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Samstag, 6. Juli 2024

Des Teufels Bad


NIFFF 2024

Des Teufels Bad

Story:

1750 Oberösterreich:

Agnes (Anja Plaschg) heiratet Wolf (David Scheid). Statt bei der Schwiegermutter Mutter Gänglin (Maria Hofstätter) zu wohnen, beziehen Wolf und Agnes ein eigenes Haus. Doch nach dem ersten Glück, macht sich bei Agnes Frust, Einsamkeit und Unglück breit. Sehr zum Leidwesen von Wolf und Mutter Gänglin. Deren Reaktionen üben auf Agnes viel Druck aus, an dem sie zu zerbrechen droht…

Meine Meinung:

Vom Duo (Severin Fiala, Veronika Franz) der vergangenen NIFFF Filme Field Guide to Evil (eine Episode) und The Lodge kommt mit Des Teufels Bad ein interessantes Werk daher, welches auf wahren Begebenheiten und authentischen Aufzeichnungen beruhen soll. Also eine Art «True-Crime» Film (der Vergleich ist jetzt sehr weit von mir hergeholt) und psychologisches Drama verpackt im «Mittelalter» Setting. Cool. Ich war froh, am NIFFF einen Film in Deutsch schauen zu können, dass tut gegen die Müdigkeit gut. Dennoch war ich oft froh um die Untertitel, da natürlich nicht das heutige Deutsch gesprochen wird.

Der Film startet gleich mit einem Ausrufezeichen (Frau, die ein Baby einen Wasserfall runterwirft und exekutiert wird), welches jedoch wichtig für den weiteren Verlauf des Filmes sein sollte. Dass dies üblich war, wusste ich nicht. Vor dem Abspann informiert der Film mit Texteinblendungen darüber. Des Teufels Bad aka The Devil's Bath ist ein humorloser Slow-Burner, der sich langsam entwickelt und dabei optisch wunderschön und stimmungsvoll eingefangen und inszeniert wurde. Ich habe anhand des Trailers (nur kurz reingeschaut) eher einen Film à la The Witch erwartet, aber damit hat Des Teufels Bad nichts zu tun. Hexen sind in dem Film kein Thema.

Das Leidwesen von Agnes wird dabei glaubhaft dargestellt. Man leidet mit ihr mit. Der mir total unbekannte Cast war hervorragend. Ansonsten ist der Film schnörkellos kühl und steril in Szene gesetzt: ungeschönt und ohne Verluste wird das damalige Leben gezeichnet. Ein älteres Paar, welches neben mir sass (die Kinovorstellung war voll), sind mehrfach zusammengezuckt und/oder mussten bei einigen Szenen wegschauen (Maden, Wunden, Tier-Gore, Exekutionen, Barbierchirurgen). Diesbezüglich trifft die Gewalt unverhofft auf den Zuschauer. Nur das Ende war, irgendwie, grotesk übertrieben aber dennoch nicht uninteressant.

Fazit: Am 1. NIFFF Tag gleich die 1. positive Überraschung, so darf es gerne weitergehen!

Infos:

O: Des Teufels Bad

Österreich, Deutschland 2024

R: Severin Fiala, Veronika Franz

D: Anja Plaschg, Maria Hofstätter, David Scheid, Natalya Baranova, Lukas Walcher

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 121 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024 / 2. Sichtung (Blu-Ray): 13.02.26

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Deutsch mit Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024). Nachtrag Feb. 2026: 2. Sichtung nach dem NIFFF. Gefällt noch immer. Der Film hat eine spezielle Atmosphäre, ist stimmungsvoll und überzeugt durch Bilder, Musik und Schauspiel, statt durch Schockeffekte (auch wenn es hier und da einige fiese und/oder eklige Szenen zu sehen gibt). Die deutsche Blu-Ray von Plaion Pictures hat ein Wendecover, ist Uncut (ab 16 Jahren freigegeben), hat zum Glück deutsche Untertitel und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. 

Respati

NIFFF 2024

Respati

Story:

Respati (Devano Danendra) hat sein dem Tod seiner Eltern schreckliche Träume. In diesen sieht er Menschen sterben, die dann auch im echten Leben sterben. Auch wenn er Menschen berührt, sieht er deren Schicksal/Tod (voraus). Zusammen mit seinem Kumpel und der neuen Klassenkameradin Wulan (Keisya Levronka) beginnt er Recherchen anzustellen…

Meine Meinung:

Bei Respati handelt es sich um eine indonesische Roman-Verfilmung eines Romans von Ragiel JP. Ob die Umsetzung gelungen ist, weiss ich nicht. Da auch noch Südkorea als Herstellungsland gelistet wird ist anzunehmen, dass es von dort Finanzierungshilfe gab. Laut der NIFFF Vorführerin, soweit ich das verstanden habe (Franz. ist nicht mein Fall), war der Film an den indonesischen Kinokassen ein grosser Erfolg. Mir gefielen der Plot und einzelne Szenen des Trailers, den ich nicht ganz sichtete. Daher das NIFFF Ticket gekauft. Respati ist technisch gut gemacht, aber im Grossen und Ganzen leider nichts Besonderes.

Ich fühlte mich beim Schauen oder aufgrund einzelner Szenen an Filme wie A Nightmare on Elm Street, Stranger Things, Matrix, Talk to Me oder Hereditary erinnert. Wenig Eigenständigkeit. Der Plot hat im Mittelteil auch Längen. Einmal bin ich fast eingeschlafen. Inhaltlich gibt es wenig Überraschungen und einzelne Momente sind gar vorhersehbar (Die Rolle von Abdul). Mit der, sagen wir Mal, «Romanze» zwischen Respati und Wulan wurde ich auch nicht warm. Das war wenig glaubhaft. Keisya Levronka war mir in ihrer Rolle zu distanziert, zu cool, zu kühl.

Der restliche Cast hingegen war solide, wie auch die technische Seite des Filmes. Leider gibt es viel CGI-Effekte (auch wenn es 2-3 altmodische Splatter-Szenen zu begutachten gibt). Die Kämpfe zwischen Respati und dem Geist haben mir nicht gefallen. Genau so stelle ich mir Marvel Superhelden Filme vor, die gar nicht mein Fall sind. Das grösste Kriterium für einen Horrorfilm sind die Horrorparts: der Film hätte gerne deftiger und effektiver sein dürfen. Von echtem Grusel leider keine Spur. Immerhin das Gesicht des Geistes/Monster war ziemlich cool. Schade, dass es von dem Roman nicht schon in den 80ern eine filmische Umsetzung gab. Eine indonesische Horror-Legende und Ikone wie Suzzanna hätte perfekt in die Rolle des Geistes gepasst.

Fazit: Höchstens für Fans des Romans zu empfehlen!

Infos:

O: Malam Pencabut Nyawa

Indonesien, Südkorea 2024

R: Sidharta Tata

D: Devano Danendra, Keisya Levronka, Mikha Hernan, Budi Ros, Fajar Nugra, Ratu Felisha

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 112 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen im O-Ton mit englischen Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Freitag, 5. Juli 2024

Blood Reincarnation

Blood Reincarnation

Story:

Es werden drei Kurzgeschichten erzählt:

The Treasure: Eine schwangere Frau (Shirley Wong Sa-Lee) und ihr Mann (Dean Shek) haben eine alte Frau (Mama Hung) in den Tod getrieben. Nun, während der Geburt, ist die Zeit der Rache gekommen und der Geist der alten Frau schlägt zurück...

The Wanton: Ein Ehemann erwischt seine Frau (Mang Lee) beim Sex mit einem anderen (Henry Yu Yang). Ein Unglück kommt selten allein d.h. der Ehemann wird gewaltsam in einer Box verstaut und im See ertränkt. Doch sein Geist kommt zurück, um Rache zu nehmen...

Lau Tin Sok: Ein Arzt (Peter Yang Kwan) wird zu Unrecht hingerichtet, da er für den Tod einer Patientin verantwortlich gewesen sein soll. Doch dank einer Wiedergeburt bleiben ihm sieben Tagen um Dinge zu vollenden, welche er vor seinem Tod nicht vollenden konnte. Seine Frau ahnt nichts davon und ein Exorzist ist bereits auf dem Weg, den Geist des Arztes zu bekämpfen…

Meine Meinung:

Blood Reincarnation ist zwar kein Kracher, aber für Fans von klassischen Gruselfilmen aus Hong Kong zu empfehlen, zumal der Film sehr selten ist. Der in Taiwan gedrehte Episodenhorrorfilm der Produktionsfirma H.K. Fong Ming Motion Picture Co. Ltd. (The Girl Named Iron Phoenix, Enter the Fat Dragon) aus dem Jahr 1974 bietet drei Kurzgeschichten. Wie es der englische Titel bereits verrät, geht es um die «Blood Reincarnation», welche vor allem in der 3. und längsten Geschichte des Filmes erzählt wird, während der chinesische Titel übersetzt «Yin- und Yang-Reich» bedeutet.

Die drei Kurzgeschichten heissen The Treasure (1. Story), The Wanton (2. Story) und Lau Tin Sok (3. Story). Die ersten zwei Geschichten laufen nur kurz, haben mir aber mehr zugesagt als die 3. Episode, die viel Zeit in Anspruch nimmt, aber gleichzeitig die Dramatik der Tragweite in den Vordergrund stellt, statt auf Grusel und Horror aus zu sein. In den ersten zwei Episoden gibt es mehr Geister, Grusel und Effekte zu sehen, daher sagten mir diese mehr zu, was nicht heissen soll, dass ich die 3. Episode nicht mochte. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich wohl die Laufzeiten der einzelnen Episoden anders priorisiert.

Regisseur Ting Shan-Hsi (Knight Errant, Whiplash), der auch das Drehbuch schrieb, hat mit Blood Reincarnation solide Gruselunterhaltung inszeniert. Was ich gelungen fand, war der Verzicht auf Klamauk. Die Episoden wirken ernst und dank drei Geschichten wirkt der Film nicht langweilig. In der 1. Geschichte hat mir vor allem die Tatsache gefallen, dass es um den Tod und die Geburt geht. Neues Leben wird geschenkt, altes Leben wird genommen. Das wurde stimmungsvoll und creepy eingefangen. Die Tongestaltung war hervorragend. Zudem hat mich Dean Shek (The Bravest Fist) überzeugt. Er spielt zur Abwechslung eine dramatische, ernste Rolle. Toll!

Die 2. Episode hat mir auch gefallen. Dieser erinnerte mich an die Story Something to Tide You Over mit Leslie Nielson aus George A. Romeros Creepshow (Drehbuch: Stephen King). Eine amerikanischer Episodenhorrorfilm aus den 80ern. Auch in dieser geht es um Untreue, einen Mordversuch, Ertränken und Rache. Ob die 2. Episode aus Blood Reincarnation als Vorlage diente? Unwahrscheinlich, aber wer weiss das schon. Wer hätte z.B. gedacht, dass der Urin-Joke, den Steve Buscemi in Desperado erzählt, in der HK-Komödie From Here to Prosperity zu sehen war. Gespielt und vorgetragen (in die Praxis umgesetzt) von David Chiang - und der Film stammt aus dem Jahr 1986, während Desperado erst in den 90ern realisiert wurde.

Fazit: Nicht uninteressante und stimmungsvolle Grusel-Anthologie aus Hong Kong!

Infos:

O: Yin Yang Jie

HK 1974

R: Ting Shan-Hsi

D: Dean Shek, Shirley Wong Sa-Lee, Wang Lai, Mama Hung, Mang Lee, Henry Yu Yang, Chiang Nan, Peter Yang Kwan, Tang Pao-Yun

Laufzeit der HK-VHS: 93:29 Min.

Gesehen am: Sept. 2014 / Neusichtung am: 12.05.24

Fassungen: Früher als Bootleg DVD gesehen, lag mir nun für die 2. Sichtung das seltene HK-VHS von Golden Cinema City Video Distribution Ltd. vor = O-Ton, englische Subs, Vollbild, gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2024).