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Freitag, 15. September 2023

Brain Cheese Buffet

 

Brain Cheese Buffet

Inhalt:

"You've seen Cannibal Holocaust.

You've seen Salo.

You've seen Nekromantik.

You ain't seen shit!

Zombie prostitutes, religious rapists, horny werewolves, death by vomit, and sexual fetishes scraped off the sidewalk. From sex prisons to mafia torture chambers, hold on tight because you're about to enter the perverted and twisted mind of Edward Lee. Once you've seen what he hast o show you - there's no coming back.

Brain Cheese Buffet collects nine of Lee's most sought after tales of violence and body fluids. Featuring the Stoker-nominated «Mr. Torso, »the legendary gross-out piece «The Dritiphilist, »the notorious» The McCrath Model SS40-C, Series S» and six more stories to test your gag reflex."

Meine Meinung:

Brain Cheese Buffet war zwischen 2010-2011 das erste Buch von Edward Lee (The Stickmen, The Dunwich Romance, Sacrifice, Header 3, Portrait of the Psychopath as a Young Woman), welches ich gelesen habe. Es ist eine Ansammlung von mehreren, älteren Kurzgeschichten. Dazumal fand ich es extrem gut, heute noch immer, auch wenn ich bei einigen Geschichten paar Abstriche machen muss. Die Wirkung war nicht mehrt 100% die gleiche, da ich paar Sachen noch wusste.

Es handelt sich um neun Kurzgeschichten. Starten tut das Buch mit Mr. Torso. Diese Story fand ich nach wie vor sehr gut bis auf die philosophischen Ansätze. In anderen Romanen von Edward Lee dient das Thema Philosophie hier und da als Hauptthema – und das Gebiet finde ich halt eher zäh und lahm. Deswegen gab es bei der Story Abstriche. Rein von der perversen Fantasie und dem Backwood- und Redneck-Thema, immer gern gesehen bei Edward Lee, war die Kurzgeschichte aber hübsch innovativ und pervers.

Miss Torso, die 2. Geschichte, nimmt am Ende in einer amüsanten Pointe, Bezug zu Mr. Torso. Diese Story war überzeugt durch das Gangster-Setting und die vulgären Kraftausdrücke. Und viel perversen Sex. Apropos Bezüge: die Story handelt auch von Gangster-Boss Vinchetti bzw. dieser findet an mehreren Stellen eine Erwähnung. Und der kommt auch in anderen Kurz- und Lang-Romanen von Edward Lee immer wieder vor = The McCrath Model SS40-C, Series S, The Pig oder Header 2. Das finde ich cool.

Grub Girl in the Prison of Dead Women ist einer der schwächeren Kurzgeschichten in diesem Buch. Noch immer kurzweilig, amüsant und unterhaltsam, aber inhaltlich nichts Besonderes und nichts Spezielles: Zombies, Endzeit-Setting, WIP-Feeling und viel Splatter- und Gewalt! Gefolgt von The Dritiphilist, der wohl perversesten Geschichte des Buches mit viel Ekelfaktor und daher genau nach meinem Geschmack! Ob es dieses Krankheitsbild/Fetisch wirklich gibt? Wohlmöglich! Wer es gerne eklig, sonderbar und krank mag, wird die Story lieben! Makak war cool: Dschungel-Setting mit US-Kriminellen im südamerikanischen Busch, Drogen- und Gangstergeschäfte mit bizarrem, wenn auch vorhersehbarem Ende.

The Mother war guter Durchschnitt, kommt aber nicht an den Grossteil der anderen Geschichten heran. Vielleicht die 3. schlechteste Story in dem Buch. Paar amüsante Details (Ehemann als Voyeur), aber ansonsten auch relativ zahm. Danach folgt mit The Wrong Guy die für mich persönlich schwächste Geschichte: zwei Frauen bringen Männer um. Gegen die Patriarchen. Würde gut zur heutigen Woke-Zeit passen. Lee hat das aber sicher nicht deswegen geschrieben, sondern mehr à la Psycho Sisters (USA, 1988, Film) plus Werwolf-Inhalt. Schmerzhafte Folter- und Sex-Beschreibungen, aber sonst nichts Spezielles.

The Baby war sehr eklig. Und beinhaltet, fast schon grenzüberschreitend, auch ein Baby. Kranke Fantasie mit fiesem Ende. Wieder Redneck- und Backwood-Setting. An die letzte Geschichte mit dem langen und sonderbaren Namen The McCrath Model SS40-C, Series S konnte ich mich beim 2. Durchgang nicht mehr erinnern. Ich dachte zuerst, es handelt sich um eine Story, in der es um ein Auto geht = langweilig. Doch ich wurde eines Besseren belehrt: Mafia-Folter-Porno-Gangster Boss Vinchetti, Folterinhalte, Mad-Scientist (auch wenn ungewollt, da der Arzt dazu gezwungen wird) und viel Ekel-Fantasien bestimmen den Inhalt = sehr lesenswert, fies und amüsant!

Fazit: Wer sich einen Einblick in die perverse und innovative Fantasie von Edward Lee machen möchte, sollte sich dieses Werk auslesen, um ins Universum Edward Lee reinschnuppern zu können.

Infos:

In Deutschland erschienen: Nein

Sprache: Englisch

Verlag: deadite Press

Anzahl Seiten: 179

Roman/Sachbuch: Kurzgeschichten

Art: Taschenbuch

Autor: Edward Lee

Erschienen: 2010

Donnerstag, 14. September 2023

The Other Side of the Mirror

The Other Side of the Mirror

Story:

Nach dem Suizid ihres Vaters (Howard Vernon) zieht es Ana (Emma Cohen) von Madeira aufs Festland. Sie beginnt dort in Clubs in einer Jazz-Band zu arbeiten. Ana lernt mehrere Männer (Philippe Lemaire, Robert Woods) kennen. Diese verschwinden und/oder werden später ermordet aufgefunden. Ob die Morde etwas mit dem Suizid des Vaters zu tun haben?

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

The Other Side of the Mirror ist ein sonderbarer Jess Franco (Greta – Haus ohne Männer) Film, den ich mir eigentlich gerne ein zweites Mal ansehen möchte, bevor ich ein definitives Urteil fälle. Nicht alles am Film hat mir gefallen, aber ich denke, eine 2. Sichtung würde dem Werk mit Emma Cohen (The Strange Love of the Vampires), Philippe Lemaire, Italo-Western Star Robert Woods (The Sinister Eyes of Doctor Orloff) und dem Schweizer Jess Franco Liebling Howard Vernon (Seven Women for Satan) gut tun.

Ich fand die erste Hälfte des Filmes zu lahm. Zu in die Länge gezogen. Kaum Plot. Der Film ist zudem sehr harmlos und es gibt auch wenig nackte Haut zu sehen. Erst mit dem Auftauchen von Philippe Lemaire und dessen Liebesbeziehung zu der von Emma Cohen gespielten Figur wird der Film besser, da fesselnder, gradliniger und sogar dramatischer. Zwar gibt es auch zuvor Dramatisches zu sehen (Suizid), aber das lässt kalt (Howard Vernon spielt einen inzestuösen Vater). Da kann also keine grosse Sympathie aufkommen.

Ich fand den Plot sehr mystisch und hypnotisch. Ein Spiegel, der Horror verbreitet. Ein nicht ganz seltenes Horrormotiv (siehe Filme à la Mirror Mirror). Die Musik im Film, vor allem die Jazz-Sequenzen, waren weniger mein Fall, da ich kein sonderlicher Jazz-Fan bin. Darunter hat die 1. Filmhälfte gelitten, da ellenlange Szenen in der Bar als Setting dienen, in welcher Ana und ihre Band Musik fabrizieren. Diese Szenen wirkten teilweise zu lang, zu wortkarg und brachten den Plot keine Spur weiter.

Das Schauspiel war jedoch sehr gut. Allen voran Philippe Lemaire, Alice Arno (die auch schon mit Franco Filmen wie A Virgin Among the Living Dead zu sehen war) und Emma Cohen waren stark. In der französischen Fassung ist u.a. noch Lina Romay zu sehen. Das waren aber Nachdrehs, die mit der Originalfassung nichts zu tun hatten und passen nicht wirklich zum Originalfilm. Ich würde sogar das Wort unpassend und deplatziert verwenden. Stark fand ich die Optik des Filmes: spezielle Kamerafahrten, hypnotischen Bilder, ein Hauch unterschwelliger Erotik, farbigen Outfits (vor allem die Kleider von Emma Cohen) und schöne Drehorte (Madeira sieht hinreissend schick aus!)

Fazit: Ruhiger, harmloser aber nicht uninteressanter Jess Franco Film!

Infos:

O: Al otro lado del espejo

Spanien 1974

R: Jess Franco

D: Robert Woods, Philippe Lemaire, Howard Vernon, Emma Cohen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Spanische Originalfassung in Spanisch mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Extras. Davon ist vor allem das Interview mit Robert Woods informativ und die Alternativen-Szenen aus anderen Fassungen und deren Vergleich mit der spanischen Originalfassung. Region All Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2023).

Mittwoch, 13. September 2023

Bodies Bodies Bodies


Bodies Bodies Bodies

Story:

Sophie (Amandla Stenberg) und ihre Freundin Bee (Maria Bakalova) fahren zu einer Party. Diese eskaliert, als David (Pete Davidson) sterbend vorgefunden wird. Wer ist der Killer?

Meine Meinung:

Bodies Bodies Bodies wird als Mix aus Slasher, Horror- und Komödie bezeichnet. Eine Mördersuche und die Frage nach dem Motiv im Generationen Z-Setting. Reiche und oberflächliche Teens in ihren 20ern feiern eine Tornado-Party, ehe ein Mitglied tot aufgefunden wird. Wer ist der Täter? Das ist der Inhalt dieser A24 (Pearl) Produktion. Ich fand schon den Trailer kaum ansprechend. Kein Film, denn ich mir gekauft hätte. Ich bekam die DVD geschenkt und daher guckte ich mir den Film an.

Bodies Bodies Bodies kann gut einmal geschaut werden. Dennoch kein Film für die Sammlung und/oder der lohnt, nochmals angesehen zu werden. Der Film war mehr oder weniger unterhaltsam und spannend im Sinne von «Wer ist der Täter?» / «Was ist passiert?» / «Wie endet der Film»? Die Schauspielleistungen waren gut, aus dem wenigen Budget wird alles rausgeholt und das Ende mochte ich (überraschend). Fast eine Art Kammerspiel.

Einige Fragen bleiben jedoch unbeantwortet. Ein echter Slasher ist der Film in meinen Augen nicht. Dazu ist der Film viel zu harmlos, es gibt zu wenig Action, kaum Gore. Echter Grusel oder Thrills sind Fehlanzeige. Ich würde nicht Mal von Horror sprechen. Eine Satire (Abgesang auf die Generation Z) trifft es da besser. Die Figuren dürften der «heutigen Norm» entsprechen. Ziemlich alle Figuren sind nervtötend und unsympathisch. Die Musik traf auch überhaupt nicht meinen Geschmack, passt aber perfekt zu den Figuren und dem Setting. Der Film war zwar nicht sonderlich toll, aber immerhin unterhaltsam.

Fazit: Nicht wirklich und höchstens für einen langweiligen Abend geeignet…

Infos:

USA 2022

R: Halina Reijn

D: Amandla Stenberg, Maria Bakalova, Pete Davidson, Myha'la Herrold, Lee Pace, Rachel Sennott

Laufzeit der US-DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Vom Kumpel bekam ich die US-DVD (nur die Disc, da anscheinend ein Blu-Ray/DVD-Set gewesen) von Lions Gate geschenkt = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll im Oktober in Deutschland von Sony erscheinen.