Zu Ehren von Richard Norton, der unerwartet am 30.03.25 verstorben ist, gibt es ein neues Review zu:
Reviews.ch.vu
Film Reviews zu Filmen aus den Genres Horror, asiatischem Kino, Action etc. Alte Reviews & Berichte der HP www.reviews.ch.vu werden nach und nach auch hochgeladen und wenn nötig komplett überarbeitet.
Dieses Blog durchsuchen
Donnerstag, 3. April 2025
City Hunter Review
City Hunter
Story:
Privatdetektiv City Hunter (Jackie Chan) und seine Adoptivtochter (Joey Wong) gelangen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. City Hunter hat den Auftrag, die Tochter (Gotoh Kumiko) eines jap. Geschäftsmannes zu finden. Dumm nur, dass Terroristen (Gary Daniels, Richard Norton, Ken Lo, Vincent Laporte) das Kommando übernehmen und die Gäste (Chingmy Yau, Tan Lap-Man, Leon Lai, Carol Wan Chui-Pan) als Geiseln nehmen. Doch diese schlagen zurück…
Meine Meinung:
City Hunter wurde zu Ehren des Australiers Richard Norton (Millionaires Express, The Kickfighter) angesehen, der überraschen Ende März 2025 verstorben ist. City Hunter sah ich seit 19 Jahren nicht mehr. Ich hatte den Film nicht wirklich als toll abgespeichert. Als ich mein altes Review studierte war ich überrascht, wie schlecht ich den Film dazumal fand. Die Gründe waren vor allem der Humor (Wong Jing) und dass ich von den Actionszenen mehr erwartet hatte.
Und jetzt, fast 20 Jahre später? Jetzt fand ich City Hunter richtig toll. Der gefiel mir und hat richtig viel Spass gemacht! Der Film ist eine Verfilmung eines japanischen Mangas und das sieht man City Hunter, der vor kurzem eine weitere Verfilmung aus Japan (für Netflix) erhielt, zu jeder Sekunde an. Der Plot, eigentlich eine Art Stirb langsam und Red Wolf, ist sehr unterhaltsam. Der Film von Wong Jing (Iceman Cometh, The Thirty Million Dollar Rush), der auch das Drehbuch schrieb, ist in Sachen Humor und Overacting total übertrieben, politisch unkorrekt und derb. Ich fand den Humor heuer super. Ich musste viel Schmunzeln. Auch der von Jackie Chan selbst gesungene Song ist toll.
Auch der Cast ist grossartig und kann sich sehen lassen. Nebst Jackie Chan, dessen Stuntteam für die Action-Choreographie zuständig war, gefallen Gary Daniels (The Expendables), Chingmy Yau (Naked Killer, Raped by an Angel), Richard Norton (Magic Crystal, Twinkle Twinkle Lucky Stars), Joey Wong (A Chinese Ghost Story 1, 2 + 3), Leon Lai (Fun and Fury, Run), Ken Lo (Cheetah on Fire, Lucky Dragon), Gotoh Kumiko, Carol Wan Chui-Pan und Michael Wong (Her Name Is Cat, In the Line of Duty 4). Die Action ist abwechslungsreich (Shoot-Outs, Stunts, Kämpfe, Gamble-Szenen inklusive Spielkarten als tödliche Wurfgeschosse = God of Gamblers Link) inszeniert. Eine Bruce Lee Hommage gibt es obendrauf und die Street Fighter Parodie war klasse.
Fazit: Sehenswerter und sehr spassiger Film mit Jackie Chan!
Infos:
O: Sing Si Lip Yan
HK 1993
R: Wong Jing
D: Jackie Chan, Joey Wong, Gotoh Kumiko, Gary Daniels, Richard Norton, Ken Lo, Vincent Laporte, Chingmy Yau, Tan Lap-Man, Leon Lai, Carol Wan Chui-Pan, Michael Wong
Laufzeit der US-DVD: Ca. 95 Min.
Gesehen am: Feb. 2006 / Neusichtung: Ende März 2025
Fassungen: Mir lag die US-DVD von 20th Century Fox vor =
sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs, drei Interviews
als Bonus (u.a. mit Wong Jing). Gibt es in Deutschland Uncut auf Blu-Ray (Splendid,
Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Subs).
Mittwoch, 2. April 2025
The Minotauress Buch Empfehlung
The Minotauress
Inhalt:
"HELL'S BITCH IN HEAT...
Seething, slavering, and insane, it cringes, not wanting to slip forth from the noxious, bloated belly of its abyssal mother until the most hideous sexual atrocities beckon it from Hell's hot bowels: the dread monstrosity of unfathomable beauty and the most vile horror--revulsion and desire incarnated into one...
...PREGNANT TO BURSTING WITH ABOMINATIONS UNTOLD...
Atop the moon-drenched hillock sits the leaning manse, surrounded by ancient graves rich with the bones of witches, and amid the dense cricket-choruses of these ghastly twilight deeps, it stalks, thrashes and prowls, its nipples gorged with evil, its loins a frenzy of Luciferic lust...
RITES OF REDNECK PASSAGE...
Behold Balls and Dicky (of THE BIGHEAD fame) as they embark on their first sociopathic epiphany teeming with down and dirty redneck whores, occult science, corpse-sex, and scatological gross-out the likes of which would make the BTK Killer faint. These boys think they're bad...but are they bad enough to face—
THE MINOTAURESS
Edward Lee's latest novel of irredeemable harder-than-hardcore horror...
This edition also contains the story "The Horn-Cranker"."
Meine Meinung:
In diesem Roman, der 2007 erschienen ist, sind zwei Edward Lee Romane hinterlegt. Zuerst die titelgebende Geschichte The Minotauress, dessen Artwork bereits sehr vielversprechend anmutet und Lust auf mehr macht. In dessen Plot gibt es ein Wiedersehen mit Balls und Dicky aus Edward Lees Roman The Bighead. Die Story aus The Minotauress spielt jedoch vor The Bighead. Fans der zwei Rednecks werden voll auf ihre Kosten kommen. The Minotauress endet enttäuschend, da offenes Ende. Auf der anderen Seite gibt mein Buch an, dass The Minotauress 2007 veröffentlicht wurde, während der 2. Roman in diesem Buch, The Horn-Cranker, bereits 2002 veröffentlicht worden sein soll.
Das ist spannend, da The Horn-Cranker als Fortsetzung zu The Minotauress zu verstehen ist. The Minotauress nimmt von 286 Seiten 176 ein. Um die Story, welche ich bereits einmal las, zu Ende zu lesen, brauchte ich heuer sehr lange. Oft waren lange Pausen dazwischen. Es wird vor allem Fokus auf Balls und Dicky gelegt. Zum einen ist das fiese, spassige und makabre Redneck-Action, auf der anderen Seite wird mit der Hauptfigur, die dem Roman auch den Namen gab, dem Minotauress, viel zu wenig Zeit gewidmet. Eigentlich geht es darum, dass Balls und Dicky einen reichen Mann bestehlen, in dessen Haus der Minotauress auf sie wartet. Dieser Sub-Plot nimmt aber nur ca. ein Viertel der Story ein und das offene Ende hat mich beim Lesen wirklich enttäuscht.
Die 3. Person, die nebst Balls und Dicky vorkommt, ist ein Autor. Dessen Szenen und sein Philosophieren gingen mir, ehrlich gesagt, auf den Sack. Diese Zeilen fand ich nervend und schwach. Daher ist The Minotauress, vor allem im Vergleich mit einem Highlight wie The Bighead, eine ziemliche Enttäuschung. Auch vom Vergleich losgelöst würde ich den Roman nur als qualitativ durchschnittlichen Roman betiteln. Umso erfreuter war ich, dass die Gottheit (der Minotauress) dann in der 2. Geschichte des Romans wieder auftaucht und der Plot quasi in einer neuen Geschichte weiter und vor allem zu Ende erzählt wird. Das gab Pluspunkte.
The Horn-Cranker hat mir besser gefallen als The Minotauress. Ich habe den Roman sehr schnell verschlungen. Der Plot ist ein Mix aus Redneck- und Backwood-Setting. Die Figuren waren, auch wenn mehr als 100% frauenfeindlich (und wie), sympathischer als jene in The Minotauress. In traditioneller Edward Lee Manier wird das so extrem übertrieben dargestellt, dass man das nicht ernst nehmen kann. Held der Geschichte ist Dean, der nach einer Weil an seinen Geburtsort zurückkehren muss, wo er der Held der Stunde war. Er hat alle Frauen flachgelegt und war der Champ der Region und der Weltmeister als Horn-Brecher. Ob es diese Disziplin überhaupt gibt, weiss ich nicht. Dean, der mehr und mehr Tagträume voller Gewalt hat, muss sich seiner Vergangenheit stellen, seinen verletzten Vater unterstützten, seine Jugendliebe retten und wird dabei von Ajax, seinem ebenso frauenfeindlichen Pseudo-Hobby-Psychologen aus der Grossstadt, begleitet, der sich in Deans 60 Jahre alte (!!!) Haushälterin verguckt. Und dann gibt es noch einen amüsanten Nebenplot mit einem schweinischen und korrupten Cop. Und Edward Lee scheint kein Hip-Hop und Rap-Fan zu sein. Das macht er im Roman auf amüsante Art und Weise mehrfach deutlich.
Fazit: Solide, aber kein Meisterwerk. Dafür hatte The Minotauress zu viele Schwachstellen. Pluspunkte gibt es, da die «Fortsetzung» The Horn-Cranker auch im Roman verewigt wurde. Ich empfehle, beide Geschichten nacheinander zu lesen. Edward Lee hat schon zuvor mehrere seiner Geschichten in einem Roman veröffentlicht (The House/The Pig).
Infos:
In Deutschland erschienen: Ja
Sprache: Englisch
Verlag: Necro Publications
Anzahl Seiten: 286
Roman/Sachbuch: Roman
Art: Taschenbuch
Autor: Edward Lee
Erschienen: 01.01.2007