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Freitag, 16. Januar 2026

Sternen Muri

Adresse: Thunstrasse 80, 3074 Muri bei Bern

 

Mitte Januar war ein weiteres, nachträgliches Geburtstagsessen geplant. Mit anderen Worten: ich wurde eingeladen. Inzwischen habe ich mich in meiner neuen Stelle (als Nachtwache in einem Pflegeheim) gut eingelebt. Aktuell arbeitete ich gerade sechs Nächte am Stück (noch eingesprungen), aber im Vergleich zum alten Arbeitgeber ist der Arbeitsaufwand massiv kleiner. Aktuell fühlt sich die Arbeit noch wie Ferien an. Ich fühle mich wohl. Nach sechs Nächten hatte ich jedoch nur 1.5 freie Tage zur Verfügung, was nichts ist. Ob ich nach sechs Nächten gut den Rhythmus würde wechseln können? Ich schlief 3h30Min. und stand vor dem Mittag auf.

Ich schaute mir noch einen Film an und ging am späten Nachmittag Richtung Restaurant. Auf der Online-Karte sah ich, dass sie sogar noch ein Gericht mit Wild hatten (Hirschfiletmedaillons auf Pilzrahmsauce mit Rotkraut, Marroni, Preiselbeer-Birne, Rosenkohl, Kürbis und Wirz, Beilage Spätzli dazu + 6.50 CHF). Das würde ich nehmen, dachte ich mir. Die Vorfreude war gross. Immerhin war ich schon mehrfach im Sternen in Muri essen gewesen (Link, Link und Link). Als Vorspeise, so dachte ich, würde ich den Ziegenkäse nehmen. Etwas, was ich auch in den letzten Monaten zweimal probiert hatte. Ich kam pünktlich an. Den Tisch, den wir bekommen haben, war leider an einem relativ lauten Ort. Zusammen mit dem gedämpften Licht, der Tatsache, dass ich sechs Nächte gearbeitet, nur 3.5 Stunden geschlafen und heute nur wenig getrunken hatte, löste in mir Schwindel aus.

Als meine Begleitungen ankamen dann die negative Überraschung. Die Online-Karte des Restaurants war nicht mehr identisch mit der vor Ort. Das ist, doch gerade für ein schickes und teures (Hotel)Restaurant schade. Und leider standen weder die Hirschfiletmedaillons noch der Ziegenkäse als Vorspeise auf der Speisekarte. Das war nach meiner Vorfreude definitiv eine kleine Enttäuschung. Ich entschied mich daher für folgendes aus der aktuellen Karte (Saisonale Karte). So bestellte ich…

 

 

…als Vorspeise

Pilz-Bruschetta mit Schnittlauch (Als kleine Portion)

gedünstete Pilze mit Zwiebeln auf getoastetem Brioche

16.00 CHF

 

…als Hauptgang

Kalbsschulter-Braten mit Morchelsauce, Rotkraut und Marroni

38.00 CHF

Beilage Kartoffelstampf

8.50 CHF

 

 

…als Dessert

Crema Catalana

9.50 CHF

 

 

Leider konnte mich der heutige Besuch nicht mehr ganz so begeistern wie in der Vergangenheit. Das lag aber auch an mehreren Faktoren. Nebst der Tatsache mit dem Schwindel haben sicher auch die ungünstige Tischauswahl und die Enttäuschung über die nicht identische Speisekarte dazu geführt. Als Vorspeise nahm ich das gleiche wie letzten Oktober zur Wild-Season. Damals habe ich von der Vorspeise nichts erwartet und wurde positiv überrascht. Heute hatte ich viel erwartet und wurde enttäuscht. Ich weiss nicht Mal warum. Die Vorspeise war gut, aber irgendwie fühlte es sich nicht mehr so toll an, wie im Oktober. Das Brot war zu hart, das Essen wurde schnell kalt, die Portion war mir für eine Vorspeise zu gross. Das sorgte dann leider auch für eine peinliche Situation den Hauptgang betreffend. Die Portion war mir viel zu gross. Ich hatte kaum zu essen angefangen, da hatte ich schon praktisch das gesamte Hungergefühl verloren und quälte mich mit dem Essen. Und der Berg auf dem Teller sollte nicht kleiner werden. Kalbsschulter-Braten ist halt definitiv kein Filet und das Fleisch war mir fast zu viel und zu fest. Den Kartoffelstock habe ich lieber fluffig und für meinen Geschmack gab es viel zu viel Rotkraut. Ich hätte besser ohne Rotkraut bestellen sollen. Es kam, wie es kommen musste. Ich liess mir das Essen einpacken. Es wäre sehr schade gewesen, den Teller so zurückzugeben. Zudem hatte ich jetzt noch zweierlei Reste für den Freitag und Samstag (= wieder einspringen auf Arbeit). Immerhin beim Dessert wurde ich nicht enttäuscht. Die Crema Catalana war, wie zuvor, ein Genuss. Danach ging es mit Bus und Zug nach Hause, wo ich mir noch einen Jackie Chan Streifen ansah und dann um Mitternacht für erfolgreich fünf Stunden schlafen ging.

 


Fazit:

 

Hervorragend

Sehr gut

Gut und solide

Enttäuschend

 

 













Donnerstag, 15. Januar 2026

The Ninth Heart


The Ninth Heart

Story:

Student Martin (Ondrej Pavelka) macht es sich zur Aufgabe, eine Prinzessin (Julie Juristová), die unter einem Bann eines bösartigen Magiers (Juraj Kukura) leidet, zu retten…  

Meine Meinung:

Nach Beauty and the Beast der zweite Titel von Juraj Herz in Severin Films Box-Set All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. The Ninth Heart ist ein Ende der 70er Jahre Märchen, welches eine spätere Neusichtung verdient. Denn nicht alles an The Ninth Heart hat mir gefallen. Ich bin aber sicher, dass mir der Film bei einer zukünftigen Sichtung mit angepassten Erwartungen mehr zusagen wird. Der Film, dessen Intro toll anzusehen ist (gezeichnete Animationen mit Herzen und Skeletten), hat seine schwächste Phase in den ersten 30-45 Minuten.

Zwar werden in dieser Zeitspanne die Figuren eingeführt, aber abgesehen davon kommt der Plot kaum zum Zug. Es findet kein Verlauf statt und speziell der Humor in diesen Szenen nervt und auf Dauer kommt Langeweile auf. Die Darsteller um Ondrej Pavelka, Anna Malová oder Josef Kemr machten jedoch einen glaubwürdigeren Eindruck als jene, die in Beauty and the Beast zu sehen waren. Auch Juraj Kukura als böser Zauberer gefiel, während die Prinzessin, gespielt von Julie Juristová, etwas blass charakterisiert wird und abfällt. Das Ende war in der Hinsicht auch vorhersehbar, aber dennoch schön.

Die besten Momente hat der Film im letzten Viertel. Wenn sich Martin ins Schloss und die wundersame «Unterwelt» und «Kammern» des Magiers begibt, sind das durch und durch sehenswerte, fantasievolle, märchenhafte und stimmige Sequenzen und Settings, die es lohnt, mehrfach zu entdecken. Diesen verdankt es der Film auch, dass ich mich später an eine sichere Zweitsichtung wagen werde. Was zudem erwähnt sein sollte, ist auch die perfekte Musikuntermalung dieser Szenen. Das pochende Herz in der Tonspur war superb. Allgemein war die Musik passend und klasse.

Fazit: Nicht uninteressantes Märchen!

Infos:

O: Deváté srdce

Tschechoslowakei 1978, 1979 (je nach Quelle)

R: Juraj Herz

D: Ondrej Pavelka, Julie Juristová, Juraj Kukura, Anna Malová, Josef Kemr, Frantisek Filipovský, Premysl Kocí

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 92 Min.

Gesehen am: 15.01.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (= All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. In Deutschland als Das neunte Herz als DVD zu haben (nur Deutscher Ton).

Mittwoch, 14. Januar 2026

Wolves, Pigs and Men

Japanuary 2026

Wolves, Pigs and Men

Story:

Jiro (Ken Takakura), ein Yakuza-Mitglied, wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Das passt dem Iwasaki Clan nicht. Diese wollen Jiro aus der Stadt wissen und beauftragen Jiros älteren Bruder Kuroki (Rentaro Mikuni), sich darum zu kümmern. Doch als Jiro und ein Kumpel (Shinjirō Ehara) zusammen mit Jiros jüngerem Bruder Sabu (Kinya Kitaoji) eine Geld- und Drogenlieferung des Iwasaki Clan stehlen und sich danach gegenseitig betrügen, sorgt dies für eine Spirale aus Gewalt und Tod…

Meine Meinung:

Wolves, Pigs and Men ist ein Frühwerk des späteren Meister-Regisseurs Kinji Fukasaku (Samurai Reincarnation, Battle Royale, The Green Slime). Ein in s/w gedrehter Yakuza-Film der die Genres Yakuza, Action und Drama miteinander verbindet. Der Film erinnerte mich z.T. an spätere Filme von Quentin Tarantino (vor allem an Reservoir Dogs). Letzterer war ein bekennender Fan von Kinji Fukasaku und Quentin Tarantino war bekannt dafür, sich von seinen Lieblingsfilmen- und Regisseuren inspirieren zu lassen. Wolves, Pigs and Men ist dabei aber kein Kracher, aber die Qualität, die Kinji Fukasaku in späteren Produktionen aufzeigen sollte, sind dennoch spür- und erkennbar.

Was mir am Film am meisten gestört hat d.h. nicht gefiel war einerseits die Musik inklusive musikalische Gesangsszenen sowie in einzelnen Szenen der Humor und Klamauk. Das wirkte peinlich und unpassend, aber passte zum Zeitgeist der Produktion (Halbstarke, Rock-’n’-Roll-Ära). Nebst Jazz bin ich kein Fan von Saxophon-Klängen und leider gibt es hier solche zu hören. Der Plot und seine Szenen sind z.T. etwas repetitiv (die Folter-Szenen). Und einige der Nebendarsteller agierten leicht laienhaft (die erste Sterbeszene von Sabus Kumpel).

Abgesehen davon war ich auch positiv überrascht, wie viel Tiefe der Plot, die Hauptcharaktere und die Dramatik bekommen. Das hatte schon fast Heroic Bloodshed Vibes und die Brüder auf beiden Seiten zu sehen, erinnerte mich an John Woos Filme A Better Tomorrow 1 + 2. Auch dort trugen die Protagonisten Sonnenbrillen, um cool zu wirken. So auch in Wolves, Pigs and Men. Seine stärksten Momente hat der Film in seinem nihilistischen Ende. Etwas, was auch in späteren Filmen von Kinji Fukasaku immer wieder zu sehen sein würde.

Beim Cast haben mich die Hauptdarsteller am meisten überzeugt. Ken Takakura (A Fugitive from the Past), Rentaro Mikuni (The Fugitive Samurai) sowie Kinya Kitaoji (Battles Without Honor and Humanity: Deadly Fight in Hiroshima) haben ihre Sache sehr ordentlich und glaubhaft verkörpert. Shinjirō Ehara (Outlaw: Kill!, Invasion of the Neptune Men), der Jiros Komplize mimt, spielte auch überzeugend. Der Rest fällt leicht bis deutlich ab. Teilweise gab es auch Momente, die fast an einen Western erinnert haben. Tierfreunde werden in einer Sequenz schlucken, wenn Hunde verängstigt durch die Müllberge gescheucht werden.

Fazit: Lässt das Talent von Kinji Fukasaku aufblitzen, ist aber noch kein Must Have Titel aus seiner Filmographie.

Infos:

O: Ôkami to buta to ningen

Japan 1964

R: Kinji Fukasaku

D: Ken Takakura, Shinjiro Ehara, Kinya Kitaoji, Rentaro Mikuni

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zwei Filme in einem Set, Schuber, Booklet, New 2K Restorations, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt als Extras Interviews mit Beteiligten der Produktion. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).