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Sonntag, 23. März 2025

The Kung-Fu Warrior

The Kung-Fu Warrior

Story:

Ein Barkeeper aus Macau namens Mark (Mark Cheung Lui) gerät in Schwierigkeiten und wird von einem Kung Fu Meister (Kwan Hoi-San) gerettet. Dieser rät ihm, nach Hong Kong zu kommen. Mark setzt dies später ihn die Tat um. Er trifft erneut den Kung Fu Meister und lässt sich danach in Kung Fu ausbilden. Da sowohl Mark wie auch der Kung Fu Meister Geld brauchen, schmieden sie einen Plan, um den Boss des Kung Fu Meisters auszurauben. Doch dieser wird von diversen Kämpfern (u.a. Lee Hoi-Sang, Lee Chun-Wa) bewacht…

Meine Meinung:

The Kung-Fu Warrior entsprang im Jackie Chan Erfolg von Drunken Master und Co. Kung Fu Komödien waren angesagt. Goldig Films (The Gold Connection, General Stone, The Dragon Lives Again) produzierte 1980 unter der Regie des mir unbekannten Simon Chui Yee-Ang (A Taste of Cold Steel, The Black Tavern, The Devil's Mirror), der ebenfalls am Drehbuch schrieb und die Kampf-Choreographie besorgte, The Kung-Fu Warrior, der im Gegensatz zu vielen anderen Filmen dieser Art im modernen Setting angesiedelt ist. Eine willkommene Abwechslung.

Abgesehen davon bietet der Film genau das, was der Fan davon auch erwarten kann: Viel Klamauk (Mal lustiger, Mal unlustiger), eine typische Schüler-Meister-Story, Kung-Fu-Kampfszenen, unzusammenhängende Plots ehe sich ab einem gewissen Zeitpunkt eine Haupt-Story herauskristallisiert und ein furchtbarer Englischer Dub. Der Film spielt zuerst in Macau und wechselt dann nach Hong Kong. Der Star des Filmes ist mir namentlich unbekannt: Mark Cheung Lui (The Death of Bruce Lee, Hot Blood) macht als Held jedoch eine gute Figur, zumal er auch in den Kampfszenen überzeugt.

Kämpfte Kara Hui 1983 in dem Shaw Brothers Film The Lady Is the Boss mit einem BMX und liess dies in einige Action-Momente einfliessen, so bedient sich Mark Cheung Lui in The Kung-Fu Warrior eines Skateboards. Und das macht er, vor allem im Finale, gar nicht übel. Die zwei bekanntesten Namen oder Gesichter waren Kwan Hoi-San (Crocodile Evil, Devil Curse, The Shaolin Disciple) als Meister von Mark Cheung, wobei der Film in der Hinsicht auch noch mit einem kleinsten Twist aufwartet. Der 2. Name ist Lee Hoi-Sang, der 2024 im Sept. verstorben ist. Ihm zu Ehren wurden dazumal Shaolin and Wu Tang und Fists and Guts aufgefrischt. Die Kampfszenen, vor allem jene im letzten Viertel, sind die Highlights des Filmes.

Fazit: Old School Kung Fu Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Chu cu chuo tou fa cu cai

HK 1980

R: Simon Chui Yee-Ang

D: Mark Cheung Lui, Kwan Hoi-San, Katie Chan Fok-Sang, Lee Hoi-Sang, Wong San, Chu Kong, Lee Chun-Wa

Laufzeit der holländischen VHS: 81:26 Min.

Gesehen am: 08.01.25

Fassungen: Mir lag das VHS aus Holland von Phoenix Home Video vor = Uncut, Englischer Dub, solide (etwas blasse Farben) Bild- und Tonqualität. Bildformat ist ca. 1,70.1. Es gibt keine DVD, Blu-Ray, deutsche Fassung und mir ist auch keine O-Ton Fassung bekannt (Stand: Jan. 2025).

Samstag, 22. März 2025

My Name Ain't Suzie

 


My Name Ain't Suzie

Story:

Hong Kong, Wan Chai, 50er Jahre:

Mary Lai Shui Mei (Pat Ha Man-Jik), auf einem Fischerboot lebend und aus ärmsten Verhältnissen stammend, wird zusammen mit einer Gruppe von anderen jungen Mädchen an Monie (Betty Ting Pei) verkauft. Diese bildet die Mädchen aus, damit diese in ihrem Club Männer, vornehmlich Seemänner, bedienen.  Mary Lai Shui Mei verliebt sich später in Johnny (Anthony Wong). In der Hoffnung, mit ihm ein neues Leben zu starten, entschliesst sie sich zusammen mit einer Kollegin, unabhängig von Monie anzuschaffen und «ihr eigenes Ding zu drehen». Doch es läuft nicht wie geplant: Johnny haut ab und die zwei Mädels sind ohne Schutz Gewalt und Polizei ausgesetzt. Doch die Dinge entwickeln sich nicht nur zum Negativen…

Meine Meinung:

Nach Maybe It's Love der 2. Spielfilm von Angela Chan für die Shaw Brothers. Und erneut bietet der Film starke New Wave Vibes und wurde an den Hong Kong Film Awards 1986 in mehreren Kategorien nominiert (und gewann davon in einer). Da ich Maybe It's Love gar nicht so übel fand, schaute ich mir nun auch My Name Ain't Suzie an. Eine Art Mix aus Drama, Romanze, Komödie und Sozialkritik. Quasi der «Casino» (Auf- und Abstieg) im Rotlichtviertel-Setting.

Der Film und Inhalt werden als Rückblende erzählt. 95% der Story spielen in den 50ern Jahren. Zuerst in Wan Chai und später in Tsim Sha Tsui. Und das wurde richtig gut eingefangen. Der damalige Zeitgeist und die politischen Themen wurden stark in den Plot integriert. Der Film begleitet dabei Charakter Mary Lai Shui Mei als minderjähriges Mädchen bis zur alten Frau. Sie blieb ihrem Geschäft bis zum Ende Treu. Mit vielen Hochs, aber auch sehr vielen Tiefs. Das gezeigte wirkt authentisch. Da hat Angela Chan gut recherchiert.

Das Gewerbe wird im Film ungeschönt und neutral dargestellt. Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger) hat das stark gespielt. Auch Namen wie Betty Ting Pei (Mahjong Heroes), Colette Koo Ka-Ling oder der spätere Film-Psycho Anthony Wong (wird im Vorspann als Anthony Perry gelistet) in seiner ersten Filmrolle, haben überzeugt. Anthony Wong (Ebola Syndrome) spielt aber auch «nur» einer der Nebenfiguren, und nicht die Hauptrolle. Die einzige, welche ich nicht überzeugt fand, war Deanie Ip Tak-Han. Ausgerechnet jene, welche dem Film seinen einzigen Preis als beste Nebendarstellerin einbrachte. Sie ist vor allem ab Mitte und im letzten Viertel des Filmes involviert, wo es auch 1-2 graphischere Szenen zu bestaunen gibt inklusive Tiersnuff.

Fazit: Wer Angela Chans New Wave Shaw Brothers Beitrag Maybe It's Love mochte, kann auch hier bedenkenlos Mal einschalten!

Infos:

O: Fa Gai Si Doi

HK 1985

R: Angela Chan

D: Pat Ha Man-Jik, Betty Ting Pei, Anthony Wong, Angela Yu Chien, Colette Koo Ka-Ling, Deanie Ip Tak-Han

Laufzeit der Originalversion: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 07.01.25

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in HK (von IVL) auf DVD (O-Ton, Uncut, englische Subs). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Freitag, 21. März 2025

The Housemaid

The Housemaid

Story:

Eine Familie bestehend aus dem Vater, einem Piano-Lehrer, seiner schwangeren Ehefrau, dem Sohn und der auf Krücken angewiesenen Tochter ziehen in ein neues Haus. Zu viel Stress für die Ehefrau, die kollabiert. Also wird ein Hausmädchen (Lee Eun-shim) angestellt. Diese macht es sich zum Ziel, den Ehemann zu verführen. Mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Als ich 2019 Südkorea besuchte, besuchte ich auch das koreanische Filmarchiv. Dort kaufte ich auch einige Filme, darunter den s/w Klassiker The Housemaid von Regisseur Kim Ki-young (Woman Chasing the Butterfly of Death). Der Film, der Kultstatus und den Ruf geniesst, einer der besten und wichtigsten Filme aus Südkorea zu sein (etliche Nachahmer und Remakes folgten), hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Das Gegenteil ist der Fall: The Housemaid ist einer der nervigsten Filme, welchen ich seit langem sah.

Ich hätte die Sichtung am liebsten nach ca. 60-80 Min. abgebrochen. So sehr hat mich der Inhalt und die Figuren des Filmes genervt. Der Inhalt hat mich an Speak No Evil, den ich am ZFF sah, erinnert. Wie viel Verachtung, Erpressung und Schandtaten erduldet eine Familie, bis sie zurückschlägt? Falls überhaupt. Ich fragte mich, warum sich die Familie von dem Hausmädchen so auf der Nase rumtanzen lässt? Spätestens nach der Szene mit dem Sohn wurde es arg unglaubwürdig, so dass ich das Gezeigte nicht mehr ernst nehmen konnte.

Das Ende (mit Funny Games Vibes) passte hervorragend dazu. Auch dieses gefiel mir gar nicht. Inhaltlich muss man Regisseur Kim Ki-young zwar loben, einen provokanten Stoff inszeniert zu haben, aber gefallen hat mir das Schauspiel, der Verlauf und die Handlungen der Figuren nicht. Technisch ist der Film natürlich toll anzusehen, da kann ich nichts daran aussetzen. Was die Schauspieler angehen, gefiel mir das Overacting von Lee Eun-shim nicht. Mich wundert es nicht, dass sie danach keine grosse Karriere im Filmgeschäft hingelegt hat. Das Gedudel, welches sich Musik nennt, war auch gar nicht mein Fall.

Fazit: Entspricht nicht meinem Filmgeschmack. Überbewertet. Ich hoffe, Kim Ki-youngs Ieoh Island lohnt sich mehr…

Infos:

O: Hanyeo

Südkorea 1960

R: Kim Ki-young

D: Lee Eun-shim, Joo Jeung-nyeo, Kim Jin-kyu, Ahn Sung-ki

Laufzeit der südkoreanischen DVD: 100:57 Min.

Gesehen am: 06.01.25

Fassungen: Mir lag die südkoreanische DVD vom Korean Film Archive vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Der Film war lange Zeit verschollen und wurde erst viel später wiederentdeckt, restauriert und veröffentlicht. Martin Scorsese half mit, den Film zu restaurieren und für die Produktion zu werben. In Südkorea und den USA ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray erschienen. In Deutschland lief der Film im Free-TV in Koreanisch mit u.a. deutschen Untertiteln.