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Samstag, 13. Januar 2024

Female Market

Japanuary 2024

Female Market

Story:

Frauen werden entführt. Das Ziel: sie auf dem Schwarzmarkt (in Afrika) zu verkaufen. Dafür werden sie trainiert, erniedrigt und gefoltert, damit den Frauen ihr Willen gebrochen wird. Doch eine Frau denkt an Flucht. Ob es ihr gelingen wird?

Meine Meinung:

Female Market bekam ich vom Kumpel geschenkt. Den Film fand ich jedoch relativ mässig, wenig interessant und vor allem, trotz seiner kurzen Laufzeit von nur 68 Minuten, langweilig. Mitte der 80er Jahre hatten die Nikkatsu-Produktionen definitiv nicht mehr das Budget und die Klasse älterer Produktionen wie Flower & Snake und Co. Das geringe Budget sieht man dem Film vor allem in den Settings an.

Der Film von Yasurô Uegaki hat kaum Plot. Es dauert bis zur ca. 50.-55. Minuten, bis etwas Plot erklärt wird und die Handlung einen kleinen Verlauf einlegt. Zuvor wird nur gefoltert, erniedrigt, vergewaltigt. Alle Frauen willigen ein bis auf zwei. Eine davon ist jene, die dann zusammen mit einem Typ, der drogenabhängig ist, flüchtet und ihr Infos Preis gibt. Ziemlich lahm, wie auch das total unspektakuläre Finale. Von Regisseur Yasurô Uegaki kenne ich noch Female Teacher: In Front of the Students. Der dürfte nach einer 2. Sichtung auch aus der Sammlung fliegen.

Ansonsten war Yasurô Uegaki vor allem im Erotik-Film zu Hause. Auch die «Stars» waren vor allem im Erotik-Kino der Nikkatsu-Studios zu sehen. In Filmen mit Titeln wie Wife to Be Sacrificed, Slave Contract, Beast-Man (Wolf), Subway Serial Rape, Beautiful Teacher in Torture Hell, Young Lady Ashiya: Sacrifice, Female Bank Teller: Rape Office, Wife Collector oder Rope Torture. Wer abfährt, wie Frauen missbraucht und erniedrigt werden, wird in Female Market voll auf seine Kosten kommen. Ich fand die Szenen wenig abstossend, da selbstzweckhaft, aber fand die Szenen auch alles andere als «erotisch».

Fazit: Langweilig, billig und uninteressant! Nur ultimativen Nikkatsu-Erotik-Fans/Sammlern zu empfehlen…

Infos:

O: Ryôjoku mesu ichiba: kankin

Japan 1986

R: Yasurô Uegaki

D: Kaori Asô, Minako Ogawa, Kayo Kiyomoto, Tatsuya Aoki, Nobutaka Masutomi

Laufzeit der holländischen VHS: 68:36 Min.

Gesehen am: Jan. 2024

Fassungen: Mir lag die holländische VHS von Japan Shock vor = Uncut, Widescreen, O-Ton, englische Subs, gute Ton- und Bildqualität. Gibt es von Japan Shock auch auf DVD (sogar mit deutschen Subs). Eine Blu-Ray und eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Jan. 2024).

Freitag, 12. Januar 2024

Door

Japanuary 2024

Door

Story:

Hausfrau Yasuko (Keiko Takahashi) zeigt sich über Werbeanrufe und Verkaufsmänner genervt. Es kommt so weit, dass sie einem Verkäufer die Hand mit der Tür eingeklemmt. Danach kommt es zu einer Reihe von mysteriösen Vorkommnissen: Beschriftungen an der Haustüre, unseriöse Postsendungen, Telefonterror. Und es sollte nicht dabei bleiben…

Meine Meinung:

Ich wurde erstmals durch das Buch Japanese Cinema Encyclopedia - Horror / Fantasy / Science Fiction von Thomas und Yuko Mihara Weisser auf Door und Fortsetzungen aufmerksam. Umso erfreuter war ich, als ich sah, dass die Filme nun auf Blu-Ray und mit englischen Subs erscheinen = bestellt und Wunschliste abgearbeitet. Door hat mir gut gefallen. Der Film hat eine ganz spezielle, eigene Stimmung.

Der Aufbau des Plots ist langsam. Der Film ist ein Mix aus Drama, Thriller, Home-Invasion, Horror und Terrorkino. Regisseur Banmei Takahashi beweist ein gutes Händchen bei der Inszenierung. Die Kameraarbeit ist exzellent, die Wahl der Musik aussergewöhnlich und die Darsteller durch die Bank glaubhaft und authentisch. Man fiebert mit Yasuko mit. Keiko Takahashi (Uzumaki) ist übrigens die Ehefrau des Regisseurs. Regisseur Banmei Takahashi war bis zu Door im Sex-Film-Geschäftig tätig. Dies änderte sich erst mit Door.

Speziell im Finale geht im Film dann die Post ab. Nach einem langen Vorspiel eskaliert der Orgasmus, so zusagen. Die Kameraführung, spezifisch die aus der Vogelperspektive, in welcher Yasuko durch etliche Zimmer gejagt wird und sich gegenüber dem unerwünschten Besucher wehrt, war mehr als sehenswert. Der Bösewicht des Filmes wird stark von Daijiro Tsutsumi gespielt. Die wenigen Effekte sind stark getrickst. Der kammerspielartige Terror kommt gut zur Geltung. Teilweise fühlte ich mich aufgrund des Telefonterrors an den späteren Slasher Scream erinnert.

Gefolgt von: Door II

Infos:

O: Doa

Japan 1988

R: Banmei Takahashi

D: Keiko Takahashi, Daijiro Tsutsumi, Shirô Shimomoto

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 93:55 Min.

Gesehen am: Jan. 2024

Fassungen:  Mir lag die UK-Blu-Ray von third window films vor = Schuber, Booklet, restaurierte Fassung, O-Ton, englische Subs (wohl erste Fassung weltweit die englische Untertitel bietet), Uncut. Ton- und Bildqualität sind sehr gut. Als Bonus gibt es ein Interview mit dem Regisseur und die Fortsetzung Door II ist auch mit an Bord.

Donnerstag, 11. Januar 2024

Teenage Yakuza

Japanuary 2024

Teenage Yakuza

Story:

Yoshio (Toshio Sugiyama) und Jiro (Tamio Kawachi) sind gute Freunde und wohnen in einem kleinen Dorf. Beide träumen vom Studieren. Dies ändert sich, als sich die Yakuza im Dorf breit macht. Yoshio und Jiro kämpfen dagegen an mit der Folge, dass Yoshio verkrüppelt und sein Vater totgefahren wird. Yoshio schliesst sich daraufhin selbst der Yakuza an, welche Jiro noch immer zu bekämpfen versucht…

Meine Meinung:

Teenage Yakuza ist der bisher beste Film der 1. Disc der UK-Edition «Seijun Suzuki: The Early Years, Vol. 1 - Seijun Rising: The Youth Movies» und hat mir klar besser gefallen als The Boy Who Came Back und The Wind-of-Youth Group Crosses the Mountain Pass. Ich mochte die 50er Jahre Stimmung, die Kleinstadt-Atmosphäre, in welcher jeder jeden kennt, die schicken Schwarzweiss-Bilder und den dramatischen Plot um Freundschaft, den Aufstieg in der Yakuza und was das für negative Folgen mit sich bringt. Ganz leicht hat mich das an spätere Heroic Bloodshed Filme aus Hong Kong erinnert.

Der Film hat eine angenehme Laufzeit von nur ca. 71 Minuten. Somit gibt es keine Längen. Die Figuren werden authentisch dargestellt und die Schicksale der Figuren sind dem Zuschauer nicht gleichgültig. Somit ist eine Spannung vorhanden und der Plot fesselt. Wo steuert dieser hin? Wird es am Ende ein Happy End geben? Das Einzige, was ich kritisieren kann, ist das Ende. Das ging dann zu schnell, Schlag auf Schlag und wie es dazu kam, wurde dann gar nicht gezeigt.

Der Cast aus dazumal vielen Jungdarstellern der Toei-Schmiede haben ihre Sache gut gemacht. Toshio Sugiyama (Story of a Prostitute, Savage Wolf Pack) und Tamio Kawachi (Gozu, Gappa, the Triphibian Monster) spielen die zwei Freunde, Asao Sano (Kagero-za, Fighting Elegy) der Nudelverkäufer und die Sängerin Midori Tashiro dessen Tochter, die auf Jiro abfährt und ihn «cool findet», da er sich gegen die Yakuza auflehnt. Midori Tashiro war ein Jugendidol und in der Zeit, vor allem in Liebesfilmen und Dramen, gern gesehen.

Die wenigen Action-Momente, paar Schlägereien, sind unspektakulär in Szene gesetzt. Einige Kämpfe sogar sehr dilettantisch und theatralisch. Hauptaugenmerk liegt weniger auf der Action und den Yakuza-Inhalten, sondern mehr an der Tatsache, was das Auftauchen der Yakuza für die Gemeinschaft bedeutet. Ebenso für jene, die sich dafür und dagegen stellen und wie auch ihr Umfeld ggf. daran leidet. Und wie Freundschaften zerstört werden können. Die Musik passt zum Setting: Balladen und Rock ’n’ Roll dominieren das Geschehen.

Fazit: Nicht uninteressantes Jugenddrama und Frühwerk von Seijun Suzuki (Detective Bureau 2-3: Go to Hell Bastards!, Zigeunerweisen, Youth of the Beast, Branded to Kill, Tokyo Drifter oder Yumeji)!

Infos:

O: Hai tîn yakuza

Japan 1962

R: Seijun Suzuki

D: Toshio Sugiyama, Tamio Kawachi, Midori Tashiro, Asao Sano

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 71 Min.

Gesehen am: Jan. 2024

Fassungen: Mir lag die UK-Box von Arrow Video namens Seijun Suzuki: The Early Years, Vol. 1 - Seijun Rising: The Youth Movies vor. Nebst Teenage Yakuza sind folgende Filme im Set enthalten (DVD und Blu-Ray): The Boy Who Came Back, The Wind-of-Youth Group Crosses the Mountain Pass, The Incorrigible und Born Under Crossed Stars. Alle Uncut, restauriert, im O-Ton und mit englischen Subs inklusive Wendecovern. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2024).