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Freitag, 4. August 2023

Revengeful Swordswoman

Revengeful Swordswoman 

Story:

 

Hsiang Ying (Judy Lee), dessen Eltern getötet werden, wird von ihrem Meister (Wang Hsieh) verstossen und eine Klippe runtergeworfen. Sie überlebt und sinnt danach auf Rache. Sie trifft auf einen Verbündeten (Chang Ching), der sie bei ihrem Rachefeldzug begleitet. Auf ihrem Weg tauchen viele Feinde (Wang Chi-Sheng, Cheng Sai-Gang, Phillip Ko Fei) auf…

 

Meine Meinung:

 

Revengeful Swordswoman ist ein etwas wirrer Wuxia aus Taiwan, der einige Figuren aus anderen Filmen zusammentrommelt und jedem einen kleinen Kampf gegen unsere Heldin, toll gespielt von Judy Lee (Kung Fu - Die Karateteufel), ermöglicht. Ähnlich wie Bruce Leung als Bruce Lee in The Dragon Lives Again, als dieser (in der Hölle) gegen Figuren wie The Godfather, Zatoichi, Clint Eastwood, Dracula, James Bond, den One-Armed Swordsman oder Popeye kämpft.

 

Apropos One-Armed Swordsman: dieser ist in Revengeful Swordswoman auch zu sehen und wird von Phillip Ko (Dreadnaught) gespielt. Weitere Figuren: Golden Swallow (vom Shaw Brothers Film Golden Swallow), Meng Sheng Wen (Killer Clans, erneut Shaw Brothers), Killer Eunuch (Dragon New Inn) oder Fu Hung Hsueh (wird in The Magic Blade von Ti Lung gespielt). Und viele weitere. Revengeful Swordswoman ist ein Film mit Licht und Schatten.

 

Judy Lee war cool und einige der Kämpfer, deren Gimmicks und Waffen waren cool. Meng Sheng Wen gefiel mir fast am besten, ebenso der Typ mit den Messerfingern oder den fliegenden Totenschädel im Finale. Cool ist auch die Tatsache, dass der Film kaum Längen hat: es gibt etwa alle fünf Minuten Action. Hat schon fast Videospielcharakter. Die schönen und abwechslungsreichen Naturaufnahmen aus Taiwan sind ebenfalls eine Augenweide. Die Kampfszenen werden jedoch erst im Verlauf des Filmes qualitativ besser und sehenswerter. Die ersten Kampfszenen waren nur solide und nichts Herausragendes.

 

Schlecht war der wirre Plot. Die Inhaltsangabe der US-Blu-Ray wird innerhalb zehn Minuten erzählt. Es tauchen so viele Figuren auf und/oder betrügen sich am Ende, dass es etwas schwerfällt, dem ganzen logisch zu folgen, zumal ausser Judy Lee keine wirklich bekannteren Stars in anderen Hauptrollen zu sehen sind. Desweitern war die Musik billig. Nervige und billige 08/15 Mucke aus dem Archiv. Schade. Und ein grosser Punkt, der mir auch missfiel, war der debile Humor. Vor allem Judy Lee Sidekick, gespielt vom mir unbekannten Chang Ching, hat höllisch genervt. Es überrascht nicht, dass er laut hkmdb nur in drei Filmen mitwirkte. Ohne ihn wäre der Film massiv besser gewesen. 

 

Fazit: Definitiv kein Kracher, aber nicht uninteressant! Dürfte mit angepassten Erwartungen in Zukunft mehr gefallen! Für Judy Lee Fans aber definitiv sehenswert!

 

Infos:

 

O: Wan Shi Tian Jiao

 

Taiwan 1978

 

R: Artis Chow A-Chi

 

D: Judy Lee, Chang Ching, Wang Hsieh, Wang Chi-Sheng, Cheng Sai-Gang,

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 93 Min.

 

Gesehen am: 24.06.23

 

Fassungen: Mir lag die Region All US-Blu-Ray von Gold Ninja Video vor = Booklet, new 2K transfer from a 35mm Print, O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bildqualität, Uncut. Dazu gibt es einige Extras und einen Bonusfilm (Against the Drunken Cat's Paw = nur Englischer Dub). Liebevolle Vö zu einem bisher seltenen Taiwan-Film! Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2023). Nachtrag: Als versteckter Bonusfilm soll noch The Escape vorliegen (Englisch Dubbed).

Donnerstag, 3. August 2023

High-Rise

High-Rise 

Story:

 

London 1975:

 

In London steht ein topmodernes Hochhaus mit 40 Stockwerken. Für jede Gehaltsklasse gibt es dort Wohnungen. Als Dr. Laing (Tom Hiddleston) dort einzieht, bemerkt er Probleme an der Einrichtung und Spannungen zwischen den Bewohnern: das Chaos, die Gewalt und Anarchie nehmen mehr und mehr zu…

 

Meine Meinung:

 

High-Rise war eine spontane Sichtung eines Besuchs an einem Filmabend. Teilweise gingen wir mit falschen Erwartungen an den Film. Ich hatte mich vor dem Schauen nur kurz über den Plot informiert. Ich wusste nur, dass ich von Ben Wheatley zwei Filme kenne und diese nicht uninteressant finde (Kill List & In the Earth). Von daher wusste ich, was Ben Wheatley kann, auch wenn der Inhalt/Setting von High-Rise weniger meinem Geschmack entsprach.

 

Was wir nicht wussten ist die Tatsache, dass Ben Wheatley mit High-Rise den Roman High-Rise von James Graham Ballard aus dem Jahr 1975 verfilmt hat. Ob die Verfilmung gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich den Roman nicht kenne. Was High-Rise als Film und vom Roman losgelöst angeht, hat uns der Film nicht gefallen. Ich fand den Film zwar technisch und optisch gelungen, aber mehr auch nicht. In Reviews habe ich von einem style over Substance Faktor gelesen. Das trifft es relativ gut. 

 

Zudem sind viele der Inhalte in dem zweistündigen Film zu lang, zu sinnlos und vor allem zu repetitiv. Es stellten sich Längen ein. Der Film will auch weniger den Kampf zwischen den sozialen Schichten zeigen, sondern wirkt mehr wie eine Holzhammer-Kritik am Kapitalismus. Dazu passen dann auch versteckte Details wie ein Che Guevara-Plakat oder die Rede am Ende von Margaret Thatcher. Das Chaos und die Anarchie wirkten ermüdend und wenig glaubhaft. Warum werden am Ende alle verrückt? Teilweise hatte es fast Die 120 Tage von Sodom Vibes, was das Overacting der Figuren angehen.

 

Zwar sind bekannte Hollywood-Namen wie Tom Hiddleston, Jeremy Irons (Stirb langsam – Jetzt erst recht), Luke Evans oder Elisabeth Moss (nur Nebenrolle) dabei, aber die Figuren sind zu uninteressant und eindimensional gezeichnet und dem Zuschauer sind deren Schicksale völlig gleichgültig. Somit ist auch keine wirkliche Spannung oder ein Mitfühlen gegeben. Der Film und Plot fesseln nicht. Es stellt sich eine grosse Gleichgültigkeit ein.

 

Fazit: Nicht lohnenswert. Besser Kill List oder In the Earth nochmal schauen!

 

Infos:

 

O: High-Rise

 

Großbritannien 2015

 

R: Ben Wheatley

 

D: Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Luke Evans, Daniel Renton Skinner, Bill Paterson, Sienna Miller, Elisabeth Moss

 

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 119:01 Min.

 

Gesehen am: 23.06.23

 

Fassungen: Besuch brachte die deutsche Blu-Ray zu einem Filmabend mit. Die Disc von Universum Film ist Uncut, kommt in Deutsch/Englisch mit deutschen Subs daher und die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es handelt sich um ein Wendecover.

Mittwoch, 2. August 2023

A History of Violence

A History of Violence 

Story:

 

Tom Stall (Viggo Mortensen) wird zum Helden einer Kleinstadt, nachdem er in einem Diner in Notwehr zwei Gangster tötet. Kurz darauf holt ihn seine Vergangenheit ein, sehr zum Leidwesen seiner Familie (Maria Bello, Ashton Holmes, Heidi Hayes)…

 

Meine Meinung:

 

A History of Violence von David Cronenberg (Verzehrt, Die Fliege, Nightbreed, Crimes of the Future, Naked Lunch, Scanners, Videodrome, Shivers) hat die Neusichtung bestanden. David Cronenberg begibt sich mit dem Film ins Gangster- und Gewaltstudien-Setting à la Wer Gewalt sät…, was er danach mit Eastern Promises (erneut mit Viggo Mortensen) fortsetzen sollte. Eine willkommene Abwechslung zu seinen Bodyhorror-Filmen.

 

Der Plot von A History of Violence ist an sich wenig speziell, nicht neu und dem Zuschauer ist schnell klar, dass Tom Stall eine dunkle Vergangenheit hat. Ich mochte den Plot trotzdem. Solche Kleinstadt-Settings, wo jeder jeden kennt, mag ich. Zudem ist es interessant zu sehen, wie die Familie auf die Vorwürfe reagiert und sich durch die Gewaltakte verändert. Ob dies am Ende positiv oder negativ ausfällt, wird offengelassen. Interpretation.

 

Die wenigen Gewaltspitzen mochte ich auch. Der Film wirkt dabei wie die Filme von Takeshi Kitano: kurze Gewaltausbrüche, die dann aber richtig weh tun und brutal anzusehen sind. Dabei gibt es auch Twists, welche ich nach der 1. Sichtung nicht mehr wusste (z.B. die Szene mit dem Sohn und der Waffe). Die Darsteller spielen gut, auch wenn Viggo Mortensens (Prison, Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III) Spiel mit der Mimik oft knapp an der Lächerlichkeit und unfreiwilliger Komik vorbeischrammte.

 

Maria Bello gefiel mir auch. Die spielt die Frau an Viggo Mortensens Seite und von den Bösewichten gefiel mir The Rock Star Ed Harris (In einer kleinen Stadt, Mother!) am besten, auch wenn er, was ich auch nicht mehr wusste, gar nicht den Haupt-Bösewicht spielt. Dennoch strahlten seine Szenen eine grosse Präsenz aus und einige Momente regten zum Schmunzeln an (z.B. als die Gangster vom Sheriff angehalten werden und deren Konversation).

 

Fazit: A History of Violence ist ein gelungenes Drama von David Cronenberg! Die Erwartungen für die 2. Sichtung von Eastern Promises sind somit gestiegen!

 

Infos:

 

O: A History of Violence

 

USA 2005

 

R: David Cronenberg

 

D: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ashton Holmes, Heidi Hayes, William Hurt, Ed Harris

 

Laufzeit der deutschen DVD: 91:44 Min.

 

Neusichtung am: 18.06.23

 

Fassungen: Die deutsche DVD von Warner bietet eine gute Bild- und Tonqualität. Der Film liegt in Deutsch/Englisch mit diversen Subs vor. Und das Beste: es handelt sich um die unzensierte Fassung. Auf Blu-Ray folgte in Deutschland dann nur die harmlosere R-Rated Kinofassung, welche in zwei Szenen harmlosere Einstellungen verwendet.