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Sonntag, 12. März 2023

Nobody Review

Nobody

Story:

Der scheinbar unauffällige Vater und Familienmensch Hutch (Bob Odenkirk) ist in Wahrheit ein Agent, der früher für den Staat Feinde ausgelöscht hat.  Durch Zufall gerät Hutchs Familie (u.a. Connie Nielsen) ins Visier des russischen Gangsters Yulian (Aleksey Serebryakov). Um seine Familie zu schützen, lässt Hutch alte Tugenden erwachen und sagt der russischen Mafia den Kampf an…

 

Meine Meinung:

 

Nobody war ein Wichtelgeschenk. Den Film habe ich im Kino verpasst. Ich mochte den Trailer, war aber auch skeptisch, da vom John Wick Autor. Und die John Wick Filme (Teil 1, Teil 2, Teil 3) mochte ich nicht. Nobody ist im Vergleich auch der klar bessere Film. Weniger übertrieben, weniger CGI, altmodischer und in den Actionszenen meist übersichtlicher im direkten Vergleich. Besonders die 1. Filmhälfte hat mir ausgezeichnet gefallen. Dafür sorgen dann Namen wie Ilya Naishuller, Bob Odenkirk oder Daniel Bernhardt.

 

Ilya Naishuller sorgte 2015 mit Hardcore Henry, wohl einem der besten Actionfilme seit langem, für Furore. Nobody ist, scheinbar, erst sein 2. Spielfilm. Der mir unbekannte Bob Odenkirk (kenne ihn nur aus der 1. Fargo Staffel) macht als Nobody, der viel einsteckt und in sich reinfrisst, eine tolle Figur. Vor allem dann, wo er explodiert und in bester Charles Bronson Manier mit dem Abschaum der Welt aufräumt. Die Szenen im Bus z.B. sind absolut grossartig. Daran war auch der Schweizer Martial Arts Künstler Daniel Bernhardt beteiligt.

 

Daniel Bernhardt war der Kampf-Choreograph des Filmes und spielte auch einen der Bus-Schläger nebst Alain Moussi. Bernhardt war früher im B-Actionfilm zu sehen. Inzwischen ist er jedoch schon länger als Schauspieler und Stuntmen/Choreograph in Hollywood angekommen (= Karriereabstieg). Alain Moussi, ein echter Martial Arts Kämpfer, sah man auch schon zuvor in einigen sehenswerten Filmen wie Kickboxer - Die Vergeltung oder dessen Fortsetzung Kickboxer- Die Abrechnung. Abgesehen davon wurde es aber bereits wieder leise um Alain Moussi. Guter Kämpfer, aber wenig Charisma. Anders kann ich es mir nicht erklären.

 

Als Bösewicht überzeugt Aleksey Serebryakov. Passt perfekt in die Rolle. Hübsch, dass 80er und 90er Jahre Klischees genutzt wurden (Russen = Bösewichte). In weiteren Nebenrollen sind Michael Ironside (Scanners, Starship Troopers), "Sänger" RZA und Christopher Lloyd zu sehen. Letzteren konnte ich zumindest im Finale nicht ernst nehmen, da ich einfach die ganzen  Zeit "Doc Brown" aus Zurück in die Zukunft vor dem geistigen Auge hatte. Da hätte man es bei dem Altersheim-Shootout bleiben lassen sollen. Auch RZA Rolle hätte man streichen können, statt noch einen Buddy aus dem Hut zu zaubern.

 

Die Action-Szenen bestehen aus Verfolgungsjagden (Fahrzeuge), Crashs (Fahrzeuge), Kampfszenen (Bus, Haus) und Shoot-Outs (Haus, Finale). Die 1. Filmhälfte gefiel mir klar besser. Auch die Action-Szenen mochte ich dort mehr. Die 2. Filmhälfte und das Finale waren mir dann zu modern und zu übertrieben. Nicht so schlimm wie bei John Wick, aber dennoch. Zudem wirkte Bob dann wie "MacBrover" aus Broforce (Videospiel). Und eben auch das Beisein von RZA und Christopher Lloyd fand ich etwas störend. Technisch war der Film sonst gut: Gute Kameraarbeit, genug Kleingeld vorhanden, gute Choreo (Bus- oder Kämpfe in der Wohnung waren sehr übersichtlich) und starke Musikwahl (z.B. brennende Killer im Keller).

 

Fazit: Wer Action- Filme à la Shoot ’Em Up mag, kann sich auch bedenkenlos an Nobody wagen!

 

Infos:

 

O: Nobody

 

USA 2021

 

R: Ilya Naishuller

 

D: Bob Odenkirk, Aleksey Serebryakov, Connie Nielsen, RZA, Christopher Lloyd, Michael Ironside, Araya Mengesha, Daniel Bernhardt, Alain Moussi

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 91:42 Min.

 

Gesehen am: 28.02.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Universal vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit diversen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität.

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