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Montag, 9. Juli 2018

Cutterhead Review

NIFFF 2018 Spezial
Cutterhead

Story:

Nach einem Unfall stecken drei Personen unter der Erde bei Bauarbeiten in einer Luftschleuse fest. Der Kampf ums Überleben beginnt…

Meine Meinung:

Cutterhead ist kein Film für Menschen, die an Platzangst leiden. Schon bevor die eigentliche Katastrohe beginnt, entsteht durch die Menge, die vielen Maschinen und unterschiedlichen Sprachbarrieren der Arbeiter ein ungutes und mulmiges Gefühl.

Der Film führt seine Figuren gekonnt in die fesselnde Story ein, die wenig Verschnaufpausen bietet soll heissen: es geht etwas schief und drei Figuren werden eingeschlossen und müssen ums Überleben kämpfen. Eine Reporterin, welche bald ihre kleine Tochter aus dem Kindergarten abholen müsste, ein Arbeiter, der aus Afrika geflüchtet ist und hofft, Geld zu verdienen um seine Familie freizukaufen und der aus dem Kosovo stammende Familienvater, der für das Geld zuständig ist während die Frau die zwei jugendlichen Kinder zu Hause betreut.

Alle haben ihre Schicksale, ihre Rucksäcke und ihre unterschiedlichen kulturellen Hintergründe. Das macht die Story spannend und das Setting bleibt nach wie vor ungemütlich und bleibt es auch bis am Ende. Das Setting ändert im Verlauf – aber will hier nicht verraten wohin – damit Überraschungen nicht ausgeplaudert werden und das Ansehen des Filmes mehr Spass macht.

Es wirkt aber alles sehr echt, realistisch und nachvollziehbar, vor allem auch «das Finale» – so dass man mit den Figuren mitleidet. Die Darsteller, mir allesamt unbekannt, machen einen fantastischen Job. Rasmus Kloster Bro hat, vor allem wenn man bedenkt, dass Cutterhead sein erster Film in Spielfilmlänge sein soll (hat vorher nur Kurzfilme gedreht), einen sehr guten Job gemacht. Die Grundidee und das Setting garantieren durch die Idee des eingeschlossen seins eine fesselnde und ungemütliche Spannung, die bis am Ende anhält.

Fazit: Cutterhead kann man sich gut ansehen – realistisches Kammerspiel, das bis zum Ende fesselt.

Infos:

O: Cutterhead

Dänemark 2018

R: Rasmus Kloster Bro

D: Kresimir Mikic, Christine Sønderris, Samson Semere

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 84 Min.

Gesehen am: 08.07.18 (NIFFF)

Fassungen: Film am NIFFF 2018 gesehen im O-Ton mit franz./englischen UT. Eine DVD / Blu Ray ist noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2018).

Mandy Review

NIFFF 2018 Spezial
Mandy

Story:

1983 Wildnis:

Red Miller (Nicolas Cage) bekämpft eine tödliche, religiöse Sekte, die seine Frau auf dem Gewissen haben…

Meine Meinung:

Auf Mandy war ich gespannt. Ich erfuhr erst kurz vor seiner Aufführung am Neuchatel International Fantasy Film Fest über den Film: Rache und Selbstjustiz Geschichte mit Nicolas Cage! Panos Cosmatos, der bisher nur einen Arthouse Film gedreht haben soll, führte Regie.

Doch ich wurde enttäuscht. Mandy ist zwar alles andere als ein schlechter Film, aber er hat mich nicht überzeugt. Vielleicht habe ich auch zu viel erwartet. Eine Story ist kaum vorhanden, was an sich nicht schlimm ist bei einer Rachegeschichte. Wenn in der ersten Filmhälfte aber so gut wie nichts passiert, dann ist das schlecht. Es wird nämlich sehr langweilig.

Wer auf Action und Gewalt hofft, muss auf die 2. Filmhälfte warten. Danach nimmt die Story und Logik komplett ab und Cage macht die Gegner alle nach dem anderen, viel zu einfach, platt. Der Film und seine Stilmittel (Filter, Farben, Dunkelheit, Schnittgewitter, Zeichentrickn Animationen) sorgen dafür, dass man oft kaum was erkennt, gerade als Cage gegen die Motorradkämpfer antritt. Die «coolen Stillmittel» wurden sicherlich auch eingesetzt, um das kaum vorhandene Budget zu kaschieren.

Immerhin nimmt ab dem Zeitpunkt die Langeweile ab. Die Stilmittel sind cool wie auch die Kameraführung – Retro Gefühle und Notalgie Bonus kommen auf. Was Effekte angeht, darf man mit ca. drei Splattereffekten rechnen, wobei diese zum Teil nur sehr kurz zu sehen sind.

Der Film schafft es leider nicht, durchgehend atmosphärisch zu überzeugen, was auch an vielen unfreiwilligen komischen Szenen, Dialogen und Schauspieleinlagen vom Hauptbösewicht und Nicolas Cage liegt wo man einfach nur den Kopf schütteln muss, da peinlich (das NIFFF Publikum hat diese Szenen dann entsprechend gewürdigt während der Schauen). Hintergrundinfos was Figuren und Motive angehen, werden nicht geliefert. Ein Mitglied der Sekte verschwindet auch einfach und wird von Nicolas Cage nicht gerächt – ob es also eine Fortsetzung geben wird? Oder ob sie unbewusst verschwunden ist? Letzteres wäre den Filmmachern zuzutrauen…

Fazit: Geschmackssache – mir zu langweilig (1. Filmhälfte bin ich im Kino fast eingeschlafen – war aber auch unerträglich heiss), zu trashig (ungewollt) und die an sich soliden Rache/Actionszenen in der 2. Hälfte konnten mich zu wenig überzeugen, so dass der Film nicht auf die Wunschliste kommt.

Infos:

O: Mandy

USA 2018

R: Panos Cosmatos

D: Nicolas Cage, Andrea Riseborough, Linus Roache, Bill Duke, Richard Brake

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 121 Min.

Gesehen am: 08.07.18 (NIFFF)

Fassungen: Film am NIFFF 2018 gesehen im O-Ton mit franz. UT. Eine DVD / Blu Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Juli 2018). Nachtrag 27.05.19: In D Uncut auf DVD und Blu Ray zu haben (von Koch Media).

NIFFF Bericht Tag 3

Heute standen fünf Filme auf dem Programm – einer von zwei 5er Tagen am diesjährigen NIFFF. Nur beim ersten Film, Mandy, bin ich fast eingeschlafen was a) sicher auch der Hitze geschuldet war, aber b), viel mehr der Tatsache geschuldet, dass der Film in der ersten Hälfte nichts bietet und einfach nur langweilig ist. War ausverkauft und kein guter Start in den Tag – hätte ich mir mehr versprochen. 2. schlechtester Film am diesem Tag.

Cutterhead war gut und sehenswert, aber kein Film für die Sammlung. Das gleiche gilt für Tiere – den besten Film zusammen mit Cutterhead und dem als vorletztes gezeigten Climax am dritten NIFFF Tag – in die Sammlung wandert aber keiner der Filme. Blood Fest war enttäuschend = Vorstellung frühzeitig verlassen! Bis dato schlechtester Film am NIFFF, Luz wird abgelöst.

Das Wetter und die Kinos waren meist sehr heiss, viele Vorstellungen fast voll bis voll – Klimaanlagen scheinen sie am NIFFF nach wie vor nicht zu kennen oder nicht zu brauchen…Kaum Pausen zwischen den Filmen – von einem Film gings schon zum nächsten.