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Freitag, 6. Juni 2025

The Fish with the Eyes of Gold

The Fish with the Eyes of Gold

Story:

Engländer Derek (Wal Davis) macht in Spanien Urlaub. Dort wird er in eine mysteriöse Mordserie verwickelt…

Meine Meinung:

The Fish with the Eyes of Gold ist ein durchschnittlicher Giallo aus Spanien. Der Film liess sich, was das Tiermotiv und die Tier-Symbolik angehen, von den Dario Argento Gialli The Bird with the Crystal Plumage, Cat O’Nine Tails sowie Four Flies on Grey Velvet beeinflussen. Diese drei Filme von Dario Argento sind als dessen «Animal Trilogy» bekannt. Laut Ángel Sala, dem Direktor des spanischen Genre-Filmfestivals in Sitges, waren die drei Filme von Dario Argento in Spanien, nicht nur bei Gialli-Fans, ein Riesen-Erfolg. Die Fisch-Symbolik in The Fish with the Eyes of Gold in unverkennbar.

Das mögliche Motiv, mindestens eine Rückblende, die einen Mord, einen kleinen Jungen, der diesen beobachtet und auch Fische zeigt, lassen erste Hinweise auf die Täterschaft zu. Es gibt einige Verdächtige. Die Frauen sehen meist gut aus (Montserrat Prous und Co.) und werden in regelmässigen Abständen zu Opfern des unbekannten Killers. Die Mädels um Ada Tauler (The Other Side of the Mirror, Voodoo Passion), Montserrat Prous (The Return of Ringo, Der Exorzist und die Kindhexe, The Sinister Eyes of Dr. Orloff) oder Norma Kastel (Vengeance of the Zombies) spielen das auch besser als der männliche Lead.

Der Film ist eher harmlos. Viel Blut gibt es nicht zu sehen, viele der Morde passieren im off-screen. Die Musik ist ok, aber nichts was in Erinnerung bleibt. Der Plot ist, wie im Genre gehabt, nichts Neues. Der Lead ist bei den Morden fast immer dabei, wird aber ohnmächtig und wacht mehr als einmal neben einer Leiche auf, was ihn auch zu einem der Verdächtigen werden lässt. Der im Film als Engländer dargestellte Mann wird vom mir unbekannten Wal Davis (A Virgin Among the Living Dead) gespielt. Eine mässige Leistung, die zudem mit viel unfreiwilliger Komik durchzogen ist. Eine Figur, die ich so nicht ernst nehmen kann.

Fazit: Durchschnittlicher Giallo.

Infos:

O: El pez de los ojos de oro

Spanien 1974

R: Pedro L. Ramírez

D: Wal Davis, Barta Barri, Ada Tauler, Susana Taber, Montserrat Prous, Norma Kastel, Rex Martín, Richard Kolin

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 84 Min.

Gesehen am: 13.03.25

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor = via Spanish Bloodbath Collection gesehen (drei Filme in einem Set) in Spanisch mit englischen Subs, mit Schuber, mit Wendecover, mit englischen Subs, Uncut und in einer absolut hervorragenden Bild- und Tonqualität. Als Extras kommt der Direktor des Filmfestivals aus Sitges zu Wort. Er erzählt über den Film und den Erfolg der Dario Argento Gialli in Spanien und in einem 2. Extra empfiehlt er fünf spanische Gialli. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2025).

Donnerstag, 5. Juni 2025

Black List

Black List

Story:

Die Brüder Zhao Ying-Long und Zhao Ying-Hu (Chan Sing und Henry Yu) sassen unschuldig im Gefängnis. Nach ihrer Freilassung nehmen sie sich die Männer (u.a. Michael Chan Wai-Man, Fong Yau) vor, denen sie das zu verdanken haben…

Meine Meinung:

Black List hat mir gut gefallen. Ich kaufte den Film nur weil Michael Chan Wai-Man (The Delivery, Gun & Rose, The Furious Killer) als Darsteller gelistet war. Er spielt hier eine seiner ersten Rollen und trotzdem ragt er mit Hemd und cooler Sonnenbrille schon aus der Masse hervor. Er spielt nicht die Hauptrolle und nicht den Hauptbösewicht. Er spielt einen von mehreren Männern, die von Chan Sing und Henry Yu als Helden und rächende Brüder um die Ecke gebracht werden. Michael Chan Wai-Man bekommt dabei einen dramatischen Abgang präsentiert und einen langen harten Fight zuvor gegen Chan Sing.

Das moderne Setting tut dem Film, der praktisch keine Story, sondern nur Kämpfe bietet, gut. Chan Sing und Henry Yu prügeln sich durch den Film von John Law Ma, der auch danach weitere Filme mit Michael Chan Wai-Man realisierte = Back Street (liegt mir in einer VHS aus China vor, der leider zu 99% überspielt wurde) und The Escaped Convict, ehe er Ende der 70er/Anfang der 80er sogar Filme für die Shaw Brothers drehte (Five Superfighters). Der zweite Grosse Name ist Chan Sing (The Bloody Fists, Tough Guy, Die Depesche des Todes), der die Hauptrolle spielt. Und er macht das nebst Henry Yu sehr gut.

Chan Sing sollte später auch mehrfach mit Michael Chan Wai-Man vor der Kamera stehen. Unter anderem sah man beide in Filmen wie Shaolin Warrior, Jumping Ash, Kung-Fu Killer oder The Good and the Bad. Der Hauptbösewicht wird gekonnt vom schmierigen Fong Yau (Chinese Hercules, The Dragon Lives Again, The Bravest Fist dargestellt. Sofort als ich ihn sah, wusste ich, dass er den Endgegner mimen würde. Eine Rolle, die er in den 70ern oft spielte. Ein bekanntes Gesicht, sozusagen. Und auch er stand mehrfach mit Michael Chan Wai-Man vor der Kamera.

Dem Film tut der Verzicht auf Klamauk gut. Und seine Härte und sein hohes Tempo. Bei einer angenehm kurzen Laufzeit von nur 80 Minuten gibt es sicher praktisch alle fünf Minuten eine Kampfszene zu sehen. Etwas nackte Haut und schmuddelige Momente runden den Film positiv ab. Und was besonders cool und stimmungsvoll war, war die Musik. Den Song El Condor Pasa gibt es hier unzählige Male zu hören. Der ganze Vor- sowie Abspann sind mit der Melodie versehen und später gibt es sogar zweimal gesungene Textstellen in Mandarin zu hören. Auf YouTube (zu dem Lied aus einer Szene des Filmes) finden sich nostalgische Kommentare von Menschen, die den Film 1975 in Lima, Peru im Kino gesehen habe. So cool!

Fazit: Für Basher, Chan Sing und Michael Chan Wai-Man Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Hei Ming Dan

HK 1972

R: John Law Ma

D: Chan Sing, Henry Yu, Michael Chan Wai-Man, Fong Yau

Laufzeit der chinesischen VHS: 80:32 Min.

Gesehen am: 12.03.25

Fassungen: Gesehen via VHS aus China = Vollbild, solide Bild- und Tonqualität, sah Uncut aus (inklusive einigen Nacktszenen), O-Ton Mandarin ohne Untertitel. Label, wenn ins Englische übersetzt: "Beicheng Repair Company". In den USA in einer 50+ Martial Arts DVD-Box enthalten: Vollbild und Englischer Dub. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: März 2025).

Mittwoch, 4. Juni 2025

L'immoralità

L'immoralità

Story:

Federico (Howard Ross), ein pädophiler Mörder, entkommt verletzt der Polizei. Er versteckt sich in einem Sumpfgebiet nahe einer Villa. Dort wohnen der im Rollstuhl sitzende Vater (Mel Ferrer), dessen Ehefrau Vera (Lisa Gastoni) und deren 12jährige Tochter Simona (Karin Trentephol). Simona entdeckt Federico und versteckt ihn auf dem Anwesen, während die Polizei und Co. (= ein Mob) nach Federico suchen…

Meine Meinung:

Nackte Minderjährige in einem Spielfilm? Heute undenkbar, in den 70ern kam das schon Mal vor. Nicht nur im Kino, sondern auch auf Zeitungen = Eva Ionesco wurde z.B. im Mai 1977 nackt auf die Titelseite des Magazins Der Spiegel geklatscht. Dass, nachdem sie in Spielen wir Liebe zu sehen war inklusive Nacktszenen. Wenn wir beim Der Spiegel sind, bleiben wir Mal bei den Deutschen. Jess Franco setzte die Deutsche Katja Bienert in mehreren Filmen als Teen-Star ein inklusive Nacktszenen. Das war die Katja allerdings von dem Drama Die Schulmädchen vom Treffpunkt Zoo schon gewohnt. Désirée Nosbusch kann davon ebenso ein Lied singen (ihre Rolle in Der Fan).

Die Italiener machten dies auch: siehe Filme wie Wilde Früchte, Die Nackte von Sados (ok, der Film stammt aus Griechenland) oder den hier besprochenen L'immoralità. In L'immoralità geht es um eine Dreiecksbeziehung zwischen einem Pädophilen, einer "notgeilen" (Raben)Mutter und einer 12jährigen (!!!). Letzter wird von der damals 11jährigen Karin Trentephol gespielt. Laut einem Bericht von Regisseur Massimo Pirri soll dessen Mutter während des Drehs anwesend gewesen sein. Mehr Infos finden sich nicht. Karin Trentephol spielte danach, wie es aussieht, in keinem Film mehr mit. Von Regisseur Massimo Pirri kenne ich keine weiteren Filme. Der Film ist ein zuweilen ein herrliches Sleaze-Fest.

Praktisch alle Figuren im Film sind total verdorben und nur auf ihren eigenen Vorteil aus. Moral und Ethik existieren nicht. Es wird nur dem Instinkt gefolgt. Besonders die zwei Frauen der Love Triangle spielen das grandios: Karin Trentephol und ihre Filmmutter Lisa Gastoni. Letzterer spielt fast den hassenswertesten Charakter. Zum Teil sind ihre Szenen und Dialoge, auch gegen die eigene Tochter gerichtet, nur schwer zu ertragen. Howard Ross (The New York Ripper, 5 Women for the Killer, Der Teufel führt Regie) macht seine Sache solide. Der bekannteste Name wird von Mel Ferrer (Killer sterben einsam, Eaten Alive, The Suspicious Death of a Minor) gespielt. Seine Szenen halten sich in Grenzen. Nebenrolle.

Zwar gibt es einige (jedoch wenige) abgefuckte Momente/Dialoge und eine sehr kontroverse Nacktszene (die Sex-Szene hingegen wurde mit einem Body-Double gedreht), aber alles in allem ist Film mehr eine Sozialkritik, eine Charakterstudie, ein Drama, ein Slow-Burner. Klar, die Figuren und einzelne Inhalte sind klar provokativ und kontrovers, aber damit lässt sich auch gut werben. Zu 90% ist es ein ruhiger Film.  Das Ende mochte ich. Alles in allem nicht uninteressant. Ein Film, der heute nie mehr in der Form so gedreht werden könnte. Leider war ausgerechnet die Musik von Ennio Morricone (Von Angesicht zu Angesicht, Orca, Sketch) schwach.

Fazit: Kein Kracher und kein Must See Titel, aber definitiv auch nicht uninteressant!

Infos:

O: L'immoralità

Italien 1978

R: Massimo Pirri

D: Lisa Gastoni, Howard Ross, Karin Trentephol, Mel Ferrer, Andrea Franchetti

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 110:12 Min.

Gesehen am: 12.03.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Cineploit Records vor = Booklet, Poster, O-Ton mit deutschen Subs, gute Bild- und Tonqualität und Uncut. Als Extras gibt es ein ca. 20minütiges Interview mit Howard Ross. Leider geht es nicht um L'immoralità. Den Film gab es nie in deutscher Sprache.