Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 23. November 2021

Midnight Cowgirl Review

Midnight Cowgirl

Story:

 

Xiaofang (Tso Yen-Yung) arbeitet in einer Bar und lernt dort Ke Junxiong (Ko Chun-Hsiung) kennen. Beide verlieben sich. Doch Ke Junxiong hat bei Gangstern (Tien Yeh, Chen Hung-Lieh) Schulden. Ke Junxiong überredet Xiaofang, sich mittels Prostitution Geld zu verdienen…

 

Meine Meinung:

 

Midnight Cowgirl ist ein unbekannter Film aus Taiwan aus dem Jahre 1972. Der Film ist ein Drama. Ich hatte gehofft, es handelt sich mehr um ein Taiwan Black Movie mit actionreicherem Plot und/oder Rache-Geschichte. Midnight Cowgirl ist jedoch wirklich vor allem fast nur ein Drama.

 

Actionszenen gibt es im ganzen Film nur zwei Stück: Ko Chun-Hsiung bekämpft u.a. Shaw Brothers Star und Bösewicht Chen Hung-Lieh (seine einzige Szene im ganzen Film) im Casino nach der Gamble-Szene und später gibt es einen Massenkampf, in welchem Gangster-Boss Tien Yeh und seine Mannen zulangen dürfen und Ko Chun-Hsiung seiner Manneskraft berauben. Letztere Action-Szene fand ich stark gefilmt und sehenswert!

 

Ansonsten wars das mit Action-Szenen. Nackte Haut darf nicht erwartet werden. Ob die mir vorliegende Fassung zensiert war, kann ich nicht beurteilen. Es gibt zumindest angedeutete Sex-Szenen und eine angedeutete Gruppen-Vergewaltigung, um die von Tso Yen-Yungs gespielte Figur zu brechen, was auch gelingt. Tso Yen-Yung, Ko Chun-Hsiung & Tien Yeh haben gut gespielt.

 

Der Plot bietet alles, was ein Drama braucht. Die Story ist aber nicht originell: Land-Ei Tso Yen-Yung ist naiv und willigt ein, sich anderen Männern hinzugeben, obwohl sie u.a. auch von ihrem (Zuhälter)Freund geschlagen wird. Am Ende lacht sie sich einen reichen Kunden an, um am Ende alles zu verlieren. Der Film wird in Rückblenden erzählt.

 

Die Musik hat mir gefallen wie auch die optische Seite des Filmes und die schönen Bilder aus Taiwan. Einige Sehenswürdigkeiten erkannte ich aus meinem Taiwan Urlaub. Der Film startet mit einem optisch schönen Intro: Tso Yen-Yung spaziert sexy gekleidet am Strand und dazu erklingt die Mandarin-Version es Songs The House of the Rising Sun, welches später im Film noch zwei weitere Male zu hören ist (plus ein drittes Mal nur die Melodie). Passt!

 

Fazit: Für meinen Geschmack hätte es mehr Action geben dürfen. Trotzdem war der Film gut schaubar, solide gespielt und kurzweilig aber kein Must See Titel…

 

Infos:

 

O: E ye / 午夜女郎

 

Taiwan 1972

 

R: Li Su

 

D: Tso Yen-Yung, Ko Chun-Hsiung, Chen Hung-Lieh, Tien Yeh

 

Laufzeit der koreanischen VHS: 82:10 Min.

 

Gesehen am: 24.08.21

 

Fassungen: Mir lag das koreanische VHS von NVC vor = statt 2.35:1 Vollbild, O-Ton Mandarin mit koreanischen Subs. Durchschnittliche Bildqualität. k.A. ob zensiert. Andere Fassungen als diese VHS sind mir nicht bekannt (Stand: Aug. 2021).

Crimson Street Review

Crimson Street

Story:

 

Sängerin Sally (Sally Yeh) wird von drei Männern umgarnt: Stone (Kenny Bee), einem Ex-Knacki und Dieb, Paul King (Michael Chan Wai-Man), ihrem «Zuhälter» und Bar/Disco-Besitzer in welchem sie arbeitet und Pow (Melvin Wong), einem Cop, der sich mitten in der Scheidung seiner Ehe befindet…

 

Meine Meinung:

 

Crimson Street hat mich positiv überrascht. Crimson Street ist einer der besten HK-Filme im modernen Setting, welche ich in den letzten Monaten sah. Der Film stelle eine New Wave Produktion aus dem Jahre 1982 und einen Mix aus Drama, Action und Liebesgeschichte dar. Auf Klamauk wird bis auf eine Szene gänzlich verzichtet, was dem Film und seinem (düsteren und dramatischen) Grundton gut tut.

 

Teilweise hat der Film Long Arm of the Law Vibes. Dies in Hinblick auf die Stimmung, das Setting (Eisbahn) oder Cast & Crew: Drehbuchautor John Au Wa-Hon wirkte in Long Arm of the Law II mit (als Darsteller), Produzent Johnny Mak Tong-Hung führte in Long Arm of the Law Regie und für Teil drei der Reihe schreib er auch am Drehbuch mit.

 

Regisseur David Lai (Possessed 2, Tian Di, Women on the Run) bewies bei der Auswahl der Stars ein gutes Händchen: Sally Yeh (The Killer), Melvin Wong (Righting Wrongs), Michael Chan Wai-Man (The Delivery) und Kenny Bee brillieren in ihren Rollen.

 

Sie zeigen mit ihren Leistungen in Crimson Street, dass sie wirklich wandelhafte und gute Darsteller sind. So überrascht es nicht, dass Michael Chan Wai-Man 1983 an den Hong Kong Film Awards als bester Darsteller nominiert wurde. Kenny Bee und Michael Chan Wai-Man trafen später im sehenswerten My Heart Is That Eternal Rose erneut aufeinander.

 

Der Film überzeugt nicht nur in seinen (wenigen) Actionszenen, sondern auch in den Bereichen Inhalt, Figurendarstellung, Dramatik, Spannung und der Optik (Soundtrack, Kameraeinstellungen/Aufnahmen). Teilweise war das überdurchschnittlich gut für das Herstellungsjahr. Hat paar ganz abgefahrene und dramatische Szenen, die richtig fesseln! Getragen von einem überzeugenden und wunderbaren Cast!

 

Fazit: Liebesgeschichte die weh tut und sehenswert für alle Fans des 80er/90er Jahre HK-Kinos!

 

Infos:

 

O: Saat yan oi ching gaai

 

HK 1982

 

R: David Lai

 

D: Michael Chan Wai-Man, Kenny Bee, Melvin Wong, Sally Yeh

 

Laufzeit der HK-LD: Ca. 95 Min.

 

Gesehen am: Ende Aug. 2021

 

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Citymax vor = gute Bildqualität, O-Ton, englische Subs. Es scheint keine DVD, VCD oder Blu-Ray zu geben. Ebenso gibt es keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2021).

Kung Fu Wonder Child Review


Kung Fu Wonder Child

Story:

 

Chin Hsu (Yukari Oshima) sucht nach ihrem Vater und Schwester, die entführt wurden. Sie kommt einem bösen Magier (Li Hai-Hsing) und dessen rechter Hand (Wong Kwan-Hong) auf die Spur. Zusammen mit ihren neuen Verbündeten, Grandpa Hua Won (Jack Long Shi-Chia), dessen Schüler Hsiu Chun (Lin Hsiao-Lu) und dessen zwei Sidekicks (Tang Heng-Wu, William Yen) nehmen sie den Kampf gegen die bösen Magier auf…

 

Meine Meinung:

 

Die meisten Filme mit Lin Hsiao-Lu, dem Star der Child of Peach Reihe aus Taiwan, sah ich bisher nur einmal. Das trifft sowohl auf den hier besprochenen Kung Fu Wonder Child wie auch ihre Werke wie A Heroic Fight, Kung Fu Student, Emergency Police Lady, You Xia Er, Thunder Cops II, The Magic Amethyst oder The Twelve Fairies zu.

 

Grund, dies langsam zu ändern. Der Anfang macht Kung Fu Wonder Child. Der sehenswerte & charmante Mitte 80er Jahre Fantasy-Film aus Taiwan lohnt sich. Bunt, wild, verrückt, charmante Effekte nach meinem Geschmack und viel Fantasy-Elemente. Die Naivität dieser Filme mag ich einfach. Das kompensiert sogar für 2-3 doofe Klamauk-Szenen.

 

Dazu kommt ein tolles Duo: Lin Hsiao-Lu (Horrible High Heels, Iceman Cometh, Dragon Kid, The War Dogs, King of the Children, Strange Tales of Ghosts, Haunted House Elf) darf in dem Film zusammen mit Japanerin Yukari Oshima (A Serious Shock! Yes Madam!, Project S, Iron Angels, Angel’s Mission) kämpfen. Beide überzeugen und Fans ihrer Lieblinge kommen voll auf ihre Kosten. Yukari darf sogar etwas mehr kämpfen, scheidet aber vor dem Finale dann aus. Ich denke man sah sie selten in einer solche klassische Rolle.

 

Regie führt Genre-Kenner und Ex-Shaw Brothers Regisseur und Taiwanese Lee Tso-Nam, der viele sehenswerte Filme realisiert hat (Crazy Nuts of Kung Fu, The Hot, the Cool and the Vicious, Eagle's Claw, Mission Kiss and Kill) und der auch schon mehrfach mit den Taiwan-Grössen Lin Hsiao-Lu oder Alexander Lo Rei zusammenarbeitete. Alexander Lo Rei (Young Kickboxer, Drug Tiger) war für die Kampf-Choreographie zuständig.

 

Die Action-Szenen basieren auf Wuxia-Filmen: Rumfliegen, Wirework, Fantasy-Elemente. Aber nicht nur. Es wird auch bodenständig gekämpft, es kommen Stunts à la Jackie Chan vor (wenn Stars an unsichtbaren Drähten weggezogen werden, z.B. wenn sie im Kampf «weg gekickt» werden) oder auch Hilfsmittel wie Magie, Gimmicks oder sogar futuristische Schusswaffen, die mich teilweise an Filme wie eXistenZ oder an Das Todeslied des Shaolin erinnert haben (Lung Feis Waffe). Die Action erinnert ans spätere Kino von Tony Ching Siu-Tung (dessen A Chinese Ghost Story kam ein Jahr später in die Kinos).

 

Cool fand ich u.a.: die Musik (z.B. schon im Vorspann), eine pelzigen Riesen-Centipede, gegen welchen Lin Hsiao-Lu kämpfen darf, einen Zeichentrick-Cartoon Drachen, der gegen Yukari Oshima ankämpft, Hopping Vampires und Zombie-Kämpfe, «Lebensretter» wie Jungfrauen oder Diskussionsinhalte über Urin, eine Hommage an Alien (Lin Hsiao-Lu bekommt einen Facehugger ab) sowie Tomboy-Elemente (Lin Hsiao-Lu spielt wie schon in der Child of Peach Reihe oder The Twelve Fairies einen Jungen).

 

Fazit: Für Fans von Filmen wie der Child of Peach Reihe und Co. oder Lin Hsiao-Lu oder Yukari Oshima allgemein zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Ling Huan Tong Zi

 

Taiwan 1986

 

R: Lee Tso-Nam

 

D: Yukari Oshima, Lin Hsiao-Lu, Wong Kwan-Hong, Tang Heng-Wu, William Yen, Jack Long Shi-Chia, Li Hai-Hsing

 

Laufzeit der thai. DVD: 90:04 Min.

 

Gesehen am: Feb. 2016 / Neusichtung am: 16.08.21

 

Fassungen: Mir lag für die 2. Sichtung diesmal die Original-DVD aus Thailand von Mangpong vor = Uncut, solide Bild- und Tonqualität. In der ofdb kommt die DVD technisch schlecht weg, aber es gibt viel Schlimmeres. Löblich: Mandarin O-Ton und englische Subs sind vorhanden. Man sieht, dass feste chinesische / englische Subs mit dem Balken im Bild überdeckt wurden. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Aug. 2021).