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Sonntag, 9. Juli 2017

Le Serpent aux mille coupures Review


NIFFF 2017 Spezial



Le Serpent aux mille coupures

Story:

Ein angeschossener Gangster (Tomer Sisley) ist auf der Flucht vor der Polizei. Auf seiner Flucht kreuzt sich zufällig sein Weg mit denen von anderen Gangstern, die zu einem Treffen unterwegs sind. Der angeschossene Gangster tötet die drei Gangster und flüchtet sich in ein nahe gelegenes Haus, welches u.a. von einem Afroamerikaner, dessen Frau und Kind bewohnt wird. Man hasst sie in der Gegend, da  schwarze Hautfarbe des Ehemannes. Die drei Gangster, welche der angeschossene Gangster getötet hat, gehörten einem kolumbianischen Drogenkartell an. Diese schicken nun ihren Profikiller (Terence Yin) ins Land, der die Sache untersuchen und den Mörder zur Strecke bringen soll...


Meine Meinung:

Der franz. Originaltitel des Filmes heisst in etwa übersetzt Die Schlange mit den 1000 Schnitten. 

Dies bezeichnet eine chinesische Folter- und Tötungsform - Lingchi genannt. Diese "Tätigkeit" wendet der Profikiller im Film, in Hong Kong geboren (sogar im richtigen Leben) und in Kolumbien zum Killer ausgebildet, auch an. Er ist der heimliche Star des Filmes und spielt absolut grandios! Jede Szene mit ihm ist ein absoluter Genuss. Mit dieser Rolle fällt oder gewinnt ein Film - und mit der Wahl von Terence Yin gewinnt der Film sehr an unterhaltsamer Qualität!

Der Film hat mir überraschend gut gefallen. Die Franzosen wissen einfach wie man gutes Gangster Kino macht - teilweise auch schön kompromisslos und mit vielen guten Ideen versehen. 

Dass ein "08/15" Gangster in kolumbianische Geschäfte/eine Rachegeschichte miteingezogen wird und somit auch die Familie, welche er als Geiseln hält, wie auch die Polizei und örtliche Rassisten, machen den Film sehenswert, originell und spannend. Alles gipfelt in einem Finale, in dem alle Parteien zusammenkommen...

Auch die anderen Schauspieler und Figuren sind gut, teilweise werden sie aber etwas weniger beleuchtet. Zum Beispiel der 08/15 Gangster ist auch ein Profi, aber über dessen Hintergründe erfährt der Zuschauer so gut wie nichts und was die Familie angeht, stehen vor allem die Frau und das Kind im Zentrum (der schwarze Ehemann verbringt fast den ganzen Film gefesselt im Keller). 

Das macht aber nichts, denn die anderen Figuren sind teilweise sowieso interessanter (Polizisten, die Rassisten, der Gangster der unfreiwillig zum "Sidekick" des kolumbianischen Killers wird etc.).

Der Film bietet in Sachen Action / Gewalt / Effekte vor allem kürzere Shoot-Outs und Szenen in denen mit einem Messer zu Werke gegangen wird (nochmals Bezug zu Lingch, die teilweise nur kurz aber derb und blutig in Szene gesetzt sind). 

Man sollte, was das Genre angeht, einen Gangster-Thriller erwarten mit hier und da etwas Terrorfilm, Sozialkritik, sehr selten einen Hauch bösen Humors und etwas Folterfilm.  Ein Film, der vor allem durch die Figuren, das Setting und die Handlung lebt - weniger durch seine Gewalt oder Action. 

Fazit: Überraschend gut und mit einem grandiosen Film-Killer versehen, so dass das Schauen sehr gut gefällt! Fans des franz. Gangsterkinos sollten sich den Streifen daher nicht entgehen lassen. Eine der besten Filme des Filmfestes! 

Infos:

O: Le Serpent aux mille coupures

Frankreich 2017

R: Eric Valette

D: Tomer Sisley, Terence Yin, Pascal Greggory, Stéphane Debac, Erika Sainte

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 104 Min.

Gesehen am: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest): Juli 2017

Fassungen: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) gesehen im O-Ton mit englischen UT.

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