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Samstag, 6. Juli 2024

Respati

NIFFF 2024

Respati

Story:

Respati (Devano Danendra) hat sein dem Tod seiner Eltern schreckliche Träume. In diesen sieht er Menschen sterben, die dann auch im echten Leben sterben. Auch wenn er Menschen berührt, sieht er deren Schicksal/Tod (voraus). Zusammen mit seinem Kumpel und der neuen Klassenkameradin Wulan (Keisya Levronka) beginnt er Recherchen anzustellen…

Meine Meinung:

Bei Respati handelt es sich um eine indonesische Roman-Verfilmung eines Romans von Ragiel JP. Ob die Umsetzung gelungen ist, weiss ich nicht. Da auch noch Südkorea als Herstellungsland gelistet wird ist anzunehmen, dass es von dort Finanzierungshilfe gab. Laut der NIFFF Vorführerin, soweit ich das verstanden habe (Franz. ist nicht mein Fall), war der Film an den indonesischen Kinokassen ein grosser Erfolg. Mir gefielen der Plot und einzelne Szenen des Trailers, den ich nicht ganz sichtete. Daher das NIFFF Ticket gekauft. Respati ist technisch gut gemacht, aber im Grossen und Ganzen leider nichts Besonderes.

Ich fühlte mich beim Schauen oder aufgrund einzelner Szenen an Filme wie A Nightmare on Elm Street, Stranger Things, Matrix, Talk to Me oder Hereditary erinnert. Wenig Eigenständigkeit. Der Plot hat im Mittelteil auch Längen. Einmal bin ich fast eingeschlafen. Inhaltlich gibt es wenig Überraschungen und einzelne Momente sind gar vorhersehbar (Die Rolle von Abdul). Mit der, sagen wir Mal, «Romanze» zwischen Respati und Wulan wurde ich auch nicht warm. Das war wenig glaubhaft. Keisya Levronka war mir in ihrer Rolle zu distanziert, zu cool, zu kühl.

Der restliche Cast hingegen war solide, wie auch die technische Seite des Filmes. Leider gibt es viel CGI-Effekte (auch wenn es 2-3 altmodische Splatter-Szenen zu begutachten gibt). Die Kämpfe zwischen Respati und dem Geist haben mir nicht gefallen. Genau so stelle ich mir Marvel Superhelden Filme vor, die gar nicht mein Fall sind. Das grösste Kriterium für einen Horrorfilm sind die Horrorparts: der Film hätte gerne deftiger und effektiver sein dürfen. Von echtem Grusel leider keine Spur. Immerhin das Gesicht des Geistes/Monster war ziemlich cool. Schade, dass es von dem Roman nicht schon in den 80ern eine filmische Umsetzung gab. Eine indonesische Horror-Legende und Ikone wie Suzzanna hätte perfekt in die Rolle des Geistes gepasst.

Fazit: Höchstens für Fans des Romans zu empfehlen!

Infos:

O: Malam Pencabut Nyawa

Indonesien, Südkorea 2024

R: Sidharta Tata

D: Devano Danendra, Keisya Levronka, Mikha Hernan, Budi Ros, Fajar Nugra, Ratu Felisha

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 112 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen im O-Ton mit englischen Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Freitag, 5. Juli 2024

Blood Reincarnation

Blood Reincarnation

Story:

Es werden drei Kurzgeschichten erzählt:

The Treasure: Eine schwangere Frau (Shirley Wong Sa-Lee) und ihr Mann (Dean Shek) haben eine alte Frau (Mama Hung) in den Tod getrieben. Nun, während der Geburt, ist die Zeit der Rache gekommen und der Geist der alten Frau schlägt zurück...

The Wanton: Ein Ehemann erwischt seine Frau (Mang Lee) beim Sex mit einem anderen (Henry Yu Yang). Ein Unglück kommt selten allein d.h. der Ehemann wird gewaltsam in einer Box verstaut und im See ertränkt. Doch sein Geist kommt zurück, um Rache zu nehmen...

Lau Tin Sok: Ein Arzt (Peter Yang Kwan) wird zu Unrecht hingerichtet, da er für den Tod einer Patientin verantwortlich gewesen sein soll. Doch dank einer Wiedergeburt bleiben ihm sieben Tagen um Dinge zu vollenden, welche er vor seinem Tod nicht vollenden konnte. Seine Frau ahnt nichts davon und ein Exorzist ist bereits auf dem Weg, den Geist des Arztes zu bekämpfen…

Meine Meinung:

Blood Reincarnation ist zwar kein Kracher, aber für Fans von klassischen Gruselfilmen aus Hong Kong zu empfehlen, zumal der Film sehr selten ist. Der in Taiwan gedrehte Episodenhorrorfilm der Produktionsfirma H.K. Fong Ming Motion Picture Co. Ltd. (The Girl Named Iron Phoenix, Enter the Fat Dragon) aus dem Jahr 1974 bietet drei Kurzgeschichten. Wie es der englische Titel bereits verrät, geht es um die «Blood Reincarnation», welche vor allem in der 3. und längsten Geschichte des Filmes erzählt wird, während der chinesische Titel übersetzt «Yin- und Yang-Reich» bedeutet.

Die drei Kurzgeschichten heissen The Treasure (1. Story), The Wanton (2. Story) und Lau Tin Sok (3. Story). Die ersten zwei Geschichten laufen nur kurz, haben mir aber mehr zugesagt als die 3. Episode, die viel Zeit in Anspruch nimmt, aber gleichzeitig die Dramatik der Tragweite in den Vordergrund stellt, statt auf Grusel und Horror aus zu sein. In den ersten zwei Episoden gibt es mehr Geister, Grusel und Effekte zu sehen, daher sagten mir diese mehr zu, was nicht heissen soll, dass ich die 3. Episode nicht mochte. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich wohl die Laufzeiten der einzelnen Episoden anders priorisiert.

Regisseur Ting Shan-Hsi (Knight Errant, Whiplash), der auch das Drehbuch schrieb, hat mit Blood Reincarnation solide Gruselunterhaltung inszeniert. Was ich gelungen fand, war der Verzicht auf Klamauk. Die Episoden wirken ernst und dank drei Geschichten wirkt der Film nicht langweilig. In der 1. Geschichte hat mir vor allem die Tatsache gefallen, dass es um den Tod und die Geburt geht. Neues Leben wird geschenkt, altes Leben wird genommen. Das wurde stimmungsvoll und creepy eingefangen. Die Tongestaltung war hervorragend. Zudem hat mich Dean Shek (The Bravest Fist) überzeugt. Er spielt zur Abwechslung eine dramatische, ernste Rolle. Toll!

Die 2. Episode hat mir auch gefallen. Dieser erinnerte mich an die Story Something to Tide You Over mit Leslie Nielson aus George A. Romeros Creepshow (Drehbuch: Stephen King). Eine amerikanischer Episodenhorrorfilm aus den 80ern. Auch in dieser geht es um Untreue, einen Mordversuch, Ertränken und Rache. Ob die 2. Episode aus Blood Reincarnation als Vorlage diente? Unwahrscheinlich, aber wer weiss das schon. Wer hätte z.B. gedacht, dass der Urin-Joke, den Steve Buscemi in Desperado erzählt, in der HK-Komödie From Here to Prosperity zu sehen war. Gespielt und vorgetragen (in die Praxis umgesetzt) von David Chiang - und der Film stammt aus dem Jahr 1986, während Desperado erst in den 90ern realisiert wurde.

Fazit: Nicht uninteressante und stimmungsvolle Grusel-Anthologie aus Hong Kong!

Infos:

O: Yin Yang Jie

HK 1974

R: Ting Shan-Hsi

D: Dean Shek, Shirley Wong Sa-Lee, Wang Lai, Mama Hung, Mang Lee, Henry Yu Yang, Chiang Nan, Peter Yang Kwan, Tang Pao-Yun

Laufzeit der HK-VHS: 93:29 Min.

Gesehen am: Sept. 2014 / Neusichtung am: 12.05.24

Fassungen: Früher als Bootleg DVD gesehen, lag mir nun für die 2. Sichtung das seltene HK-VHS von Golden Cinema City Video Distribution Ltd. vor = O-Ton, englische Subs, Vollbild, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2024).

Donnerstag, 4. Juli 2024

Bandits, Prostitutes & Silver


2022 mit Angela Mao in Queens

Bandits, Prostitutes & Silver

Story:

Shang Li (Don Wong Tao) will seine Freundin, die als Prostituierte arbeitet, freikaufen. Dafür braucht er Silber, welches er nicht hat. Er plant, dies zusammen mit Sparrow (Wen Chiang-Long), einem Dieb, zu stehlen. Es gelingt ihm, doch nun wird er wird von diversen Parteien gejagt (Lo Lieh, Angela Mao Ying, Phillip Ko Fei)…

Meine Meinung:

Aka The Damned. Diese Hong-Kong Produktion aus dem Jahr 1977 ist zwar nicht mit einem grossen Filmstudio verbunden (keine Shaw Brothers oder Golden Harvest Produktion), dennoch macht der Wald-und-Wiesen-Kung-Fu Film Spass. Sieht man Mal von einer lahmen Anfangsphase (ca. 30 Minuten) und einem Kind (kommt vor allem im ¼ vor) ab. Der Plot ist simpel: Held Shang Li braucht Silber, um seine Geliebte, die als Hure arbeitet, von ihrem Elend erlösen zu können. Mit dem späteren Diebstahl zieht er alle ins Verderben. Eine Story um Schuld, Gier, Sühne und Moral, wie das Ende aufzeigt.

Sobald der Plot loslegt und die Parteien ihre Kung Fu Techniken und Geheimwaffen offenbaren, so kämpft Angela Mao mit tödlichen Schuhen und Lo Lieh hat eine Art fliegende Guillotine als Waffe, unterhält der Film durchgehend bis zum Ende. Don Wong Tao (Slaughter in San Francisco, Phantom Kung Fu) macht einen soliden Job. Er spielt die Hauptrolle. Lo Lieh (The Furious Killer, I Will Finally Knock You Down, Dad!) spielt den Bösewicht. Wang Hsieh (Fury of a Virgin, Queen Hustler), Angela Mao (Kung Fu Zombie - Der Gorilla mit der stählernen Klaue, The Swift Shaolin Boxer) und Phillip Ko (Revengeful Swordswoman, Duell der 7 Tiger) spielen Nebenrollen, von welchen vor allem Angela Mao und Phillip Ko als Paar und Gangster zu überzeugen wissen.

Zusammen unter der soliden Regie der Regisseurin Kao Pao-Shu (The Jade Fox, Female Fugitive), der soliden Action-Choreographie von Blacky Ko (Wang Yu - Eine Faust wie ein Hammer, Gambling for Gold) und dem grossartigen Soundtrack (gestohlene Musik von Ennio Morricone aus The Big Gundown), der so oft und lange zu hören ist (auch in Kampfszenen), ist Bandits, Prostitutes & Silver jedem Fan von klassischen Kung Fu Filmen nur zu empfehlen.

Infos:

O: Bo Ming

HK 1977

R: Kao Pao-Shu

D: Don Wong Tao, Wen Chiang-Long, Lo Lieh, Angela Mao Ying, Phillip Ko Fei

Laufzeit der holländischen VHS: 83:26 Min.

Gesehen am: 13.05.24 / 2. Sichtung als Bootleg VHS: 28.06.24

Fassungen: Mir lag das holländische VHS von Dragon Video vor, welches 2022 in Queens von Angela Mao signiert wurde = Vollbild, nur Englischer Dub (mässig), Uncut. Die Bild- und Tonqualität sind gut Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Mai 2024). Das VHS aus Taiwan ist im O-Ton mit englischen Subs. Andere O-Ton Fassungen sind mir nicht bekannt. Nachtrag 28.06.24: für eine 2. Sichtung schaute ich mir eine Bootleg VHS aus China an. Es handelt sich um eine Kopie der Ocean Shores VHS = gute Bildqualität (ursprünglich), aber mit vielen Defiziten in dieser Bootleg-Kopie. Grenzwertig zum Schauen, dafür im O-Ton mit englischen und chinesischen Untertiteln. Bilder = siehe unten: