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Freitag, 21. Juni 2024

Knockabout

Knockabout

Story:

Yipao (Yuen Biao) und sein Bruder Dai Pao (Leung Kar-Yan) finden durch Zufall heraus, dass ihr Meister Chia Wu Dao (Lau Kar-Wing) ein Gangster und Mörder ist. Dies bedeutet für Dai Pao das Todesurteil, während Yipao entkommen kann. In einem neuen Meister (Sammo Hung) sieht Yipao die Chance gekommen, sich Chia Wu Dao zu rächen…

Meine Meinung:

Knockabout gilt als Klassiker des Kung Fu Kinos. Die erfolgreiche Golden Harvest Produktion schwamm auf der Erfolgswelle, Ende der 70er Jahre losgetreten durch die Jackie Chan Filme Die Schlange im Schatten des Adlers und Drunken Master, mit. Sammo Hung (The Association, The Dead and the Deadly, Two Toothless Tigers) führte Regie, spielt die Nebenrolle als guter Meister und sorgte für die sehenswerte und spektakuläre Choreographie in den Kampfszenen.

Kung Fu Komödien waren angesagt und in die Kerbe schlägt auch Knockabout. Der Plot ist zuerst, wie so oft in dem Genre, episodenhaft und unzusammenhängend. Und erst im letzten Viertel wird der Ton düsterer. Zuvor gibt es (zu viel) Slapstick. Ich kann verstehen, dass der Film für das Ausland in einigen Szenen gestrafft wurde. Leider sind in einer Szene auch Action-Szenen enthalten, in denen sich Yuen Biao und Leung Kar-Yan mit Chung Fat (Two Fists Against the Law, Shadow Cop) anlegen. Der Humor war mir persönlich auch fast zu viel des Guten. Und die Affengeräusche mag ich nach wie vor nicht, da ich Affen eklig finde.

Der Film von Sammo Hung wartet mit einem starken Cast auf. Sammo Hung spielt einen Bettler. In Wahrheit einen Undercover-Detektiv, der hinter der von Lau Kar-Wing (The Dragon Family, Scared Stiff) gespielten Figur her ist. Er macht in den Kampfszenen nebst Sammo Hung, Yuen Biao (Tough Beauty and the Sloppy Slop, The Champions) und Leung Kar-Yan (Profile in Anger, The Postman Fights Back) eine hervorragende Figur. Vor allem die Szenen, in denen er eine Pfeife als Waffe benutzt, sind absolut spektakulär choreographiert und gefilmt worden. In Nebenrollen sind noch Mars (liefert sich Kampf gegen Lau Kar-Wing) und Karl Maka (Aces Go Places V, His Name Is Nobody) zu sehen.

Die Trainings- und Kampfszenen, besonders im letzten Viertel und Finale, sind der Wahnsinn. Ich sage nur Seil oder Kampf zwei gegen einen. Yuen Biao hat es seinem Kumpel Sammo Hung zu verdanken, in Knockabout seine erste Hauptrolle bekommen zu haben. Und das sollte sich, wenn man auf Yuen Biaos weitere Karriere blickt, voll auszahlen. Seine athletische Körperstruktur und akrobatischen Einlagen haben sich in den Kampfszenen als Vorteil erweisen. Oft stand er im Schatten von Jackie Chan und Co., aber in Knockabout kommen Fans des charismatischen Yuen Biao voll ihre Kosten.

Fazit: Pflichtprogramm für Yuen Biao Fans!  

Infos:

O: Chap Ga Siu Ji

HK 1979

R: Sammo Hung

D: Sammo Hung, Yuen Biao, Leung Kar-Yan, Lau Kar-Wing, Karl Maka, Mars, Ho Pak-Kwong, Lee Hoi-Sang, Chung Fat, Mars

Laufzeit der UK-DVD: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 09.05.24

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von HKL vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, exklusive Extras (diverse Interviews, Audiokommentar). Gibt es in England von Eureka auf Blu-Ray. In Deutschland soll der Film Ende Mai auf Blu-Ray erscheinen.

Donnerstag, 20. Juni 2024

Zinksärge für die Goldjungen

Zinksärge für die Goldjungen

Story:

Italo-Amerikaner und Gangster Luca Messina (Henry Silva) versucht in Deutschland Fuss zu fassen legt sich in Deutschland mit dem Gangster-Boss Otto Westermann (Herbert Fleischmann) an…

Meine Meinung (Deutsche Fassung):

Zinksärge für die Goldjungen ist eine Deutsch-Italienische Co.-Produktion, welche ich nur durch Zufall und gratis in die Finger kam. Obwohl eine Gangster-Story und Henry Silva in einer der Hauptrollen, würde ich nicht von einem wirklichen Poliziotteschi-Titel sprechen. Und trotz 70er Jahre war der Film klar zu zahm. Stattdessen empfehle ich Fans des Poliziotteschi Genres Blutiger Freitag. Diese Zusammenarbeit zwischen Italien & Deutschland ist lohnenswert.

Zinksärge für die Goldjungen ist solide und den Film kann man gut weckgucken. Mehr oder weniger ist das alles auch ok, aber es gibt halt einfach keinen Höhepunkt und keinen Mehrwert, um den Film in die Sammlung zu stellen und/oder nochmals zu schauen. Wie erwähnt ist der Film viel zu zahm. Der Action, Gewalt- und Schmuddel-Faktor ist extrem klein. Zudem gibt es, vor allem am Anfang und Mittelteil, auch wenig Action.

Teilweise stört die Liebesgeschichte und der Film fühlt sich mehr wie ein kitschiger TV-Liebesfilm an. Henry Silva (Der Teufel führt Regie, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Killer Vs. Killers) ist solide. Ich mag ihn halt mehr, wenn er wirklich böse ist, und das ist er in Zinksärge für die Goldjungen definitiv nicht. Wenn ich mir auf (schnittberichte.com) die Unterschiede zwischen den Fassungen (Deutschland Vs. Italien) anschaue, verstehe ich auch, warum man in Italien einige der Handlungsszenen entfernt hat. Die verlangsamen den Film und machen aus dem Bösewicht einen menschlichen Bösewicht.

Nebst paar Sprüchen hat vor allem Herbert Fleischmann als Gangster-Boss Otto Westermann überzeugt. Und im Finale müssen die längeren Action-Szenen (lange Autoverfolgungsjagd, echte Explosion, lange Motorrad-Verfolgungsjagd) als positiv gewertet werden. Das Ende mochte ich dann eigentlich auch. Ich denke, Zinksärge für die Goldjungen ist ein Film, der für viele eine Art Nostalgie-Bonus haben wird, was bei mir nicht der Fall ist. Daher kein Film für meine Sammlung!

Fazit: Besser Blutiger Freitag schauen!

Infos:

O: Zinksärge für die Goldjungen

Deutschland, Italien 1973

R: Jürgen Roland

D: Henry Silva, Herbert Fleischmann, Patrizia Gori, Horst Janson, Véronique Vendell, Raf Baldassarre, Ermelinda De Felice

Laufzeit der deutschen DVD: 83:05 Min.

Gesehen am: 08.05.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Subkultur Entertainment vor. Deutsche Fassung (Deutsch/Englisch) und die Ital. Fassung (mit deutschen Subs) befinden sich nebst Schuber und Booklet im Set. Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Die Ital. Fassung ist abweichend und bietet mehr Action, die deutsche Fassung mehr Handlung. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Mai 2024).  

Mittwoch, 19. Juni 2024

Who Am I?

Who Am I?

Story:

Bei einer Mission und einem Verrat sterben alle Soldaten (u.a. Kane Kosugi, Yutphichai Chanlekha, Ken Lo) ausser einem (Jackie Chan). Dieser wacht mit Amnesie in afrikanischen Busch auf und nennt sich fortan «Who Am I». Er findet zurück in die Zivilisation, was auch den Auftraggebern des Verrats nicht entgeht. Sie versuchen Who Am I zu töten. Doch dieser kommt den Tätern (Ron Smerczak, Ed Nelson, Mike Lambert, Kwan Yung, Ron Smoorenburg) in Rotterdam auf die Schliche…

Meine Meinung (Originalfassung):

Who Am I? sah ich vor 18 Jahren das letzte Mal. Ich wusste kaum mehr etwas. Wenig vereinzelte Momente sind mir geblieben (Finalkampf, Dschungel-Setting zu Beginn, Niederlande als Setting), so war ich gespannt auf den Film, auch wenn ich nicht wahnsinnig viel erwartet habe. Die Erwartungen waren also nicht besonders hoch. Who Am I? würde ich als solide-durchschnittlichen Film bezeichnen. Kein Kracher, aber ok.

Dass der Film z.B. für den US-Markt verändert und verkürzt wurde, kann ich auf eine Art und Weise nachvollziehen. Besonders die 1. Filmhälfte war relativ belanglos. Familienfreundliche Unterhaltung, aber mit nahezu null Action. Kann man weggucken, aber man verpasst auch nicht viel, wenn man dazu was liest oder auf der Nintendo Switch Broforce zockt (selten ein Spiel erlebt, das so süchtig macht). Ja, das ist aufwändig gemacht, aber irgendwie wenig interessant und fesselnd. Das Schauspiel einiger Figuren war auch nicht toll und einige Stimmen sind auch im O-Ton scheinbar gedubbed, was sich billig anhört.

Im Originalton wird zu 90% Englisch gesprochen. Der Cast ist sehr international. Auf den ersten Blick sind nebst Jackie Chan (Dragon Fist, Police Story, The Protector, Snake in the Eagle’s Shadow, Twinkle Twinkle Lucky Stars, The Young Master, The Twin Dragons, The Accidental Spy) kaum bekannte Namen dabei. Das stimmt, zumindest in den Haupt- und Nebenrollen ist niemand dabei, den ich kannte. In Cameo-Auftritten sind Ken Lo (Cheetah on Fire), Kane Kosugi (Godzilla: Final Wars) und Bradley James Allan (Erlangte durch seine zwei sehenswerten Kämpfte gegen Jackie Chan in Gorgeous Bekanntheit) zu sehen. Letzterer gleich mehrfach, zumal er auch Ron Smoorenburg in einigen der Kampfszenen im Finalkampf gedoubelt hat.

Ron Smoorenburg (Triple Threat) und Kwan Yung (Gehörte, wie auch Bradley James Allan, Jackie Chans Stuntteam an) sind die Endgegner im Film. Diese machen eine gute Figur, auch wenn Jackie Chan mit Ron Smoorenburg aufgrund des Timings in einigen Kampfszenen und der Choreographie die Geduld verlor (Siehe Doku Jackie Chan My Stunts). Ron Smoorenburg hat sich inzwischen revanchiert und aufgezeigt, dass Jackie Chan im Finalkampf mehr gedoubelt wurde als er (Siehe folgende zwei Videos auf YT: «JACKIE CHAN MY STUNTS II -Who am I ? - Who had more doubles? the Taekwondo kicker or JC - BREAKDOWN» und «What's the Worst Thing Jackie Chan has Ever Done to a Stuntman?»).

Was Jackie Chan und sein Stunt-Team können, sind Action-Sequenzen. Daher macht der Film nach einer Stunde auch mehr Spass. Denn in der 2. Filmhälfte gibt es mehr oder weniger Action-Sequenz um Action-Sequenz zu sehen: Verfolgungsjagden, Crashs, Stunts, Kampfszenen. Und diese sind in bester Jackie Chan Manier choreographiert. Einfallsreich, innovativ und aus jedem Gegenstand macht Jackie Chan eine Waffe, mit welcher er sich zur Wehr setzt. Die 2. Filmhälfte, die immerhin auch 60 Minuten dauert, entschädigt für den lahmen ersten Part. Und der Wechsel diverser Länder (gedreht wurde u.a. in Südafrika, Malaysia oder Rotterdam) gefiel mir auch.

Fazit: Kein Kracher, aber Jackie Chan Fans kommen dank der 2. Hälfte dennoch auf ihre Kosten!  

Infos:

O: Ngo Shut Sui

HK 1998

R: Jackie Chan, Benny Chan

D: Jackie Chan, Yamamoto Mirai, Ron Smerczak, Ed Nelson, Mike Lambert, Kwan Yung, Ron Smoorenburg, Michelle Ferre, Kane Kosugi, Yutphichai Chanlekha, Bradley James Allan, Ken Lo

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 120 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Neusichtung am: 01.05.24

Fassungen: Mir lag die Code Free HK-DVD von Universe vor = gute Bild- und Tonqualität (nicht anamorph), O-Ton, englische Subs, Uncut. In Deutschland heisst der Film Jackie Chan ist Nobody. Alle deutschen DVDs haben keinen O-Ton, sind z.T. im falschen Bildformat, sollen eine «matschige Bildqualität» haben und sind z.T. auch nicht anamorph. Die US-Fassung ist verändert, kürzer. Dort fehlen viele Afrika-Szenen (begrüsse ich sogar) aber später halt auch Action- und Stunts (oder Explosionen) = daher uninteressant. Die DVD aus Japan (Warner) soll die qualitativ bisher beste Fassung sein.