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Donnerstag, 6. Juli 2017

Zigeunerweisen Review


NIFFF 2017 Spezial



Zigeunerweisen

Story:

Japan während der Taishō Zeitspanne (1912-1926):

Deutschprofessor Aochi (Toshiya Fujita) besucht in einem kleinen Dörfchen seinen Freund Nakasago (Yoshio Harada), einen Draufgänger und Frauenschwarm. Dieser wird des Mordes bezichtigt, doch Aochi steht für ihn ein. Sie lernen eine Geisha kennen. Später sind beide verheiratet - während Nakasags Frau jener Geisha ähnelt, welche sie vor längerer Zeit getroffen haben. Es kommt zu mysteriösen Situationen, welche Aochis Frau bzw. deren im Spital liegende Schwester betreffen. Hat Aochis Frau mit  Nakasago ein Verhältnis? Als Nakasago später überraschend verstirbt glaubt Aochi nicht an einen natürlichen Tod und will eine Autopsie. Danach beginnt sich Nakasags Frau komisch zu verhalten...

Meine Meinung:

Der drittletzte NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Festival) Tag startete früh, anspruchsvoll und lang mit Zigeunerweisen - einem sonderbaren, sehr stimmungsvollen, ruhigen Arthouse Film von Seijun Suzuki. 

Im Mittelpunkt stehen Beziehungen und eine mögliche übernatürliche Geistergeschichte. Die Erzählweise und Struktur ist jedoch nicht einfach, da viele Dinge nicht erklärt werden und Raum für eigene Interpretationen übrig bleiben. Zudem läuft der Film über zwei Stunden lang und wird langsam und monoton erzählt. Alles andere als ein Film für das Mainstream Publikum aber gleichzeitig eine nicht uninteressante Abwechslung zu Seijun Suzukis bunten, schrillen und lauten Yakuza/Gangster Geschichten/Filmen (u.a. Branded To Kill und Co.). 

Oft sind die Figuren sehr lange zu sehen und einfach am diskutieren, teilweise hat man das Gefühl über belanglose Inhalte. Man muss aber gut aufpassen, denn viele kleine Details werden am Ende zusammen geführt. Das Ende und die Schlussszene fand ich absolut grandios und fantastisch. Sehr fesselnd und beim Zuschauer Emotionen auslösend, obwohl sehr einfach gestrickt. Das gilt für den ganzen Film - obwohl wenig Budget vorhanden war, kann der Film durch seine ruhige, monotone Art fesseln, sofern man sich auf den Stoff einlässt. 

Man sollte sich auf die Hauptfiguren konzentrieren - einmal Deutschprofessor Aochi, der dem Hong Kong Schauspieler Richard Ng ähnelt, und auf der anderen Seite Nakasago - der eine ganz andere Figur spielt. Dazu kommt die Geisha, später zwei Ehefrauen, die Schwester im Spital der einen Ehefrau und noch später Nakasagos Kind. Das Geschehen spielt sich um die zwei Männer und ihre Frauen bzw. Beziehungen zueinander ab. Es gibt einige sehr atmosphärische und surrealistische Szenen, die nicht genauer erklärt werden (Visionen? Träume? Geisterwelt? Besessenheit? Die Hölle? Die Realität?, Das Ende etc.).

Ich fand den Film sehr interessant und bin auf die Fortsetzung gespannt - Zigeunerweisen ist der erste Teil einer eigenen Trilogie. Mir ist jedoch nicht bekannt, ob die Story von Teil eins weiter erzählt wird, oder ob es in Teil zwei eine eigene, neue Geschichte gibt...

PS: Es wird im Film extrem viel gegessen - so dass ich beim Schauen auch fast Hunger bekommen habe!

Infos:

O: Tsigoineruwaizen

Japan 1980

R: Seijun Suzuki

D: Yoshio Harada, Naoko Otani, Toshiya Fujita, Michiyo Ôkusu, Kisako Makishi

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 144 Min.

Gesehen am: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest): Juli 2017

Fassungen: Am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) gesehen im O-Ton mit englischen UT. Gibt es u.a. in den USA auf DVD (Uncut, O-Ton, englische Subs). Es gibt keine dt. Fassung (Stand: Juli 2017).

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