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Sonntag, 17. September 2023

Crocodile

Crocodile

Story:

Ein Krokodil terrorisiert Badegäste und die Einwohner eines kleinen Fischerdorfes. Mehrere Männer machen es sich zum Ziel, das Krokodil unschädlich zu machen…

Meine Meinung (Thai. Fassung):

Die Entstehungsgeschichte zu Crocodile ist kompliziert. 1978 wurde in Südkorea Crocodile Fangs von Won-se Lee gedreht (mehr Infos gibt es dazu auf der US-Blu-Ray im Bonusmaterial) = Jaws Kopie mit Krokodil. Laut einem thai. gesprochenen Trailer eine Co-Produktion zwischen Südkorea und Hong Kong. Ein Jahr später folgte Crocodile als Thai. Film von Effekte-Künstler Sompote Sands (Magic Lizard). Dieser beansprucht den Film für sich. Allerdings nahm es Sompote Sands mit Rechten in seiner Karriere als Regisseur nie so genau (jahrelange Streitigkeiten vor Gericht zwischen Chaiyo Productions und Tsuburaya Productions aufgrund von Ultraman Rechten). Dazu kommt, dass Sompote Sands scheinbar noch Szenen aus seinen anderen Krokodil-Filmen (Krai Thong & Krai Thong 2) ins Werk hat einfliessen lassen. Für den US-Markt wurde Crocodile dann nochmals verändert (neue Szenenreihenfolge, andere Musik, neue Szenen gedreht). Bei der US-Version führte Dick Randall Regie.

Crocodile hat mir gefallen. Teilweise ist es wirklich fast ein 1:1 Jaws Rip-off. Aber eines der besseren. Im Vergleich zu Deep Blood um Welten besser und auch actionreicher als z.B. Aatank. Der Film beginnt düster, stürmisch und mit toller Kulisse und Miniaturbauten/Effekten (Sturmfluten, Atombombe, Krokodil). Diese Szenen sollen auch aus einem anderen Thai. Film stammen. Das Krokodil ist mehrheitlich sehr cool getrickst – wie es z.B. die Dörfer zerstört oder am Ende das Boot bekämpft, ist der Wahnsinn! Effekte genau nach meinem Geschmack. Zwischendurch wechselt die Grösse des Tieres und/oder werden Szenen von echten Krokodilen eingeblendet. 

Apropos echte Krokodile: es soll auch ein echtes Tier für den Film getötet wurden sein. Die Szene habe ich aber verpasst. Ob die nur in der koreanischen oder amerikanischen Fassung zu sehen ist? Nackte Tatsachen gibt es z.B. nur in der US-Fassung zu sehen. Ansonsten gibt es blutige Fress-Szenen und viele abgetrennte Körperteile, die im Wasser treiben. Die Effekte von Sompote Sands sind, wie immer (siehe Filme wie The 6 Ultra Brothers vs. the Monster Army), genau nach meinem Geschmack und haben viel Charme. Schön! Die Highlights bestehen nebst Effekten/Intro in der Zerstörung des Dorfes und dem langen, actionreichen Finale. Die 2. Disc (VCD) besteht fast nur aus Tierhorror-Action. Dafür gab es in der ersten Filmhälfte doch auch viele lahme Längen. Der Cast ist mir unbekannt, macht seine Sache aber solide.

Fazit: Charmanter Tierhorror mit sympathischen Effekten!

Infos:

O: Chorakhe

Thailand 1979

R: Sompote Sands

D: Nard Poowanai, Manop Aussawathep

Laufzeit der thai. VCD: 58:37 Min. (1. Disc) / 35:07 Min. (2. Disc)

Gesehen am: 27.08.23

Fassungen: Mir lag die VCD aus Thailand vor = Thai. Originalfassung in Vollbild, in Thai., keine Subs, Uncut. Mässige bis solide Bildqualität. Gibt es auch auf DVD. Die US-Fassung wurde vor kurzem von Synapse Films auf Blu-Ray veröffentlicht (nur US-Fassung). Als Bonus gibt es dort ein Interview mit Won-se Lee zu sehen, der Infos zu seiner Ursprungsfassung wiedergibt. Die Original-Korea Fassung gibt es ggf. als VHS in Südkorea. In Deutschland unter Krokodile oder Crocodile auf VHS und DVD zu haben (müsste die Internationale US-Fassung sein).

Artwork der VHS aus Südkorea:



Samstag, 16. September 2023

Killer sterben einsam

Killer sterben einsam

Story:

Amerikaner Albert Morgan (Maurizio Merli) wird von Roberto Micheli (Mel Ferrer) erpresst. In dessen Auftrag fliegt er nach Italien und begeht einen Mord. Danach sollte die Heimreise in die USA folgen, doch ein Unglück jagt das nächste und nichts kommt, wie geplant…

Meine Meinung:

Es ist ja löblich, dass Labels wie Cineploit Records auch solche Filme raushauen, aber leider ist Killer sterben einsam wirklich kein Kracher und nichts für die Sammlung. Maurizio Merli (Die Gewalt bin ich) hin oder her. Der Film ist in meinen Augen mehr lahmes Drama und Love-Story im Gangster-Setting, statt ein echter Poliziotteschi. Sehr langweilig das Ganze!

Dabei beginnt der Film gar nicht schlecht und ich mag Maurizio Merli. Aber danach kommen die Längen. Praktisch keine Action-Szenen. Und der Plot war irgendwie auch hohl. Warum lässt Roberto Micheli, gespielt von Mel Ferrer (Eaten Alive), die Zielperson nicht selbst durch seine zwei Killer töten? Warum die Sache mit der aufwändigen Erpressung und dem damit verbundenen Risiko, dafür extra Merlin aus den USA einfliegen zu lassen?

Dazu kommt, dass die Musik wenig speziell war. Nichts, was vom Hocker haut oder in Erinnerung bleibt. Die Dramatik, die ab dem Mittelteil bis zum Finale herrscht, ist schier unglaubwürdig und unfreiwillig komisch. Die wenigen Action-Szenen sind unspektakulär und harmlos. Maurizio Merli agiert aber ganz gut, so auch Nathalie Delon, die zudem was fürs Auge bietet (wobei es keinen wirklichen Nackt- und Erotikfaktor gibt). 

Franco Garofalo (Die Hölle der lebenden Toten) spielt einen der beiden Killer von Mel Ferrer und tut dies sehr solide. Seine Erfahrung merkt man ihm an. Das Ende war nicht nur unglaubwürdig, sondern, vor allem weil es auch wirklich ernst und dramatisch sein sollte, unfreiwillig komisch. Kein Wunder war der Film ein Flop an den Kinokassen. Schade um Maurizio Merli, der in diesem Film auch seinen Schnauz verliert!

Infos:

O: I Gabbiani volano basso

Italien 1978

R: Giorgio Cristallini

D: Maurizio Merli, Mel Ferrer, Nathalie Delon, Franco Garofalo

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:53 Min.

Gesehen am: 23.08.23

Fassungen: Mir lag die deutschsprachige Blu-Ray aus Österreich von Cineploit Records vor = Mediabook mit Booklet in Deutsch/Englisch, einer Blu-Ray und einem Poster. Den Film kann in Deutsch, Englisch oder Ital. mit Untertiteln (Deutsch/Englisch) geschaut werden. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Als Bonus gibt es u.a. den Soundtrack und eine Featurette zu Maurizio Merli. Uncut.

Freitag, 15. September 2023

Brain Cheese Buffet

 

Brain Cheese Buffet

Inhalt:

"You've seen Cannibal Holocaust.

You've seen Salo.

You've seen Nekromantik.

You ain't seen shit!

Zombie prostitutes, religious rapists, horny werewolves, death by vomit, and sexual fetishes scraped off the sidewalk. From sex prisons to mafia torture chambers, hold on tight because you're about to enter the perverted and twisted mind of Edward Lee. Once you've seen what he hast o show you - there's no coming back.

Brain Cheese Buffet collects nine of Lee's most sought after tales of violence and body fluids. Featuring the Stoker-nominated «Mr. Torso, »the legendary gross-out piece «The Dritiphilist, »the notorious» The McCrath Model SS40-C, Series S» and six more stories to test your gag reflex."

Meine Meinung:

Brain Cheese Buffet war zwischen 2010-2011 das erste Buch von Edward Lee (The Stickmen, The Dunwich Romance, Sacrifice, Header 3, Portrait of the Psychopath as a Young Woman), welches ich gelesen habe. Es ist eine Ansammlung von mehreren, älteren Kurzgeschichten. Dazumal fand ich es extrem gut, heute noch immer, auch wenn ich bei einigen Geschichten paar Abstriche machen muss. Die Wirkung war nicht mehrt 100% die gleiche, da ich paar Sachen noch wusste.

Es handelt sich um neun Kurzgeschichten. Starten tut das Buch mit Mr. Torso. Diese Story fand ich nach wie vor sehr gut bis auf die philosophischen Ansätze. In anderen Romanen von Edward Lee dient das Thema Philosophie hier und da als Hauptthema – und das Gebiet finde ich halt eher zäh und lahm. Deswegen gab es bei der Story Abstriche. Rein von der perversen Fantasie und dem Backwood- und Redneck-Thema, immer gern gesehen bei Edward Lee, war die Kurzgeschichte aber hübsch innovativ und pervers.

Miss Torso, die 2. Geschichte, nimmt am Ende in einer amüsanten Pointe, Bezug zu Mr. Torso. Diese Story war überzeugt durch das Gangster-Setting und die vulgären Kraftausdrücke. Und viel perversen Sex. Apropos Bezüge: die Story handelt auch von Gangster-Boss Vinchetti bzw. dieser findet an mehreren Stellen eine Erwähnung. Und der kommt auch in anderen Kurz- und Lang-Romanen von Edward Lee immer wieder vor = The McCrath Model SS40-C, Series S, The Pig oder Header 2. Das finde ich cool.

Grub Girl in the Prison of Dead Women ist einer der schwächeren Kurzgeschichten in diesem Buch. Noch immer kurzweilig, amüsant und unterhaltsam, aber inhaltlich nichts Besonderes und nichts Spezielles: Zombies, Endzeit-Setting, WIP-Feeling und viel Splatter- und Gewalt! Gefolgt von The Dritiphilist, der wohl perversesten Geschichte des Buches mit viel Ekelfaktor und daher genau nach meinem Geschmack! Ob es dieses Krankheitsbild/Fetisch wirklich gibt? Wohlmöglich! Wer es gerne eklig, sonderbar und krank mag, wird die Story lieben! Makak war cool: Dschungel-Setting mit US-Kriminellen im südamerikanischen Busch, Drogen- und Gangstergeschäfte mit bizarrem, wenn auch vorhersehbarem Ende.

The Mother war guter Durchschnitt, kommt aber nicht an den Grossteil der anderen Geschichten heran. Vielleicht die 3. schlechteste Story in dem Buch. Paar amüsante Details (Ehemann als Voyeur), aber ansonsten auch relativ zahm. Danach folgt mit The Wrong Guy die für mich persönlich schwächste Geschichte: zwei Frauen bringen Männer um. Gegen die Patriarchen. Würde gut zur heutigen Woke-Zeit passen. Lee hat das aber sicher nicht deswegen geschrieben, sondern mehr à la Psycho Sisters (USA, 1988, Film) plus Werwolf-Inhalt. Schmerzhafte Folter- und Sex-Beschreibungen, aber sonst nichts Spezielles.

The Baby war sehr eklig. Und beinhaltet, fast schon grenzüberschreitend, auch ein Baby. Kranke Fantasie mit fiesem Ende. Wieder Redneck- und Backwood-Setting. An die letzte Geschichte mit dem langen und sonderbaren Namen The McCrath Model SS40-C, Series S konnte ich mich beim 2. Durchgang nicht mehr erinnern. Ich dachte zuerst, es handelt sich um eine Story, in der es um ein Auto geht = langweilig. Doch ich wurde eines Besseren belehrt: Mafia-Folter-Porno-Gangster Boss Vinchetti, Folterinhalte, Mad-Scientist (auch wenn ungewollt, da der Arzt dazu gezwungen wird) und viel Ekel-Fantasien bestimmen den Inhalt = sehr lesenswert, fies und amüsant!

Fazit: Wer sich einen Einblick in die perverse und innovative Fantasie von Edward Lee machen möchte, sollte sich dieses Werk auslesen, um ins Universum Edward Lee reinschnuppern zu können.

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: deadite Press

Anzahl Seiten: 179

Roman/Sachbuch: Kurzgeschichten

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 2010