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Montag, 23. Oktober 2023

God's Army


Horroktober 2023

God's Army

Story:

Detektiv Thomas Dagget (Elias Koteas) gerät zwischen die Fronten im Kampf der Engel um eine Seele, welcher der verletzte Engel Simon (Eric Stoltz) in der jungen Mary (Moriah 'Shining Dove' Snyder) versteckt. Und genau hinter dieser ist Engel Gabriel (Christopher Walken) nun her, während Thomas und Mary Lehrerin (Virginia Madsen) versuchen, das Mädchen zu beschützen…

Meine Meinung (US-Fassung):

Gregory Widens Regie-Debüt kann sich sehen lassen. Umso bedauerlicher, dass er danach nie mehr als Regisseur tätig war. Die «The Prophecy» Reihe, wie sie im Original heisst, hat es immerhin auf vier weitere Fortsetzungen geschafft. God's Army mag ich. Besonders den religiösen Inhalt, der auf fantasievolle Art und Weise ausgelegt wird: Mordende Engel, sich bekämpfende Engel und selbst Lucifer darf in einem Kurzauftritt noch mitmischen! Cool und fantasievoll!

Zudem mag ich Christopher Walken (True Romance). Starke Leistung von ihm. Eine seiner besten Rollen nebst seinen Darbietungen in Filmen wie Batman Returns, Sleepy Hollow, The Sentinel, Pulp Fiction oder natürlich The Dead Zone. Jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Auch der restliche Cast kann sich, bis auf Eric Stoltz (Anaconda), sehen lassen. Mit Eric Stoltz wurde ich nicht warm, weiss nicht warum. Aber ansonsten mit Namen wie Virginia Madsen (Candyman) oder Viggo Mortensen (A History of Violence) gut besetzt. Woke-Fans von heute werfen dem Film aufgrund der Kuss-Szene mit Mary gar Pädophilie vor, lächerlich.

Ich mag den mystischen Plot, die Dialoge, die Figuren und die wenigen Horrormomente. Es gibt nicht viele Effekte zu sehen, aber die wo zu sehen sind, sind bis auf eine Szene mit dem Feuer gut geworden. Make-Up Effekte (Wunden, Leichen, Beseitigung der Leiche), CGI-Effekte (im Finale in der US-Fassung), alles wirkt rund und unterhaltsam. Auch der Humor störte mich nicht, im Gegenteil. Wenn religiöse Inhalte alle so unterhaltsam wie im Film dargestellt sind, hätte ich früher vielleicht doch den Religionsunterricht besuchen sollen.

Fazit: Sehenswerter 90er Jahre Horror mit starkem Christopher Walken und interessantem Plot!

Gefolgt von: God's Army II - Die Prophezeiung

Infos:

O: The Prophecy

USA 1995

R: Gregory Widen

D: Christopher Walken, Elias Koteas, Moriah 'Shining Dove' Snyder, Virginia Madsen, Eric Stoltz, Viggo Mortensen

Laufzeit der deutschen DVD: 97:22 Min.

Neusichtung am: Okt. 2023 / Sichtung der neuen deutschen Blu-Ray: 16.08.24

Fassungen: Die Fassung, die auf der deutschen DVD von Euro Video zu sehen ist, entspricht der US-Fassung: anderes Bildformat, neuer Beginn (nur im O-Ton und ohne Subs) und im Finale gibt es paar zusätzliche CGI-Effekte, welche in der europäischen Fassung (= Laser Paradise DVD) fehlen. Schön wäre eine Disc, auf welcher beide Fassungen zu sehen sind. Ich mag die deutsche Synchronisation. Die Qualität der DVD ist jedoch grottig: das Bild ist sehr unscharf und nicht anamorph. Daumen drücken, dass da in Zukunft eine Blu-Ray Neuauflage folgen wird. Wie im Netz zu lesen ist, soll noch 2023 in Deutschland eine neue Fassung von Plaion Pictures erscheinen. Mehr Infos dazu gibt es aber noch nicht. Nachtrag Aug. 2024: Die deutsche DVD wurde inzwischen aus der Sammlung verbannt. Nun befindet sich die Collector's Edition von Plaion Pictures in meiner Sammlung: die bietet den Film restauriert, in Deutsch/Englisch mit Subs, Poster, Karten, Booklet und Sonderverpackung. Abgesehen davon, dass mir das neue Master persönlich etwas zu dunkel gehalten wurde, im Gegensatz zur alten DVD eine Offenbarung. Das Set hat vier Discs: Den Film gibt es in der Prophecy Fassung je einmal auf Blu-Ray und UHD, dann als God's Army Fassung auf Blu-Ray und die vierte Disc ist wieder eine Blu-Ray (Bonusmaterial). Den Film mag ich noch immer. Stark. Eine der besten Arbeiten mit Christopher Walken. Ich sah nun den Film nun aktuell erstmals in der God's Army Fassung. 

Sonntag, 22. Oktober 2023

The Horrible Honeymoon Tour

 

Horroktober 2023

The Horrible Honeymoon Tour

Story:

Eric (Lee Tao-Hung) und Angi (Au-Yeung Ling-Lung) heiraten und machen Flitterwochen. Doch dann geschehen merkwürdige Ereignisse. Es gibt Tote und Zeugen wollen eine abgetrennte Hand gesehen haben. Die Polizei ermittelt, währenddessen Eric Angi des Fremdgehens bezichtigt…

Meine Meinung:

Bei The Horrible Honeymoon Tour handelt es sich um einen sehr seltenen Gruselfilm aus Taiwan aus dem Jahr 1980 mit Lee Tao-Hung (The Demons in the Flame Mountain) und Au-Yeung Ling-Lung (Filthy Guy) in den Hauptrollen. Warum der Film zwei Regisseure gelistet hat, weiss ich nicht. Ich nehme an, dass Tyrone Hsu Tien-Yung (The Red Phoenix, Six Directions of Boxing) das Sagen hatte, da Cheung Tak-Kon danach nie mehr als Regisseur tätig war.

The Horrible Honeymoon Tour ist erst Mal interessant da Horror-Genre, Taiwan-Produktion und selten. Doch ein Kracher ist der Film definitiv nicht geworden. Kurzweilig, aber nichts Besonderes. Meiner Meinung nach kann von echtem Horror nicht die Rede sein. Dafür ist der Film viel zu zahm. Ich würde eher von Grusel sprechen. Der Film bietet einige klassische Grusel- und Ghost-Motive. Die Story mit der Hand ist jedoch relativ unglaubwürdig, vor allem das am Ende offenbarte Motiv.

Lee Tao-Hung spielt Eric leider zu naiv. Dass er sofort glaubt, seine Ehefrau habe eine Affäre und danach eine vorübergehende Trennung, war unglaubwürdig und wurde Angi, toll gespielt von Au-Yeung Ling-Lung, nicht gerecht. Die Namen entsprechen der englischen Sprachfassung (mehr dazu unter Fassungen). Der Film hat also auch dramatische Elemente inklusive Motive einer Liebesgeschichte und eines Krimis. Polizeiarbeit kommt auch vor.

Die abgetrennte Hand ist, vor allem für heutige Massstäbe, billig in Szene gesetzt. Nur wo sie von einer Leiche abgetrennt wird, kann man von einem Effekt sprechen. Sonst gibt es ein-zwei Mal etwas rote Farbe, welche Wunden in einem Gesicht darstellen sollen. Ansonsten gibt es, horrortechnisch, nichts zu sehen: Kein Blut, keine Effekte, keine nackte Haut, kein Sex. Eben alles sehr zäh und konservativ.

Fazit: Wer gerne sehr seltene, alte Grusel-Filme aus Asien mag, kann einen Blick riskieren. Aber definitiv kein Kracher! Ich werde den Film vorerst für ein mögliches, zukünftiges Tauschgeschäft in der Sammlung belassen…

Infos:

O: 蜜月怪手

Taiwan 1980

R: Cheung Tak-Kon, Tyrone Hsu Tien-Yung

D: Lee Tao-Hung, Au-Yeung Ling-Lung, Chang Chi-Ping, Wang Fei, Chang Wei

Laufzeit der chinesischen DVCD: 70:51 Min.

Gesehen am: Okt. 2023

Fassungen: Mir lag die chinesische DVCD von New Inventer vor = k.A. ob Uncut oder nicht, mit Ausnahme des Vorspannes gute Bildqualität (aber Vollbild), Mandarin oder Englischer Ton (die Englische Synchro würde ich sogar als gut bezeichnen). Unter dem Titel La Main Fantôme / bạn fay mà gibt es, wie es scheint, noch eine VHS aus Vietnam. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt. Die Bilder auf dem DVCD Artwork haben nichts mit dem eigentlichen Film zu tun. 

Samstag, 21. Oktober 2023

Vampyros Lesbos


Am NIFFF 2008 signiert / Horroktober 2023

Vampyros Lesbos

Story:

Anwältin Linda (Ewa Strömberg) gerät auf einer Job-Mission auf einer abgelegenen Insel in den Bann einer lesbischen Vampirin (Soledad Miranda)…

Meine Meinung:

Vampyros Lesbos sah ich ewig nicht mehr. Ich wusste gar nichts mehr vom Film. Ich habe den Film auch mit einem anderen Jess Franco Film (Female Vampire) verwechselt und habe Linda Romay erwartet. Vampyros Lesbos hat mir sehr gut gefallen. Sicher einer der besseren Filme von Jess Franco (A Virgin Among the Living Dead, Sinfonía erótica, The Silence of the Tomb), auch trotz dem Fernbleiben von Lina Romay. Die Schönheiten Ewa Strömberg und Soledad Miranda stellen dabei einen sehenswerten Ersatz dar.

Beide haben schon öfters mit Jess Franco, der auch einen Cameo-Auftritt hinlegt, vor der Kamera gestanden (in Filmen wie She Killed in Ecstasy, Count Dracula, Eugenie de Sade, X312 - Flight to Hell). Vampyros Lesbos, in dem es allgemein weniger nackt zugeht, als der Titel suggeriert, bietet wenig Inhalt und viel fürs Auge: einen style over Substance Faktor, würde man heute sagen. Der Film fesselt und ist Traum ähnlich in Szene gesetzt. Ruhig aber fesselnd.

Der Film wirkt surreal, hypnotisch und psychedelisch. Die Farben, Kameraeinstellungen und die grossartige Musik und laszive und oft auch unterschwellige Erotik sind eine sehenswerte Kombination. Und auch die wenigen Nackt- und Erotik-Szenen sind knisternd und stark in Szene gesetzt. Auch die männlichen Nebenfiguren (kommen ohne Sexszenen aus), gespielt von Dennis Price und José Martínez Blanco (The Mummy’s Revenge, The Bloody Judge), passen gut zum mysteriösen, kaum vorhandenen Plot.

Für Mainstream-Zuschauer dürfte der Film uninteressant, wirr, lahm und langweilig erscheinen, aber Jess Franco Fans finden mit Vampyros Lesbos einen sehenswerten Beitrag vor!

Infos:

O: Vamypros Lesbos

Deutschland, Spanien 1971

R: Jess Franco

D: Ewa Strömberg, Soledad Miranda, Heidrun Kussin, Dennis Price, José Martínez Blanco, Jess Franco

Laufzeit der US-DVD: Ca. 89 Min.

Neusichtung: Okt. 2023

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Image Entertainment vor = Uncut, O-Ton (Deutsch), gute Bild- und Tonqualität. Inzwischen gibt es auch diverse Blu-Ray Fassungen, die sich lohnen: USA (Severin Films), UK (Severin Films) oder Österreich (ILLUSIONS). Die US-Disc ist zu bevorzugen, da Unmengen an Bonusmaterial.