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Montag, 2. September 2019

I Spit on Your Grave Review

I Spit on Your Grave

Story:

Schriftstellerin Jennifer (Camille Keaton) hat eine mentale Schreib-Blockade. Sie reist daraufhin aufs Land und besucht ihr Ferienhaus, um sich neu inspirieren zu lassen. Dort wird sie von vier Rednecks vergewaltigt und für tot gedacht zurückgelassen. Jennifer plant danach ihre Rache an den vier Tätern…

Meine Meinung:

I Spit on Your Grave ist ein Klassiker des Rape & Revenge Filmes. Ich mag die 70er Jahre Stimmung des Low-Budget Filmes und ich mag Selbstjustiz-Inhalte. Wer sich an den harten Szenen gegen die weibliche Hauptdarstellerin nicht gestört fühlt, wird mit I Spit on Your Grave einen sehenswerten Film vorfinden, in dem die Täter das bekommen, was sie verdienen. Dieses Bild und diese Gefühle wollen die Filmemacher suggerieren – und dies schaffen sie auch. Das dies (Selbstjustiz) ein kontroverses Thema ist, steht ausser Frage.

Ich mag die einfache Art und Weise, wie der Film in Szene gesetzt wurde. Regisseur Meir Zarchi beweist, dass man nicht viel Budget braucht, um eine packende, dramatische und schockierende Aussage und Story zu präsentieren. Mit originellen Ideen die Racheszenen betreffend brauchte man auch, was die Tötungsszenen an den Tätern angehen, kaum grössere Effekte zu kreieren. Die Szenen sind in ihrer Herstellung simpel (hier und da etwas rote Farbe etc.).

Was ich auch mochte was der langsame Aufbau der Story. Man nimmt sich Zeit. Der Film läuft 100 Minuten. Zwar gibt es einige typische Hillbilly Klischees, aber das gehört halt einfach dazu zu dieser Art Film. Die Darsteller waren glaubhaft und vor allem, was Camille Keaton angeht, auch sehr mutig. Die Vergewaltigungen sind sehr hart in Szene gesetzt, lang anzusehen und die Täter verspielen damit jegliche Menschlichkeit, auch wenn einige als Trottel und kognitiv beeinträchtig dargestellt werden. Da dem Film jeder Comic-Charakter fehlt, werden solche Szenen auch nicht durch solche «Erklärungsversuche» abgemildert.

Beeinflusst durch Filme wie Death Wish oder The Last House on the Left, gehört I Spit on Your Grave sicherlich zu den besten Filmen seiner Art (plus Filme wie Naked Vengeance oder Der Schlitzer)! Ein Klassiker des Genres aber nicht für jedermann geeignet. Der Film war, nachdem er einen anderen Titel verpasst bekommen hat (der Film hat ja viele Titel: Day of the Woman, I Hate Your Guts oder Blood Angel) und von der US-Presse (Roger Ebert) verrissen wurde, in einem 2. Anlauf im Kino sehr erfolgreich und legendär, so dass der Film heute, zumindest bei Horrorfilmfans (Film wurde natürlich in vielen Ländern zensiert und verboten, u.a. auch in Deutschland), einen nicht wegzudenken Ruf geniesst. Wer weiss, vielleicht wäre dies ohne Zensur und Verbot ganz anders gekommen…

Fazit: Für Fans von Selbstjustiz-Filmen zu empfehlen!

Gefolgt von: Savage Vengeance (1993) und I Spit on Your Grave: Deja Vu (2019).

Erhielt 2010 ein solides Remake (I Spit on Your Grave) auf welches jedoch zwei mittelmässige und nicht empfehlenswerte Fortsetzungen folgten (2013 folgte I Spit on Your Grave 2 und 2015 I Spit on Your Grave 3 - Mein ist die Rache).

Infos:

O: Day of the Woman

USA 1978

R: Meir Zarchi

D: Camille Keaton, Eron Tabor, Richard Pace, Anthony Nichols, Gunter Kleemann

Laufzeit der US-DVD: 101:05 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet: 14.06.19

Fassungen: Mir lag die US-DVD (Millennium Edition) von Elite vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, keine Subs, wenig exklusive Extras (u.a. AK vom Regisseur). Den Film gibt es mittlerweile in den USA auch auf Blu-Ray von Anchor Bay. Vorteile = englische Subs, mehr exklusive Extras, ggf. bessere, hellere Bildqualität. Wer den Film Uncut und in Deutsch haben möchte, muss über Österreich (von ILLUSIONS UNLTD. films) einkaufen da der Film in D offiziell noch verboten ist.

At Midnight I'll Take Your Soul Review


At Midnight I'll Take Your Soul

Story:

In einem katholischen Dorf wird ein Mann wie die Pest gefürchtet und ist von fast allen verhasst: Zé do Caixão (José Mojica Marins), der Leichenbestatter. Jeder weiss, dass man besser seine Zunge hütet, wenn Zé ist der Nähe ist. Trotzdem hat er eine Frau und einen Kollegen in Antônio (Nivaldo Lima). Doch Zé, von Angst geplagt, keine Nachfahren zu haben, bringt seine Frau um und macht sich auf die Suche nach der "perfekten" Frau, die ihm helfen wird, einen Sohn zur Welt zu bringen. Und es sollte nicht bei nur einem Mord bleiben…

Meine Meinung:

Mein erster Film über Zé do Caixão, gleichzustellen mit dem "schwarzen Mann" ist diese Figur und dieser Name in Brasilien jedem bekannt. So gibt es Filme, Bücher, Puppen und alles Mögliche über die kultige Figur mit den langen Fingernägeln, dem schwarzen Umhang und dem Hut. At Midnight I'll Take Your Soul war in Brasilien ein grosser Erfolg, lief mehrere Monate in São Paulo in den Kinos und gilt als erster Horrorfilm Brasiliens. Sogar in neuen Filmen aus dem Land wird José Mojica Marins zitiert (Ghost Killers vs. Bloody Mary).

Der Film hat mir, nun auch nach wiederholtem Schauen (dazwischen waren viele Jahre Pause), noch immer sehr gut gefallen. Ich kenne, glaube ich, alle Filme von José Mojica Marins. Doch diese Reihe empfand ich immer als sehenswerter als spätere, eigenständigere Werke des Regisseurs.

Durch die Schwarzweissbilder und das ewige Philosophieren seitens des verhassten Zé erfährt der Film eine fesselnde, einzigartige und stimmungsvolle Atmosphäre, die zudem durch das grossartige Schauspiel von José Mojica Marins perfekt abgerundet wird. Overacting ja, aber immer ohne ins Lächerliche zu driften. Ab einigen Handlungen und Dialoge konnte ich nur noch schmunzeln (als er Fleisch isst und auf die Gläubigen runterschaut).

Was mich bei der neusten Sichtung sichtlich auffiel war der Blutgehalt und die z.T. fiesen Morde - diese hatte ich nicht mehr so drastisch in Erinnerung. Natürlich, es ist noch immer kein 2. Blood Feast, aber trotzdem – für das Herstellungsjahr, Herstellungsland etc. ist das echt nicht ohne und ich kann völlig nachvollziehen, warum der Film damals kontrovers aufgenommen wurde (und auch genau deshalb so erfolgreich lief). Nur schon die Grundhaltung von Zé à la Coffin Joe ist absolut kontrovers (und höllisch amüsant!).

Das Schauen ist auf jeden Fall nicht langweilig und eine gewisse Spannung ist gegeben! So will man doch wissen, wie der Film endet! Bekommt Coffin Joe die Strafe, die er verdient? Oder kommt er straffrei davon (wie durch den ganzen Film hindurch)? Oder wird die «Hexe» mit ihren Warnungen Recht behalten?

Fazit: Spezieller Gruselfilm aus Brasilien, den ich Film-Fans nur empfehlen kann! Wollt ihr den Coffin Joe und dessen Filme kennenlernen – dann beginnt mit diesem hier!


Infos:

O: À Meia-Noite Levarei Sua Alma

Brasilien 1963

R: José Mojica Marins

D: José Mojica Marins, Nivaldo Lima, Magda Mei

Laufzeit der US-DVD aus dem Sarg: 81:55 Min.

Gesehen am: Mai 2006 / Review überarbeitet am: 13.06.19

Fassungen: Mir lagen zwei Fassungen vor: die US-DVD von Fantoma aka «The Coffin Joe» Trilogie in Spezialverpackung (Sarg). Es liegen Booklets, Comics und nebst At Midnight I'll Take Your Soul noch folgende Filme vor (alle Uncut, O-Ton, englische Subs): die Fortsetzung This Night I'll Possess Your Corpse und der schwächere Awakening of the Beast. Aus England liegt mir von Anchor Bay noch die «The Coffin Joe Collection» vor. Diese wurde gekauft weil deutlich mehr Filme enthalten: At Midnight I Will Take Your Soul, This Night I Will Possess Your Corpse, The Strange World of Coffin Joe, The Awakening of the Beast, End of Man, The Strange Hostel of Naked Pleasures, Hellish Flesh (Inferno Carnal), Hallucinations of a Deranged Mind plus eine von Anchor Bay selbst produzierte in Spielfilmlänge daherkommende Dokumentation über den Coffin Joe (The Strange World of Mojica Marins). Es gibt keine deutschen Fassungen (Stand: Juni 2019).

Sonntag, 1. September 2019

Human Pork Chop Review

Human Pork Chop

Story:

Die Polizei verhört Chan Wan-Hok (Wayne Lai Yiu-Cheung) und dessen Ehefrau und findet heraus, dass Chan Wan-Hok und zwei seiner Kumpels für den Tod einer Frau verantwortlich sind. Die Leiche wurde zerstückelt, entsorgt (in einer Hello Kitty Puppe) und z.T. auch gekocht…

Meine Meinung:

True-Crime CAT. III Film der fast zeitgleich mit There Is a Secret in My Soup veröffentlicht wurde. Beide Filme basieren auf dem «Hello Kitty» Mord und sind, was die Jahrgänge angehen, zu spät. Die goldene Zeit des regulären HK-Kino sowie das CAT. III Genres waren längst vorbei. Die besten Filme dieser Art wurden in den 90ern, vor allem zu Beginn und Mitte der 90er, veröffentlicht. Da sind Kracher dabei wie: Her Vengeance, The Untold Story, Run and Kill, Ebola Syndrome.

Human Pork Chop gehört definitiv nicht zu den Krachern. Den Film sah ich zuletzt in der Jugendzeit und nun fliegt er aus der Sammlung, obwohl ich erst jetzt die Uncut Fassung zum ersten Mal sah (welche als offizielle Fassung von meiner Wunschliste gestrichen wird). Der Film ist solider Durchschnitt, aber nicht mehr. Es ist für meinen Geschmack kein Mehrwert vorhanden, den Film in Zukunft wieder zu schauen.

Das liegt an folgenden Punkten:

Der Film ist viel zu ernst. Andere CAT. III Filme sind zwar auch ernst, aber z.T. bieten sie auch HK Humor/Klamauk. Das passt oft wunderbar zusammen. Humor hätte Human Pork Chop gutgetan – ich erinnere mich, dass There Is a Secret in My Soup nebst nackter Haut auch Humor bietet – ich denke, der Titel wird mir heute besser gefallen als Human Pork Chop (was zu Jugendzeiten gerade umgekehrt war).

Ein weiteres Problem: es gibt keine «Identifikationsfiguren» wie dies in früheren CAT. III Filmen der Fall war. Keinen Anthony Wong (Love to Kill), keinen Simon Yam (Dr. Lamb), keinen William Ho Ka-Kui (Daughter of Darkness) und keinen Tommy Wong Kwong-Leung Tommy Wong Kwong-Leung (Vendetta). Der Cast ist, zumindest mir, mehr oder weniger unbekannt.

Dazu kommt, dass es viele Längen und wenig Höhepunkte (wobei es, zumindest in der Uncut Fassung, schon paar deftige und eklige Szenen gibt, vor allem die Szene mit dem Kot war schon sehr grenzwertig) und keine Erotik gibt. Erst gegen Ende wird es deftiger und interessanter, wobei die Effekte, die man z.T. sieht, nicht das The Untold Story Niveau erreichen.

Fazit: Mittelmass – kann man sich, wenn man das Genre gerne mag, ansehen. Aber nur in der Uncut Fassung (d.h. vergesst die reguläre HK Fassung) – und auch in der Uncut schafft es der Film nicht, an Klassiker des CAT. III Kinos heranzukommen und fliegt somit aus der Sammlung!

Infos:

O: Peng shi zhi sang jin tian liang

HK 2001

R: Benny Chan Chi Shun

D: Emily Kwan, Wayne Lai Yiu-Cheung, Amanda Lee, Helena Law Lan, Sai-Wing Yip

Laufzeit der Uncut Fassung: 89.33 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 16.06.19

Fassungen: Mir lag die HK DVD von Winson und eine DVD-R (Kopie der Uncut Fassung vor). Zur HK DVD = O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität aber zensiert. Die Uncut Fassung auf DVD-R ist ein privates Filmprojekt meines Korea-Dealers (HK DVD Fassung mit integrierten Uncut Szenen, O-Ton, englischen Subs etc.). Laut imdb soll die Fassung aus Thailand Uncut sein, laut meinem Korea-Dealer hingegen sei die Fassung aus Malaysia Uncut. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Juni 2019).