Webmaster mit Gordon Liu in Amsterdam, wo die DVD signiert wurde
Heroes of the East
Story:
Chinese Ho To (Gordon Liu) heiratet seine japanische Freundin Kung Zi (Mizuno Yuko). Dies führt bald zu Konflikten aufgrund ihrer Traditionen betreffend Rituale, Lebensgewohnheiten aber auch vor allem die Frage stellend, welche Kampfkünste besser sind – jene aus China oder diese aus Japan. Es kommt so weit, dass sich Ho To gegenüber mehreren japanischen Meistern (Omae Hitoshi, Nakazaki Yasutaka, Yana Nobuo, Shirai Manabu, Sumi Tetsu, Harada Riki, Yasuaki Kurata) im Kampf beweisen muss, um Kung Zi zurückzuerobern…
Meine Meinung:
Nebst Five Element Ninjas der Shaw Brothers Klassiker schlechthin, der chinesische und japanische Kampfkünste miteinander vereint und dabei auf Klischees à la dem Kino eines Wang Yu verzichtet (alle Japaner sind böse und gilt es zu bekämpfen, Chinesische Darsteller à la Lo Lieh als Japaner und Co.). Beiden Nationen und ihren traditionellen Kampfkünsten wird in dem Film von Liu Chia-Liang (My Young Auntie) Respekt gezollt.
Der Film ist einer der besten Shaw Brothers Filme, die ich kenne. Liu Chia-Liang, der einen kleinen Gastauftritt hinlegt (fast nicht erkannt) und für die Action-Szenen zuständig war, hat spektakuläre Arbeit geleistet. Die Kampf-Choreographie ist schlicht der Wahnsinn! Star Gordon Liu (Treasure Hunters), hier mit Haarpracht zu sehen (Welch Seltenheit), war selten besser als hier.
Den Film kann man in zwei Hälften unterteilen: In der ersten Hälfte geht es um die Konflikte, die zwischen Gordon Liu und seiner Film-Frau entstehen. In der 2. Filmhälfte kommen de diversen japanischen Meister ins Spiel, die sich nacheinander mit Gordon Liu duellieren. Ab diesem Zeitpunkt folgen pausenlos absolut sehenswerte, abwechslungsreiche und spektakuläre Kampfszenen bis zum Ende. Der Martial Arts Fan wird bestens bedient.
Schön ist auch, dass man sich echte Japaner an Bord holte, um die japanischen Meister zu verkörpern (oder Gordon Lius Film-Ehefrau). Etwas, was im chinesischen Kino nicht immer der Fall war. Yasuaki Kurata (Fist of Legend) spielt quasi der Endgegner von Gordon Liu, nachdem dieser zuvor alle anderen japanischen Meister besiegte. Auch Yasuaki Kurata macht in den Kampfszenen eine gute Figur und braucht sich hinter Gordon Liu nicht zu verstecken. Es überrascht nicht, dass der Japaner oft im HK-Kino gecastet wurde.
Einziges Manko: Nur der doofe Klamauk durch Sidekick Cheng Kang-Yeh schmälert das Sehvergnügen leicht (war aber weniger schlimm als ich das in Erinnerung hatte). Abgesehen davon jedoch ein absoluter Kracher und wahres Highlight (eines mehr) der Shaw Brothers!
Fazit: Jedem Shaw Brothers und Gordon Liu Fan uneingeschränkt zu empfehlen!
PS: Die Auftritte von Wilson Tong (Daggers 8) & Norman Tsui (Blood Ritual) sind nicht wirklich erwähnenswert!
Infos:
O: Zhong Hua Zhang Fu
HK 1978
R: Liu Chia-Liang
D: Gordon Liu, Mizuno Yuko, Omae Hitoshi, Nakazaki Yasutaka, Yana Nobuo, Shirai Manabu, Sumi Tetsu, Harada Riki, Yasuaki Kurata, Liu Chia-Liang, Wilson Tong, Norman Chu, Cheng Kang-Yeh
Laufzeit der US-DVD: 105:10 Min.
Gesehen am: Juli 2008 / Review überarbeitet am: 30.05.20 / Neusichtung der UK-Blu: 23.03.25
Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Es gibt bisher keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2020) und eine Blu-Ray scheint es bisher nur in Japan zu geben (Stand: Dito). Nachtrag März 2025: Der Film wurde nun als UK-Blu-Ray von Arrow Video gesehen (Shawscope Vol. 2 Limited Edition) = O-Ton, Englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus darf Tony Rayns über den Film sprechen. Ihn mag ich meistens. Hier hingegen fand ich seine Links und Theorien uninteressant (über Patriarch und Gender-Quatsch). Dafür war das Interview mit Yasuaki Kurata toll und absolut sehenswert. Informativ und sympathisch. Zum Film = Klassiker von Liu Chia-Liang mit Gordon Liu und Yasuaki Kurata in den Hauptrollen, der den Chinesischen und den Japanischen Kampfkünsten huldigt. Die 1. Hälfte ist in der Tat etwas lahm und der Humor zündet wenig, zumal Cheng Kang-Yeh sehr nervt. In der 2. Hälfte gibt es dann jedoch die ganzen Duelle zwischen den Japanern und Gordon Liu = Absolut sehenswert!