Dieses Blog durchsuchen

Montag, 21. August 2023

Barbarian

Barbarian

Story:

Tess (Georgina Campbell) hat via Airbnb in Detroit eine Wohnung gemietet. Als sie dort ankommt stellt sie mit Überraschung fest, dass die Wohnung bereits durch Keith (Bill Skarsgård) bewohnt wird. Es sollte nicht bei der einen Überraschung bleiben…

Meine Meinung:

Ein Überraschungsbesuch aus Berlin brachte mir Barbarian mit. Einen neuen Horrorfilm von welchem ich noch nie was gehört habe. Warum nicht? War es doch ein Fehler, nicht mehr aktiv in Film-Foren zu verkehren (nein!)? Der Grund ist folgender: Barbarian, ein US-Spielfilm und das Regiedebüt von Zach Cregger, der in den USA und auch UK u.a. im Kino lief, wurde danach von Disney und Co. für den Streaming-Markt aufgekauft. Das bedeutet, dass Barbarian nur digital erhältlich ist (iTunes, Amazon Prime, Vudu…).

Ich bin altmodisch und habe kein Netflix und Co. Daher sagte mir der Film auch nichts. Barbarian ist in meinen Augen kein Kracher, aber kann gut einmal geschaut werden. Es war ein Vorteil, den Film ohne jegliches Vorwissen zu schauen: Plot, Stars, Cover und Trailer kannte ich nicht. Ich wusste nicht, was ich vorgesetzt bekommen würde. Den Film kann man quasi in drei qualitativ unterschiedliche Abschnitte gliedern. Die ersten 40 Minuten sind dabei die besten.

In den ersten 40 Minuten ist der Film fesselnd, spannend und packend. Georgina Campbell und It Star Bill Skarsgård geben eine starke Leistung ab. Richard Brake (Mandy, Halloween II, 31, Feedback, Perkins’ 14) taucht später in einer Nebenrolle auf. Wo der Plot hinführt, sei an der Stelle nicht erwähnt. Aber der erste Teil überzeugt und es gibt inhaltliche Überraschungen zu sehen. Ab Mitte des Filmes, mit der Vorstellung von Jeepers Creepers Star Justin Long, wird der Film auf einen Schlag qualitativ schlechter. Noch immer schaubar, aber ab dem Zeitpunkt fesselt der Film nicht mehr, gruselig ist der Film auch nicht mehr und vor allem baut der Film Stimmung ab. Atmosphärische Szenen, die der Film bis dahin aufgebaut hat, nehmen stark ab.

Das liegt an der von Justin Long gespielter Figur. Der Humor passt nicht zum ersten Abschnitt. Die Darstellung der Figur ist zu sehr auf Woke-Stereotype-Skizzierung bedacht. Moderne Zeitgeist Phänomene (kein Wunder kommt der Film auf Letterboxd so gut an) vermiesen den Film (Gender, MeToo, Polizei) zu sehr und Horrorfilm-Klischees gewinnen die Überhand: nach Realismus sollte nicht gesucht werden, die Figuren stellen sich im Verlauf mehr als dämlich an und die Woke-Elemente sind einfach zu billig gezeichnet. Da gibt es einige Beispiele, die den Film dann sogar unfreiwillig komisch werden lassen. Das Finale ist z.B. nur noch purer Trash. Dabei hätte es doch gute Inhalte gegeben (Die Frage, wer das Monster ist oder dass der «Vergewaltiger» «vergewaltigt» wird etc.)

Fazit: Erste 40 Minuten top, danach «Flop». Barbarian, der unglaublich toll gefilmt ist inklusive starker Musik, kann man gut einmal schauen aber kein Film für meine Sammlung…

Infos:

O: Barbarian

USA 2022

R: Zach Cregger

D: Georgina Campbell, Bill Skarsgård, Justin Long, Kurt Braunohler, Jaymes Butler

Laufzeit der Online-Fassung: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 25.07.23

Fassungen: Via Stream/Download von Dritten gesehen = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, in Deutsch (gute Synchro). Den Film kann man auf diversen Anbietern Streamen (Disney+, iTunes, Amazon Prime, Vudu). Es gibt keine DVD/Blu-Ray/UHD (Stand: Juli 2023).

Sonntag, 20. August 2023

The War of the Boundary

 

The War of the Boundary

Story:

Heldin Pearl Chang Ling kämpft gegen die mongolischen Eindringlinge (u.a. Phillip Ko Fei), unter der Führung von Chang Yi, an…

Meine Meinung:

The War of the Boundary ist ein seltener Film. Ich finde im Internet kein Review. In Datenbanken (ofdb, Letterboxd) scheint der Film nicht gelistet. Auf Youtube findet sich immerhin ein Upload einer VHS aus Südkorea. So gesehen scheint meine Fassung dennoch auch selten und ist eine Rarität, da Englisch Dubbed. Ich mag diese Dubs nicht, es gibt aber genug Fans, welche dafür bluten würden! Die Betamax, welche mir vorliegt, wurde am 31. März 1982 veröffentlicht. Ist also länger auf dieser Welt, als ich es bin…

The War of the Boundary handelt von der ewigen Geschichte der Mongolen, welche ins Land dringen und besiegt werden müssen. Keine neue Story. Ich hatte Freude, als ich las, dass Wolf Devil Woman Star Pearl Chang Ling (The Invincible Swordswoman), Phillip Ko Fei (The Loot) und Chang Yi (Gambling for Gold) im Film mitspielen. Pearl Chang ist die Heldin, Phillip Ko spielt eine Nebenrolle als Mongole und Chang Yi ist der Bösewicht. Chang Yi, der auch in klassischen Shaw Brothers Filmen zu sehen war, gefällt mir in Filmen von unabhängigen Filmstudios.

Besonders dann, wenn er schrille und komische Bösewichte wie hier spielt, geht er in seiner Darbietung richtig auf! Ich denke da an Rollen wie The Thrilling Sword, Seven Men of Kung-Fu, Eagle's Claw, The Secret of Shaolin Poles, 10 Brothers of Shaolin oder Shaolin Kung Fu Mystagogue. Zu Shaw Brothers Zeiten war er mir noch gar nicht bekannt und in seinen Rollen wenig prägend. Für mich wird Chang Yi immer mit diesen Taiwan-Eastern in Verbindung stehen, in denen er sehenswerte Bösewichte spielen durfte. Da liegen noch einige Filme ungesehen rum (The Traitorous, Imperial Sword), sind vorbestellt (Phantom Kung Fu) und/oder sind «verschollen» (The Magic Ring).

Und lohnt sich The War of the Boundary? Eigentlich kaum! Der Film ist, vor allem in Bezug zu Namen wie Pearl Chang Ling, Chang Yi oder Phillip Ko Fei, eine Enttäuschung. Das gilt vor allem für die Actionszenen und den Unterhaltungswert. Der Film hat gefühlt zwei Kampfszenen und sonst nur belanglose Dialoge/lahme Story. Längen. Pearl Chang Ling hält sich sehr zurück und dann gibt es nebst miesem Englischem Dub auch noch ein nervendes Kind. Um fair zu sein, die besagten zwei Kampfszenen sind jedoch sehr cool. Eine davon ist eine Flashback-Szene, in der die Shaolin-Mönche gegen die Mongolen kämpfen. In der Wüste. Die 2. Kampfszene ist das irre Finale.

Im Finale darf dann auch endlich Chang Yi ran und dessen Kampfszenen sind einfach toll anzusehen! Allgemein rettet Chang Yi als oberster Mongole mit seiner total schrillen Art und Weise und seinem Overacting und Schauspiel den Film! Und er bekommt im Gegensatz zu Pearl Chang richtig viel Screentime und darf am Ende wie ein Verrückter wüten, wenn er u.a. sogar das nervende Kind tot beisst! Muss man glauben, um es gesehen zu haben! Die Finalkämpfe machen sogar in der Vollbild-Version Spass! Ansonsten ist das Bildformat natürlich störend.

Abgesehen davon eigentlich kein wirklich guter und vor allem ein lahmer Film. Dank zwei zugedrückten Augen und der erwähnenswerten Darbietung von Chang Yi bleibt der Film dennoch in der Sammlung! Empfehlen kann ich den Film eigentlich nur für ultimative Fans von Chang Yi…

Infos:

O: Zhan tian shan

Taiwan 1978

R: Wong Sing-Loy

D: Pearl Chang Ling, Chang Yi, Phillip Ko Fei, Tsung Hua, Wen Chiang-Long

Laufzeit der indonesischen Betamax: Ca. 89:19 Min.

Gesehen am: 25.07.23

Fassungen: Mir lag die Betamax aus Indonesien von Casa Vision (= Casa Video) vor = k.A. ob Uncut oder nicht, statt 2,35:1 nur Vollbild, statt O-Ton grauenhafter englischer Dub, durchschnittliche Bildqualität. Der Vorspann unterscheidet sich vom VHS aus Südkorea (= Mandarin mit koreanischen Subs). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2023).




Samstag, 19. August 2023

Thunder Cop

Thunder Cop

Story:

Draufgänger-Cop Lone (Nicky Wu), der mit seinen Vorgesetzen immer Probleme hat, gerät durch Zufall an Triaden-Boss Chiu (Winston Chao), der aus dem Geschäft aussteigen will. Beide freunden sich an. Dann soll Chiu von seinen eigenen Leuten (u.a. Ben Ng) getötet werden. Lone gerät zwischen die Fronten und rettet Chiu und wird darauf aus der Polizei suspendiert. Derweil bringt Chiu seine Freundin (Rene Liu) bei Lone unter, was zu neuen Problemen mit den anderen Mitbewohnerinnern (u.a. Carrie Ng) im Hause führt…

Meine Meinung:

Ich wusste im Vorfeld um die Schwächen von Clarence Foks (Naked Killer, Cheap Killers, Special ID) Film Thunder Cop, der übrigens mit Thunder Cops II nichts zu tun hat. So konnte ich meine Erwartungen anpassen. Ich schaue selten HK-Produktionen, die nach 1995 produziert/gedreht wurden. Die Schwächen machen einige Längen im Mittelteil, vor allem vor dem Finale, aus. Die Szenen bestehen aus komödiantischen und romantischen Szenen.

Wo der Film von Clarence Fok jedoch stark punktet sind die Actionszenen. Sichtlich beeinflusst von den John Woo Filmen The Killer, Hard-Boiled und A Better Tomorrow inszeniert Clarence Fok die Action-Szenen rasant, spektakulär und sehr stylisch. Ich fand die Actionszenen qualitativ besser als erwartet. Vor allem einfach cool gefilmt. Zwar rasant, aber nie unübersichtlich. Die Actionszenen bestehen aus Verfolgungsjagden, Stunts, Explosionen (wohl die spektakulärste Szene im ganzen Film), blutigen Shoot-Outs und coolen Kampfszenen.

Der Plot ist nichts Neues und der Film ein Genre-Mix aus Action, Triaden, Komödie und Liebesgeschichte. Ich habe nichts gegen den oft sonderbaren HK-Humor und Klamauk. Aber 1996 war der Humor bereits zahmer als in den älteren Filmen und daher traf dieser weniger meinen Geschmack. Nicky Wu (You Xia Er) hat mich in seiner Rolle überzeugt. Winston Chao hingegen fand ich schwach. Ben Ng (Red to Kill) war solide und die Mädels, u.a. Carrie Ng (Mountain Warriors), waren ebenfalls solide. Hätte es Clarence Fok durchgezogen und statt Romanze/Humor alternativ auf mehr Action gesetzt, hätte ein echter Leckerbissen entstehen können.

Fazit: So bleibt ein solider Beitrag mit starker Action. Die besten Momente hat der Film in den ersten 40 Minuten. Fans von Regisseur Clarence Fok können einen Blick riskieren!

Infos:

O: San Dip Huet Seung Hung

HK 1996

R: Clarence Fok

D: Nicky Wu, Winston Chao, Ben Ng, Rene Liu, Carrie Ng, Ivy Leung Si-Man

Laufzeit der HK-LD: 91:89 Min.

Gesehen am: 24.07.23

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Mei Ah vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Von Mei Ah gibt es den Film auch auf VCD und VHS. Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2023).