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Dienstag, 5. September 2023

Der Mann, der lacht

Der Mann, der lacht

Story:

England im Jahr 1960:

Gwynplaines Vater wird vom König (Sam De Grasse) getötet und Gwynplaine (Conrad Veidt) selbst entstellt: ein Comprachicos Chirurg (George Siegmann) verstümmelt den Jungen im Gesicht, so dass dieser immer gezwungen ist, "zu lächeln". Danach wird Gwynplaine in die Verdammnis geschickt. Er findet ein blindes Baby und wird von Ursus (Cesare Gravina), der einen Wanderzirkus/Freakshow führt, aufgenommen. Aus dem blinden Baby wird eine junge Frau – Dea (Mary Philbin) ist ihr Name. Dea und Gwynplaine verlieben sich, doch dann holt Gwynplaine seine Vergangenheit ein…

Meine Meinung:

Der Mann, der lacht ist ein Stummfilm-Klassiker des deutschen Regisseurs Paul Leni, der jedoch in den USA Filme gedreht hat. Mit Stummfilmen kenne ich mich nicht aus. Ich habe früher Mal vereinzelt den ein oder anderen gesehen und die kamen nicht in die Sammlung (Vampyr). Auch Nosferatu (im Kino gesehen) überzeugte mich nicht durchgehend. Red Heroine, am NIFFF gesehen, war ganz nett. Metropolis war der interessanteste Stummfilm, den ich bisher gesehen habe.

Das Interesse an Stummfilmen ist sehr klein. Der Mann, der lacht bekam ich geschenkt. Und Geschenke werden geschaut, auch wenn ich bereits im Voraus wusste, dass der Film wahrscheinlich nichts für meine Film-Sammlung werden wird. Und ich sollte recht behalten. Der Film, dessen Artwork schön aussieht und von der Grundidee mit dem fiesen Lächeln an den Horrorfilm Smile erinnert (eine der 2022er Kino-Überraschungen), kann man gut einmal schauen, aber im Grossen und Ganzen war mir der Plot einfach zu langweilig. Der Film hat in meinen Augen auch kaum etwas mit Horror oder Grusel zu tun – abgesehen von paar wenigen, stimmungsvollen Aufnahmen/Szenen. Es handelt sich um ein Melodrama und Liebesgeschichte.

Technisch (Requisiten, Schauspiel, Bildsprache) gibt es hingegen nichts zu motzen. Mit Conrad Veidt (Das Cabinet des Dr. Caligari), Mary Philbin (Das Phantom der Oper) oder Olga Baclanova (Freaks) wurde der Film mit dazumal gern gesehenen Darstellern auch gut besetzt, zumal die zwei Frauen auch hübsch anzusehen sind. Die Make-Up Fratze sieht in der Tat gruselig und cool aus. Diese soll später das Aussehen von Joker (Batman Gegenspieler) in den 40er Jahren (Batman Filme? Batman Serien? Batman Comics?) inspiriert haben. Die Musik fand ich wenig speziell, die Action am Ende überzeugte mich nicht. Cool fand ich das Detail um die Comprachicos. Wiki sagt dazu:

"Aus dem Englischen übersetzt-Comprachicos sind angebliche Gruppen in der Folklore, die das körperliche Erscheinungsbild von Menschen verändern sollen, indem sie heranwachsende Kinder manipulieren, ähnlich wie die gärtnerische Methode der Bonsai – das heißt, absichtliche Verstümmelung.

Das hingegen ist ein passendes Sujet für alptraumhafte Horrorszenarien und ein interessantes Detail.

Fazit: Nichts für meine Film-Sammlung. Wer jedoch Stummfilme mag, kommt um diesen Klassiker und diese Roman-Verfilmung nicht herum!

Infos:

O: The Man Who Laughs

USA 1928

R: Paul Leni

D: Conrad Veidt, Mary Philbin, Olga Baclanova, Josephine Crowell, George Siegmann, Brandon Hurst, Sam De Grasse, Cesare Gravina

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 110:12 Min.

Gesehen am: 06.08.23

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook von Wicked-Vision Media vor. Im Set sind zwei Filmfassungen enthalten. Einmal die Originalfassung auf DVD und Blu-Ray und einmal die deutsche Fassung (auch je DVD und Blu-Ray). Die Originalfassung hat deutsche Subs. Beim Ton/Musik kann zwischen der 1928er oder 2018er (Filmscore vom Berklee Silent Film Orchestra) ausgewählt werden. Ich hörte den 1928er Ton, der andere gefiel mir beim Intro in den Film gar nicht. Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Film Uncut und das Mediabook gibt Infos zur Entstehung und Produktion wieder. Fassung wurde verkauft. 

Montag, 4. September 2023

The Legend of Mother Goddess

The Legend of Mother Goddess

Story:

Sung-Dynastie:

Mak-Leung (Judy Lee) bekommt von einem Drachen, der sich in einen kleinen Jungen verwandelt, ein Buch geschenkt. Der Junge sagt, er handle im Auftrag von Gott. Mit dem Buch soll Mak-Leung die Welt retten. Dazu braucht sie aber die Hilfe eines Taoist-Priesters…

Meine Meinung:

The Legend of Mother Goddess wiederzugeben fällt nicht einfach, da die Fassung keine englischen Untertitel hatte und es wohl um buddhistische Inhalte geht – inklusive Götter, als Seele den Körper verlassen, Monster und sich von Drachen in Jungen verwandeln und Co.! Hört und sieht, wenn man im Internet Bilder zum Film anschaut, auch herrlich vielversprechend und charmant aus. Und dazu noch mit Kung Fu Star Judy Lee (Revengeful Swordswoman)! Was will man mehr?

Mehr Abwechslung, mehr Action, mehr Monster, mehr Effekte, mehr Charme. Das hätte ich gewollt und mir gewünscht. Leider ist The Legend of Mother Goddess kein Kracher. Der Film nervt zwar nicht wie andere Filme dieser Art (Kinder-Figuren), aber es gibt doch deutlich mehr Längen als Sehenswertes. Daran ändert auch Judy Lee nichts. Der Fantasy-Aspekt war mir viel zu klein und schlecht über die Handlung verteilt. Der Film hat gefühlt drei Szenen, die tolle Effekte-Kreationen, Gummimonster à la Godzilla und Co. zeigen. Das ist sehr wenig!

Die Effekte haben meinen Geschmack jedoch getroffen. Es gibt zwei Drachen. Einen kleinen und einen grossen. Daneben eine Art Dinosaurier, der dem aus The Boy and a Magic Box ähnelt, während der Drache an Filme wie Flying Dragon Attacks, The Fairy and the Devil oder Tsu Hong Wu erinnert. Vielleicht sogar das gleiche Modell oder teilweise die gleichen Szenen. Da wurde auch oft gestohlen. Judy Lee macht ihre Sache souverän, aber in Sachen Kung Fu ist sie klar unterfordert.

Der Plot hat halt Längen. Da passiert nicht viel Aufregendes. Sehr dialoglastig. Ich bezweifle, das verständliche englische Untertitel den Film sonderlich interessanter gestaltet hätten. Wohl nicht. Auf eine Art und Weise hat mich der Plot an die Shaw Brothers Komödien The Mad Monk und The Mad Monk Strikes Again erinnert, auch wenn in diesen natürlich der Monster- und Fantasy-Effekt fehlt und die Dinger mehr Richtung Komödie gehen. Aber auch dort sorgt ein Titelheld, ein Priester, mit Magie für Recht und Ordnung.

Fazit: Bleibt nur aufgrund der tollen, aber wenigen Effekten und Tricktechnik/Monster-Kreaturen und zwei zugedrückten Augen in der Sammlung. Erwartungen klein halten!

Infos:

O: Ma Zu Shou Yao

Taiwan 1975

R: Hou Cheng

D: Judy Lee, Yueh Yang, Wang Tai-Lang, Chang Yi-Kuai, Li Li-Hua

Laufzeit der TW-DVD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: 06.08.23

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Taiwan von Hoker Records vor = Schuber, O-Ton mit festen chinesischen Subs (keine englischen Subs), Uncut, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2023). Eine Fassung in Mandarin mit englischen Subs ist mir nicht bekannt.

Sonntag, 3. September 2023

Fearless Match

Fearless Match

Story:

Polizist Chu (Danny Lee) ist für die Rookies Fu und Fat (Fan Siu-Wong und Yang Chung-Hsien) zuständig. Diese legen sich mit Triaden (u.a. Ricky Yi Fan-Wai) an…

Meine Meinung:

Fearless Match lag seit fünf Jahren ungesehen rum. Ich bin nun dran, den Berg von fast 800 ungesehenen Titeln leicht zu reduzieren. Der Berg wird vom Kino aus Asien, vor allem aus Hong Kong und Taiwan und VHS-Fassungen, dominiert. Fearless Match ist grundsolide, aber zu wenig aus der Masse herausragend, um in die Sammlung aufgenommen zu werden. Das ist natürlich Geschmackssache. Aber irgendwo muss ich auch Grenzen ziehen und strenger werden.

Fearless Match ist ein moderner Film aus Hong Kong. Polizei- und Triaden-Setting. Der Film, dessen Plot zunächst wie frühere Kung Fu Filme episodenhaft wirkt, braucht gut 33 Minuten, bis die eigentliche Geschichte langsam ins Rollen gerät. Da gibt es diverse Sub-Plots, in denen Fu und Fat vorgestellt werden, die Karriereleiter hochklettern und/oder sich an einem Taekwondo-Turnier versuchen – und in diesem gegen ihren fiesen Gweilo Vorgesetzen (nur Big Tony genannt = Darsteller unbekannt) kämpfen. Tut nichts zur Handlung, aber nette Action.

Erst danach nimmt der Plot langsam Fahrt auf. Zwar gibt es immer Mal wieder etwas Action – Prügeleien, Shoot-Outs oder Gruppen-Kampfszenen etc., aber nichts, was vom Hocker haut. Das gilt auch für den Cast. Danny Lee (Love to Kill) hat einfach zu viele solche Rollen gespielt. Dasselbe gilt für Shing Fui-On (Running Mate), auch wenn er hier quasi «den guten und besinnlichen Triaden-Boss» spielt. Der eigentliche Bösewicht ist Ricky Yi Fan-Wai. Vom jungen Cop-Duo darf Story of Ricky Star Fan Siu-Wong paar Kampfdemonstrationen präsentieren. Dennoch wirkt das nicht wirklich speziell fesselnd, was der Zuschauer in Herman Yaus (Cop Image) Film zu sehen bekommt. Andere Stars waren mir da deutlich sympathischer und hatten mehr Charisma.

Fazit: Grundsolide, aber nichts Spezielles! Fans aus HK können einen Blick riskieren…

Infos:

O: Co Saang Zi Duk

HK 1994

R: Herman Yau

D: Danny Lee, Fan Siu-Wong, Yang Chung-Hsien, Ricky Yi Fan-Wai, Shing Fui-On, Parkman Wong Pak-Man, Yip Ting

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 06.08.23

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Hong Kong von City Connection vor = O-Ton, englische Subs, solide Bildqualität, statt Widescreen nur Vollbild (jedoch wenig störend in den Actionszenen). Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: Aug. 2023). LD und VCD haben ein besseres Bildformat, dafür keine englischen Subs.