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Montag, 2. November 2020

Patrick Still Lives Review

 
Horroktober 2020

Patrick Still Lives

Story:

Diverse Personen (Carmen Russo, Mariangela Giordano, Franco Silva, John Benedy) werden von einem Arzt (Sacha Pitoëff) auf sein Anwesen eingeladen. Kurze Zeit später beginnen mysteriöse Vorkommnisse und Todesfälle…

Meine Meinung:

Patrick Still Lives kam in den USA nun als Blu-Ray raus. Dies und die Tatsache, dass im Oktober der Horroktober stattfand und Star Gianni Dei (der den Patrick spielt) am 19.10.20 verstarb, führten dazu, eine Neusichtung zu Patrick Still Lives vorzunehmen. Der Film, ein Remake und/oder eine Variante des australischen Filmes Patrick (1978), hat die Neusichtung bestanden.

Der am gleichen Ort wie Burial Grounds gedrehte Film vom Giallo in Venice Regisseur Mario Landi hat mir gut gefallen. Die Grundidee, dass von einer Person im (Wach)Koma eine Gefahr ausgeht, ist origineller als andere Horrorplots wenn auch nicht neu (siehe z.B. den Inhalt des Filmes Der Schrecken der Medusa).

Der Film nimmt sich Zeit. Die Story ist, wenn man diese nicht wissen würde, mysteriös. Ein altes Haus? Ein Arzt der an diverse Gruppen von Menschen eine Einladung schickt? Mit welchem Ziel? Was hat dies mit dem Start des Filmes zu tun? Fragen über Fragen. Wie gesagt: der Film nimmt sich Zeit. Am Anfang stört dies nicht, jedoch dann im Mittelteil…

Aber ab einer gewissen Zeit wird der schmuddelige Film, der viel nacktes Fleisch, Sex, Erotik (Anna Veneziano) und auch grausamen Horror mit fiesen und fantasievollen Tötungsszenen beinhaltet, besser und besser. Einige der Morde (besonders jene mit der Eisenstange) sind hart anzusehen und sehr frauenfeindlich. Pure Exploitation. Die Darsteller waren für diese Art Film gut ausgewählt.

Mit Sacha Pitoëff hatte man einen Ausländer, den man vermarkten konnte, an Bord. Gianni Dei machte später als Darsteller und Pop-Sänger Karriere und die Mädels sind allesamt nett anzusehen.

Fazit: Wer sich am Schmuddel und Sleaze nicht stört (à la Burial Grounds, Man-Eater, Giallo in Venice, Sado - Stoss das Tor zur Hölle auf…), sollte sich die Ital. «Patrick» Variante nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Patrick vive ancora

Italien 1980

R: Mario Landi

D: Sacha Pitoëff, Gianni Dei, Mariangela Giordano, Carmen Russo, Paolo Giusti, Franco Silva, John Benedy, Anna Veneziano

Laufzeit der US-DVD: 92:23 Min.

Gesehen am: ? / Review überarbeitet am: Ende Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Ital. Ton, englische Subs, exklusive Interviews als Bonus. Erscheint am 27.10.20 in den USA auf Blu-Ray (Severin Films). Gibt es in Deutschland Uncut auf DVD (Motion Picture).

Sonntag, 1. November 2020

Seytan Review

 

Horroktober 2020

Seytan

Story:

Die 12jährige Gül (Canan Perver) verhält sich plötzlich merkwürdig: Sie spricht in einer anderen Stimme, macht komische Bewegungen im Bett oder uriniert vor Besuch auf den Boden. Güls Mutter (Meral Taygun) ist besorgt und lässt Gül medizinisch abklären – ohne Erfolg. Es stellt sich heraus, dass Gül von einem Dämon besessen ist und nur ein Exorzist (Agah Hün) kann Abhilfe schaffen…

Meine Meinung:

Seytan ist ein dreistes Der Exorzist-Rip-Off aus der Türkei. Die türkische Version kam nur ein Jahr nach dem US-Hit und ist praktisch ein 1:1 Remake. Sogar die bekannte Musik aus dem Original von William Friedkin wurde einfach geklaut – unfassbar amüsant wie ich meine!

Die türkische Variante hat mir auch gut gefallen. Der Film versucht ernst zu sein. Sieht man Mal von 1-2 unfreiwillig konisch wirkenden Szenen ab, wirkt Seytan ernst und düster. Der Story kann man auch ohne türkische Sprachkenntnisse gut folgen. Die letzte Der Exorzist Sichtung ist länger her, aber an einige Szenen kann ich mich erinnern und diese sind in Seytan gut umgesetzt worden.

Nebst tollem Soundtrack überzeugten mich vor allem die Effekte. Ich hätte schlechtere Make-Up Effekte und Tricktechniken erwartet. War ich doch positiv überrascht. Dasselbe gilt für die Leistungen der Darsteller. Vor allem die Mädels waren glaubwürdig: Canan Perver überzeugt als Linda Blair Verschnitt und die blonde Schönheit Meral Taygun (ganz ohne Kopftuch und sexy gekleidet) ist definitiv sexier als die Filmmutter im US-Film. Die Priester hingegen sind neutral betrachtet unauffällig.

Fazit: Wer gerne obskure asiatische Filme und freche Kopien aus Ländern wie Indien, Indonesien oder der Türkei mag, sollte sich diesen seltenen Der Exorzist Verschnitt nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Seytan

Türkei 1974

R: Metin Erksan

D: Canan Perver, Cihan Ünal, Meral Taygun, Agah Hün, Erol Amaç

Laufzeit der türkischen Beta: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die Betamax von Saner Video aus der Türkei (bzw. aus London) vor = Uncut, O-Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. O-Ton ist Türkisch. Offizielle Alternativen: VHS und VCD aus der Türkei. Englischuntertitelte Bootleg-DVDs haben eine massiv schlechtere Bildqualität als die Betamax. Auf Youtube gibt es den Film legal in HD-Restauration. Eine deutsche Fassung oder eine offizielle Fassung im O-Ton mit englischen Subs gibt es nicht (Stand: Okt. 2020). Nachtrag 23.04.24: Für eine 2. Sichtung lag mir die Ital. DVD von Filmotronik vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Die DVD ist Code Free. Die Fassung ist qualitativ der Betamax überlegen und die englischen Subs zum türkischen O-Ton sind natürlich auch flott. Der Film hat die 2. Sichtung auch bestanden. 

Samstag, 31. Oktober 2020

Winchester – Das Haus der Verdammten Review

Horroktober 2020

Winchester – Das Haus der Verdammten

Story:

Ca. 1905 San Jose, Kalifornien:

Ein Arzt (Jason Clarke) soll den Gemütszustand von Sarah Winchester (Helen Mirren) klären und wird in dessen imposantes Zuhause eingeladen. Sarah Winchester ist der Auffassung, dass das Haus von Geistern heimgesucht wird…

Meine Meinung:

Winchester – Das Haus der Verdammten, der auf einer wahren Geschichte basiert, fand ich schwach, sehr schwach. Ein «Geisterfilm» sollte versuchen ein wenig geheimnisvoll und spannend zu sein. Danach sollte der Zuschauer Angst und stimmungsvolle Bilder vorgesetzt bekommen. Gegen gezielte Jump-Scares ist auch nichts auszusetzen.

Das grösste Problem welches Winchester – Das Haus der Verdammten hat: die Geschichte. Diese ist spannungsarm. Nach 45 Minuten ist alles vorbei und der Zuschauer weiss alles und wo die Reise hin geht. Die Filmemacher und das Drehbuch versuchen erst gar nicht, etwas anderes zu kreieren. Das wäre so, als würde in Scream die Identität des Killers bereits in 30 Minuten feststehen…

Eine inhaltliche Spannung ist also nicht gegeben. Gruselig oder stimmungsvoll ist der Film leider auch nicht geworden. Das Finale ist gar schwach. Dank guter Vertonung (und meiner Heimkinoanlage) überzeugt der Film immerhin leicht bei 2-3 Jump-Scares. Das ist jedoch alles andere als eine hohe filmische Kunst und sehr reduzierte «Qualität». Technisch ist der Film ansonsten gut gemacht. Jason Clarke, den ich im Friedhof der Kuscheltiere Remake grottenschlecht fand, war hier besser. Der Rest ist solide bis nicht erwähnenswert.

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen da langweilig, spannungsarm und nicht gruselig…

Info:

O: Winchester

Australien, USA 2018

R: Michael Spierig, Peter Spierig

D: Helen Mirren, Sarah Snook, Finn Scicluna-O'Prey, Jason Clarke, Emm Wiseman

Laufzeit der schweizerischen DVD: 95:12 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die DVD von Ascot Elite aus der Schweiz vor = hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. In Deutschland von Splendid zu haben (DVD oder Blu-Ray).