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Sonntag, 9. Juli 2017

Kagerô-za Review


NIFFF 2017 Spezial


Kagerô-za

Story:

Bühnenautor Matsuzaki (Yusaku Matsuda) trifft wiederholt eine unbekannte Frau auf einer Treppe, welche ihn bittet, sie zu begleiten. Es scheint, als die Frau der Frau von Matsuzaks Geldgeber ähnelt. Weiterhin sieht er eine Frau, welche im Spital gestorben ist, nach dessen Tod mehrfach wieder. Matsuzaki weiss nicht mehr wie im geschieht und sein Geldgeber reist auf das Land - zufälligerweise ist auch Matsuzaki auf dem selben Weg, um zu begutachten, wie sich eine Frau und dessen "Lover" umbringen...

Meine Meinung:

Der 2. Teil von Seijun Suzukis "Taishō Roman Trilogy" (Taishō Zeitspanne = Japan 1912-1926) hat mir etwas weniger gut gefallen als Teil eins (Zigeunerweisen).  

Grund: der Film ist phasenweise weniger fesselnd als Teil eins, obwohl minim weniger längere Laufzeit empfand ich das Ansehen als "zäher" (lag vielleicht auch daran, weil erster von sechs Filmen und unbequeme Sitze im "Kino") und der Film ist für das westliche Publikum, welches sich mit japanischen Legenden und Folklore i.d.R. nicht auskennt,  schwerer zugänglich. 

Die Geschichte dieses Arthouse Filmes wird nicht erklärt, vieles ist Interpretation und viele Szenen sind surrealistisch und märchenhaft in Szene gesetzt. Dies wiederrum hat mir gut gefallen. Eine mögliche "Geisterstory", in welcher Seelen geraubt und weitergegeben werden, wird von Beginn an relativ glaubhaft dargestellt und nicht um den heissen Brei geredet. 

Die filmische Erzählweise seitens Regisseur Seijun Suzuki ist gegenüber dem Mainstream untypisch, aber sehenswert und interessant. Die Optik ist, wie so oft in den Filmen des Regisseures, eine Wucht. Die Darsteller machen zudem alle einen ausgezeichneten Job. 

Vor dem Finale gibt es einige Längen - dafür wird man mit einem langen und tollen Bühnenspektakel als Finale belohnt, bevor eine grandiose Schlussszene den Schlusspunkt setzt.

In vielen Reviews wird darauf hingewiesen, dass man die Filme (Taishō Roman Trilogy) optisch "wirken lassen" und sich weniger auf den Inhalt konzentrieren soll, was in diesem Fall sowieso kaum möglich scheint bzw. den Inhalt verstehen zu wollen. Daher mein Tipp: diese Empfehlung berücksichtigen und den Film wirken lassen! 

Fazit: Wem Teil eins gefallen hat, sollte sich den 2. Teil nicht entgehen lassen. 

Infos:

O: Kagerô-za

Japan 1981

R: Seijun Suzuki

D: Yûsaku Matsuda, Michiyo Ôkusu, Mariko Kaga, Katsuo Nakamura, Yoshio Harada

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 139 Min.

Gesehen am: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest): Juli 2017

Fassungen: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) gesehen im O-Ton mit englischen UT. Gibt es u.a. in den USA auf DVD (Uncut, O-Ton, englische Subs). Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Juli 2017).

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