Dieses Blog durchsuchen

Sonntag, 1. November 2020

Seytan Review

 

Horroktober 2020

Seytan

Story:

Die 12jährige Gül (Canan Perver) verhält sich plötzlich merkwürdig: Sie spricht in einer anderen Stimme, macht komische Bewegungen im Bett oder uriniert vor Besuch auf den Boden. Güls Mutter (Meral Taygun) ist besorgt und lässt Gül medizinisch abklären – ohne Erfolg. Es stellt sich heraus, dass Gül von einem Dämon besessen ist und nur ein Exorzist (Agah Hün) kann Abhilfe schaffen…

Meine Meinung:

Seytan ist ein dreistes Der Exorzist-Rip-Off aus der Türkei. Die türkische Version kam nur ein Jahr nach dem US-Hit und ist praktisch ein 1:1 Remake. Sogar die bekannte Musik aus dem Original von William Friedkin wurde einfach geklaut – unfassbar amüsant wie ich meine!

Die türkische Variante hat mir auch gut gefallen. Der Film versucht ernst zu sein. Sieht man Mal von 1-2 unfreiwillig konisch wirkenden Szenen ab, wirkt Seytan ernst und düster. Der Story kann man auch ohne türkische Sprachkenntnisse gut folgen. Die letzte Der Exorzist Sichtung ist länger her, aber an einige Szenen kann ich mich erinnern und diese sind in Seytan gut umgesetzt worden.

Nebst tollem Soundtrack überzeugten mich vor allem die Effekte. Ich hätte schlechtere Make-Up Effekte und Tricktechniken erwartet. War ich doch positiv überrascht. Dasselbe gilt für die Leistungen der Darsteller. Vor allem die Mädels waren glaubwürdig: Canan Perver überzeugt als Linda Blair Verschnitt und die blonde Schönheit Meral Taygun (ganz ohne Kopftuch und sexy gekleidet) ist definitiv sexier als die Filmmutter im US-Film. Die Priester hingegen sind neutral betrachtet unauffällig.

Fazit: Wer gerne obskure asiatische Filme und freche Kopien aus Ländern wie Indien, Indonesien oder der Türkei mag, sollte sich diesen seltenen Der Exorzist Verschnitt nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Seytan

Türkei 1974

R: Metin Erksan

D: Canan Perver, Cihan Ünal, Meral Taygun, Agah Hün, Erol Amaç

Laufzeit der türkischen Beta: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die Betamax von Saner Video aus der Türkei (bzw. aus London) vor = Uncut, O-Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. O-Ton ist Türkisch. Offizielle Alternativen: VHS und VCD aus der Türkei. Englischuntertitelte Bootleg-DVDs haben eine massiv schlechtere Bildqualität als die Betamax. Auf Youtube gibt es den Film legal in HD-Restauration. Eine deutsche Fassung oder eine offizielle Fassung im O-Ton mit englischen Subs gibt es nicht (Stand: Okt. 2020). Nachtrag 23.04.24: Für eine 2. Sichtung lag mir die Ital. DVD von Filmotronik vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Die DVD ist Code Free. Die Fassung ist qualitativ der Betamax überlegen und die englischen Subs zum türkischen O-Ton sind natürlich auch flott. Der Film hat die 2. Sichtung auch bestanden. 

Samstag, 31. Oktober 2020

Winchester – Das Haus der Verdammten Review

Horroktober 2020

Winchester – Das Haus der Verdammten

Story:

Ca. 1905 San Jose, Kalifornien:

Ein Arzt (Jason Clarke) soll den Gemütszustand von Sarah Winchester (Helen Mirren) klären und wird in dessen imposantes Zuhause eingeladen. Sarah Winchester ist der Auffassung, dass das Haus von Geistern heimgesucht wird…

Meine Meinung:

Winchester – Das Haus der Verdammten, der auf einer wahren Geschichte basiert, fand ich schwach, sehr schwach. Ein «Geisterfilm» sollte versuchen ein wenig geheimnisvoll und spannend zu sein. Danach sollte der Zuschauer Angst und stimmungsvolle Bilder vorgesetzt bekommen. Gegen gezielte Jump-Scares ist auch nichts auszusetzen.

Das grösste Problem welches Winchester – Das Haus der Verdammten hat: die Geschichte. Diese ist spannungsarm. Nach 45 Minuten ist alles vorbei und der Zuschauer weiss alles und wo die Reise hin geht. Die Filmemacher und das Drehbuch versuchen erst gar nicht, etwas anderes zu kreieren. Das wäre so, als würde in Scream die Identität des Killers bereits in 30 Minuten feststehen…

Eine inhaltliche Spannung ist also nicht gegeben. Gruselig oder stimmungsvoll ist der Film leider auch nicht geworden. Das Finale ist gar schwach. Dank guter Vertonung (und meiner Heimkinoanlage) überzeugt der Film immerhin leicht bei 2-3 Jump-Scares. Das ist jedoch alles andere als eine hohe filmische Kunst und sehr reduzierte «Qualität». Technisch ist der Film ansonsten gut gemacht. Jason Clarke, den ich im Friedhof der Kuscheltiere Remake grottenschlecht fand, war hier besser. Der Rest ist solide bis nicht erwähnenswert.

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen da langweilig, spannungsarm und nicht gruselig…

Info:

O: Winchester

Australien, USA 2018

R: Michael Spierig, Peter Spierig

D: Helen Mirren, Sarah Snook, Finn Scicluna-O'Prey, Jason Clarke, Emm Wiseman

Laufzeit der schweizerischen DVD: 95:12 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die DVD von Ascot Elite aus der Schweiz vor = hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. In Deutschland von Splendid zu haben (DVD oder Blu-Ray).

Freitag, 30. Oktober 2020

Frankenstein's Army Review

Horroktober 2020 / NIFFF 2013

Frankenstein's Army

Story:

Ende des 2. Weltkrieges:

Russische Soldaten entdecken ein geheimes Nazi Labor, in welchem Doktor Frankenstein an "Super Soldaten" experimentiert...

Meine Meinung:

Frankenstein's Army sah ich 2013 am NIFFF. Nun folgte die 2. Sichtung des Euro-Fun-Splatter. Fazit: der Film sagt mir nicht mehr zu und wird aus der Sammlung verbannt. Der Film ist eine Weiterführung des Filmes Worst Case Scenario, der jedoch nie entstand (es gab aber einen Trailer). Die Hauptidee stammt von Richard Raaphorst inklusive Brian Yuzna (Bride of Re-Animator).

Was das Found-Footage Genre angeht, bin ich kein allzu grosser Freund. Sicher, es gibt positive Ausnahmen: Cannibal Holocaust, As Above, So Below, Trollhunter, Man Bites Dog oder Devil's Pass. Dazwischen gab es viel Mittelmässiges (Quarantäne, REC Reihe) bis Schlechtes (Blair Witch, The Sacrament, Grave Encounters). Frankenstein's Army würde ich in die Stufe «Mittelmass» einteilen.

Die verwackelte Kamera empfand ich teilweise als negativ. Der Film hat nur vereinzelte Splatter-Highlights, vielleicht 2-3 Szenen. Die wahren Highlights sind die Super-Soldaten, die cool und fantasievoll getrickst wurden (ohne CGI). Aber auch hier: die Kamera hätte gerne länger und vor allem ruhiger ins Geschehen filmen dürfen…

Ansonsten wird eine vorhersehbare und spannungsarme Story (Experimente der Nazis im 2. Weltkrieg) abgespult, die mit Längen, zu wenig Gore und mässigen Figurenzeichnungen / Darstellern aufwartet. Dass alle Russen Englisch sprechen war nervig wie der Humor, den ich doof fand. Eine ernste Inszenierung wäre wünschenswert gewesen.

Fazit: Gutes Konzept aber es hapert an einer dürftigen Umsetzung!

Infos:

O: Frankenstein's Army

Niederlande, Tschechische Republik, USA 2013

R: Richard Raaphorst

D: Karel Roden, Joshua Sasse, Robert Gwilym, Alexander Mercury, Luke Newberry

Laufzeit der deutschen Blu: 84:07 Min.

Gesehen am: NIFFF 2013 / Review überarbeitet am: Okt. 2020

Fassungen: Für die 2. Sichtung lag mir die deutsche Blu-Ray von Ascot Elite vor = Schuber, Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend.