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Dienstag, 11. August 2026

The Young Dragons

The Young Dragons

Story:

Fan Ming (Lau Kong) ist ein Polizist auf der Suche nach Gangster Boss Lung (Chiang Nan). Der Kleinkriminelle Kin (Henry Yu) gerät zwischen die Fronten und auch dessen und Fan Mings Umfeld (Hu Chin, Tanny Tien Ni, Ho Kwong-Ming, Ng Ming-Choi) bekommen durch die rechte Hand von Gangster Boss Lung, Wan Fei (Fung Hak-On) ist sein Name, zu spüren, was es heisst, sich mit Boss Lung anzulegen…

Meine Meinung:

Durch eine Diskussion mit einem Amerikaner, der zum Teil auch für diverse Labels zu arbeiten scheint und von dem ich in Vergangenheit auch schon VHS abgekauft habe, wurde ich motiviert, mir von dem John Woo (Harte Ziele, Just Heroes, Silent Night) Frühwerk The Young Dragons das VHS aus Südkorea zu kaufen (mehr dazu unter Fassungen). Das sorgte nicht nur für einen Fassungsvergleich, sondern auch für eine Neusichtung. Ich sah The Young Dragons, der 1973 beendet aber erst zwei Jahre später veröffentlicht wurde, seit April 2010 nicht mehr. Stolze 16 Jahre.

The Young Dragons markiert, nachdem er bei den Shaw Brothers, besonders unter die Fittiche von Chang Cheh, als Assistent Director und Co. (für Produktionen wie The Boxer from Shantung oder The Blood Brothers), Erfahrungen sammeln konnte, sein Regie-Debüt. John Woo drehte nur vereinzelt Kung-Fu-Filme. Nach The Young Dragons folgten The Dragon Tamers (den ich nicht gar nicht habe oder kenne), The Hand of Death sowie Last Hurrah for Chivalry. Last Hurrah for Chivalry ist für mich ein Meisterwerk. The Hand of Death solide. The Young Dragons hat die Zweitsichtung bestanden. Ich hatte den Film nicht mehr so stark in Erinnerung.

Ich würde sagen, dass mir The Young Dragons besser als früher gefallen hat und der Film ist stärker als The Hand of Death. Der Film ist fast humorlos, was dem Film gut bekommt, sieht man Mal von der Szene mit Dean Shek (The Big Risk) oder Henry Yus Sidekick ab. Der Ton des Filmes wird gegen Ende hin brutaler, wenn auch vor Mord und Vergewaltigung nicht zurückgeschreckt wird. Allgemein haben mir die Bösewichte um Chiang Nan (Blood Reincarnation), Cheng Lei (Sketch) und Li Min-Lang (Payment in Blood) gut gefallen. Und am meisten Freude hatte ich, was die Bösewichte angehen, an dem fiesen Fung Hak-On (Bruce Lee the Invincible). Ich mag ihn in solchen Rollen.

Bei den Helden hat vor allem Henry Yu (Black List) überzeugt. Sehr coole Darbietung. Es ist zwar etwas naiv und unglaubwürdig, wie schnell zwischen Henry Yu und Lau Kong (Pituitary Hunter) eine Freundschaft entsteht, aber die typischen Heroic Bloodshed Merkmale, für jene John Woo später bekannt werden sollte, sind hier schon auszumachen. Dazu gehören Inhalte wie Verrat, Freundschaft, Aufopferung, Dramatik und tolle Slow-Mo-Aufnahmen. Die Kameraarbeit (Einstellungen) und Wahl der Musik waren teilweise überdurchschnittlich gut und heben den Film von anderen Filmen dieser Art und dieser Zeit ab. Die Kampfszenen, u.a. von Jackie Chan (Drunken Master) choreographiert, sind eindrücklich, vor allem im Finale.

Fazit: Beachtliches Regiedebüt!

Infos:

O: Tie Han Rou Qing

HK 1973-1975

R: John Woo

D: Lau Kong, Chiang Nan, Henry Yu, Hu Chin, Tanny Tien Ni, Ho Kwong-Ming, Ng Ming-Choi, Fung Hak-On, Li Min-Lang, Cheng Lei, Shing Fui-On, John Woo, Dean Shek

Laufzeit der HK-DVD: 93:18 Min.

Gesehen am: April 2010 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2026). Der Film wurde nach seiner Entstehung (eigentlich eine unabhängige, Indie-Produktion) aufgrund seines Gehaltsgrades nicht veröffentlicht und verboten Der ursprüngliche Titel sollte Farewell, Buddy lauten. Danach kam Golden Harvest ins Spiel und sicherte sich die Rechte des Filmes. Nach angeblichen Nachdrehs und neuem Titel wurde der Film dann als die bekannte The Young Dragons Version veröffentlicht. Die HK-DVD von Joy Sales/Fortune Star (The Legendary Collection) ist mind. 40 Sekunden zensiert (Vergewaltigung). Uncut sind die DVDs aus Frankreich und Japan (beide nicht Englisch freundlich). Die HK-DVD hat englische Subs. Die Bild- und Tonqualität sind gut, hier und da etwas dunkel. Woos Original-Version scheint nicht zu existieren. Ich kaufte mir noch die VHS aus Südkorea (von Saekyong) um das auszuschliessen. In Südkorea wurde auch John Woos Originalversion von Heroes Shed no Tears erstmals veröffentlicht. Ein wichtiger Schatz, der dort entdeckt wurde. Sollte sich das wiederholen? Nein. Die VHS aus Südkorea ist in Mandarin, in Vollbild mit koreanischen Untertiteln. Folgende Schnitte hat die Fassung und da erlaube ich mir, meine englischen Texte meiner Social-Media-Kanäle zu zitieren:

«i compared today the young dragons as hk-dvd from joy sales/fortune star (the legendary collection) with the korean vhs. it’s is more or less the same version with the missing nude/r*pe scene like the hk-dvd.

the korean vhs is in full-screen, in mandarin and with korean subtitles. in some of the night scenes the vhs is a little bit more brighter. the audio is clearer. twice a text appears in the picture and told the viever something like "Saekyong (the korean vhs-label) is thanking you for watching"

Unfortunately there are no extra-scenes in the korean-vhs. no second «heroes shed no tears».

besides the nude scenes following scenes are missing in the korean-vhs version:

1. The Golden Harvest Logo at the beginning looks in the korean-vhs different.

2. After henry yu steals the weapons, we see the gangster discussing the issue. some dialogues are missing.

3. before the comedy scene with dean shek in the brothel, a man gives a hooker a claps to the ass (no nuditdy). this short scenes is missing in the tape.

4. missing is also this: a train arrives. after that we see lau kong walking the alley with his fan. some random guy is smoking.

5. after the scene with henry yu riding the horse, following is missing in the korean vhs version = the three bad guys drinking alcohol and laughing with the hookers.

6. before the final fight henry yu fights against mr. mustache and another guy. 36 seconds are missing in the korean version.

7. Henry Yu fights outside the house against some guys those weapons are sticks. henry yu rolls in slow mo the stairs down to the grass. in the garden henry yu fights aginst them. Fung Hak-On is watching him. 59 seconds are missing.

8. after the injured lau kong leans against the tree, more fights between henry yu and Fung Hak-On are shown. 50 seconds are missing.

9. from the great final fight between them both, more scenes are missing. this includes some really impressive slow-mo scenes. 1 minute and 24 seconds are missing."

Sonntag, 9. August 2026

Keine Sorge alles gut

Keine Sorge alles gut

Inhalt:

«Romi Weber, Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik, tritt ihren Nachtdienst an. Der Roman erzählt die sich überstürzenden Ereignisse der Nacht.»

Meine Meinung:

Ich wurde durch die Online-Ausgabe eines Artikels im «Der Bund» auf den Roman Keine Sorge alles gut aufmerksam. Es handelte sich jedoch um einen Artikel mit Paywall, so dass ich nicht den ganzen Artikel lesen konnte. Aber mir reichte schon die Tatsache, dass das Buch von eine Pflegefachfrau, die in der Psychiatrie gearbeitet hat, geschrieben wurde und der Inhalt einen einzigen Nachtdienst widerspiegelt. Ich arbeite seit April 2014 als Dauernachtwache. Nicht in der Psychiatrie, sondern in der Langzeitpflege (wobei ich auf einzelnen Stationen, z.B. einer Alterspsychiatrie oder anderen Betrieben auch immer wieder Bewohnern begegnet bin, die psychiatrische Probleme hatten). Und ich spiele mit dem Gedanken, irgendwann in Zukunft auch nochmal in der Psychiatrie arbeiten zu wollen (aber nicht auf einer Akutstation).

Daher war Keine Sorge alles gut ein gefundenes Fressen für mich, da der Roman aufzeigen würde, mit welchen Herausforderungen die Pflegefachfrau in einer einzelnen Nachschicht in der Psychiatrie zu kämpfen hat. Ich bekam das Buch und habe es selbst in einer einzigen Nachtschicht auf der Arbeit (in meiner 4. von fünf Nächten) durchgelesen und habe es regelrecht verschlungen. Wer in der Pflege arbeitet, wird mit vielen Situationen konfrontiert, die sie kennt, auch wenn sie nicht unbedingt selbst in der Psychiatrie arbeitet. Aber viele Momente lassen sich auch auf andere Pflege-Settings ableiten.  Ich fand es spannend, da der Roman wirklich den ganzen Ablauf einer einzelnen Nachtschicht bis ins Detail wiedergibt. Und die Ausgangslage geht unter die Haut (ihre junge Patientin hat sich am Tag das Leben genommen).

Die Autorin des Buches, Malwina Ledniowska, hat eigene Erfahrungen als Pflegefachfrau, welche sie in der Psychiatrie gesammelt hat, in ihre Erzählungen einfliessen lassen. Sie hat ausschliesslich in Deutschland (Düsseldorf) in dem Tätigkeitsbereich gearbeitet. Malwina Ledniowska lebt schon lange im Kanton Bern und ist nun nicht mehr als Pflegefachfrau tätig. Ihre Erfahrungen bringt sie gekonnt und mehr als realistisch in den Roman ein. Die Erzählweise lässt den Leser in die Haut der Pflegefachfrau aber auch in die Haut der «Insassen» schlüpfen. Es gibt einige herrlich skurrile Momente und der Ton des Buches ist ironisch, schwarzhumorig und oft auch sehr sarkastisch, was mir gut gefiel. Zudem zeigt es perfekt auf, mit welchen Hürden in der Pflege zu rechnen ist.

Fazit: Für Pflegende sehr zu empfehlen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: verlag die brotsuppe

Anzahl Seiten: 211

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Fester Einband

Autor: Malwina Ledniowska

Erschienen: 12.09.2025

Samstag, 8. August 2026

Das scharlachrote Evangelium

Das scharlachrote Evangelium

Inhalt:

«Zwei Kultfiguren des Horrorgenres liefern sich den ultimativen Kampf. Harry D'Amour, der Detektiv des Übersinnlichen, stellt sich Pinhead, dem Priester der Hölle.

Die letzten sechs Magier der Erde sind vor Angst erstarrt: Ein Priester aus dem Orden der Zenobiten tötet einen nach dem anderen von ihnen. Pinhead ist sein Name, und aus ihren Leichen stiehlt Pinhead alles Wissen, um seine eigenen dämonischen Kräfte zu stärken…

Harry D'Amour ahnt davon nichts, als er das Haus eines Verstorbenen betritt, um dessen ruheloser Seele Frieden zu geben. Doch dann öffnet sich durch die Magie eines dämonischen Würfels ein Riss zwischen dem Totenreich und der realen Welt und Harry erblickt Pinhead und der kämpft gegen den Satan persönlich!

Die Fans von Clive Barker halten den Atem an. Nach vielen Jahren wurde ihr Betteln erhört: Pinhead öffnet die Pforte zu den Zenobiten und zieht Harry D'Amour an Ketten in die Hölle.»

Meine Meinung:

Ich wurde indirekt durch den Blog meines Bekannten zult auf den Roman aufmerksam. Er hat über seinen Kauf des Buches Hellraiser Höllengeläut berichtet und als ich danach via Google suchte, stiess ich u.a. auf den Roman Das scharlachrote Evangelium. Ich war Feuer und Flamme, als ich sah, dass Das scharlachrote Evangelium von Clive Barker stammt. Eine neue Hellraiser und Pinhead-Geschichte vom Meister selbst. Wie konnte ich das verpassen? Und dann kommt noch Harry D'Amour, der mich zuletzt auch in Barkers Romanen wie Stadt des Bösen zu überzeugen vermochte, vor. Spannend!

Doch als ich den Roman las, geschah dies mit vielen gemischten und auch überraschend negativen Gefühlen. Ich war schockiert, dass der Mann, der Bücher wie Jenseits des Bösen, Stadt des Bösen oder die Bücher des Blutes I-III und IV-VI schrieb oder Filme wie Hellraiser realisierte, einen solch absolut belanglosen und mittelmässigen Roman schrieb. Ich war sehr enttäuscht, schämte mich zum Teil anhand der Dialoge der Figuren fremd und dachte mehr als einmal daran, das Lesen abzubrechen. Somit kann ich sagen, dass ich den Roman nicht behalten werde. Das ist für sich gesehen eine unerwartete Überraschung und sehr schade.

Das wird dem Hellraiser-Mythos nicht gerecht. Pinhead wird hier entmystifiziert und erinnert mehr an einen Sprücheklopfer à la einer Figur wie Freddy Krüger und Co. Die Darstellung der Hölle gefiel mir gar nicht. Wirkte alles viel zu menschlich. Am schlimmsten waren jedoch die Nebenfiguren, Clive Barkers teilweise arg pubertierende und vulgärere Dialoge und seine Passion für männliche Geschlechtsteile und schwule Kosenamen inklusive vielen Momente, die einfach unpassend und peinlich wirkten. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ein 12jähriger das geschrieben hat. Von Clive Barkers Kraft der Worte, wie in seinen alten Arbeiten, ist hier nichts mehr zu sehen. Schade. Viele Klischees machen den Inhalt aus. Toll war nur das letzte Viertel, dass eine leichte Spannung bot (Kampf Pinhead gegen Luzifer).

Fazit: Enttäuschend und das Geld nicht wert!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Festa

Anzahl Seiten: 460

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Taschenbuch

Autor: Clive Barker

Erschienen: 1. Auflage Juni 2015