viel mehr Spass). Kaum Extras (mir auch nicht wichtig). O-Ton und englische UT an Bord. Alternative Fassungen: HK VCD, HK Blu Ray, HK 3D Blu Ray und im April 2017 sollen in den USA eine DVD und Blu Ray Fassung erscheinen.