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Dienstag, 25. Juni 2024

Death Occurred Last Night


Death Occurred Last Night

Story:

Kommissar Lamberti (Frank Wolff) und sein Kollege untersuchen das Verschwinden der 25jährigen, aber kognitiv stark eingeschränkten jungen Frau Donatella Berzaghi (Gillian Bray). Lamberti vermutet das Mädel in den Händen von Menschenschmugglern und Zuhältern.

Meine Meinung:

Death Occurred Last Night lag lange ungesehen rum. Mehrere Jahre. So lange, dass es den Film inzwischen in Deutschland (als Das Grauen kam aus dem Nebel) auch Uncut auf Blu-Ray gibt. Dennoch schaute ich mir den Film an und fand den herrlich unterhaltsam. Irgendwie hat der Film was von Filmen wie Das Geheimnis der grünen Stecknadel, Suspected Death of a Minor oder Der Tod trägt schwarzes Leder, auch wenn Death Occurred Last Night im Vergleich weniger graphisch, brutal und sleazig ist.

Der Film ist vor allem ein Krimi, der im Prostitutions- und Zuhälter-Milieu ansiedelt. Hier und da wird der Film auch dem Giallo-Genre zugeordnet. Etwas Sleaze und Schmuddel gibt es trotzdem. Nur schon die Tatsache, dass die verschwundene 25jährige kognitiv auf dem Niveau eines Kindes ist, aber Männern den Kopf zu verdrehen weiss, ist typisches Exploitation-Kino aus Italien. Ganz zu schweigen von den Undercover-Einsätzen bei diversen Prostituierten oder Befragungen der Klienten, die z.B. ihre Ehefrauen betrügen.

Das ist auch ein Grund, warum ich mir den Film in Zukunft in Deutsch holen werde. Im deutschen Trailer ist ersichtlich, dass die Synchronisation hervorragend ist. Das wird den Film zusätzlich aufwerten und Szenen amüsant gestalten. Immerhin darf im Film zur Sicherheit eine schwarze Hure, als Zeugin,  beim alten Cop wohnen. Dass dessen Freundin nicht Freude hat, versteht sich von selbst. Und um operieren zu können, erpressen die Cops auch Kleingangster mit falschen Beweisen. Herrlich!

Im Film von Regisseur Duccio Tessari (A Pistol for Ringo, The Return of Ringo), einer Co.-Produktion zwischen Italien und Deutschland, spielt der grossartige Frank Wolff die Hauptrolle als ermittelnder Kommissar. Frank Wolff, eigentlich Amerikaner, verschlug es in den 60ern nach Italien, wo er in vielen Euro-Cult Produktionen wie The Great Silence, Death Walks on High Heels oder I Am Sartana Your Angel of Death zu sehen war. Die Musik ist solide, der Cast allgemein toll anzusehen und der Film, was das Gewaltlevel angeht (oder die Ausübung von Selbstjustiz), überraschend harmlos.

Fazit: Euro-Cult Fans greifen zu!

Infos:

O: La Morte risale a ieri sera

Deutschland, Italien 1970

R: Duccio Tessari

D: Frank Wolff, Gillian Bray, Raf Vallone, Gabriele Tinti, Eva Renzi, Beryl Cunningham

Laufzeit der US-DVD: 97:33 Min.

Gesehen am: 11.05.24 / 2. Sichtung (Deutsche Blu): 28.05.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von RARO VIDEO vor = Uncut, Ital./Englisch mit englischen Subs, Booklet und Interview. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Als ich die DVD damals kaufte, gab es den Film in Deutschland nur zensiert auf VHS. Titel: Das Grauen kam aus dem Nebel. Inzwischen gibt es den Film in Deutschland Uncut auf Blu-Ray (Deutsch, Englisch, Ital. mit Subs). Aufgrund der starken deutschen Synchronisation werde ich die US-DVD verkaufen/entsorgen und mir die deutsche Blu-Ray auf die Wunschliste setzen. In Deutsch wird der mit dem schmuddeligen Thema und Setting mehr Spass machen! Nachtrag Mai 2025: Nun erfolgte dank der deutschen Blu-Ray von Cargo Records/Mr. Banker Films eine 2. Sichtung. Diesmal in Deutsch. Der Film wird durch eine tolle deutsche Synchro stark aufgewertet. Ein Genuss. Sehenswerter Italo Schmuddel-Krimi. Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt ein Wendecover. 

Montag, 24. Juni 2024

Door 2

Door 2

Story:

Ai (Chikako Aoyama) ist ein Call-Girl. Selbständig arbeitend, ohne Agentur. Sie erlebt diverse wilde Abenteuer…

Meine Meinung:

Door 2, wieder von Regisseur Banmei Takahashi in Szene gesetzt, hat mit dem Vorgänger (Door) nichts mehr zu tun. Door 2 ist keine wirkliche Fortsetzung. Door 2 erzählt eine neue Geschichte mit neuen Darstellern, die neue Figuren spielen. Door 2 ist mit dem Erstlingswerk nicht zu vergleichen. Während Door ein spannendes, intensives Terrorkino und Kammerspiel war, ist Door 2 eine amüsante, zuweilen auch erotische und am Ende gar surrealistisch-komische Erotik-Komödie, die an 70er und 80er Jahre HK-Kung-Fu Filme erinnert.

Door 2 wirkt episodenhaft. Lange ist unklar, war der Film eigentlich möchte und eine gradlinige Story ist kaum auszumachen. Der Zuschauer wird von Ai, einem Call-Girl, die freiwillig in der Szene arbeitet und ihr Geld verdient, begleitet. Sie gibt intimen Einblick ins Arbeitsgeschäft. Daher lautet der Zusatztitel auch Door 2 - Tokyo Diary. Die meisten Episoden sind harmlos. Nichts, was schockiert. Ausser man ist fromm. Die Episoden und Inhalte sind dabei interessant, komisch und künstlerisch (der Typ mit der Naziuniform und «seinem Natursekt»). Die Episode mit der Schere, dem Zeh und der Eskalation hingegen war fesselnd (oder wo Ai von einer Frau mit einem Messer bedroht wird).

Der Film ist mit 82 Minuten kurzweilig und unterhaltsam. Für einen Erotikfilm gibt es relativ wenig nackte Haut, was aber nicht heissen soll, dass kein Erotikfaktor auszumachen ist. Der ist definitiv vorhanden. Ai wird von Chikako Aoyama gespielt und die macht das wirklich toll. Jede Szene mit ihr ist ein Genuss, welches nur noch vom irren Finale getoppt wird. Chikako Aoyama war auch im HK-Kino zu sehen. Ihre grösste Rolle hatte sie in Robotrix, den ich nun unbedingt auffischen muss (von dem weiss ich gar nichts mehr).

Fazit: Wer einen Film à la Door erwartet, könnte enttäuscht werden. Daher Erwartungen anpassen. Obwohl ich Door als besseren Film betrachte, hatte ich mit Door 2 dennoch meinen Spass!

Gefolgt von: Door 3

Infos:

O: Doa 2

Japan 1991

R: Banmei Takahashi

D: Chikako Aoyama, Shingo Kazami, Tôru Minegishi, Ren Ôsugi, Keiko Takahashi

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 82 Min.

Gesehen am: 10.05.24

Fassungen: Bonusfilm aus der UK-Blu-Ray von Door. Siehe Door. Alternativ auch in den USA auf Blu-Ray raus (von Terror Vision). Die Ausgaben haben unterschiedliches Bonusmaterial. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2024).

Sonntag, 23. Juni 2024

Swallow

Swallow

Story:

Hunter (Haley Bennett) lebt die scheinbar perfekte Ehe: sie ist mit dem reichen Richie (Austin Stowell) verheiratet, der in der Firma seines Vaters (David Rasche) viel Geld verdient. Sie muss nicht arbeiten und ist schwanger. Doch dann verhält sich Hunter zunehmend abnormal: sie schluckt, nach und nach, gefährliche Gegenstände, geht in Therapie und bekommt eine Leibwache (Laith Nakli) spendiert. Ob die Massnahmen zielführend sein werden?

Meine Meinung:

Ich fand die Prämisse interessant, war aber auch skeptisch. Deshalb kaufte ich Swallow nicht, sondern liess mir den Film indirekt als Wichtelgeschenk schenken. Kein Verlust von meinem Geld, falls mir das Werk nicht gefallen sollte. Swallow ist ein Slow-Burner und ein Drama. Der Film ist ernst erzählt und technisch und von der Cinematography her wunderschön eingefangen worden. Was den Cast angeht, ist zumindest Haley Bennett (Hardcore Henry) eine Wucht: sie spielt das fantastisch! Ausserdem erfuhr ich von einer Krankheit, von welcher ich zuvor noch nie was hörte: dem Pica-Syndrom!

Einige der Nebenfiguren waren auch stark in ihren Rollen: Laith Nakli als Aufpasser oder Denis O'Hare als Hunters Vater. Schlecht waren hingegen die Therapeutin (die zudem noch nie was vom Arztgeheimnis gehört hat) und die Familie um Richie, dessen Eltern und seine Freunde: die waren viel zu übertrieben und cartoonhaft in Szene gesetzt, um glaubhaft zu wirken. So hat man von Anfang an nur Mitleid mit Hunter und Hass für Richie und Co. übrig, fragt sich aber auch, warum und wie Hunter überhaupt so weit gekommen ist und destruktive Beziehungssignale nicht schon viel früher wahrgenommen hat.

Die «bösen» Charaktere waren viel zu platt, oberflächlich und unrealistisch gezeichnet, so dass einige Momente teilweise unfreiwillig komisch wirkten. Gegen Ende wird der Ton dramatischer und es folgen Begegnungen mit Hunters Vater und am Ende findet eine Abtreibung statt. Beides wird, zumindest in Kurzkommentaren auf Filmdatenbanken wie Letterboxd (von Konservativen) stark kritisiert. Die Verharmlosung von Vergewaltigern (ist es wirklich eine Verharmlosung?) oder das Recht auf Abtreibung. Das Ende war in meinen Augen aber konsequent: um ein neues Leben beginnen zu können, fern ab von ihrem besitzergreifenden Ehemann, war die Abtreibung die logische Konsequenz. Und am Ende bleibt man dennoch etwas ratlos zurück, was das ganze nun sollte…

Fazit: Geschmackssache. In meine Film-Sammlung schafft es Swallow nicht.

Infos:

O: Swallow

USA, Frankreich 2019

R: Carlo Mirabella-Davi

D: Haley Bennett, Austin Stowell, Denis O'Hare, Elizabeth Marvel, David Rasche, Luna Lauren Velez, Zabryna Guevara, Laith Nakli

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 95:00

Gesehen am: 10.05.24

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Koch Films vor = Schuber, Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität.