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Donnerstag, 28. Dezember 2023

Godzilla Minus One

 

Godzilla Minus One

Story:

Japan am Ende des 2. Weltkriegs:

Godzilla taucht auf und Koichi (Ryunosuke Kamiki), ein Pilot, der seinen Kamikaze-Dienst an der Front verweigert hat, nimmt zusammen mit Freiwilligen den Kampf gegen das Monster auf, um Japan zu retten…

Meine Meinung:

Nach Shin Godzilla, der mir nicht durchgängig gefallen hat und an dem ich einiges zu kritisieren hatte, war ich sehr skeptisch auf Tohos neusten Godzilla Streich mit dem Titel Godzilla Minus One. Obwohl der Film erfolgreich anlief, durchgehend gute Reviews bekam (imdb 8.4/10, Stand 02.12.23) und er es sogar nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz schaffte (Kinoauswertung), blieb ich weiterhin skeptisch. Warum? Ich empfand den ersten Trailer als wenig ansprechend und die Tatsache, dass Godzilla diesmal aus CGI besteht, gefiel mir nicht.

Nach Godzilla: Final Wars, damals am NIFFF gesehen, sollte Godzilla Minus One der nächste Godzilla Film werden, den ich im Kino erleben durfte. Und was soll ich sagen? Ich wurde positiv überrascht. In jeder Hinsicht. Godzilla Minus One hat mich teilweise beeindruckt und ich empfand den Film als besser als sein Vorgänger. Es gab mehr Action, weniger Längen, die Effekte waren besser, der Film spannender, dramatischer und düsterer. Auch das Setting, das während dem Ende und nach dem 2. Weltkrieg spielt, war ein kluger Schachzug.

Und Godzilla ist böse. Die erste Action-Szene kam viel schneller als erwartet. In dieser hat mich Godzilla als CGI-Monster noch nicht überzeugt (da war er auch noch nicht mutiert). Da erinnerte er mich zu sehr an den US-Godzilla oder an Jurassic Park (den T-Rex, vor allem das Schreien). Aber spätestens während der 2. Action-Szene haben mich die Effekte, CGI hin oder her, überzeugt. Godzilla wurde, wie Gollum in Der Herr der Ringe, auf die Leinwand gebannt. Die Technik soll Motion capture heissen und erklärt die realistischen Bewegungen seitens Godzilla, obwohl «nur» ein CGI-Effekt.

Die Tatsache, dass der Film düster ist, hat mir gut gefallen. Die Effekte waren stark. Die mir unbekannten Schauspieler haben mir durch die Bank gut gefallen. Der Plot und die Probleme, welche damals vorherrschten (Hunger, Zerstörung, Tod, Trauer, praktisch regierungslos, Krieg), werden gekonnt in den Plot geflochten. Es gibt auch böse Seitenhiebe gegen die damalige Regierung Japans. Das persönliche Schicksal und Traumata von Koichi wirken glaubhaft. Dem Zuschauer sind die Figuren und deren Schicksale nicht egal = alles richtig gemacht. Über das Ende kann man sicherlich streiten, mir gefiel es.

Toll war auch die dezent eingesetzt Musik aus den Vorgänger-Filmen. Da kam fast Gänsehaut-Feeling auf bzw. epische Gefühle. Es wurde Musik aus Godzilla, King Kong Vs. Godzilla und Mothra Vs. Godzilla verwendet. Von Meister Ifukube Akira (Weltraumbestien, The Three Treasures, Whale God). Es gibt noch andere Hommagen ans Original (Szene mit dem Zug). Die mir unbekannten Darsteller in den Hauptrollen wurden von Ryunosuke Kamiki und Minami Hamabe gespielt. Minami Hamabe stand zuletzt bei Shin Kamen Rider vor der Kamera und Ryunosuke Kamiki kennt der Fan aus diversen Takashi Miike Filmen wie The Great Yokai War oder As the Gods Will. Regie führte Takashi Yamazaki, von dem ich nur zwei Filme gesehen habe (Space Battleship Yamato und Returner).

Fazit: Sehenswert und landet auf der Wunschliste!

Infos:

O: Gojira -1.0

Japan 2023

R: Takashi Yamazaki

D: Ryunosuke Kamiki, Minami Hamabe, Yûki Yamada, Hidetaka Yoshioka, Sakura Andô, Kuranosuke Sasaki, Munetaka Aoki

Laufzeit der Originalfassung: Ca. 125 Min.

Gesehen am: 01.12.23

Fassungen: Der Film erfuhr Anfang Dez. 2023 in Deutschland, der Österreich und in der Schweiz eine kleine Kinoauswertung, teilweise sogar in Japanisch mit deutschen Untertiteln. Ich habe den Film im Kanton Zürich in Winterthur gesehen = Uncut, im O-Ton mit deutschen Untertiteln. Eine Blu-Ray in Japanisch mit englischen oder deutschen Untertiteln ist noch nicht angekündigt (Stand: Dez. 2023).

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Macumba Sexual

Macumba Sexual

Story:

Alice (Lina Romay) bekommt in ihrem Urlaub den Anruf, sich auf eine nahe entfernte Insel zu begeben um dort Prinzessin Obongo (Ajita Wilson) zu treffen. Vor Ort angekommen erfährt sie vom Hotel-Angestellten (Jess Franco), dass die Prinzessin schon lange tot sei. Alice hat Alpträume und Visionen. Bald schon macht sich Alices Freund (Antonio Mayans) auf die Suche nach der verschwundenen Alice…

Meine Meinung:

Macumba Sexual hat mir nicht gefallen. Viele der zuletzt von Severin Films veröffentlichten Jess Franco Filme waren in meinen Augen nur mittelmässig oder solide (Night of Open Sex, Mansion of the Living Dead, Black Boots, Leather Whip), aber keine Kracher wie die bekannteren Filme des Regisseurs (Vampyros Lesbos, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, A Virgin Among the Living Dead). Das Hauptproblem waren die Längen und der kaum vorhanden, uninteressante Plot.

Obwohl der Film nur 80 Minuten läuft, sind der Plot und die Szenen, die uns Jess Franco, der auch einen Kurzauftritt hinlegt, wenig interessant. Es tun sich Längen auf. Die Szenen sind wenig abwechslungsreich und es wird mehr oder weniger immer das gleiche gezeigt. Es wird zwar versucht, eine mysteriöse Story und eine Art phantastische Stimmung zu generieren, aber dies kommt aufgrund der Langweile nicht positiv zum Tragen.

Es gibt hier und da Momente, die schön gefilmt wurden oder die an andere Filme erinnern (nackte Menschen via Leine um den Hals als «Hunde» auf allen Vieren = Die 120 Tage von Sodom Vibes) oder denen es ganz leicht gelingt, etwas Stimmung zu generieren. Leider sind solche Momente Mangelware und der Film ist wirklich nur eins: langweilig, langweilig und langweilig. Von echtem Horror keine Spur. Dafür gibt es ellenlangen, immer gleichen (und vor allem unerotischen) Sex.

In den körperbetonten Rollen geben Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sadist of Notre Dame, Night Has a Thousand Desires), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, The House of Lost Women, Bahia Blanca) und Ajita Wilson alles. Letztere sah man auch in Francos Sadomania vor der Kamera.

Fazit: Nur den Jess Franco Sammlern zu empfehlen, die von ihrem Liebling alles sammeln, unabhängig von der Qualität der Filme. Mir persönlich war der Film zu uninteressant und zu lahm, um in die Sammlung aufgenommen zu werden…

Infos:

O: Macumba sexual

Spanien 1983

R: Jess Franco

D: Jess Franco, Lina Romay, Ajita Wilson, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 80 Min.

Gesehen am: 28.11.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, exklusive Extras, Region A, B und C. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2023).

Dienstag, 26. Dezember 2023

Gli Amici di Nick Hezard

Gli Amici di Nick Hezard

Story:

Kleinganove und Betrüger Nick Hezard (Luc Merenda) will dem amerikanischen Gangster-Boss Robert Clak (Lee J. Cobb) eins auswischen und schmiedet zusammen mit seiner Mutter und seinen Freunden einen Plan, um sein Ziel zu erreichen…

Meine Meinung:

Gli Amici di Nick Hezard aka Der Stachel aka Nick the Sting hat mich nicht überzeugt. Ich wusste zwar über den Plot und der Tatsache, dass der Film ein Mix aus Gaunerfilm, Komödie und Poliziotteschi ist, im Vorfeld Bescheid, aber dennoch konnte mich der Film von Fernando Di Leo (Shoot First, Die Later, Killer Vs. Killers, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Naked Violence, Auge um Auge, To Be Twenty, Der Teufel führt Regie, Zwei Supertypen räumen auf) nicht komplett überzeugen.

Ich habe nichts gegen Ital. Genre-Mixe oder Komödien, auch wenn ich mich damit sicher noch kaum auskenne. Da kommen mir spontan vor allem Adriano Celentano und sein Film Onkel Addi - Gib Dem Führer Saures oder die Die Strickmütze mit Tomas Milian in den Sinn, dessen Fortsetzungen ich mir zum Black Friday gönnte. Abgesehen davon mag ich definitiv die härtere Gangart. Davon ist in Gli Amici di Nick Hezard, auch wenn Personen erschossen oder die Kehlen durchgeschnitten bekommen, nichts zu sehen.

Und Luc Merenda (Policeman Luc Merenda, Napoli si ribella, Violent Professionals) ist halt definitiv kein Tomas Milian (Die Gewalt bin ich, Der Vernichter, Der Berserker, Bewaffnet und gefährlich), was sein wechselhaftes Schauspiel angeht. Er hat mich definitiv nicht durchgehend überzeugt und teilweise sah ich eher einen Joe Dallesandro vor mir, was sich irritierend anfühlte. Irritierend war auch der ständige Wechsel von Deutsch auf Italienisch. Die deutsche Fassung wurde auf 77 Minuten reduziert, während der Film im Original 97 Minuten läuft. Es betrifft viele Handlungs- und Dialog-Szenen. Der Wechsel tat dem Spielfluss nicht gut. Und die fand die deutsche Synchro auch nicht so gut, wie in anderen Ital. Filmen der Zeit. War leicht enttäuschend…

Zusätzlich haben mir einige der Figuren, auch durch ihr zu übertriebenem Overacting, nicht gefallen. An der Stelle sei z.B. Luc Merendas Filmmutter erwähnt: Furchtbar! Der Rest war solide. Italo-Western Star William Berger (If You Meet Sartana…Prey for Your Death, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, Kung-Fu Brothers in the Wild West, The Sinister Eyes of Doctor Orloff, Spider Labyrinth) ist in einer Nebenrolle zu sehen. Die Musik war noch fast etwas vom besten am Film und die Tatsache, dass der Film kaum langweilig ist.

Fazit: Mittelmass! Euro-Cult Fans können dennoch einen Blick riskieren…

Infos:

O: Gli Amici di Nick Hezard

Italien 1976

R: Fernando Di Leo

D: Luc Merenda, Lee J. Cobb, Gabriele Ferzetti, Luciana Paluzzi, Dagmar Lassander, Isabella Biagini, Fred Will, William Berger

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:12 Min.

Gesehen am: 27.11.23

Fassungen: Mir lag die deutschsprachige Blu-Ray von Cineploit Records vor = Booklet, Poster, Uncut, Deutsch/Englisch/Ital. mit Subs. Da bei der deutschen Fassung früher viele Szenen und ganze Handlungsstränge fehlten, sind viele der Szenen nur in Ital. mit Subs vorhanden. Bild- und Tonqualität würde ich als gut bezeichnen, kommen aber nicht auf filmArt Niveau.  Die deutsche Synchro fand ich teilweise enttäuschend (leider vor allem auch den Sprecher von Luc Merenda).