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Dienstag, 20. Januar 2026

Japan Organised Crime Boss

Japanuary 2026

Japan Organised Crime Boss

Story:

Kôji Tsuruta (Tetsuo Tsukamoto) wird nach acht Jahren Gefängnis entlassen. Das Yakuza-Mitglied findet sich mitten in einem Yakuza-Krieg wieder. Zwei Banden kämpfen um die Vorherrschaft in Yokohama. Als Kôjis Boss ermordet wird, tritt er in dessen Fussstapfen und nimmt den Kampf auf…

Meine Meinung:

Japan Organised Crime Boss ist ein weiterer Yakuza-Film von Kinji Fukasaku (Wolves, Pigs and Men, Yakuza Graveyard, Hokuriku Proxy War). Die Ende der 60er Jahre Produktion hat mir sehr gut gefallen. Inhaltlich hat mich der Streifen an Kinji Fukasakus Film-Reihen Battles Without Honor and Humanity sowie New Battles Without Honor and Humanity erinnert. Japan Organised Crime Boss geht es ernster, dramatischer und ruhiger an, als andere Yakuza-Filme des Regisseurs.

Der Film hat einen simplen Plot, der mir jedoch, auch aufgrund der tollen Figurenzeichnung und der Dramatik, gut gefallen hat. Dazu passt dann auch das nihilistische, aber für Kinji Fukasaku typische und wenig überraschende Ende. Tetsuo Tsukamoto gibt einen wunderbaren Lead ab. Er, der noch an Ideale, Ehre und Ehrenkodexe denkt, sieht sich Mitten in einem Yakuza-Krieg wieder, der seine Opfer fordert. Stark gespielt. Auch der restliche Cast um Ryōhei Uchida, Bunta Sugawara und Tomisaburō Wakayama überzeugt. Der Film ist toll besetzt.

Bunta Sugawara (Street Mobster, Cops Vs. Thugs), oft im Yakuza-Kino von Kinji Fukasaku Zuhause, ist diesmal nur in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Ryōhei Uchida (Bakeneko: A Vengeful Spirit, Yakuza Wolf 2, Samurai Wolf), der Tetsuo Tsukamoto Blutsbruder spielt, macht das sehr gut. Ihm zur Seite steht der durchgehallte Yakuza-Boss Miyahara, gespielt vom grossartigen und wandelbaren Tomisaburô Wakayama (Sympathy for the Underdog). Spielte Tomisaburô Wakayama in Sympathy for the Underdog einen einarmigen, so spielt er hier einen drogensüchtigen Boss. Ein einarmiger kommt im Plot von Japan Organised Crime Boss dennoch auch zum Zuge. Die Action-Szenen sind blutig anzusehen und der Film ist optisch allgemein wunderschön anzusehen (vor allem die Sequenzen im Regen).

Fazit: Für Kinji Fukasaku und Yakuza-Fans Pflichtprogramm!

Infos:

O: Nihon boryoku-dan: Kumicho

Japan 1969

R: Kinji Fukasaku

D: Tetsuo Tsukamoto, Bunta Sugawara, Ryôhei Uchida, Noboru Ando, Tomisaburô Wakayama

Laufzeit der UK-Blu: 96:17 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu von Radiance vor = Wendecover, Booklet, Uncut Fassung, O-Ton, Englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt ein Extra, indem Kinji Fukasaku über sein Leben erzählt. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 19. Januar 2026

28 Years Later: The Bone Temple

28 Years Later: The Bone Temple

Story:

Nach dem Ende des Vorgängers geht es wie folgt weiter:

Spike (Alfie Williams) muss eine Prüfung ablegen und wird, mehr gegen seinen Willen als freiwillig, in Sir Jimmy Crystals (Jack O'Connell) Gang (u.a. Erin Kellyman) integriert. Danach ziehen sie mordend durch das Land bis sie zufällig auf Dr. Kelson (Ralph Fiennes) stossen, der in der Zwischenzeit mit Alpha Samson (Chi Lewis-Parry) experimentiert hat…

Meine Meinung:

Nach dem Ende des Vorgängers, welches mir missfallen hat, wollte ich mir die Fortsetzung von Candyman Regisseurin Nia DaCosta eigentlich nicht (im Kino) ansehen. Aber nach einigen Reviews und Zeilen, die ich dazu gelesen habe, entschied ich mich dann doch, den Film spontan im Kino zu besuchen. Eigentlich sollte jedoch abgewartet werden, bis auch noch der neue dritte Teil dieser Trilogie folgt und dann sollten alle drei Filme am Stück als "ein Film" angesehen werden. Das käme sicher besser. Ich mochte die Tatsache, dass der Film nicht wirklich ein 08/15 Mainstream-Streifen ist und die künstlerische Note des Filmes gefiel mir auch.

Dennoch mochte ich den ersten Teil etwas mehr da mehr Plot, mehr Action, mehr Abwechslung, mehr Settings, optisch interessanter und mehr Tiefe und Dramatik die Figuren betreffend. 28 Years Later: The Bone Temple hat so gut wie keinen Plot, ist an sich wenig spannend und war z.T. vorhersehbar. Das galt zum einen für das offene Ende oder die Tatsache, wer aus Jimmys Truppe überleben wird und wer nur Kanonenfutter ist. Mit den Jimmys wurde ich nicht sonderlich warm, konnte sie als Story-Gerüst aber annehmen. Deren Sub-Plot nimmt mehr Zeit ein, als jener von Ralph Fiennes und Samson (letztere haben schon fast unterschwellig homoerotische bzw. Bob und Day of the Dead Vibes). Am Ende gibt es die tolle 28 Days Later Musik zu hören. Unschön fallen mehrere billige CGI-Momente (mit Feuer) ins Auge. Der Gewalt-Level ist in einigen, wenigen Momenten nett anzusehen.

Alfie Williams wird in den Hintergrund gedrängt. Seine Figur kann sich nicht entfalten und es gibt kein Wiedersehen mit seinem Film-Vater. Das ist etwas schade, da er im ersten Film sehr überzeugt hat. Ralph Fiennes spielt klasse. Sein Overacting im Finale war fast zu drüber. Die Iron Maiden Szene war Edel-Trash vom Feinsten. Alpha Samson wird weiter charakterisiert (wie erwähnt à la Bob in Day of the Dead). Die Tanzeinlagen fand ich hingegen grossen Mist. Jack O'Connell spielt den Anführer der Bösewichte, die scheinbar vom Pädophilen Künstler Jimmy Savile inspiriert wurden. Ein Schlag für alle Missbrauchsopfer auf der einen, auf der anderen Seite halt britischer, schwarzer Humor. Jack O'Connell fällt am Ende ab, was seine Darbietung angeht. Er gefiel mir als böser Vampir in Sinners besser. Eindrücklicher. Von den neuen Figuren hat mir Erin Kellyman (The Green Knight) gut gefallen. Es darf gespannt sein, wie es im dritten Teil, der noch nicht gedreht wurde, weitergeht.

Fazit: Nur schon wegen der Iron Maiden Nummer lohnt sich der Kinobesuch!

Infos:

O: 28 Years Later: The Bone Temple

Grossbritannien, USA 2026

R: Nia DaCosta

D: Jack O'Connell, Ralph Fiennes, Emma Laird, Alfie Williams, Chi Lewis-Parry, Erin Kellyman, Robert Rhodes

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 19.01.26

Fassungen: Im Kino gesehen = Uncut (ab 16), Englischer O-Ton, deutsche Subs. Soll am 31.12.26 von Sony Pictures in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen. In Deutschland hat der Film keine Jugendfreigabe erhalten.

Update

Zu Ehren von Bruce Leung, der am 14.01.26 starb, gibt es drei neue Reviews:



- Broken Oath

- Yellow Killer

- Gallants





RIP


Gallants

 

NIFFF 2010 / 2011 mit Chen Kuan-Tai in Amsterdam

Gallants

Story:

Ein Teehaus soll verkauft werden. Schwächling Leung King Cheung (Wong Yau-Nam) wird damit beauftragt. Doch den Verkauf lassen Dragon (Chen Kuan-Tai) und Tiger (Bruce Leung Siu-Lung) nicht zu, dessen Meister Law Sun (Teddy Robin Kwan) seit 30 Jahren im Koma liegt und der Besitzer des Grundstücks ist. Als Meister Law Sun aus dem Koma erwacht, hält er ausgerechnet Schwächling Leung King Cheung für seinen Schüler Dragon und bereitet ihn auf ein Kampfturnier, organisiert und gesponsert von Master Pong Ching (Michael Chan Wai-Man), vor…

Meine Meinung:

Gallants sah ich 2010 am NIFFF. Ein Jahr später liess ich meine HK-DVD in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signieren. Bei Gallants vom Regie-Duo Clement Cheng & Derek Kwok handelt es sich um eine Retro-Hommage ans klassische Kung-Fu-Genre. Daher wurden auch Altstars wie Chen Kuan-Tai (Challenge of the Gamesters, Man of Iron), Bruce Leung (Broken Oath, Call Me Dragon), Teddy Robin Kwan (To Spy with Love, Cops and Robbers), Michael Chan Wai-Man (The Invincible Killer, Black List) oder Venom-Star Lo Meng (Pursuit of a Killer, Crippled Avengers) im Film vereint. Das dazumal im Jahr 2010 noch erleben zu dürfen war schon eine tolle Sache. Der Film wurde zu Ehren von Bruce Leung neu angesehen, der Mitte des Monats verstorben ist.

Gallants hat, wenig überraschend, die Neusichtung bestanden. Der Film hat mir Spass und Vergnügen bereitet. Wer das klassische (Shaw Brothers) Kung-Fu Kino mag, wird am Film Freude haben. Nur schon aufgrund des Cast. Zu den oben genannten Recken sehen wir auch in der weiblichen Nebenrolle als Teddy Robins Ehefrau einen Altstar: Siu Yam-Yam spielte auch schon in Shaw Brothers Filmen mit, u.a. in The Teahouse an der Seite von Chen Kuan-Tai. Schön. Auch die jungen Newcomer um Wong Yau-Nam (Coffin Homes, Bursting Point), JJ Jia Xiaochen oder Ou-Yang Ching vermögen zu überzeugen. Der Film ist unterhaltsam und wartet mit einem tollen Intro, welches an Bruce Lee Filme erinnert, auf. Die Kampfszenen wurden realistisch eingefangen, sind schön choreographiert, bodenständig und es wurde als Stilmittel auch viel Zeitlupe verwendet.

Dabei bekommt Bruce Leung deutlich mehr Kampfszenen spendiert als z.B. sein Partner Chen Kuan-Tai oder Lo Meng. Michael Chan Wai-Man hingegen ist in keiner Kampfszene zu sehen. Dennoch machte seine Präsenz auch Freude. Er war gut mit Bruce Leung befreundet. Bruce Leung macht trotz seines Alters eine starke Figur. Seine Kicks sind noch immer eine Augenweide und mit viel Power garniert. Für die Kampfchoreographie ist auch ein Shaw Brothers Talent verantwortlich gewesen: Yuen Tak (Lovers Blades, Ambitious Kung Fu Girl). Er hat einen ausgezeichneten Job gemacht. Der mir unbekannte Li Haitao, der quasi den «Endgegner» spielt, hat mich auch überzeugt. Er feierte sein Filmdebüt, wie es scheint, auch in einer Shaw Brothers Produktion = Drunken Monkey aus dem Jahr 2003. Dort spielte er «Rocky».

Fazit: Spassig und unterhaltsam!

Infos:

O: Da Lui Toi

HK 2010

R: Clement Cheng, Derek Kwok

D: Chen Kuan-Tai, Bruce Leung Siu-Lung, Wong Yau-Nam, JJ Jia Xiaochen, Teddy Robin Kwan, Lo Meng, Michael Chan Wai-Man, Ou-Yang Ching

Laufzeit der HK-DVD: 96:94 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Neusichtung am:

Fassungen: Ich sah den Film am NIFFF 2010. Später kaufte ich mir die HK-DVD von KAM & RONSON, die 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert wurde. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, O-Ton und englische Subs sind auf der Disc enthalten. Der Film ist Uncut. In Deutschland als Tiger & Dragon Reloaded erschienen (auf DVD, Uncut, Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Untertiteln).

Sonntag, 18. Januar 2026

Yellow Killer

Yellow Killer

Story:

Ein Profikiller (Pai Ying) will aus dem Geschäft aussteigen. Er ist verliebt. Eine Frau (Li Hsiang) ist der Grund. Das passt Gangster-Boss Mr. Lo (Chiang Nan) nicht. Dieser versucht nun, seinen Schützling selbst unter die Erde zu bringen. Männer (Hwang In-Shik, Bruce Leung Siu-Lung) hat Mr. Lo genug. Und die Polizei (Paul Chun) mischt auch noch mit…

Meine Meinung:

Aka The Yellow Killer. Bei dieser Anfang der 70er Jahre Produktion handelt es sich um einen Streifen aus Hong Kong. Im Gegensatz zu anderen Filmen aus der Zeit spielt die Produktion in der Gegenwart. Der Film ist ein Mix aus Gangster- und Action-Film. Ein kleiner, dreckiger und ruppiger Film, dem ein Gesicht wie Michael Chan Wai-Man gutgestanden wäre. Denn dieser spielte in viele ähnlichen 70er Jahre Filmen mit. Es gibt genug Dramatik und Figurenzeichnung, um überzeugen zu können. Folgerichtig wird auf Klamauk verzichtet. Die Action-Momente sind hart, die Bösewichte schmierig und fies und es gibt auch einige hübsch schmuddelige Szenen (die Disco-Szene mit dem Gegenschnitt auf den Duschmord).

Der Plot ist selbstverständlich nicht neu und es gibt die ein oder andere lahme Sequenz. Aber im Grossen und Ganzen fühlte ich mich gut unterhalten und hatte Freude am Kontrast des modernen Settings. Pai Ying (Green Killer, The Woman of Wrath, Devil Design) gibt zudem einen wunderbaren Antihelden ab. Dem Plot und Verlauf konnte ich auch ohne verständliche Untertitel gut folgen. Die Actionszenen bestehen hauptsächlich aus harten Kampfszenen. Da kommen dann auch Mal Messer oder andere Waffen (Nunchakus) zum Einsatz. Und hier und da gibt es auch Attentate mit Schusswaffen oder Strangulation.

Der Film wurde zu Ehren von Bruce Leung Siu-Lung (Kidnap in Rome, Black Belt Karate) angesehen, der Mitte Januar verstorben ist. Sein Mitwirken fand diesmal vor allem hinter der Kamera statt. Bruce Leung Siu-Lung hat die Actionszenen choreographiert und diese waren gelungen inszeniert. Besonders die z.T. speziellen Kameraeinstellungen waren optisch cool anzusehen. Einer der besten Kämpfe war jener von Pai Ying gegen den Gegner mit Messern mitten auf einem Häuserdach. Das war ziemlich cool. Im Finale, wenn es zum dramatischen, nihilistischen Ende kommt, darf Bruce Leung Siu-Lung dann sogar noch als Scherge des Bosses im Gruppenkampf mitmischen. Zudem sind noch Paul Chun (The Killer) und Hwang In-Shik (The Way of the Dragon) mit von der Partie.

Fazit: Wer diese 70er Jahre Gangster- und Crime-Filme aus Hong Kong mag, kann einen Blick riskieren!

Infos:

O: Huang Se Sha Shou

HK 1972

R: Jimmy Shaw

D: Pai Ying, Li Hsiang, Chiang Nan, Paul Chun, Hwang In-Shik, Bruce Leung Siu-Lung

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 81:09 Min.

Gesehen am: 18.01.26

Fassungen: Mir lag das VHS von A-Joo Video Production aus Südkorea vor = Vollbild und zusätzlich gezoomt, um englische und chinesische Untertitel aus dem Bild zu schieben (stelle ich auf 16:9, siehe ich noch 1% der festen chinesischen Untertitel), Mandarin O-Ton, solide Bildqualität (Master mit Charme), mir unbekannt ob Uncut. Es gab diverse brutale Momente und nackte Tatsachen. Die Szenen, die in Deutschland fehlen (Titel: 2 stahlharte Fäuste der Rache), waren auf den ersten Blick vorhanden. Dennoch scheint die VHS aus den USA noch länger zu laufen (86:36 Min. vs. 81:09 Min.). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2026).

Broken Oath


Broken Oath

Story:

Liu Chieh Lien (Angela Mao) will den Tod ihrer Eltern (u.a. Ho Mei) rächen. Nach ihrer Ausbildung in einem Shaolin Kloster zieht sie in die weite Welt los, um die Bösewichte (u.a. Michael Chan Wai-Man, Fong Yau, Jin Bong-Jin) zu finden und zu töten. Auch ein Geheimagent (Bruce Leung Siu-Lung) ist den Bösewichten auf der Spur…

Meine Meinung:

Broken Oath stammt vom ehemaligen Shaw Brothers und King Boxer Regisseur Chung Chang-wha (The Double Crossers). Der Koreaner ist nach seiner Zeit bei den Shaw Brothers (Heads for Sale) zu Golden Harvest gewechselt und drehte einige Filme mit dem damaligen weiblichen Golden Harvest Superstar Angela Mao (The Association). Ich sah mir den Film, den ich seit dem Dezember 2011 nicht mehr sah, zu Ehren von Bruce Leung (Bruce and the Iron Finger, The Dragon Lives Again, Gang Master) an.

Der 70er Jahre Eastern Star starb Mitte Januar 2026. Bruce Leung war vor allem als Darsteller und Choreograph bekannt. Zu seinen besten Werken zählen für mich Filme wie Bruce, Hong Kong Master, Call Me Dragon, The Good and the Bad oder Little Super Man (trotz dem Klamauk im ¼). Ihm zu Ehren habe ich drei Filme ausgewählt, welche ich aktuell schauen werde. Den Anfang machte Broken Oath. Der Angela Mao Klassiker gilt als Hong Kongs Antwort auf Lady Snowblood. Broken Oath hat die Neusichtung bestanden.

Der Plot ist simpel und die Kampfszenen sind solide und zuweilen spektakulär. Gegen Ende wird der Film besser und besser und gewinnt an Fahrt. Es gibt diverse spannende Waffen und Gimmicks, besonders bei den Bösewichten. Krallen aus Metall, Feuer oder mit messerscharfen bestückten Waffen im Finale (Sammo Hungs Waffe). Das war cool. Dazu kommt ein toller Cast von diversen Schauspielern, die über genug Martial Arts Wissen verfügen, um zu überzeugen. Angela Mao macht in den Kampszenen eine gute Figur, auch wenn sie leicht Charisma vermissen lässt und ihre Geheimtechnik mit den Skorpionen auf Dauer öde wirkt.

Was mich aber teilweise an ihr störte, aber das ist nur ein kleines Detail und Geschmackssache, war ihr Outfit. Das, was die meiste Zeit trägt, gefiel mir ebenso wenig wie ihre Frisur. Schade, dass sie während dem Film nicht so auftrat, wie im Finale. Die anderen zwei grossen Namen sind wie erwähnt Bruce Leung, der hier einen Agenten spielt. Er bekommt fast die spektakulären Kampfszenen spendiert, vor allem jene im Finale sind eine Augenweide. Dazu Michael Chan Wai-Man (The Delivery, The Kung Fu Kid, The Furious Killer) als harter Brocken, der sich im Finale mit Bruce Leung einen eindrücklichen Kampf liefert.

Der in Südkorea gedrehte Film wartet mit einer Choreographie von Yuen Woo-Ping (Wicked City, Snake in the Eagle’s Shadow) auf. Sogar Dean Shek (The Big Risk) bekommt einen kurzen Schlagabtausch spendiert. Rollen, in denen er kämpft, sind selten, aber vorhanden = (The Bravest Fist). Gegen Ende taucht Sammo Hung (Pantyhose Hero) als Bösewicht auf. Der liefert sich einen tollen Kampf gegen Angela Mao. Die beiden standen zusammen mit Carter Wong in mehreren Golden Harvest Produktionen vor der Kamera. Die Musik hätte des Filmes hätte besser sein können. Das waren lahme Archivklänge. Zu den tollen Duellen hätte Italo-Western Musik bestens gepasst und die Szenen noch aufgewertet.

Fazit: Für Angela Mao und Kung Fu Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Po Jie

HK 1977

R: Chung Chang-wha

D: Angela Mao, Michael Chan Wai-Man, Fong Yau, Bruce Leung Siu-Lung, Ho Mei, Ha Yue, Wang Lai, Dean Shek, Sammo Hung, Han Ying-Chieh, Jin Bong-Jin

Laufzeit der HK-DVD: 93:08 Min.

Gesehen am: Dez. 2011 / Neusichtung am: 18.01.26

Fassungen: Gesehen via HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) = 2022 von Angela Mao signieren lassen, Uncut (= HK-Kinofassung), O-Ton mit englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität. Auf der UK-Blu-Ray von Eureka befindet sich nebst Kinofassung noch eine ca. fünf Min. längere Extended Version. Mir persönlich reicht die HK-Kinofassung (auf der HK-DVD). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Three & Half Dumb Kung-Fu Girls

The Three & Half Dumb Kung-Fu Girls

Story:

Lady Shui und Chief Huo wollen sich beide zu den Anführern und Beschützern des Dorfes wählen lassen. Da taucht De Flato (Li Min-Lang) auf, der sich suizidieren möchte. Die Schülerinnen von Lady Shui und Chief Huo (Elsa Yang Hui-Shan, Sun Chia-Lin, Wu Jia-Shan) retten De Flato mehrfach vor dessen Tod. Scheinbar wurde De Flatos Ehefrau von King Oolong Lair entführt. Die Mädels machen es sich zur Aufgabe, die Ehefrau zu retten. Ein mysteriöser Bettler (Yueh Hua) beobachtet die Situation…

Meine Meinung:

Aka Kung Fu Girls. The Three & Half Dumb Kung-Fu Girls ist eine Ende der 70er Jahre Kung Fu Komödie und eine Hwa Liang Movie Company Ltd. Produktion (The Thrilling Sword) von Chen Chun-Liang (King of the Children, The 3-D Army, The Child of Peach) aus Taiwan. Der Film wartet mit einem Frauenpower-Cast um Elsa Yang Hui-Shan (The Guy with Secret Kung-Fu), Sun Chia-Lin (The Iron Monkey) und Wu Jia-Shan auf. Wie das kämpfende Mädchen heisst, konnte ich hingegen nicht verifizieren. Yueh Hua (The Green Dragon Inn) spielt eine Nebenrolle.

Von dieser Kung Fu Komödie habe ich nicht viel erwartet und wurde positiv überrascht. Das jedoch nicht aufgrund der Kampfszenen. Diese waren eigentlich nie spektakulär und viel zu wenig vorhanden. Nein, The Three & Half Dumb Kung-Fu Girls gefiel mir aufgrund des (für Kung Fu Verhältnisse) innovativen Plots, des Inhalts und vor allem aufgrund des Humors und seiner extrem grossen Albernheit. Der Film war in der Hinsicht so drüber, dass der Film wirklich amüsant und lustig war. Was musste ich schmunzeln. Und im Finale werden dann noch mehr skurrile Einfälle aus dem Hut gezaubert. Muss der Fan gesehen haben, um es zu glauben.

Die Mädels als Leads haben eine gute Figur gemacht. Die waren alle vier total überzeugend, sympathisch, haben toll miteinander harmoniert und ihre Szenen waren lustig und charmant. Dass ein gewisser Fantasy- und Zauber-Aspekt in den Plot und die Kampfszenen integriert wird, vor allem im letzten Viertel, empfand ich als cool. Der eine Zauberer bot z.B. eine eindrückliche «Zatoichi» Performance. Die war klasse und sehenswert. Der Ober-Boss mit Maske war so crazy. Vor allem in Kombination mit der Musik und mit dem Klamauk. Da wird dann sogar noch in der Luft gekämpft. Und als dann noch der Frosch aus Shaolin Drunkard auftaucht, werden auch noch Kaiju-Fans befriedigt. Der Plot war wirklich nicht vorhersehbar. Eine der lustigsten Szenen war jene im Bordell, indem sich zwei der vier Mädels als Prostituierte und eines der Mädels als Mann verkleidet tarnen, um De Flatos entführte Ehefrau zu finden.

Fazit: Spassig und sehenswert! Da freue ich mich auf die noch nicht gesehene Kung Fu Komödie Three Shaolin Musketeers mit Lo Lieh, der ebenfalls von Chen Chun-Liang stammt!

Infos:

O: Hu Tu Da Xia San Ge Ban

Taiwan 1978

R: Chen Chun-Liang

D: Elsa Yang Hui-Shan, Sun Chia-Lin, Wu Jia-Shan, Li Min-Lang, Yueh Hua, Lee Teng-Tsai, Yu Bong

Laufzeit der südkoreanischen VHS: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 17.01.26

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von A-Joo Video Production vor = O-Ton Mandarin mit englischen, chinesischen und koreanischen Subs, Vollbild, solide Bildqualität. Das VHS aus Taiwan hat auch englische Subs, während die US-Ausgabe von Rainbow Audio & Video in Kantonesisch Dubbed vorliegt. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2026).

Freitag, 16. Januar 2026

King Kong gegen Godzilla

Japanuary 2026

King Kong gegen Godzilla

Story:

Aliens versuchen mit einem Roboter-Godzilla (= Mechagodzilla) die Erde zu erobern. Doch Godzilla und Co. sagen ihnen den Kampf an…

Meine Meinung:

Aka Godzilla vs. Mechagodzilla. King Kong gegen Godzilla ist der 14. Godzilla-Film der langlebigen Reihe um die Monster-Echse. Diese Fortsetzung gehört zu den besseren und hat mir gut gefallen. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Wichtig ist der Film auch aus historischer (Godzilla Franchise) Sicht, denn es sollte, wie der englische Titel (Godzilla vs. Mechagodzilla) bereits verrät, das Debüt von Mechagodzilla werden. Ein Godzilla-Klon-Roboter der Aliens, der auf der Erde zuerst Unruhe stiftet, ehe sich die Monster gegen ihn wenden.

Mechagodzilla sollte danach noch in weiteren Godzilla-Fortsetzungen eingesetzt werden. Der Godzilla-Roboter war beliebt und populär. King Kong gegen Godzilla, der in Deutschland eine hervorragende deutsche Synchronisation erhalten hat, ist bisher eine der besseren Fortsetzungen der Reihe. Erfreut war ich vor allem über das anfangs hohe Tempo des Filmes. Hier gibt es keine lange Einleitung. Es geht schnell zur Sache. Dafür gibt es im Mittelteil die ein oder andere lahme Füllszene, wenn die Menschen in den Plot integriert werden. Diese sind halt immer zweitrangig. Der Fan schaut die Filme aufgrund der Monster, nicht wegen Menschen.

Jun Fukuda hat dabei ganze Arbeit geleistet. Seine Erfahrung aus vergangenen Godzilla-Arbeiten (Son of Godzilla, Godzilla vs. Gigan, Godzilla vs. Megalon) sieht man King Kong gegen Godzilla zu jeder Zeit an. Wenn etwas kritisiert werden kann, dann der etwas schwache und unspektakuläre Vorspann. Und auch die Musik war wenig erwähnenswert. Das Niveau eines Akira Ifukube (Godzilla, Frankenstein Conquers the World, King Kong Escapes) wird dabei nicht erreicht. Die Darsteller waren solide. Die Highlights waren die Monster-Kostüme, die diversen Monster (Kämpfe), die Zerstörungen und die Effekte. Stark! Nebst Godzilla und Mechagodzilla tummeln sich hier noch folgende Monster: King Caesar und Anguirus.

Fazit: Jedem Godzilla-Fan zu empfehlen!

Gefolgt von: Terror of Mechagodzilla

Infos:

O: Gojira tai Mechagojira

Japan 1974

R: Jun Fukuda

D: Masaaki Daimon, Kazuya Aoyama, Akihiko Hirata, Hiroshi Koizumi, Reiko Tajima, Hiromi Matsushita

Laufzeit der deutschen DVD: 80:49 Min.

Gesehen am: Feb. 2008 / Neusichtung am: Jan. 2026

Fassungen: Für meine frühere Erstsichtung lag mir dazumal die US-DVD von Columbia TriStar (Titel: Godzilla vs. Mechagodzilla) vor. Für die Neusichtung lag mir die deutsche DVD von Anolis im Steelbook vor. Dort gibt es u.a. die japanische Originalfassung im O-Ton mit deutschen Subs zu sehen. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Die deutsche Synchronisation ist zudem hervorragend. Anolis hat den Film inzwischen auch auf Blu-Ray veröffentlicht.

Underworld Beauty

Japanuary 2026

Underworld Beauty

Story:

Dieb Miyamoto (Michitarô Mizushima) hat es nach seiner Gefängnisstrafe auf Diamanten abgesehen, die er vor seiner Verhaftung versteckt hat. Zudem will er Mihara (Tôru Abe), der beim damaligen Raub verletzt wurde, helfen. Doch Yakuza Boss Ôyane (Shinsuke Ashida), der die Diamanten für sich haben will, spielt ein doppeltes Spiel mit Miyamoto und Mihara. Daraus resultiert Miharas Tod. Miyamoto plant zusammen mit Miharas Schwester (Mari Shiraki) die Diamanten zurückzuholen…

Meine Meinung:

Underworld Beauty ist ein Frühwerk von Seijun Suzuki (The Incorrigible, Teenage Yakuza, Story of a Prostitute), der später einige Kracher wie Tokyo Drifter, Branded to Kill, Youth of the Beast und Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards! inklusive Arthouse Filme wie Yumeji und Co. auf die Leinwand gezaubert hat. Underworld Beauty ist ein in s/w gedrehter Ende der 50er Jahre Streifen und gehört zum Sub-Genre Japanese Film Noir mit Figuren aus der Gangster- und Yakuza (Unter)Welt.

Leider hat mir Underworld Beauty nicht sonderlich gefallen, so dass der Yakuza-Streifen nicht in meine Filmsammlung integriert wird. Der Film war mir schlicht zu alt und zu harmlos. Die Inszenierung wirkte auf mich angestaubt, hölzern und öde. Der Film war schlicht und ergreifend einfach langweilig. Dazu gehörte auch die Musik, die mir nicht gefiel. Die war auch lahm und eher nervend. Auch der Cast konnte mich grösstenteils nicht überzeugend. Mit Abstrichen gefällt Mari Shiraki, die aber von einem schwachen Drehbuch ausgebremst wird.

Der Film hat praktisch keine Action-Szenen. Im Finale gibt es ansatzweise so was wie eine Schiesserei zu sehen. Aber auch diese kann den Film nicht besser machen. Allgemein sind die s/w Bilder schick anzusehen und z.T. stimmungsvoll eingefangen worden. Die Optik und Kameraeinstellungen lassen das Talent, welches Seijun Suzuki später einen Karriereschub vollbringen sollten, hier und da aufblitzen. Alles in allem kann ich den Film jedoch nur Hardcore Seijun Suzuki-Fans empfehlen.

Infos:

O: Ankokugai no bijo

Japan 1958

R: Seijun Suzuki

D: Michitarô Mizushima, Mari Shiraki, Tôru Abe, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: 87:09 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Radiance vor = Wendecover, Booklet, Uncut, O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es u.a. einen Kurzfilm von Seijun Suzuki. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Battle Creek Brawl

Battle Creek Brawl

Story:

Jerry (Jackie Chan) und seine Freundin (Kristine DeBell) geraten zwischen die Fronten von zwei Gangstern (José Ferrer, Ron Max). Jerry wird auserwählt, an einem Kampfturnier teilzunehmen. Das Hauptziel ist es, Kiss (H.B. Haggerty) zu besiegen…

Meine Meinung:

Battle Creek Brawl ist zwar kein Kracher in der Karriere des Jackie Chan (Who Am I?, Police Story, The Protector), aber aus zwei Gründen ist der Film dennoch interessant. Zum einen deshalb, weil sich Jackie Chan hier erstmals selbst spricht. Es ist seine Stimme, die im Originalton (Englisch) zu hören ist. Das sollte dann erst wieder in Police Story 3 der Fall sein. Ansonsten wurde er, wie das im HK-Kino der Zeit üblich war, gedubbed. Der zweite Punkt betrifft die Drehorte und Settings. Es wurde versucht, Jackie Chan in den USA als Star zu etablieren. Damit war Jackie Chan nebst Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid), Bruce Lee (The Way of the Dragon), Mang Hoi & Bruce Leung (Kidnap in Rome) und Michael Chan Wai-Man (Adventure in Denmark) einer der ersten, der sein Glück im Ausland versuchte. Etwas, was später noch andere Stars tun sollten (z.B. Jet Li in The Master oder The Final Defector).

Battle Creek Brawl ist eine Co-Produktion zwischen den USA und Hong Kong. Der Film wurde u.a. mit Mitteln aus Hong Kong von Golden Harvest produziert. Jackie Chan spielt die Hauptrolle und Regie führte Robert Clouse der zuvor bereits mit Bruce Lee in der Hinsicht einen ähnlichen Film drehte = Enter the Dragon. Er schien also der richtige Mann, einen Cast aus den USA und HK vor der Kamera zu vereinen und damit erfolgreich zu sein. Der Erfolg blieb jedoch aus. Jackie Chan wurde damit in den USA nicht zum gefragten Star, wie erhofft. Abgesehen von Jackie Chan ist der Cast ansonsten zu 90% Amerikanisch. Es sind mir unbekannte Namen, die hier mitwirken. Der Film spielt im Chicago der 30er Jahre.

Ich sah Battle Creek Brawl seit 19 Jahren nicht mehr. Wie ich bereits erwähnte, gehört der Film nicht zwingend zu den Highlights in Jackie Chans Karriere. Die Musik (Jazz) war nervend und repetitiv. Auf Dauer konnte ich die Klänge nicht mehr hören. Jazz gefällt mir persönlich nicht. Nicht meine Musikrichtung. Das ist natürlich Geschmackssache. Auf der anderen Seite ist der Film anspruchslos kurzweilig. Der Einbezug von Gegenständen in die Kampf-Choreographie war schon hier amüsant anzusehen, auch wenn Jackie Chan leider nicht selbst die Kampfszenen steuern oder inszenieren durfte. Die Kampfszenen sind daher deutlich langsamer und auch einige Stufen unspektakulärer ausgefallen, als im damaligen HK-Kino, was wohl auch am US-Cast lag.

Die Figurenzeichnung, gerade jene der bösen Kämpfer, war zum Teil schräg (der küssende Wrestling Bösewicht). Ob das so ein Wrestling-Ding ist? Und ob Jackie Chan wusste, dass seine Filmfreundin (Kristine DeBell) vier Jahre zuvor in einem Comedy-Sex-Musical (Alice in Wonderland: An X-Rated Musical Fantasy) in den US-Kinos grosse Erfolge feierte? Die Disc hat Unmengen an Extras, u.a. auch mit Beteiligten wie besagte Kristine DeBell. Auch ihr Filmdebüt wird dabei nicht ausgelassen. Die Extras muss ich aber noch schauen. Jackie Chans limitiertes Englisch in der Produktion anzumerken. Seine wenigen Dialoge wirkten dabei wie jene von Arnie in Terminator. Möglichst wenig Dialoge und in vielen Szenen wird nonverbale Kommunikation vorgezogen.

Fazit: Jackie Chan Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: The Big Brawl

HK, USA 1980

R: Robert Clouse

D: Jackie Chan, Kristine DeBell, H.B. Haggerty, Mako, José Ferrer, Ron Max

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Jan. 2007 / Neusichtung am: 15.01.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory = The Jackie Chan Collection: Volume 1) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton (ist Englisch = Jackie Chans erster Film, in dem seine echte Stimme zu hören ist) und englische Subs vorhanden. Dazu viele exklusive Extras, u.a. Interviews mit dem Produzenten, mit Jackie Chan, mit Kristine DeBell, eine über 60minütige Doku über Jackie Chan etc. In Deutschland als Die große Keilerei Uncut von Splendid auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Englisch mit deutschen Subs).

Sternen Muri

 
Sternen Muri

Adresse: Thunstrasse 80, 3074 Muri bei Bern

 

Mitte Januar war ein weiteres, nachträgliches Geburtstagsessen geplant. Mit anderen Worten: ich wurde eingeladen. Inzwischen habe ich mich in meiner neuen Stelle (als Nachtwache in einem Pflegeheim) gut eingelebt. Aktuell arbeitete ich gerade sechs Nächte am Stück (noch eingesprungen), aber im Vergleich zum alten Arbeitgeber ist der Arbeitsaufwand massiv kleiner. Aktuell fühlt sich die Arbeit noch wie Ferien an. Ich fühle mich wohl. Nach sechs Nächten hatte ich jedoch nur 1.5 freie Tage zur Verfügung, was nichts ist. Ob ich nach sechs Nächten gut den Rhythmus würde wechseln können? Ich schlief 3h30Min. und stand vor dem Mittag auf.

Ich schaute mir noch einen Film an und ging am späten Nachmittag Richtung Restaurant. Auf der Online-Karte sah ich, dass sie sogar noch ein Gericht mit Wild hatten (Hirschfiletmedaillons auf Pilzrahmsauce mit Rotkraut, Marroni, Preiselbeer-Birne, Rosenkohl, Kürbis und Wirz, Beilage Spätzli dazu + 6.50 CHF). Das würde ich nehmen, dachte ich mir. Die Vorfreude war gross. Immerhin war ich schon mehrfach im Sternen in Muri essen gewesen (Link, Link und Link). Als Vorspeise, so dachte ich, würde ich den Ziegenkäse nehmen. Etwas, was ich auch in den letzten Monaten zweimal probiert hatte. Ich kam pünktlich an. Den Tisch, den wir bekommen haben, war leider an einem relativ lauten Ort. Zusammen mit dem gedämpften Licht, der Tatsache, dass ich sechs Nächte gearbeitet, nur 3.5 Stunden geschlafen und heute nur wenig getrunken hatte, löste in mir Schwindel aus.

Als meine Begleitungen ankamen dann die negative Überraschung. Die Online-Karte des Restaurants war nicht mehr identisch mit der vor Ort. Das ist, doch gerade für ein schickes und teures (Hotel)Restaurant schade. Und leider standen weder die Hirschfiletmedaillons noch der Ziegenkäse als Vorspeise auf der Speisekarte. Das war nach meiner Vorfreude definitiv eine kleine Enttäuschung. Ich entschied mich daher für folgendes aus der aktuellen Karte (Saisonale Karte). So bestellte ich…

 

 

…als Vorspeise

Pilz-Bruschetta mit Schnittlauch (Als kleine Portion)

gedünstete Pilze mit Zwiebeln auf getoastetem Brioche

16.00 CHF

 

…als Hauptgang

Kalbsschulter-Braten mit Morchelsauce, Rotkraut und Marroni

38.00 CHF

Beilage Kartoffelstampf

8.50 CHF

 

 

…als Dessert

Crema Catalana

9.50 CHF

 

 

Leider konnte mich der heutige Besuch nicht mehr ganz so begeistern wie in der Vergangenheit. Das lag aber auch an mehreren Faktoren. Nebst der Tatsache mit dem Schwindel haben sicher auch die ungünstige Tischauswahl und die Enttäuschung über die nicht identische Speisekarte dazu geführt. Als Vorspeise nahm ich das gleiche wie letzten Oktober zur Wild-Season. Damals habe ich von der Vorspeise nichts erwartet und wurde positiv überrascht. Heute hatte ich viel erwartet und wurde enttäuscht. Ich weiss nicht Mal warum. Die Vorspeise war gut, aber irgendwie fühlte es sich nicht mehr so toll an, wie im Oktober. Das Brot war zu hart, das Essen wurde schnell kalt, die Portion war mir für eine Vorspeise zu gross. Das sorgte dann leider auch für eine peinliche Situation den Hauptgang betreffend. Die Portion war mir viel zu gross. Ich hatte kaum zu essen angefangen, da hatte ich schon praktisch das gesamte Hungergefühl verloren und quälte mich mit dem Essen. Und der Berg auf dem Teller sollte nicht kleiner werden. Kalbsschulter-Braten ist halt definitiv kein Filet und das Fleisch war mir fast zu viel und zu fest. Den Kartoffelstock habe ich lieber fluffig und für meinen Geschmack gab es viel zu viel Rotkraut. Ich hätte besser ohne Rotkraut bestellen sollen. Es kam, wie es kommen musste. Ich liess mir das Essen einpacken. Es wäre sehr schade gewesen, den Teller so zurückzugeben. Zudem hatte ich jetzt noch zweierlei Reste für den Freitag und Samstag (= wieder einspringen auf Arbeit). Immerhin beim Dessert wurde ich nicht enttäuscht. Die Crema Catalana war, wie zuvor, ein Genuss. Danach ging es mit Bus und Zug nach Hause, wo ich mir noch einen Jackie Chan Streifen ansah und dann um Mitternacht für erfolgreich fünf Stunden schlafen ging.

 


Fazit:

 

Hervorragend

Sehr gut

Gut und solide

Enttäuschend

 

 













Donnerstag, 15. Januar 2026

The Ninth Heart


The Ninth Heart

Story:

Student Martin (Ondrej Pavelka) macht es sich zur Aufgabe, eine Prinzessin (Julie Juristová), die unter einem Bann eines bösartigen Magiers (Juraj Kukura) leidet, zu retten…  

Meine Meinung:

Nach Beauty and the Beast der zweite Titel von Juraj Herz in Severin Films Box-Set All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. The Ninth Heart ist ein Ende der 70er Jahre Märchen, welches eine spätere Neusichtung verdient. Denn nicht alles an The Ninth Heart hat mir gefallen. Ich bin aber sicher, dass mir der Film bei einer zukünftigen Sichtung mit angepassten Erwartungen mehr zusagen wird. Der Film, dessen Intro toll anzusehen ist (gezeichnete Animationen mit Herzen und Skeletten), hat seine schwächste Phase in den ersten 30-45 Minuten.

Zwar werden in dieser Zeitspanne die Figuren eingeführt, aber abgesehen davon kommt der Plot kaum zum Zug. Es findet kein Verlauf statt und speziell der Humor in diesen Szenen nervt und auf Dauer kommt Langeweile auf. Die Darsteller um Ondrej Pavelka, Anna Malová oder Josef Kemr machten jedoch einen glaubwürdigeren Eindruck als jene, die in Beauty and the Beast zu sehen waren. Auch Juraj Kukura als böser Zauberer gefiel, während die Prinzessin, gespielt von Julie Juristová, etwas blass charakterisiert wird und abfällt. Das Ende war in der Hinsicht auch vorhersehbar, aber dennoch schön.

Die besten Momente hat der Film im letzten Viertel. Wenn sich Martin ins Schloss und die wundersame «Unterwelt» und «Kammern» des Magiers begibt, sind das durch und durch sehenswerte, fantasievolle, märchenhafte und stimmige Sequenzen und Settings, die es lohnt, mehrfach zu entdecken. Diesen verdankt es der Film auch, dass ich mich später an eine sichere Zweitsichtung wagen werde. Was zudem erwähnt sein sollte, ist auch die perfekte Musikuntermalung dieser Szenen. Das pochende Herz in der Tonspur war superb. Allgemein war die Musik passend und klasse.

Fazit: Nicht uninteressantes Märchen!

Infos:

O: Deváté srdce

Tschechoslowakei 1978, 1979 (je nach Quelle)

R: Juraj Herz

D: Ondrej Pavelka, Julie Juristová, Juraj Kukura, Anna Malová, Josef Kemr, Frantisek Filipovský, Premysl Kocí

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 92 Min.

Gesehen am: 15.01.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (= All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. In Deutschland als Das neunte Herz als DVD zu haben (nur Deutscher Ton).

Mittwoch, 14. Januar 2026

Wolves, Pigs and Men

Japanuary 2026

Wolves, Pigs and Men

Story:

Jiro (Ken Takakura), ein Yakuza-Mitglied, wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Das passt dem Iwasaki Clan nicht. Diese wollen Jiro aus der Stadt wissen und beauftragen Jiros älteren Bruder Kuroki (Rentaro Mikuni), sich darum zu kümmern. Doch als Jiro und ein Kumpel (Shinjirō Ehara) zusammen mit Jiros jüngerem Bruder Sabu (Kinya Kitaoji) eine Geld- und Drogenlieferung des Iwasaki Clan stehlen und sich danach gegenseitig betrügen, sorgt dies für eine Spirale aus Gewalt und Tod…

Meine Meinung:

Wolves, Pigs and Men ist ein Frühwerk des späteren Meister-Regisseurs Kinji Fukasaku (Samurai Reincarnation, Battle Royale, The Green Slime). Ein in s/w gedrehter Yakuza-Film der die Genres Yakuza, Action und Drama miteinander verbindet. Der Film erinnerte mich z.T. an spätere Filme von Quentin Tarantino (vor allem an Reservoir Dogs). Letzterer war ein bekennender Fan von Kinji Fukasaku und Quentin Tarantino war bekannt dafür, sich von seinen Lieblingsfilmen- und Regisseuren inspirieren zu lassen. Wolves, Pigs and Men ist dabei aber kein Kracher, aber die Qualität, die Kinji Fukasaku in späteren Produktionen aufzeigen sollte, sind dennoch spür- und erkennbar.

Was mir am Film am meisten gestört hat d.h. nicht gefiel war einerseits die Musik inklusive musikalische Gesangsszenen sowie in einzelnen Szenen der Humor und Klamauk. Das wirkte peinlich und unpassend, aber passte zum Zeitgeist der Produktion (Halbstarke, Rock-’n’-Roll-Ära). Nebst Jazz bin ich kein Fan von Saxophon-Klängen und leider gibt es hier solche zu hören. Der Plot und seine Szenen sind z.T. etwas repetitiv (die Folter-Szenen). Und einige der Nebendarsteller agierten leicht laienhaft (die erste Sterbeszene von Sabus Kumpel).

Abgesehen davon war ich auch positiv überrascht, wie viel Tiefe der Plot, die Hauptcharaktere und die Dramatik bekommen. Das hatte schon fast Heroic Bloodshed Vibes und die Brüder auf beiden Seiten zu sehen, erinnerte mich an John Woos Filme A Better Tomorrow 1 + 2. Auch dort trugen die Protagonisten Sonnenbrillen, um cool zu wirken. So auch in Wolves, Pigs and Men. Seine stärksten Momente hat der Film in seinem nihilistischen Ende. Etwas, was auch in späteren Filmen von Kinji Fukasaku immer wieder zu sehen sein würde.

Beim Cast haben mich die Hauptdarsteller am meisten überzeugt. Ken Takakura (A Fugitive from the Past), Rentaro Mikuni (The Fugitive Samurai) sowie Kinya Kitaoji (Battles Without Honor and Humanity: Deadly Fight in Hiroshima) haben ihre Sache sehr ordentlich und glaubhaft verkörpert. Shinjirō Ehara (Outlaw: Kill!, Invasion of the Neptune Men), der Jiros Komplize mimt, spielte auch überzeugend. Der Rest fällt leicht bis deutlich ab. Teilweise gab es auch Momente, die fast an einen Western erinnert haben. Tierfreunde werden in einer Sequenz schlucken, wenn Hunde verängstigt durch die Müllberge gescheucht werden.

Fazit: Lässt das Talent von Kinji Fukasaku aufblitzen, ist aber noch kein Must Have Titel aus seiner Filmographie.

Infos:

O: Ôkami to buta to ningen

Japan 1964

R: Kinji Fukasaku

D: Ken Takakura, Shinjiro Ehara, Kinya Kitaoji, Rentaro Mikuni

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zwei Filme in einem Set, Schuber, Booklet, New 2K Restorations, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt als Extras Interviews mit Beteiligten der Produktion. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).