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Samstag, 20. April 2024

When Evil Lurks

BIFFF 2024 Spezial

When Evil Lurks

Story:

Ein Mann wird verdächtigt, besessen zu sein. Dieser wird von drei Männern weggeschafft. Danach bricht das Böse über die Gemeinde…

Meine Meinung:

2017 machte Regisseur Demián Rugna mit Terrified auf sich aufmerksam. Ich bereue es nach wie vor, dass ich den Film am NIFFF 2018 verpasst habe (Unbekannte Verspätung wegen Panne, nach langem Warten verliess ich den Kinosaal). Der wäre im Kino sicher gut gekommen. When Evil Lurks ist sein neuster Film. Da halfen auch die Amerikaner mit, den Film zu produzieren, besser gesagt Samuel Zimmerman, der den Film dann auch ins «Shudder» Programm aufgenommen hat.

When Evil Lurks hat mir eigentlich gefallen, aber nicht 100% überzeugt. Ich fand den Film weniger spannend als Terrified und fand vor allem die Inszenierung der Geschichte, dessen Verlauf und die Handlungen der Figuren teilweise als relativ unzusammenhängend und unlogisch. Der Film startet derb und mit viel Ekel-Szenen und Schock-Inhalten. Das hat mir gefallen, vor allem die Ekelszenen.

Auch mit Gewalt wird nicht spärlich umgegangen. Aber einige Szenen wirkten unecht und/oder auch mit CGI versehen (als sich die Frau die Axt ins Gesicht rammt z.B.), zumal einige Szenen ultraschnell geschnitten sind. Auf der anderen Seite gibt es derbe Momente, in denen Kinder oder Tiere unfein behandelt werden. Szenen, die nicht allen gefallen dürften. Das Finale hatte fast Children of the Corn Vibes.

Die Darsteller waren gut bis mittelmässig. Die Figurenzeichnung fand ich wenig speziell. Ich fieberte mit den Figuren nicht mit. Mir war es egal, wer am Ende des Kampfs gewinnen sollte: Gut oder Böse. Das Ende hat mir dann sogar gefallen. Ich fand den Film relativ unterhaltsam und packend, aber weiss das Gezeigte noch nicht so recht einzuordnen. Auf der einen Seite war der Film cool, auf der andere Seite hat es mich dennoch nicht 100% gepackt und mich überzeugt.

Aber eines ist sicher: Demián Rugna ist ein Name, den man sich im Horrorbereich merken sollte! 

Infos:

O: Cuando acecha la maldad

Argentinien, USA 2023

R: Demián Rugna

D: Ezequiel Rodríguez, Luis Ziembrowski, Demián Salomón, Emilio Vodanovich

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 99 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton, mit englischen Subs und Uncut. Den Film gibt es seit Ende März 2024 in den USA auf Blu-Ray. Eine deutsche Vö ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2014).

Humanist Vampire Too Sensitive to Kill

BIFFF 2024 Spezial

Humanist Vampire Too Sensitive to Kill

Story:

Sasha (Sara Montpetit), eine junge Vampirin, ist zu sensibel, um Menschen zu töten und deren Blut trinken zu können. Doch dann läuft ihr Paul (Félix-Antoine Bénard) über den Weg, der suizidale Gedanken hegt und verspricht, sie mit seinem Blut zu retten…

Meine Meinung:

Aka Humanist Vampire Seeking Consenting Suicidal Person. Für Holland wurde ein neuer Titel ausgewählt: Humanist Vampire Too Sensitive to Kill! Warum, ist mir nicht bekannt. Vielleicht wurde der andere Titel als zu kontrovers angesehen. Humanist Vampire Too Sensitive to Kill ist nämlich ein Coming of Age Film aus Kanada. Ein Mix aus Drama, Grusel, Liebesgeschichte, Vampiren und Coming of Age Inhalten.

Der Film hat mir, bis auf das Ende, sehr gut gefallen. Der Film war in der Tat lustig, unterhaltsam und auch herzlich. Ich fieberte mit den Figuren mit und der Film hat viele tolle Aufnahmen zu bieten. Sowohl lustige, wie auch gefühlsmässig. Am Ende ging dann aber alles zu schnell. Schlag auf Schlag und mit Zeitspringen und ohne Erklärungen. Das fand ich dann doch etwas schade. Da hätte ich eigentlich gerne noch mehr vertieft gesehen, wie sich das entwickelt hat.

Ich bin kein spezieller Freund von Coming of Age Filmen. Aber da gibt es doch auch hin und wieder paar tolle Filme (Grave). Oder eben wie in diesem Fall gute Festival-Filme, aber nichts für die Sammlung (dazu gehörten auch Filme wie It Lives Inside, Teddy) und leider auch viele Werke, die mir gar nicht zusagen. Dass Coming of Age Filme in die Sammlung kommen, ist bei mir persönlich selten der Fall. Hätte mir das Ende in Humanist Vampire Too Sensitive to Kill besser gefallen, hätte ich drüber nachdenken können.

Der Film stellt das Regiedebüt von Ariane Louis-Seize dar, die zuvor Kurzfilme realisierte. Das Debüt darf als gelungen bezeichnet werden. Der Film ist fesselnd, unterhaltsam, technisch einwandfrei in Szene gesetzt und das Schausiel aller Beteiligten war erste Sahne. Ein Debüt, welches schwer zu toppen sein wird. Vom Cast war natürlich Sara Montpetit hervorragend. Sie trägt den ganzen Film allein und macht einen eindrücklichen Job. Sie hätte auch gut Wednesday in der Netflix-Serie Wednesday spielen können…

Fazit: Starkes Regie-Debüt! 

Infos:

O: Vampire humaniste cherche suicidaire consentant

Kanada 2023

R: Ariane Louis-Seize

D: Sara Montpetit, Félix-Antoine Bénard, Steve Laplante, Sophie Cadieux, Noémie O'Farrell, Lilas-Rose Cantin

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton mit englischen Subs. Uncut. Die deutsche DVD und/oder Blu-Ray sollen am 24.10.24 erscheinen.

4PM

BIFFF 2024 Spezial

4PM

Story:

Philosophie-Lehrer Jung-in (Dal-soo Oh) und seine Ehefrau Hyun-suk (Young-nam Jang) ziehen von der Stadt aufs Land. Entspannen ist angesagt. Da taucht am ersten Tag um 16.00 Uhr Nachbar Yuk Nam (Kim Hong-pa) auf. Ein älterer Herr. Doch dann verstummt dieser und sitzt zwei Stunden fast stillschweigend auf dem Sofa, gibt kaum Antworten auf Fragen. Absolut passiv. Zwei Stunden später steht Yuk Nam auf und verlässt die Wohnung. Doch als sich das Tag für Tag wiederholt, suchen Jung-in und Hyun-suk nach Antworten…

Meine Meinung:

Mit 4PM hat Regisseur Jay Song die französische Novelle The Stranger Next Door von Amélie Nothomb verfilmt, von welcher ich zuvor noch nie was gehört hatte. Die Umsetzung kann als gelungen bezeichnet werden. Der Film wirkt fast wie ein Kammerspiel und der Plot ist zunächst unterhaltsam, auch lustig und amüsant. Das liegt auch an der starken Kameraführung, der passenden Musik und dem grandiosen Schauspiel.

Oh Dal-su (Old Boy, A Bittersweet Life), Kim Hong-pa (Svaha: The Sixth Finger) und Jang Young-nam (Cobweb, Project Wolf Hunting) spielen das aber auch superb und glaubhaft. Oh Dal-su ist der einzige Schauspieler, den ich sofort erkannt habe. Durch sein markantes Äusseres und seine Nebenrolle aus Old Boy blieb er mir in Erinnerung. Der Plot geht der Frage nach, wie viel Menschen aushalten, bevor sie explodieren. Und was die Folgen davon sein könnten.

Leider wurde vor der Sichtung, da Regisseur und Cast und Crew extra nach Brüssel gereist (24h Reise) sind, schon Spoiler verraten, als Cast und Crew Fragen vom BIFFF Vorsteller beantwortet haben. Mag sein, dass die Lektüre von Amélie Nothomb dem belgischen Publikum bekannt ist und zum Lerninhalt in der Schule gehörte, doch für mich als Schweizer war es blöd zu wissen, was mich am Ende erwarten würde. Zwar habe ich mir etwas in die Richtung gedacht, aber es vor der Sichtung bestätigt zu bekommen, hat schon etwas Spannung geraubt.

Ansonsten hat der Film ein Problem, welches viele südkoreanische Filme haben. Ja, der Film ist schick, sieht super aus und ist stark gespielt. Aber die Laufzeit war einfach zu lang (fühlte sich auch länger an). Zudem kommt der Wandel vom lustigen Teil des Filmes zum dramatischen zu spät. Die Laufzeit hätte gerne kürzer ausfallen dürfen. Bei mir wird es bei dieser Sichtung bleiben.

Fazit: Für Fans des südkoreanischen Kinos zu empfehlen. 

Infos:

O: O-HU NE-SI

Südkorea 2024

R: Jay Song

D: Dal-soo Oh, Hong-pa Kim, Young-nam Jang

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton, mit englischen Subs und Uncut. Es gibt noch keine DVD oder Blu-Ray (Stand: April 2024).