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Montag, 5. September 2022

Fatman Review

Fatman

Story:

 

Ein Junge (Chance Hurstfield), der mit Santa (Mel Gibson) unzufrieden ist, hetzt diesem einen Killer (Walton Goggins) auf den Hals…

 

Meine Meinung:

 

Schon als das Grundkonzept und später der Trailer zu Fatman veröffentlicht und kommuniziert wurden, fand ich das ansprechend. Warum? Schnee, Mel Gibson und vor allem die amüsante und originelle Grundidee, dass Gibson Santa spielt, der dann von einem Killer gejagt würde. Ich mein, wie gekloppt ist das denn?

 

Aber so doof das tönt, so gut funktioniert dies. Fatman nun zum ersten Mal gesehen. Trotz Trailer wusste ich nicht im Detail, was mich erwartet. Ich mochte den Film. Kein Kracher, aber war sehr unterhaltsam und inhaltlich Mal was Anderes. Der Militär-Subplot war zunächst doof, aber sorgt dann fast für die einzige blutige Action vor dem Duell. Passt also auch.

 

Was den Cast angeht, macht Mel Gibson, nachdem er in Hollywood länger von der Bildfläche verschwand (nachdem er betrunken paar doofe Sachen sagte), im Moment alles richtig. Während andere Alt-Sars in miesen Filmen mitwirken (Steven Seagal, Bruce Willis) ist Mel Gibson eine Art kleine Auferstehung gelungen, was Filme wie Hacksaw Ridge, Boss Level (liegt noch ungesehen rum), Dragged Across Concrete (ok, den mochte ich gar nicht, kam aber allgemein gut an) oder Blood Father angehen.

 

Aber auch am restlichen Cast hatte ich Freude. Vor allem Walton Goggins als Profikiller war mega cool und wenn Marianne Jean-Baptiste sprach, kam mir immer die A24 Produktion In Fabric in den Sinn. Das Duell zwischen Mel Gibson und Walton Goggins (hat in House of 1000 Corpses wohl die beste Todesszene des Filmes spendiert bekommen) war zwar nur kurz, aber doch ziemlich cool und zuvor baute sich eine gewisse Spannung und Stimmung auf. Als sich beide aus der Ferne gegenüberstehen, hatte das sogar Italo-Western Vibes. Und das Setting ist toll (Schnee, weisser Tarnanzug etc.).

 

Fazit: Kann man gut gucken!

 

Infos:

 

O: Fatman

 

USA, Kanada, Großbritannien 2020

 

R: Eshom Nelms, Ian Nelms

 

D: Mel Gibson, Walton Goggins, Marianne Jean-Baptiste, Chance Hurstfield

 

Laufzeit der deutschen Blu: 99:47 Min.

 

Gesehen am: 20.08.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Impuls Pictures (mit Wendecover) vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität.

Sonntag, 4. September 2022

Die Bartholomäusnacht Review

Die Bartholomäusnacht

Story:

 

Frankreich 1572:

 

Königin Margot (Isabelle Adjani) wird von ihrer Familie gezwungen, Henri de Navarre (Daniel Auteuil) zu heiraten. Damit soll zwischen den Katholiken und Protestanten von nun an Frieden herrschen. Doch Margots Familie geht es jedoch gar nicht um Frieden und während der Bartholomäusnacht führen sie ein Massaker durch, um die Stadt vor Protestanten zu säubern. Auch Henri befindet sich in Lebensgefahr, während Margot mit einem Liebhaber (Vincent Perez) fliehen möchte. Doch familiäre Intrigen erschweren dies. Denn auch der aktuelle König Charles IX (Jean-Hugues Anglade) soll getötet werden…

 

Meine Meinung (bezieht sich auf die Langfassung der DVD):

 

Die Bartholomäusnacht sah ich bisher nur einmal und das ist viele Jahre her. Ich wusste eigentlich kaum mehr etwas. Ich wusste, dass es ein blutiges Massaker gibt und dies geschichtlich bedingt ist. Mehr wusste ich nicht. Als ich dieses Jahr Possession guckte war mir klar, dass ich demnächst auch Die Bartholomäusnacht auffrischen sollte. Wegen Isabelle Adjani…

 

Die Bartholomäusnacht ist eine europäische Produktion (mehrere Länder beteiligt aber vor allem Frankreich) und eine Soap Opera Love-Story-Romanze inklusive genug "tödlicher" Intrigen verpackt in ebenbesagte geschichtliche Settings um das Massaker in der Bartholomäusnacht = sehenswert! Und dass, obwohl der Film (in der Langfassung) fast drei Stunden Laufzeit bietet. Ich mochte den Film. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden.

 

Der Film ist sehr aufwändig gemacht, der Plot sehr komplex. Aber wenn der Zuschauer gut aufpasst, dann wird man früher oder später fesselnd in die Geschichte gezogen und beginnt auch, Mitgefühl und Interesse für die Figuren und den Verlauf der Geschichte zu zeigen. Eine Spannung ist vorhanden. Werden sich Margot und Henri lieben? Oder wird Margot mit ihrem neuen Liebhaber Glück finden? Wird König Charles IX durch die eigene Familie ersetzt (also getötet) werden? Das sind Inhalte, die eine Spannung generieren.

 

Wie gesagt: der Film ist extrem aufwändig. Sehr authentisch. Viele Figuren, viele Statisten, viele Kostüme und Requisiten. Auch mit Effekten wird nicht gespart (Schweine Angriff und dann natürlich das Massaker, welches sehr blutig ausgefallen ist). Da gibt’s wirklich auch Splatter-Szenen in einem europäischen Kinofilm- und Grossproduktion zu sehen. Zu sehen gibt es auch wunderbare Leistungen der Darsteller:

 

Isabelle Adjani (Possession), Jean-Hugues Anglade (Killing Zoe), eine junge Asia Argento (The Church), Thomas Kretschmann (The Stendhal Syndrome), Daniel Auteuil oder Vincent Perez waren alle toll anzusehen wie auch sämtliche anderen Figuren. Perfekte Wahl. Niemand wirkte falsch oder unpassend besetzt. Nebst Plot und Schauspielern hatte ich auch Freude an den fiesen Intrigen im Film. Da kommt so richtiges fesselndes Soap Opera Niveau zur Geltung, so dass man Figuren hasst oder sich für sie freut oder um sie trauert. Alles möglich!

 

Fazit: Packendes, spannendes und aufwändiges Epos aus Frankreich! Sehenswert!

 

Infos:

 

O: La Reine Margot

 

Deutschland, Italien, Frankreich 1994

 

R: Patrice Chéreau

 

D: Isabelle Adjani, Daniel Auteuil, Vincent Perez, Jean-Hugues Anglade, Asia Argento, Thomas Kretschmann

 

Laufzeit der deutschen DVD (Langfassung): 163:34 Min.

 

Neusichtung am: 20.08.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Capelight vor (Langfassung). Diese stellt die für mich beste Fassung dar, was die Version angeht, da alle Handlung (will ich nicht missen) und alle Gewaltszenen (ebenso) enthalten sind. Andere Fassungen sind kürzer und in Handlung und/oder Gore zensiert. Die Bildqualität der DVD erachte ich als sehr mässig für einen Film aus dem Jahr 1994. Sehr unscharf und allgemein auch viel zu dunkel. Dies scheint aber auch neue Restaurationen zu betreffen (zu dunkel). Daher weiss ich noch nicht, ob ich auf Blu-Ray upgraden werde…

Samstag, 3. September 2022

All Night Long 6 Review

All Night Long 6

Story:

 

Ein Otaku dringt in eine Wohnung ein und hält danach zwei junge Frauen (einige Reviews sagen Schwestern) gefangen. Er erniedrigt und demütigt diese, ehe er sich in Tagesträume flüchtet und am Ende die Situation eskaliert…

 

Meine Meinung:

 

Der sechste und bislang letzte Teil von Katsuya Matsumuras All Night Long Reihe (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5) reiht sich qualitativ zu den letzten zwei Filmen ein. Soll heissen: wenig Budget, wenig Effekte, erst am Ende Effekte, Kammerspiel. Wer also nur die ersten drei Filme kennt, die im Gegensatz zu den nachherigen Teilen auch im Ausland (USA, Holland etc.) veröffentlicht wurden, sollte seine Erwartungen und Euphorie klar senken.

 

Auch Teil sechs lag, wie bereits die beiden Vorgänger, nur in Japanisch und ohne englische Subs vor. Den Dialogen, Motiven oder Versuchen der Mädels, aus ihrer Situation zu entkommen, kann somit nicht gefolgt werden (ausser ihr seid der Japanischen Sprache mächtig). Das sorgt natürlich auch für lahme Szenen und Längen. Der Film spielt in einer Wohnung und der Film ist sehr dialoglastig.

 

All Night Long 6 war dennoch nach Neusichtung irgendwie weniger lahm/billig/harmlos als ich den in Erinnerung hatte. Trotzdem kein Film (mehr) für meine Sammlung. Nach dem 5. Teil, einem traumähnlichen S/M-Setting mit Erwachsenen, wird hier wieder auf jüngere Opfer zugeschnitten: Kammerspiel, in welchem ein Otaku zwei Mädels in der Wohnung bedroht, erniedrigt, sich in Tagesträume flüchtet ehe es am Ende zum obligatorischen Gemetzel kommt.

 

Dabei ist das Gezeigte bis auf die letzten 25 Minute relativ harmlos. Ab und zu gibt’s Mal eine nackte Brust in einer Traumszene des Otakus zu sehen. Ansonsten sind es vor allem verbale Erniedrigungen oder Forderungen, dem die Mädels nachkommen (sich in Badeanzügen mit Seife einreiben). Auch Aufnahmen auf Slips dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Und die armen Mädels werden dabei auch fotografiert.

 

Ungemütlich derb und blutig wird es dann erst im Finale, wo es 1-2 sehenswerte Effekte-Kreationen zu sehen gibt. Andere Szene finden verdeckt statt (da im jap. Kino Geschlechtsteile wie Penisse oder Vaginen nicht gezeigt werden dürfen), dennoch wirken diese Szenen brutal und pervers. Was Regisseur Katsuya Matsumura dem Zuschauer damit verkaufen wollte, welche Missstände er ggf. anprangert, ist nicht zu erahnen. Teilweise ist es ungemütlich gut gespielt (vor allem der Otaku) und eine gewisse, morbide Stimmung kann dem Film nicht abgesprochen werden.

 

Fazit: Nur für Fans der Reihe interessant.

 

Infos:

 

O: All night long: Daredemo yokatta

 

Japan 2009

 

R: Katsuya Matsumura

 

D: Marika Hase, Maki Kitani, Takashi Yamanaka, Megumi Yoshikawa

 

Laufzeit der jap. DVD: 86:32 Min.

 

Gesehen am: August 2009 / Neusichtung am: 20.08.22

 

Fassungen: Mir lag die jap. DVD von Creative Axa vor = Uncut, Japanischer O-Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Aug. 2022).