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Dienstag, 24. Januar 2023

Yumeji Review

Japanuary 2023 
Yumeji

Story:

 

Künstler, Poet und Playboy Yumeji Takehisa (Kenji Sawada) ist seiner an TB erkrankten Freundin Hikino (Masumi Miyazaki) untreu: bei jeder Gelegenheit sucht er nach neuen Frauen, um seinen Durst zu stillen. Es zieht Yumeji nach Kanazawa, wo er auf die mysteriöse Tomoyo Wakiya (Tomoko Mariya) trifft. Diese zu erobern fällt diesmal nicht leicht. Tomoyo Wakiya vermutet ihren Ehemann ertrunken auf dem Grund eines Sees. Yumeji hilft ihr bei der Suche. Doch bald schon stellt sich die Frage, ob der Gatte wirklich tot ist oder nicht. Und dann macht noch das Gerücht über einen Mörder namens Devil Matsu die Runde…

 

 



Meine Meinung:

 

Meine ersten Erfahrungen mit Seijun Suzuki (Story of a Prostitute) machte ich am NIFFF 2017, wo ich mehrere seiner Kracher sah. Darunter auch die Arthouse-Filme Zigeunerweisen und Kagero-Za. Nun, kurz vor dem Start des Japanuary 2023 kam mir in den Sinn, dass es da ja noch einen dritten Teil gäbe: Yumeji! Der liegt seit November 2017 (!!!) ungesehen vor und wurde nun kurzfristig neu ins Japanuary 2023 Programm aufgenommen (zusammen mit zwei weiteren, ungeplanten Filmen).

 

Ich konnte mich kaum mehr an Zigeunerweisen und Kagero-Za erinnern. Ich wusste nur noch, dass es Arthouse-Filme sind, dass teilweise leicht wirre und surreale Geschichten erzählt (mit Geistern, Übernatürlichem, Verschmelzung von Realität und Fiktion) werden, die Filme im klassischen Japan (der Taisho Zeitspanne) angesiedelt sind und mind. zwei Stunden und/oder mehr Laufzeit haben. Nun nahm sich Seijun Suzuki Titelfigur Yumeji Takehisa an, den es wirklich gegeben hat (1884-1934).

 

Dieser wird von Schauspieler und Sänger Kenji Sawada gespielt, der schon in Pistol Opera mit Seijun Suzuki zusammengearbeitet hat. In weiteren Hauptrollen sehen wir Yoshio Harada (Lady Snowblood 2, Azumi, Another Heaven), Tomoko Mariya und Masumi Miyazaki. Der Cast ist allgemein superb, egal ob Neben- oder Hauptrollen. Starke Leistung von allen Beteiligten. Hier und da ist ein sonderbares Overacting vorhanden, doch es hält sich in Grenzen und nervt nie.

 

Der Film überzeugt vor allem durch seinen stimmungsvollen, spannenden, interessanten, biografischen, surrealen und phantastischen Plot. Der Film hat mich sofort gepackt und gefesselt. Trotz 128 Minuten Laufzeit wurde ich nie müde und folgte dem Geschehen stets interessiert und mit grosser Neugier. Die Musik ist grossartig und die Bildsprache ein Traum! Es gibt viele tolle Szenen zu sehen und auch der Verlauf und die Dialoge sind herrlich: in der 2. Hälfte tauchen (totgeglaubte) Figuren auf (oder doch nicht?) und immer herrschen Erotik, Poesie, Theatralik, die Kraft der Symbole (immer wieder Raben/Krähen!) und ein Hauch Ghost-Story über dem Werk.

 

Fazit: Wunderschönes Arthouse Kino aus Japan! 

 

 



Infos:

 

O: Yumeji

 

Japan 1991

 

R: Seijun Suzuki

 

D: Kenji Sawada, Masumi Miyazaki, Tomoko Mariya, Yoshio Harada, Leona Hirota, Michiyo Yasuda, Tamasaburô Bandô

 

Laufzeit der US-DVD: 128:15 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag von Arrow Video die US-Box The Taisho Trilogy vor. Diese beinhaltet die Filme Zigeunerweisen, Kagero-za und Yumeji auf DVD und Blu-Ray. Dazu gibt es ein informatives Booklet (60 Seiten). Die Filme sind Uncut, haben O-Ton, englische Subs, sehen wunderschön aus und auch diverse Extras sind vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2022). Ich guckte jedoch die DVD, da ich zu faul war, den Region Code meines Players zu ändern. 

 

 





Montag, 23. Januar 2023

Urotsukidōji III Review

Japanuary 2023 
Urotsukidōji III
 

Story:

 

Nach dem Ende des 2. Teiles geht es wie folgt weiter:

 

20 Jahre sind vergangen. Amano wartet, bis sich die Prophezeiung erfüllt (Das Erwachen von Chojin). Derweil herrschen Mutanten- und Roboter-Wesen über die nahezu zerstörte Welt. Banden. Frauen werden oft als Sklavinnen gehalten. Cäsar herrscht zusammen mit Faust. Als sich dessen (Roboter)Tochter Alector in "Das Böse des Ostens", Buju, verliebt, eskaliert die Situation, da Cäsar und Faust meinen, dass Buju Kyo-O ist - das Gegenstück zu Chojin. Die Kämpfe beginnen…

 

Meine Meinung (OVA 6-9):

 

Urotsukidōji III kommt nicht an den 1. Teil ran, ist aber etwas besser gelungen als der 2. Teil Grund: es gibt mehr Monster, mehr Dämonen, mehr Kämpfe, mehr Gewalt! Das kam im Vorgänger definitiv zu kurz. Dennoch bin ich noch nicht sicher, sobald ich in einem Jahr noch Urotsukidōji IV schaue, ob die Teile 2-4 in der Sammlung bleiben werden. Der erste Urotsukidōji auf jeden Fall. Da mochte ich die Tatsache, dass viele Menschen und die Settings (Schule). Und, sogar den Humor mochte ich!

 

Urotsukidōji III besteht aus ursprünglich vier OVAs (Original Video Animation). Episoden 6-9. In Deutschland wurden diese zu zwei langen Episoden zusammengeschnitten. Es gibt Abspänne und jeweils Rückblenden auf die vergangenen OVAs. Die Laufzeit beträgt stolze 105:21 und 92:50 Minuten. In meinen Augen zu lang und zu zäh, vor allem auch weil sich der Plot kaum von der Stelle rührt. Dies ist eines der Hauptprobleme des Filmes.

 

In Urotsukidōji III gibt es unendlich viele Figuren: Amano, Mimi, Himi, Kyo-O, Chojin, Buju, Faust (Münchhausen 2), Cäsar, Alector, Naguma, die "Insektenschlampe" und viele mehr (Rebellen etc.). Das Problem ist, dass sich die meisten davon bekämpfen ohne das wirklich was passiert. Stirbt Mal einer, wird der einfach neu gebaut (z.B. Roboter Tochter Alector = schöne Inzest Vibes) oder wieder zum Leben erweckt (Magie). Und dass fast drei Stunden lang = eintönig.

 

Die Settings waren auch relativ lahm. Sex gibt es vor allem in der 2. Hälfte mehr. Jedoch tragen die Szenen oft kaum was zum Plot bei. Die Szenen sind selten wirklich schockierend und/oder erotisch. Eine Szene gefiel mir, da es ein Monster beinhaltet hat, was innovativ war. Hatte fast La Bête Vibes. Zudem gibt es 2-3 Kaiju-Momente mit Riesen-Monstern. Cool waren die Monster, Verwandlungen und Mix aus Mensch-Maschinen (Japaner und Roboter halt). Das war cool, wie auch die Musik: die war auch sehr stimmungsvoll!

 

Fazit: Fans der Reihe schlagen zu, bleibt vorerst Mal in der Sammlung (Mal Sichtung vom Nachfolger abwarten!). 

 

Gefolgt von: Urotsukidōji IV

 

Infos:

 

O: Chôjin densetsu Urotsukidôji 3: Kanketsu jigoku hen

 

Japan 1993

 

R: Hideki Takayama

 

D: -

 

Laufzeit der deutsche DVD: 105:21 Min. &/ 92:50 Min.

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD unter dem Titel Urotsukidōji III (Perfect Collection) vor. Es handelt sich um die OVAs 6-9, wobei 6-7 und 8-9 zu je zwei längere OVAs zusammengeschnitten wurden. Deshalb sind auch nur zwei Episoden anwählbar, obwohl das Cover z.B. von "Episode 1-4" spricht, was Verwirrungen auslöst. Die Bildqualität ist sehr gut, es gibt deutsche Subs zum Originalton (Japanisch) und ausser Fogging Zensur ist das Ding auch unzensiert. Soll von Cinestrange in Deutch auf Blu-Ray erscheinen (Ultimate Cut, Artwork von Toshio Maeda, Filmmaterial aus fünf Quellen).

Sonntag, 22. Januar 2023

Story of a Prostitute Review

Japanuary 2023

Story of a Prostitute 


Story:

 

Im 2. Weltkrieg in der Mandschurei: Harumi (Yumiko Nogawa) begibt sich als Comfort Woman an die Grenze, um den japanischen Soldaten zu dienen und dessen Moral zu erhöhen. Bald schon bereut sie den Entscheid, da sie beim aggressiven General Narita (Isao Tamagawa) landet, der sie als sein dreckiges Spielzeug betrachtet. Das sich Harumi in Naritas Untergebenen Mikami (Tamio Kawaji) verliebt und umgekehrt, macht die Situation nicht einfacher. Im Gegenteil…

 

Meine Meinung:

 

Ähnlich wie ein Jahr zuvor in seinem Film Gate of Flesh inzensierte Seijun Suzuki mit Story of a Prostitute einen weiteren Film im Kriegs-Setting. Der s/w Film basiert auf einem Bestseller von Tajiro Tamura. Mir hat der Film leider nur mässig gefallen. Wie auch Gate of Flesh: mittelmässig. Kann man Mal schauen, aber nichts Aufregendes und/oder für die Sammlung!

 

Kein Vergleich zu seinen Krachern, die er während der Zeit gedreht und veröffentlicht hat und die ihm halfen, zum Arthouse-Regisseur aufzusteigen. Man denke da an Titel wie Detective Bureau 2-3: Go to Hell Bastards!, Branded to Kill, Tokyo Drifter oder Youth of the Beast. Starke Filme, welche ich dazumal erstmalig an einem NIFFF geniessen durfte. Das war schon ziemlich cool!

 

Story of a Prostitute soll den Schrecken des Krieges aber auch die Sinnlosigkeit und das Ausgeliefertsein der hierarchischen Strukturen des jap. Militärs aufzeigen. Also Drama mit Sozialkritik und Schockwirkung. Leider hat mich der Film in der dramatischen Hinsicht total kalt gelassen. Der Plot war lahm, Gefühle entstanden nicht. Das Schicksal der Figuren war mir gleichgültig und egal.

 

Das lag vor allem daran, dass ich mit allen Figuren nicht warm wurde: sowohl Harumi wie auch Mikami waren wenig glaubhaft. Ich hatte nie das Gefühl, sie sind wirklich verliebt und beide Figuren und ihre Entscheidungen haben mich, im Gegenteil, genervt. Das Schauspiel war ok, aber überragt hat niemand. Der Film hat mich als ganzes kalt gelassen. Das Ende fand ich sogar doof. Aber eben, eine Bestseller Umsetzung. Ich nehme jetzt einfach Mal an, dass dies auch in der literarischen Vorlage so gewesen ist…

 

Fazit: Dann doch lieber Filme wie Red Angel und/oder die wahren Kracher von Seijun Suzuki geniessen!

 

Infos:

 

O: Shunpuden

 

Japan 1965

 

R: Seijun Suzuki

 

D: Sokoto Kasai, Tamio Kawachi, Yumiko Nogawa, Shôichi Ozawa, Isao Tamagawa

 

Laufzeit der deutschen DVD: 96:04 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Eye See Movies vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Japanisch mit deutschen Subs. Der Film wurde nicht unter seinem deutschen Titel (Nackt und verdammt) veröffentlicht, sondern als Story of a Prostitute. Es scheint keine Blu-Ray Ausgabe zu geben (Stand: Jan. 2023).