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Donnerstag, 5. Februar 2026

Love Unto Waste

Love Unto Waste

Story:

Tony Cheung (Tony Leung Chiu-Wai) und drei Freundinnen (Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin) geniessen das Party-Leben in Hong Kong in vollen Zügen. Alle Frauen buhlen um Tony. Erst als eine ihrer Freundinnen tot aufgefunden und Inspektor Lan (Chow Yun-Fat) zu ermitteln beginnt, wird das Leben zur Spassbremse...

Meine Meinung:

Als 88 Films den Mitte der 80er Jahre HK-Film Love Unto Waste auf Blu-Ray angekündigt haben, war ich überrascht. Ein Film, dessen Titel ich zuvor noch nie wahrnahm. Angeblich ein gefeierter New Wave-Film mit Mystery-Inhalten und mit einem Cast um damalige Rookies wie Tony Leung Chiu-Wai (People’s Hero, My Heart Is That Eternal Rose, Butterfly Sword) oder den späteren Superstar Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Story of Woo Viet). Da musste ich natürlich zuschlagen. Gleichzeitig fragte ich mich, ob sich ein solcher Nischenfilm lohnt. Von den Verkaufszahlen und so.

Love Unto Waste hat mir leider gar nicht gefallen. Warum Regisseur Stanley Kwan ein so grosses Aufsehen geniesset (New Wave und Arthouse Vibes), kann ich mir wirklich nicht erklären. Auch sein Ghost-Film Rouge, mit welchem er Erfolge feierte, fand ich überbewertet und blieb nur knapp in der Sammlung. Und abgesehen davon gelang ihm sonst gar nichts. Der Film wird seinem New Wave/Arthouse-Ruf nicht gerecht und die vielen Normierungen an den HK-Film Awards (1987) sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Der Film und Plot inklusive dessen Verlauf waren zu sinnlos, zu lahm und zu selbstverliebt. Da wollte Stanley Kwan etwas schaffen, was anderen Regisseuren gelang (z.B. Patrick Tam mit seinem Nomad). Die Dramatik und der Verlauf des Plots fesseln und führen zu nichts (vor allem der Plot). Mystery-Inhalte (davon sprechen Filmdatenbanken und sogar das Back-Cover der UK-Blu-Ray) gibt es auch keine zu sehen.

Der Film hat nur drei gute Szenen: Tony Leung Chiu-Wai kotzt über Billie, Chow Yun-Fat verteilt eine Ohrfeige und sorgt für Ruhe und Chow Yun-Fats Heil Hitler Szene (hat Regisseur Stanley Kwan kurz vorher Let Sleeping Corpses Lie gesehen?). Die Figuren waren alle unsympathisch. Als Zuschauer war mir dessen Schicksal egal und gleichgültig. Chow Yun-Fat nahm ich seine Rolle nicht ab.

Fazit: Kommt im Gegensatz zu Rouge nicht in die Sammlung!

Infos:

O: Deiha tsing

HK 1986

R: Stanley Kwan

D: Tony Leung Chiu-Wai, Elaine Jin, Irene Wan Pik-Ha, Tsai Chin, Chow Yun-Fat

Laufzeit der UK-Blu: 98:19 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, exzellente Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Das US-VHS von Tai Seng zeigt die überraschende Szene mit Chow Yun-Fat und dem Hitlergruss (siehe Bild unten). 

No Other Choice

 

No Other Choice

Story:

Ehemann und Vater Man-soo (Lee Byung-hun) verliert nach 25 Jahren seinen Job. Trotz Bewerbungen steht er auch ein Jahr später noch ohne Job da und arbeitet als «Aushilfe» im Supermarkt. Dies hat negative Folgen für seine Familie. Danach fasst Man-soo einen radikalen Plan, um eine Stelle zu bekommen und die Konkurrenz «abzuschütteln»…

Meine Meinung:

No Other Choice ist der neuste Film von Old Boy Regisseur Park Chan-wook (Sympathy for Mr. Vengeance, Sympathy for Lady Vengeance, The Handmaiden, Joint Security Area). Die Prämisse des Filmes hörte sich vielversprechend an. Daher ging ich doch mit einer gewissen Vorfreude ins Kino. Leider konnte mich der Film jedoch nicht abholen. Ganz überrascht bin ich dennoch nicht, da ich allgemein kein wirklich grosser Fan von Park Chan-wook bin (Ausnahme: Old Boy). Ansonsten finde ich die Mehrheit seiner Filme überbewertet. Optisch meist schick, aber sonst relativ zäh und lahm.

Das trifft auch auf No Other Choice zu, der es in der Schweiz sogar ins reguläre Kinoprogramm geschafft hat. Das hatte ich nicht erwartet und das gefiel. Der Film ist bombastisch gefilmt worden. Extrem schöne Bilder, spezielle und innovative Kameraeinstellungen, wunderschöne Bilder und Optik. Die Machart und Inszenierung des Filmes (Ton und Musik) sind ein Genuss, sieht der Zuschauer von einer CGI-Schlange in einer einzelnen Szene ab. Ggf. könnte schon fast von einem Style over Substance Faktor gesprochen werden.

Der Film sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ist auch unglaublich gut gespielt. Besonders die Hauptfiguren waren sehr überzeugend. Da geben Lee Byung-hun (A Bittersweet Life, I Saw the Devil) und Son Ye-jin einfach alles. Eine der besten Szenen war die Kostümparty, die fast in einem Drama endet. Aber auch die Nebenfiguren sind alle toll gecastet und überzeugen in ihren Rollen. Zudem gibt es schöne Herbst-Bilder zu sehen. Die lassen Wild Vibes aufkommen, was ich als Wild-Liebhaber (Link 1, Link 2, Link 3) von der Stimmung, die diese Szenen generiert haben, sehr mochte.

Leider bewegt sich der Plot zunächst kaum vom Fleck und der Film weiss nicht, was er eigentlich sein möchte. Ich hätte den Inhalt und dessen Verlauf auch anders erwartet. Da hatte ich vor der Sichtung falsche Erwartungen. Da der Film eine Laufzeit von über zwei Stunden aufweist, wurde die Sichtung auf Dauer zäh und zuweilen auch sehr langweilig. Es braucht viel Sitzfleisch. Und die «Actionparts» sind dabei rar und selten. Und viele der "lustigen Szenen" waren nicht leider nicht wirklich lustig (die wenigen Zuschauer haben kaum bis nie gelacht).

Fazit: Optisch stark, inhaltlich schwach. Fans von Park Chan-wook können dennoch einen Blick riskieren…

Infos:

O: Eojjeol suga eopda

Südkorea 2025

R: Park Chan-wook

D: Lee Byung-hun, Son Ye-jin, Park Hee-soon, Lee Sung-min, Yeom Hye-ran

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 139 Min.

Gesehen am: 05.02.26

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Soll Ende Mai in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Lion Man

Lion Man

Story:

Ein König wird ermordet. Dessen Sohn Süleyman (Cüneyt Arkin) wird im Wald versteckt und wächst zusammen mit Löwen auf. Als Erwachsener schwört Süleyman an den Mördern seines Vaters, die nun die Welt regieren, Rache…

Meine Meinung:

Lion Man bekam ich geschenkt. Es handelt sich um einen Mitte der 70er Jahre Film aus der Türkei mit dem fleissigen Cüneyt Arkin in der Hauptrolle. Da ich Turkish Star Wars mit Cüneyt Arkin unglaublich toll fand, freute ich mich auf die Sichtung von Lion Man, auch wenn ich nie das Ausmass an Fantasy und Verrücktheit aus Turkish Star Wars erwartet habe. Dass die Fassung jedoch nur in Englisch vorlag, hat meine Vorfreude etwas getrübt. Die Vertonung der Fassung tat ihr übriges dazu (mehr unter Fassungen).

Aber auch abgesehen von diesen zwei Details empfand ich den Streifen, der an Ital. Sandalenfilme und Tarzan erinnert, als leicht enttäuschend. Zwar gibt es ab einem gewissen Zeitpunkt viel Action in Form von Kämpfen, aber diese sind relativ repetitiv, lahm, unspektakulär und harmlos ausgefallen. Richtige Effekte gibt es eigentlich fast nur im Finale zu sehen (Tötungsszene des Hauptbösewichtes). Ansonsten gibt es hier und da etwas rote Farbe als Blut zu sehen, aber nichts, was vom Hocker haut. Cüneyt Arkin hat seine Sache aber gut gemacht und seine Krallen erinnerten ans Kung Fu-Genre. Ich denke, davon wurde der Film z.T. sichtlich auch beeinflusst.

Das Interesse während dem Schauen wurde kleiner und kleiner und wirkliche Freude kam selten auf. Dennoch ging die Zeit vorbei. Ich denke, in Türkisch oder sogar Deutsch wäre der Film möglicherweise besser gekommen. Oder wenn andere Musik benutzt worden wäre. Die Musk war nämlich leider praktisch das Schlechteste am ganzen Film: diese empfand ich als total unpassend, billig und sehr nervend. Und leider auch sehr repetitiv. Und wenn die Musik den Zuschauer schon vergrault, dann kann der Inhalt noch so gut sein (und das war der halt auch nicht). Und leider sind die anderen Charaktere relativ öde, so dass dem «Lion Man» auch ein ebenbürtiger Gegner fehlt.

Fazit: Geschmackssache. Fans von Cüneyt Arkin können einen Blick riskieren, ich hingegen bleibe in Zukunft bei Turkish Star Wars!

Infos:

O: Kilic aslan

Türkei 1975

R: Natuk Baytan

D: Cüneyt Arkin, Bahar Erdeniz, Yildirim Gencer, Cemil Sahbaz, Reha Yurdakul

Laufzeit der Fan Edition: 85:35 Min.

Gesehen am: 04.02.26

Fassungen: Gesehen via Turkish Fan Project = sehr gute Bild- aber leider sehr schlechte Tonabmischung = Dialoge sehr leise, Geräusche und Musik gleichzeitig viel zu laut, leider nur in Englisch (der käme in Türkisch oder Deutsch sicher besser). Gibt es in Deutschland sogar von MT Films / Cargo Records auf DVD (Deutsch/Englisch). Im Ausland (USA, UK) gibt es auch Blu-Ray Fassungen. Diese sollen aber zensiert sein und der türkische O-Ton fehlt. Laut AI sollen bei den Blu-Ray Prints 17 Sekunden an Kämpfen fehlen, da ein 35mm Print benutzt wurde, wo diese 17 Sek. fehlen. Angeblich soll der Film früher 109 Minuten gelaufen sein. Solche Fassungen finde ich jedoch nicht. Die gängigen Fassungen laufen ca. 85 Minuten. Gut möglich, dass nur Handlung fehlt.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Neukauf

 

Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain

Als ich am BRUGGGORE Filmfestival 2025 die Doku Exorcismo von Severin Films sah, war ich Ende 2025 wenig überrascht, als Severin Films ihre Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain angekündigt hat. Die Box beinhaltet 19 Filme auf 10 Blu-Ray-Discs inklusive oben erwähnter Dokumentation und ein 168seitiges Buch. Die seltenen und z.T. bizarren Filme entstanden nach der Franco-Diktatur und dürften für Fans spanischer Genre-Filme (Paul Naschy, Amando de Ossorio und Co.) interessant sein. Daher schlug ich auch zu. Die Box wurde vorbestellt und kam heute an. Folgende Filme sind enthalten: Exorcismo: The Transgressive Legacy of Clasificada "S" (Die Doku, die auch am BRUGGGORE Filmfestival gezeigt wurde), The Bell from Hell (La campana del infierno), Creation of the Damned (El refugio del miedo), The Devil's Exorcist (El juego del diablo), After... Part One: Can't You Be Left Alone? (Después de... Primera parte: No se os puede dejar solos?), The People Who Own the Dark (Último deseo), Battered Flesh (Carne apaleada), The Priest (El sacerdote), Sins of a Nympho (Bacanal en directo), Dimorfo, Bloody Sex (Sexo sangriento), Morbus, Faces (Rostros),  Triangle of Lust (Desnuda ante el espejo), That House in the Outskirts (Aquella casa en las afueras),  Supernatural (Sobrenatural), Poppers sowie After... Part Two: Tied Up and Tied Up Well (Después de... Segunda parte: Atado y bien atado). Es gibt diverse Extras, die Filme sind, wie es scheint, alle im spanischen O-Ton mit englischen Subs und die Filme scheinen auch alle Region-Free Discs zu sein. Gespannt, die ein oder andere Perle darunter entdecken zu dürfen.


Shatter

Shatter

Story:

Profikiller Shatter (Stuart Whitman) fliegt nach erledigtem Auftrag nach Hong Kong und fordert von seinen Vorgesetzten (u.a. Anton Diffring) seine Zahlung. Doch diese wimmeln ihn ab. Scheinbar waren sie nicht die Auftraggeber. Bald schon wird Shatter auch von Männern der Organisation (u.a. Peter Cushing) mit dem Tod bedroht, sollte er Hong Kong nicht verlassen. Zusammen mit einem Einheimischen (Ti Lung) kämpft Shatter gegen seine Feinde an…

Meine Meinung:

Shatter ist nach Die 7 goldenen Vampire die 2. Zusammenarbeit der englischen Hammer Studios und dem Hong Konger Imperium Shaw Brothers. Es handelt sich um eine Mitte der 70er Jahre Produktion. Ich sah den Film bisher einmal, was jedoch schon 16 Jahre her ist. Ich freute mich auf die Sichtung, auch wenn ich gleichzeitig nicht allzu viel erwartet habe. Der Film hat die Zweitsichtung bestanden. Shatter überzeugt vor allem durch seinen 70er Jahre Charme, den simplen Plot, die gelungene deutsche Synchronisation und den Cast des Filmes inklusive der Drehorte in Hong Kong. Das authentische 70er Jahre Leben in Hong Kong zu sehen, fand ich interessant.

Obwohl der Film etwas chaotische Produktions- und Drehbedingungen hatte (einer der Regisseur wurde während dem Dreh gefeuert), macht das Endergebnis solide Spass. Die Hammer-Studios liessen in Hauptrollen Stuart Whitman als James Bond Klon auf die Menschheit los. Er machte das solide. Ebenso gut, wenn nicht sogar besser, wirkt sein Gegenüber: Anton Diffring als Bösewicht. Der Deutsche, der wunderbar in solche Rollen (z.B. in Mark of the Devil 2) passt, ist hier der Hauptbösewicht. Peter Cushing (At the Earth's Core, Die Rache der Pharaonen), eines der Aushängeschilder der Hammer Studios, ist hier in einer Nebenrolle und gleichzeitig in seiner letzten Rolle in einem Hammer-Film zu sehen.

Die «Hong Kong» Fraktion bestand vor allem aus zwei Namen: Ti Lung (Ninja Kung Fu, Return of the One-Armed Swordsman, The Kung Fu Emperor) und Lily Li (One Foot Crane, The Challenger, The Beauty Escort). Lily Li versucht sich als Art «Bond-Girl». Sie spielt aber keine allzu grosse Rolle und ihr Part bleibt relativ blass. Da wäre ggf. mehr möglich gewesen.  An Ti Lung hingegen hatte ich Freude. Der Kung Fu Star war dazumal das, was Peter Cushing für Hammer war: Ein Aushängeschild. Ti Lung in einer 70er Jahre Produktion zur Abwechslung Mal in einem modernen Setting sehen zu dürfen, war cool. In den realistisch gefilmten Kampfszenen macht er eine gute Figur. Hier und da runden blutige Shoot-Outs, eine höchst amüsante Szene mit Dummies (Finale) und fetzige Musik die Actionszenen gekonnt ab.

Fazit: Für Shaw Brothers und Ti Lung Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Shatter

Grossbritannien, Hong Kong 1974

R: Michael Carreras, Monte Hellman

D: Ti Lung, Lily Li, Anton Diffring, Stuart Whitman, Peter Cushing

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 91 Min.

Gesehen am: Sept. 2010 / Neusichtung am: 04.02.26

Fassungen: Für die Erstsichtung im Sept. 2010 sah ich beim Kumpel die deutsche DVD von CMV. Für die Neusichtung lag mir die neue Edition von Hammer aus England vor = der Film ist Uncut und restauriert als UHD, als Blu-Ray (UK-Version) und als Blu-Ray (US-Version) vorhanden. Dazu gibt es ein Poster, ein über 100seitiges Buch mit unzähligen Hintergrundinfos und neue, exklusive Extras zum Film. Nebst englischem O-Ton und unzähligen Untertitel-Optionen befindet sich auch die hochwertige deutsche Sprachfassung auf der Disc. Die Bildqualität ist absolut exzellent. Der Film sah nie besser aus. In Deutschland inzwischen von Anolis unter dem Titel Ti Lung - Der tödliche Schatten des Mr. Shatter auch auf Blu-Ray zu haben.

The Shadow's Edge

 

The Shadow's Edge

Story:

Um eine Diebesbande (Tony Leung Ka-Fai, Junhui Wen, CiSha, Qiunan Lin, Zhenwei Wang) zu fangen, muss die Polizei in Macau (Melvin Wong, Zifeng Zhang) auf einen pensionierten Cop (Jackie Chan) zurückgreifen…

Meine Meinung:

Auf The Shadow's Edge war ich nicht gespannt und der Film stand auch nicht auf meiner Wunschliste. Jackie Chan (Battle Creek Brawl, City Hunter, Fearless Hyena II) in der Hauptrolle hin oder her. Zudem hat mir ein Kumpel, der den Film 2025 in Malaysia sah, auch vor dem Film (sprich einem möglichen Blu-Ray Kauf) abgeraten. Allgemein bekam der Film jedoch relativ gute Reviews. Just for Fun sah ich mir die Produktion aus Hong Kong und dem Propaganda-Land China an. In wenigen Szenen wurde der Film in Macau gedreht.

Lohnte sich die Sichtung? Nein, nicht wirklich. Abgesehen von drei guten Szenen ist der Film 08/15 Kommerzschund und wenig sehenswert. China-Mainstream-Schrott. Ehrlich gesagt habe ich auch nicht mehr erwartet. Obwohl ich Jackie Chan früher mochte, hebt sein Mitwirken mein Interesse an neuen Filmen nicht mehr an. Er ist zu alt und seine letzte gute Arbeit zu lange her (2017 in The Foreigner). Ich las mehrfach, dass der Film eine Rückkehr des guten alten HK-Kinos sei. Sogar von Old School Vibes war die Rede. Pustekuchen.

Von Old School Vibes zu sprechen, ist vernebelte und eingeschränkte Sichtweise, "befangen" durch Sichtung von zu vielen neuen Filmen. Old School Vibes wäre z.B. ein Film à la Gallants, aber nicht so was wie The Shadow’s Edge. The Shadow’s Edge ist übrigens ein Remake des HK-Filmes Eye in the Sky (auch mit Tony Leung Ka-Fai). Was mir an The Shadow's Edge missfiel? Die Laufzeit ist zu lang, die Kameraführung in vielen Actionszenen schlecht, 90% der Figuren sind 08/15 & uninteressant, einige Effekte sind peinlich (Cop der vom Turm springt), die Musik ist billig & entspricht nicht meinem Geschmack (Hip-Hop), einige Szenen sind aus anderen Filmen geklaut (Die Hard, Old Boy, The Raid) und die jungen Bösewichte sind Luschen à la New Police Story.

Der Film hat nur drei gute Momente: Jackie Chans Kampf in seiner Wohnung mit dem Attentäter, Tony Leung Ka-Fais Kampf à la Old Boy sowie Jackie Chan Vs. Tony Leung Ka-Fai im Finale auf engstem Raum (auf dem "Dachboden" des Shops). Die restlichen Actionmomente zünden nicht und sind nicht wirklich gut. Opi Jackie Chan macht in den genannten Szenen eine gute Figur. Ansonsten wirkt er jedoch sichtlich zu alt, um zu überzeugen. Opi Tony Leung Ka-Fai schwankt zwischen amüsant und unfreiwillig komisch und peinlich. Yu Rongguang (Musa) habe ich nicht bemerkt und Melvin Wong (Above the Law) in einer Nebenrolle zu sehen, war eine nette Überraschung.

Fazit: Lohnt sich nicht!

Infos:

O: Bu Feng Zhui Ying

HK, China 2025

R: Larry Yang

D: Jackie Chan, Tony Leung Ka-Fai, Melvin Wong, Zifeng Zhang, Junhui Wen, CiSha, Qiunan Lin, Zhenwei Wang, Yu Rongguang

Laufzeit der Originalfassung: Ca. 141 Min.

Gesehen am: 04.02.26

Fassungen: Via Stream gesehen = Uncut, O-Ton mit englischen Subs. In Deutschland wurde der Film als Shadow Chase - Im Netz der Diebe veröffentlicht. Uncut, in Deutsch oder im O-Ton mit Untertiteln auf DVD, Blu-Ray oder UHD von Plaion Pictures.

Dienstag, 3. Februar 2026

Demon

 

Demon

Story:

Piotr (Itay Tiran), der in London lebte, kehrt in sein Heimatland Polen zurück. Dort will er seine Freundin Zaneta (Agnieszka Zulewska) zur Frau nehmen, was seinem neuen Schwiegervater (Andrzej Grabowski) nicht sonderlich passt, da ihm Piotr fremd ist. Piotr und Zaneta bekommen ein Haus auf dem Anwesen von Zanetas Familie. Als Piotr bei Arbeiten (Aushebung für einen Swimming-Pool) ein Skelett findet, nimmt die Hochzeit unerwartete Formen an…

Meine Meinung:

Demon ist ein polnisch-israelischer Film von Marcin Wrona und mit Itay Tiran in der Hauptrolle aus dem Jahr 2015. Der Film, der am Filmfestival in Toronto (International Film Festival) erfolgreich gezeigt worden sein soll, markiert den letzten Film von Marcin Wrona. Letzterer hat sich im Hotelzimmer erhängt, während der Film kurz vor seiner polnischen Premiere stand (Gdynia Film Festival). Demon ist ein nicht uninteressanter und durchaus sonderbarer Film, der gut in Severin Films Sammlung von Folk-Horrortiteln in deren Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 passt.

Was Israel und fantastisches Kino angeht, ist mir eigentlich nur The Vigil und eine Akte-X Folge bekannt (Der Golem). Demon ist vor allem sozialkritisches Kino an dem Schicksal der Juden in Polen. Ein Film, der, wie der Plot am Ende auch zeigt, verneint und wegschaut. Auf der anderen Seite ist es ein Folk-Horror-Streifen und es geht um Besessenheit und den Dibbuk. Beim Dibbuk handelt es sich um den Geist einer Verstorbenen Person, welche eine Person in Besitz nimmt, um unerledigte Aufgaben zu meistern. Das Setting ist eine polnische Hochzeitsnacht. Der Film bietet einen Mix aus Sozialkritik, Surrealität (die Szenen der Hochzeitsparty am Ende hatten fast Twin Peaks Vibes), Komik und Horror.

Der Musik gelang es mehrfach, dass eine Gänsehaut-Stimmung aufkam. Das fand ich sehr gelungen Das hätte ich von der Musik und den einzelnen, stimmungsvollen Gruselmomenten nicht erwartet. Da wurde ich angenehm überrascht, da so nicht erwartet (zumal die US-Blu-Ray fantastisch vertont wurde). Obwohl das Setting weniger mein Fall ist (ich weiss schon, warum ich nie heiraten werde), war die Darstellung, nehme ich Mal an, relativ authentisch, was polnische Traditionen und Feste angeht. Auf jeden Fall war der Film glaubhaft gespielt. Das Ende mag zwar konsequent sein, auf der anderen Seite nimmt die Gruselstimmung im letzten Viertel leider rasant ab.

Fazit: Nicht uninteressanter Folk-Horror!

Info:

O: Demon

Polen, Israel 2015

R: Marcin Wrona

D: Maja Barelkowska, Maria Debska, Piotr Domalewski, Katarzyna Gniewkowska, Andrzej Grabowski

Laufzeit der US-Blu: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 03.02.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films = All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Der Film ist Uncut und im O-Ton (vor allem Polnisch mit englischen Subs). Die Bildqualität ist sehr gut, die Tonqualität sogar exzellent. Als Extras gibt es u.a. einen Kurzfilm. In Deutschland wurde der Film unter dem Titel Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen (siehe Plakat unten) von Donau Film auf DVD veröffentlicht.