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Dienstag, 11. März 2025

On the Wrong Track

On the Wrong Track

Story:

Yueh (Yueh Hua) ist Polizist. Er ist geschieden und seine Frau wohnt in Taiwan. Yueh plant, seine zwei Söhne Paul (Andy Lau) und De (Yim Chau-Wah) nach Taiwan zu schicken. Diese weigern sich. Sie haben zudem Probleme, die neue Freundin von Yueh zu akzeptieren. In ihrer Perspektivlosigkeit sorgen sie mit Gang-Aktivitäten für weitere Sorgen und Spannungen zwischen ihnen und ihrem Vater. Als sich Paul in eine illegal eingereiste Vietnamesin (Prudence Liew Mei-Kwan) verliebt und Paul und De eines nachts von einem Cop (Lau Kwok-Shing) überrascht werden, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Wie viele andere Regisseure oder spätere Darsteller hat auch Regisseur Clarence Ford Erfahrungen bei den Shaw Brothers gesammelt. Sein Film On the Wrong Track wurde 1983, zwei Jahre, bevor die Shaw Brothers ihre Kinoproduktionen einstellen sollten, realisiert. Es dürfte sich um die dritte Regie-Arbeit des dazumal jungen Regisseurs handeln. Zu Ehren von Regisseur Clarence Ford (Naked Killer, Thunder Cop, Cheap Killers, Special ID), dessen Tod erst vor paar Tagen Online kommuniziert wurde, kam es zu einer Neusichtung des Shaw Brothers Filmes. Der Film spielt im modernen Setting und ist ein Mix aus New Wave, Jugenddrama und Coming of Age.

Der Film, der leicht an einige Chang Cheh Werke wie The Delinquent und Co. erinnert, hat definitiv New Wave Vibes. Der Film ist jedoch kein Kracher, aber absolut ok. Mir fiel es schwer, mich mit den Figuren zu identifizieren. Yim Chau-Wah, Yueh Hua (seine Rolle erinnerte mich an Lo Liehs Rolle aus Söldner kennen keine Gnade) und Lau Kwok-Shing spielen alle sehr unsympathische Figuren. Sie spielen das zwar glaubhaft und souverän, aber man fiebert da mit den einzelnen Namen nicht wirklich mit. Da gefiel mir ein Lo Lieh in Söldner kennen keine Gnade besser als Yueh Hua (Challenge the Invincible, The Green Dragon Inn, The Unique Lama).

Zudem werden einige inhaltliche Themen im Film mit Ausnahme bis auf ein-zwei Dialoge im Finale gar nie erwähnt und/oder angeschnitten (z.B. der Brudertod). Das fand ich etwas komisch. Canto-Pop-Sänger Andy Lau (The Dragon Family, The Prince of Temple Street, Shanghai 13), hier in seinem dritten Film zu sehen, ist nebst Prudence Liew Mei-Kwan die einzige Figur, die etwas mehr Tiefe bekommt. Er verliebt sich in die Vietnamesin, die abgeschoben werden soll, was in einem tragischen Akt endet. Einige Auto-Crashs und echte Explosionen waren toll und das Happy End freie und nihilistisch Ende gab Pluspunkte. Schön düster und genau nach meinem Geschmack.

Fazit: Nicht uninteressantes Frühwerk von Clarence Ford und Andy Lau!

Infos:

O: Wai Mit Hiu Dei Che

HK 1983

R: Clarence Ford

D: Yueh Hua, Andy Lau, Yim Chau-Wah, Prudence Liew Mei-Kwan, Lau Kwok-Shing

Laufzeit der HK-DVD: 88:04 Min.

Gesehen am: Okt. 2011 / Neusichtung: 08.03.25

Fassungen: Mir lag die Code-3-DVD aus Hong Kong von IVL vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. In Deutschland gibt es den Film auf Netflix zu sehen und daher gibt es auch erstmals eine Fassung mit deutschen Subs zu sehen. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Nosferatu

Nosferatu

Story:

Vampir Count Orlok (Bill Skarsgård) ist hinter Ellen Hutter (Lily-Rose Depp) her. Dazu braucht er jedoch ihren Ehemann (Nicholas Hoult). Prof. Albin Eberhart von Franz (Willem Dafoe) versucht den Vampir aufzuhalten und Ellen zu retten…

Meine Meinung (Kinofassung):

Die Sichtung des neuen Nosferatu war für mich persönlich ein zwiespältiges Pferd. Auf der einen Seite mochte ich Robert Eggers (The Northman) Filme The Witch und The Lighthouse sehr, so dass mich der Kinobesuch interessierte. Auf der anderen Seite bin ich kein wirklich grosser Fan des Nosferatu-Universums. Die 20er Jahre Version ist in meinen Augen zu lahm und auch die Klaus Kinski Variante habe ich als überbewertet abgespeichert. Von Werken wie Nosferatu in Venedig sprechen wir erst gar nicht. Allerdings war ich nie ein grosser Fan von Filmen wie Bram Stoker’s Dracula und Co., auf dessen Roman schlussendlich auch Nosferatu basiert. Ich finde den besagten Vampir-Inhalt einfach relativ lahm und wenig interessant. So ist das leider auch bei Eggers Version und die Tatsache, dass auf Heimmedium bereits eine Extended Fassung angekündigt wurde, macht die Sache nicht unbedingt vielversprechender.

Der Kinobesuch (wir gingen zu dritt), der mich immerhin von einem späteren Fehlkauf bewahrt hat, war für uns alle drei kein besonders positives Erlebnis. Schlecht ist der Film natürlich nicht, aber auch kein Kracher. An die zwei älteren Nosferatu Filme kann ich mich kaum mehr erinnern, so dass ich nicht sicher bin, was in der neuen Version alles eigenständig dazu gedichtet wurde. In einem Review las ich als Vergleich von Andrzej Żuławski Possession und in der Tat ist der Vergleich, wenn ich reflektiere, gar nicht so verkehrt. Unter dieser Ansicht und mir einer besseren Hauptdarstellerin, hätte mir der Film vielleicht sogar mehr zugesagt. So bin ich aber teilweise fast eingeschlafen.

Nebst der Tatsache, dass der Plot im Grossen und Ganzen bekannt und das Gezeigte relativ lahm ist (der Film läuft bereits in der Kinofassung über zwei Stunden), hat mich vor allem Johnny Depps Tochter Lily-Rose Depp (Yoga Hosers) gestört. Ich empfand ihr Schauspiel als grottenschlecht. Ihre Mimik und ihr Spiel damit sahen sowas von gelangweilt und abgedriftet aus. Schlimm. Absolute Fehlbesetzung. Positiv waren da mehr oder wenig nur Kleinigkeiten wie Willem Dafoes Schauspiel und dass er einen Schweizer spielt, mehreren Katzen-Szenen (und sie überleben), eine kurze Maden-Szene (auf einer «Leiche»), der Todes- und Lustschrei von Nosferatu oder die Tatsache, dass dieser nur einen Schnauz trägt (da kamen doch Bronson, Merli und Co. Vibes auf).

Bill Skarsgård (It 1 + 2) liefert immerhin, was seine Arbeit mit seiner Stimme angeht. Ansonsten hätte man jeden x-beliebigen Mann als «Vampir» casten können, da er praktisch bis aufs Finale kaum (Mal von nah, in hellem oder erkennbar) zu sehen ist. Willem Dafoe (Beetlejuice Beetlejuice) war, wie erwähnt, der beste der Truppe. Nicholas Hoult (The Menu) war solide. Solide war auch die Optik, auch wenn vieles künstlich oder zu dunkel wirkt. Da wurde versucht, der Stimmung des Originales (s/w) zu huldigen. Richtige Horrorparts gibt es kaum. Eine echte Spannung war nie gegeben und gruselig war das Gezeigte auch nie, trotz stimmungsvoller Bilder und Ausstattungen. Es gibt 1-2 Momente, wo von einem leichten Ekelfaktor gesprochen werden könnte (Erbrechen, Speichel, einer Taube blutig den Kopf abbeissen etc.).

Fazit: Stark Geschmackssache. Ich würde Mal sagen, dass der Film vor allem für Fans der alten Nosferatu-Filme zu empfehlen ist!

Infos:

O: Nosferatu

USA, Tschechische Republik 2024

R: Robert Eggers

D: Bill Skarsgård, Aaron Taylor-Johnson, Emma Corrin, Willem Dafoe, Nicholas Hoult, Ralph Ineson, Lily-Rose Depp

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 132 Min.

Gesehen am: 02.01.25

Fassungen: Im Kino gesehen in Englisch mit deutschen Subs. Auf Heimmedium ist bereits eine längere Extended Fassung angekündigt. Hier und da merkt man, dass Material fehlt.

Montag, 10. März 2025

An Eye for an Eye

An Eye for an Eye

Story:

Wong Fung Yee (Joey Wong) gerät ungewollt an die Spitze der Triaden-Organisation ihres Vaters, der zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Dies belastet ihrer Beziehung zu Polizist Lui Kin Tat (Wilson Lam Jun-Yin). Wong Fung Yee sagt den illegalen Geschäften ab, sehr zum Missfallen der anderen Triaden-Bosse. Ho Sai Cheong (Lung Fong) dreht hinter dem Rücken von Wong Fung Yee weiterhin illegale Geschäfte, ehe er Wong Fung Yee vergewaltigt und erpresst. Wong Fung Yees geht durch die Hölle, was auch ihr Umfeld (u.a. Max Mok, Leung Gam-San, Angela Fong Hiu-Hung) ins Verderben führt…

Meine Meinung:

An Eye for an Eye ist eine Hong Kong Produktion aus dem Jahr 1990. Ein Mix aus Drama, Heroic Bloodshed, Triaden, Action und Rape & Revenge-Streifen. Leider hat mir der Film nicht mehr so gut gefallen, wie im Feb. 2016 (1. Sichtung). Ich habe mir vor der 2. Sichtung zu viel versprochen und hatte z.T. auch falsche Erinnerungen im Kopf (z.B. dass im Finale auch eine Scherbe zum Einsatz kommt, die eine Kehle aufschlitzt), so dass ich am Ende auch leicht enttäuscht war. Schlecht ist An Eye for an Eye selbstverständlich nicht, aber es gab diverse Punkte, die mich nun störten.

Der Film, der in Hong Kong vor allem aufgrund seiner Triaden-Thematik stark zensiert wurde, versucht einerseits realistisch zu sein, auf der anderen Seite sind einzelne Momente und Charakterisierungen der Figuren stark unglaubwürdig. Damit meine ich z.B. Max Mok Rambo-Auftritt im Club oder das extrem, teilweise unglaubwürdige und hier und da auch lächerlich theatralische Over-Acting von Bösewicht Lung Fong (Invincible, Hong Kong Adam's Family, No Way Back). Und das Verhalten von Joey Wong (Butterfly Sword, A Chinese Ghost Story, 100 Ways to Murder Your Wife) hat mich auch genervt. Warum wehrt sie sich nicht (früher)? Warum holt sie sich keine Hilfe? Ressourcen wären vorhanden…

In dem von Regisseur O Sing-Pui inszenierten Film fand ich auch Wilson Lam (Lethal Contact) schwach. Die Heroic Bloodshed Momente wollen kaum zünden. Der Nebenplot mit Max Mok (Family Honor, The Dragon Family) und seiner Nudel kochenden "Freundin" hätte man komplett weglassen können. Die Szenen machten Max Mok sowieso unsympathisch. Die interessanteste Figur wurde von John Ching Tung (Tricky Brains, Pom Pom and Hot Hot) als loyaler Killer von Lung Fong gespielt. Der war stark. Auch Ricky Yi Fan-Wai (Bless This House, The Killer) war gut, auch wenn er nur eine kleine Nebenrolle verkörpert. Positiv fallen einige herrlich fiese Gewalt-Momente, das Schicksal von Max Mok und das berühmt berüchtigte (und optisch toll in Szene gesetzte) Triaden-Massaker auf.

Fazit: Mit Abstrichen solider 90er Jahre Beitrag aus Hong Kong.

Infos:

O: Wai Ngo Duk Juen

HK 1990

R: O Sing-Pui

D: Joey Wong, Max Mok, Wilson Lam Jun-Yin, Lung Fong, Leung Gam-San, Angela Fong Hiu-Hung, John Ching Tung

Laufzeit der US-Blu: Ca. 93 Min.

Gesehen am: Feb. 2016 / Neusichtung: 02.01.25

Fassungen: Die HK-VCD habe ich entsorgt. Ebenso die HK-Blu-Ray (diese wurde nach D verkauft), welche noch ungesehen auf meinem Stapel ungesehener Filme lag. Dies, weil das US-Label Vinegar Syndrome den Film 2024 auf Blu-Ray veröffentlicht hat = Uncut (und damit mehrere Minuten länger als die zensierten HK-Fassungen, Uncut gab es den Film bis dato nur in Japan auf DVD), hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Schuber, Region-All-Disc, Poster, Wendecover und exklusive Extras (z.B. Interview mit dem Regisseur etc.) runden die Disc ab. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).