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Montag, 21. Januar 2019

Special Mission: Beauty Corps Review

Special Mission: Beauty Corps

Story:

Sandy und Suzy sitzen in einem KZ in Vietnam ein, wo sie Arbeiten verrichten und den männlichen Wärtern zur Verfügung stehen müssen. Zusammen mit den drei Gefangenen Maria, Tina und Guenmey gelingt ihnen die Flucht nach Manila. Sie wollen die Vergangenheit hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Dies glückt allen ausser Guenmey, welche in die Kriminalität rutscht, zu dessen Opfer sie wird. Die anderen Mädels planen Rache an den Gangstern, die Guenmey auf dem Gewissen haben…

Meine Meinung:

Special Mission: Beauty Corps ist ein sehr unbekannter Anfang 90er Jahre Actionfilm aus Südkorea, der scheinbar nie ausserhalb des Landes aufgeführt und/oder gezeigt/veröffentlicht wurde. Das hat seinen Reiz, zumal der Film im modernen Setting spielt. Ich erhoffte mit viel Frauenpower in Form von Actionszenen (Martial Arts und Shoot-Outs).

Interessant war auch die Tatsache, dass man eine ausländische Frau in den Reihen hatte – dies war auch oft im HK Action-Kino, an welchem sich der Film sichtlich orientiert (Girls with Guns Genre), der Fall wenn man sich Rollen von Cynthia Rothrock, Karen Sheperd, Kim Maree Penn, Sophia M. Crawford oder Saskia Van Rijswijk in HK-Actionfilmen aus dieser Zeit anschaut. Über die Blondine, welche einer der rächenden Frauen und Hauptrollen spielt, konnte ich nichts in Erfahrung bringen.

Die Story ist simpel und man kann dieser auch ohne Untertitel gut Folgen. Überrascht hat mich der Anfang des Filmes, der direkt aus einem WIP-Streifen stammen könnte statt dem Girls with Guns Genre. Doch nach der Flucht wechselt der Film ins moderne Setting, wo Fäuste und Shoot-Outs die Szenerie beherrschen, mit hier und da angedeuteten Schmuddel-Szenen (Massagen, Prostitution, Drogen…) ohne dabei allzu grob ins Detail zu gehen (z.B. sieht man keine nackte Haut).

Was die Actionszenen angehen, sind diese okay und solide, aber im Vergleich zum HK-Kino aus dieser Zeit, hat Special Mission: Beauty Corps in dieser Hinsicht keine Chance. Zu klein ist das Budget, zu schwach die Choreographie / Kameraführung und zu uneffektiv sind die Shoot-Outs (Mehrheitlich unblutig). Löblich sind die Explosionen im Finale, aber auch hier: wenn man vom HK Actionkino aus dieser Zeit verwöhnt ist, dann wird man mit den Actionszenen kein Spektakel vorfinden. Man sollte also die Erwartungen anpassen und klein halten. Auch die Anzahl der Actionszenen ist mehr klein als oft gezeigt, so dass man sich auch auf lahmes Füllmaterial zwischen den Actionszenen einstellen muss.

Fazit: Für Fans von seltenen, obskuren Titeln ist dieser solide Girls with Guns Film interessant, da aus Südkorea stammend und ausserhalb des Landes unbekannt. Die Motivation sieht man der Produktion an, vor allem was die Darstellung der Darstellerinnen angehen. Kann man sich ansehen, sollte die Erwartungen aber klein halten (vor allem im Vergleich zum HK Actionkino aus dieser Zeitspanne).

Infos:

O: Teugmyeong minyeogundan

Südkorea 1992

R: Jo Myeong-hwa

D: Kang Ri-Na, Mara Toredo

Laufzeit des koreanischen VHS: Ca. 93 Min.

Gesehen am: 18.11.18

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Daewoo vor = gute Bildqualität, Uncut, Koreanischer O-Ton. Eine DVD Fassung ist mir ebenso wenig bekannt wie eine deutschsprachige oder eine untertitelte O-Ton Fassung (Stand: Nov. 2018).

Freitag, 18. Januar 2019

Update

Zu Ehren von Thelma Tixou, die am Dienstag dieser Woche verstarb, gab es eine Neusichtung zum Film Santa Sangre und ein komplett überarbeitetes Review:


- Santa Sangre



Und nicht vergessen:

Das reguläre Update von dieser Woche = HIER KLICKEN




Santa Sangre Review

Santa Sangre

Story:

Fenix (Adan Jodorowsky/Axel Jodorowsky) muss mit Kind mitansehen, wie seine Mutter (Blanca Guerra) sexuelle Affären zwischen ihrem Ehemann (Guy Stockwell) und einer Zirkusangestellten (Thelma Tixou) aufdeckt. Das hat zur Folge, dass Fenix Mutter die Arme abgetrennt werden und sich sein Vater danach selbst tötet während seine Affäre, die tätowierte Frau samt Anhang (Faviola Elenka Tapia/Sabrina Dennison), verschwindet. Fenix landet in der psychiatrischen Anstalt wo er als junger Mann ins Leben entlassen wird – doch als er auf seine Mutter trifft, beginnt ein blutiger Rachefeldzug…

Meine Meinung:

Arthouse Regisseur Alejandro Jodorowsky, der nur eine kleine Anzahl Filme drehte aber damit Weltruhm erreichte (vor allem dank seinem surrealistischem Western El Topo), landete 1989 nach längerer Filmpause (über zehn Jahre) ein gelungenes Comeback, welches sich sehen lassen kann!

Mit Hilfe von italienischer Finanzkraft in Form von Claudio Argento, dem Bruder des legendären Ital. Filmemachers Dario Argento, schuf der Chilene Alejandro Jodorowsky Santa Sangre, in welchem er mind. in einer Szene dem Ital. Giallo Tribut zollte (der ersten Morde ist Spitzenklasse gefilmt und eingefangen worden – könnte aus einem Ital. Giallo stammen).

Der Film, ein Mix aus surrealistischem Rachefilm, Giallo, Drama und Liebesgeschichte, könnte man genau so gut wie folgt umschrieben: ein durch und durch fantastisches, absolut surrealistisches Märchen! Denn so wirkte Santa Sangre auf mich: wie ein Erwachsenenmärchen – wunderschön und voller optischer Kraft und Präsenz!

Der Inhalt ist zweitrangig – aber der surrealistische Hauch des Filmes ist einzigartig und stark. Dies gab dem Film eine ganz besondere Note. Man fiebert mit – eine schöne Liebesgeschichte mit untypischem Happy End gibt es auch. Die Figuren sind mysteriös, sonderbar, reizvoll, stechen ins Auge – da gibt es viele verschiedene Figuren, egal ob Taubstumme, sektenartige Charaktere, Kleinwüchsige, Zirkusvolk oder die schrille Thelma Tixou als tätowierte Frau und Affäre – die leider Anfang 2019 verstorben ist – ihr zu Ehren wurde Santa Sangre nach über zehn Jahren auch wieder gesichtet.

Zwar scheidet sie ab Mitte des Filmes aus – aber ihre Präsenz durch ihren Körpereinsatz und die Tattoos sind in Erinnerung bleibend! Auch die anderen Darsteller machen einen grossartigen Job. Man nimmt jeder Person ihre Rolle ab. Sehenswert gespielt, optisch absolut passend. Alejandro Jodorowsky lässt auch viele Familienmitglieder auflaufen, wenn es um die Rollenverteilung geht (Adan Jodorowsky, Axel Jodorowsky) und jeder erfüllt seinen Job mit grosser Präzision, viel Leidenschaft und Temperament (Blanca Guerra).

Dazu gibt es viel Zeitgeist-Geschichte (Sozialkritik, Kritik an der Kirche), persönliche Einflüsse (Alejandro Jodorowsky arbeitete früher auch als Clown bei einem Zirkus), exotisches Mexiko-Flair und einen tollen Soundtrack inklusiver hörenswerter Musikuntermalung und Gesang!

Fazit: Es ist lange her, seit ich die Filme von Alejandro Jodorowsky gesehen habe (bisher blieb es bei Erstsichtungen, die über zehn Jahre her sind). Nach erneuter Sichtung von Santa Sangre kann ich sagen, dass mir dieser Film auch heute noch sehr gut gefallen hat – wenn nicht sogar besser als früher! Ein durch und durch besonderer und interessanter Film, in dessen Welt es sich einzutauchen lohnt!

Infos:

O: Santa Sangre

Italien, Mexiko 1989

R: Alejandro Jodorowsky

D: Adan Jodorowsky, Axel Jodorowsky, Guy Stockwell, Blanca Guerra, Thelma Tixou, Faviola Elenka Tapia, Sabrina Dennison

Laufzeit der deutschen DVD: 118:05 Min.

Gesehen am: Februar 2007 / Review überarbeitet: 16.01.19

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Legend vor = Uncut, Booklet, gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit dt. Subs. Wurde in deren Reihe Kino Kontrovers (Nr. 6 der Reihe) veröffentlicht. Wer eine Blu-Ray möchte muss zu Importen greifen (USA, Frankreich, England, Japan).