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Samstag, 21. Oktober 2023

Vampyros Lesbos


Am NIFFF 2008 signiert / Horroktober 2023

Vampyros Lesbos

Story:

Anwältin Linda (Ewa Strömberg) gerät auf einer Job-Mission auf einer abgelegenen Insel in den Bann einer lesbischen Vampirin (Soledad Miranda)…

Meine Meinung:

Vampyros Lesbos sah ich ewig nicht mehr. Ich wusste gar nichts mehr vom Film. Ich habe den Film auch mit einem anderen Jess Franco Film (Female Vampire) verwechselt und habe Linda Romay erwartet. Vampyros Lesbos hat mir sehr gut gefallen. Sicher einer der besseren Filme von Jess Franco (A Virgin Among the Living Dead, Sinfonía erótica, The Silence of the Tomb), auch trotz dem Fernbleiben von Lina Romay. Die Schönheiten Ewa Strömberg und Soledad Miranda stellen dabei einen sehenswerten Ersatz dar.

Beide haben schon öfters mit Jess Franco, der auch einen Cameo-Auftritt hinlegt, vor der Kamera gestanden (in Filmen wie She Killed in Ecstasy, Count Dracula, Eugenie de Sade, X312 - Flight to Hell). Vampyros Lesbos, in dem es allgemein weniger nackt zugeht, als der Titel suggeriert, bietet wenig Inhalt und viel fürs Auge: einen style over Substance Faktor, würde man heute sagen. Der Film fesselt und ist Traum ähnlich in Szene gesetzt. Ruhig aber fesselnd.

Der Film wirkt surreal, hypnotisch und psychedelisch. Die Farben, Kameraeinstellungen und die grossartige Musik und laszive und oft auch unterschwellige Erotik sind eine sehenswerte Kombination. Und auch die wenigen Nackt- und Erotik-Szenen sind knisternd und stark in Szene gesetzt. Auch die männlichen Nebenfiguren (kommen ohne Sexszenen aus), gespielt von Dennis Price und José Martínez Blanco (The Mummy’s Revenge, The Bloody Judge), passen gut zum mysteriösen, kaum vorhandenen Plot.

Für Mainstream-Zuschauer dürfte der Film uninteressant, wirr, lahm und langweilig erscheinen, aber Jess Franco Fans finden mit Vampyros Lesbos einen sehenswerten Beitrag vor!

Infos:

O: Vamypros Lesbos

Deutschland, Spanien 1971

R: Jess Franco

D: Ewa Strömberg, Soledad Miranda, Heidrun Kussin, Dennis Price, José Martínez Blanco, Jess Franco

Laufzeit der US-DVD: Ca. 89 Min.

Neusichtung: Okt. 2023

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Image Entertainment vor = Uncut, O-Ton (Deutsch), gute Bild- und Tonqualität. Inzwischen gibt es auch diverse Blu-Ray Fassungen, die sich lohnen: USA (Severin Films), UK (Severin Films) oder Österreich (ILLUSIONS). Die US-Disc ist zu bevorzugen, da Unmengen an Bonusmaterial.

Freitag, 20. Oktober 2023

Update

Zu Ehren von Jeff Burr, der am 10.10.23 verstarb, gab es eine Neusichtung und damit ein neues Review zu:


- Night of the Scarecrow



RIP





Night of the Scarecrow

Night of the Scarecrow

Story:

Ein ehemaliger Warlock (John Lazar) wird durch Zufall als Vogelscheuche (Howard Swain) zum Leben erweckt, und rächt sich an seinen Mördern…

Meine Meinung:

Night of the Scarecrow, ein Mitte der 90er Jahre Horrorfilm um eine Vogelscheuche, hat die 2. Sichtung bestanden. Der Film wurde zu Ehren von Jeff Burr, der am 10.10.23 verstorben ist, neu angesehen. Jeff Burr hat zwar nur eine kleine Anzahl von Filmen gedreht, sich dabei aber bei Horrorfilmfans mit Filmen wie Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III, Stepfather 2, From a Whisper to a Scream oder Pumpkinhead II: Blood Wings einen Namen gemacht. Ein Mann für Fortsetzungen.

Night of the Scarecrow mag zwar nicht ein sonderlich hohes Budget haben, aber der Film ist sehr solide, souverän und unterhaltsam geworden. Der Film ist mehr oder weniger ein Slasher, wobei die Vorgeschichte mit dem Warlock fast schon an H.P. Lovecraft erinnert. Die Szenen waren stimmungsvoll. Es gibt nicht viele Horrorfilme mit Vogelscheuchen. Spontan kommt mir da nur der 1988er Film Scarecrows in den Sinn, der in den USA von MGM vertrieben wurde.

Der Film bietet all die 08/15 Slasher-Klischees, die sich der Fan von dem Genre nur wünschen kann. Ich mochte die Kleinstadtstimmung, das Vogelscheuchen-Aussehen und die innovativen und zuweilen brutalen Morde. In ein bis zwei Szenen kam fast Tentakel-Sex-Feeling à la einem japanischen Adult-Anime auf. Besonders die Szene im Van war in der Hinsicht, auch optisch und wie geschnitten, toll anzusehen. Die Effekte sind in der Hinsicht, Low-Budget hin oder her, erstklassig und gelungen, zumal es im Finale sogar noch eine echte Explosion zu bewundern gibt.

Die Figuren, vor allem die Opfer, sind mehr oder weniger unsympathisch. Diese wurden aber bewusst so charakterisiert. Das hat Charme und war amüsant (der Priester mit dem Sex-Magazin z.B.). Wo der Film hingegen unglaubwürdig ist, ist das Alter seiner (Jugendlichen?) Figuren: weder Elizabeth Barondes noch John Mese nimmt man das junge Jugendpaar ab. Vor allem John Mese wirkte viel zu alt für diese Rolle. Die Dinner-Szene, in welcher Elizabeth John ihrer Familie vorstellt, war sehr sonderbar und schräg in Szene gesetzt.

Fazit: Wer gerne 08/15 Slasher mit Kleinstadt-Stimmung mag, wird mit Night of the Scarecrow voll auf seine Kosten kommen inklusive einiger sehr fantasievoller Tötungsszenen.

Infos:

O: Night of the Scarecrow

USA 1995

R: Jeff Burr

D: Elizabeth Barondes, John Mese, Stephen Root, Bruce Glover, Dirk Blocker, Howard Swain, Gary Lockwood, John Hawkes,

Laufzeit der US-Blu: 85:02 Min.

Gesehen am: April 2014 / Neusichtung am: 16.10.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Olive Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Extras (Audiokommentar von Jeff Burr). Einziges Manko, wenn man so will: keine englischen Subs. Gibt es in Deutschland nur als Vollbild-DVD (als Night of the Scarecrow - Die Nacht der Krähe).