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Montag, 17. Juli 2023

Evil Dead Rise


Evil Dead Rise 

Story:

 

Eine Familie (u.a. Lily Sullivan, Morgan Davies, Gabrielle Echols, Nell Fisher) kämpft in einem Häuserblock gegen dämonische Mächte (u.a. Alyssa Sutherland) und um ihr Überleben…

 

Meine Meinung:

 

Das Remake von Evil Dead gefiel mir nach der 2. Sichtung nicht mehr bzw. nur noch durchschnittlich gut. Evil Dead Rise verpasste ich leider (siehe mehr dazu unter Fassungen). Nun holte ich die Sichtung via Stream nach, nachdem doch so was wie ein kleiner Hype um den Film entstanden ist. Der Film vom The Hole in the Ground Regisseur wurde von Bruce Campbell (Star der Originalfilme), Sam Raimi (Regisseur der Originalfilme) und von Rob Tapert (Produzent der Originalfilme) produziert. Bruce Campbells Stimme ist zudem auf dem Filmtonband zu hören.

 

Gute Vorzeichen? Jein. Der Film kommt nicht in die Sammlung. Ich würde den Film als soliden Durchschnittsfilm bezeichnen. Evil Dead Rise ist für eine einmalige Sichtung gut geeignet. Besser wäre es jedoch gewesen, den Film ohne "Evil Dead" Bezug mit einem anderen Titel zu veröffentlichen. Der Film hat einige Querverweise zu den Original-Filmen. Dem modernen Netflix, TikTok und Co. Konsumierer wird das aber nicht auffallen.  Der Film erinnert zum Teil an Filme wie Der Exorzist, The Grudge, Demons 2 und Shining.

 

Was mich störte war der Start des Filmes. Deplatziert und passt nicht zum Rest des Filmes. Die Kamerafahrt wirkte zu unecht, zu digital, zu modern. Gleiches gilt für die Titeleinblendung. Cool hingegen war der Abspann. Den Plot von der Hütte in einem Wald in ein anderes Setting zu verlegen, fand ich hingegen gut. Eine willkommene Abwechslung. Die Jump-Scares und The Grudge Einflüsse (wie sich die besessene Alyssa Sutherland bewegt) waren aber relativ billig. Schon 100x gesehen. Und auch die Einflüsse von Diversität fallen in mehreren Szenen/Beispielen negativ auf, auch wenn viel harmloser, als z.B. bei Netflix und Co.

 

Ansonsten war der Film technisch stark inszeniert, wenn auch sehr dunkel (Stilmittel?). Der Film unterhält aber und schafft es zuweilen auch, zu fesseln, zu packen und eine gewisse Spannung aufzubauen. Es wird gut unterhalten und ich mochte den langsamen Spannungsaufbau des Plots. In Sachen Gore gibt es auch einiges zu sehen, auch wenn der Film in der Hinsicht dem Hype auch nicht ganz gerecht wird. 

 

Viele Gore-Szenen sind viel zu kurz zu sehen (Schrotflinten-Action im Korridor z.B.) oder der Film in den zu dunkel. Viel Kunstblut wurde eigentlich nur in zwei Szenen gebraucht (die Lift-Szene und in der Final-Szene). Abgesehen davon nichts Besonderes, wenn auch interessant, dass Filme von grossen Studios scheinbar (in Deutschland) nie Zensurprobleme bekommen. Würde ein Independent Filme solchen Gore zeigen, wäre der sicher "nur" über die Schweiz und Österreich Uncut zu bekommen.

 

Fazit: Wird dem Hype nicht gerecht! Fans können zwar einen Blick riskieren, aber ich bleibe da lieber bei den alten Filmen…

 

Infos:

 

O: Evil Dead Rise

 

USA 2023

 

R: Lee Cronin

 

D: Lily Sullivan, Alyssa Sutherland, Morgan Davies, Gabrielle Echols, Nell Fisher

 

Laufzeit der Streaming-Version: Ca. 97 Min.

 

Gesehen am: 23.05.23

 

Fassungen: Der Film lief in der Schweiz, mit Ausnahme des BRUGGGORE Filmfestival, nicht regulär in den Kinos (dafür Schrott wie Winnie the Pooh: Blood and Honey oder Cocaine Bear). Und das BRUGGGORE Filmfestival habe ich dieses Jahr leider verpasst. Daher via Stream gesehen in deutscher Sprache: Uncut, HD, deutsche Synchronisation eigentlich absolut ok und gut mit Ausnahme der Stimme der kleinen Tochter. Wirkt zu alt für das kleine Mädel. Soll von Warner am 13.07.23 in Deutschland auf DVD/Blu-Ray/UHD erscheinen.

Sonntag, 16. Juli 2023

Das Lebensende und ich

Das Lebensende und ich

Inhalt:

"Warum nur haben wir solche Angst vor dem Sterben, wo es doch Milliarden vor uns auch schon getan haben? Also setzen wir uns einmal damit auseinander. Ein bisschen so, wie man das vor einer Geburt ja auch tut. Leicht wird der Umgang mit diesem Thema sicher nie. Aber vielleicht leichter, wenn es Zeit für eine Art Vorbereitung gibt."

 

Meine Meinung:                                                                   

 

Ich war vor paar Monaten in Thun an einer Buch-Vorlesung. An dieser haben die Autoren Steffen Eychmüller (Professor für Palliativmedizin) und Sibylle Felber (wirkt in der nationalen Strategie Palliative Care mit) ihr Buch Das Lebensende und ich (Anregungen für einen leichteren Umgang mit der Endlichkeit) vorgestellt. Es war ein spannender und informativer Abend. Das Thema Tod ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Der Vergleich, sich ähnlich wie vor einer Geburt damit zu befassen, zu organisieren, zu planen und sich zu informieren, ist eine gute Idee.

 

Denn – wer weiss denn schon, wie z.B. die eigenen Eltern mit dem Thema umgehen? Oder was sich diese wünschen? Wie deren Beerdigung aussehen soll? In meinem Fall kann ich annehmen, dass mein Vater Vorkehrungen getroffen hat. Darüber gesprochen wird aber nicht. Man sei ja gesund und befasse sich damit nicht, auch wenn viele der eigenen Freude in seinem Alter bereits wegsterben. Meine andere Hälfte (Mutter), spricht hingegen gar nicht über solche Dinge. Da weiss ich auch praktisch nichts. Wenn also etwas passiert, kann Druck für die Angehörigen entstehen. Und es gibt in den besten Familien Konflikte und Streitigkeiten.

 

Das sehe ich in meinem Beruf als Dipl. Pflegefachmann genug. Auch dass sich Angehörige nicht einig sind, wenn es um das Thema sterben geht. Dass Angehörige unrealistische Ängste haben. Oder verschlimmbessern, weil sie nicht Bescheid wissen und nur helfen wollen. Oder dass Angehörige untereinander Konflikte haben. Und da zu wenig qualifiziertes Personal (zumindest in der Langzeitpflege), welches mit den Angehörigen darüber professionell sprechen könnte. Informieren kann. Ängste nehmen kann. Deshalb ist der Dialog und/oder auch eine Patientenverfügung sinnvoll.

 

Für mich als Profi bringt Das Lebensende und ich nichts Neues. Aber es ist definitiv eine gelungene Lektüre für Betroffene. Damit meine ich Menschen, die am Sterben sind, Menschen, die chronische Krankheiten haben, Menschen, die vor kurzem jemanden verloren haben oder Menschen, welche z.B. ihre Eltern mit dem Thema sensibilisieren wollen. Ich werde das auch planen: mit den Eltern zusammensitzen, ihnen das Buch schenken und darüber sprechen. Es zumindest versuchen. Mehr kann ich als Kind nicht tun. 

 

So wie das Buch keine Seitenanzahl hat, so gibt es kein Inhaltsverzeichnis. Das Buch bringt Erfahrungen, evidenzbasierte Fakten und Studien-Auswertungen zusammen. Es gibt Bereiche wie "Die Angst vor dem Leiden", "Die Zeit vor dem Sterben" oder "Und was kommt nach dem Sterben?". Das Buch gibt für Laien einfach erklärt wieder, was Sache ist. Warum Morphin nicht schädlich ist, warum es teilweise ungeeignet ist, sterbende Menschen noch mit Nahrung und Flüssigkeit vollzupumpen, um was es sich beim Todesrasseln handelt, was genau beim Sterben passiert etc.

 

Das Buch nimmt den Leser auch in eine aktive Rolle. Es gibt mehrere Seiten, wo Gedanken notiert werden können. Wo Fragen gestellt werden (was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du morgen sterben würdest? Wen willst du an der Beerdigung sehen, wen nicht?). Das ist gut so, damit man sich individuell damit befassen kann. Was ich vermisst habe, waren die Sterbe- und Trauerphasen. Die kamen nicht zu Wort. Selbst die Erkenntnis, dass es diese Phasen gibt, könnte helfen. Was mir persönlich nicht gefiel, waren die Filmempfehlungen, die es praktisch auf jeder Seite gibt. Ich mag keine klischeehaften, zu dramatischen (Hollywood)-Filme zu dem Thema Sterben. Ich tue den Autoren jetzt aber auch unrecht, da auch Dokumentationen zu dem Thema empfohlen werden und ich mir die Filmtitel auch gar nicht wirklich angeschaut habe. Teilweise gibt es auch hilfreiche Links.

 

Wer sich oder andere zum Thema Sterben sensibilisieren möchte, sei nebst Über das Sterben von Gian Domenico Borasio auch dieses Buch sehr zu empfehlen!

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Stämpfli

 

Anzahl Seiten: Hat keine offizielle Seitenanzahl

 

Roman/Sachbuch: Sachbuch

 

Art: Taschenbuch

 

Autor: Steffen Eychmüller, Sibylle Felber

 

Erschienen: April 2022

Samstag, 15. Juli 2023

The Amityville Horror

The Amityville Horror 

Story:

 

Kathy (Margot Kidder) und Ehemann George (James Brolin) inklusive Kinder ziehen in ein neues Haus. Dumm nur, dass dort das Böse lauert und versucht, die Familie in den Suizid zu treiben…

 

Meine Meinung:

 

The Amityville Horror war wohl so was wie der Prototyp des Spukhaus-Genres. Der Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, unzählige Fortsetzungen generierte (z.B. Amityville - A New Generation) und auch ein Remake folgen liess (im Jahr 2005) inklusive inoffizieller Filme (Amityville Vibrator), überzeugt auch heute noch. Zumindest wenn man gerne auch ältere Filme und das klassische Gruselkino von dazumal mag. Heute sind Spukhaus-Geschichten (à la The Conjuring und Co.) jedoch nichts Spezielles mehr.

 

The Amityville Horror hat mir gut gefallen. Ich sah den Film nur einmal und wusste seit meiner Erstsichtung nichts mehr. Ich mag den Aufbau des Filmes. Die Familie wird mehr oder weniger sympathisch dargestellt (inklusive Playmate Margot Kidder als sexy Mutter) und der Film nimmt sich für die Story, Spannung und Stimmung Zeit. Filme, die dazumal mir dem Bösen und religiösen Themen Horror im Kino verbreitet haben, waren in den 70ern angesagt. Siehe Filme wie The Omen oder Der Exorzist.

 

Ich empfand den Film trotz seiner Laufzeit von fast zwei Stunden für keine Sekunde langweilig. Das Unheil ist von Anfang an spürbar und nimmt quälend langsam seinen Lauf. Dazwischen gibt es immer wieder tolle Flashbacks auf die vergangenen Momente, welche sich in dem Haus abgespielt haben (das Massaker). Diese werden z.B. gekonnt kurz eingefügt, wenn sich Kathy und George mit der Maklerin das neue Wohnheim ansehen. Toll gemacht. Auch spätere Alptraum-Szenen oder wie das Böse auf die Priester und Co. reagiert, wurde sehenswert inszeniert.

 

Fazit: Sehenswert für Fans von The Omen  und Co.!

 

Gefolgt von: Amityville II: The Possession

 

Infos:

 

O: The Amityville Horror

 

USA 1979

 

R: Stuart Rosenberg

 

D: Margot Kidder, James Brolin, Rod Steiger, Don Stroud, Natasha Ryan, Amy Wright

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 118 Min.

 

Neusichtung am: 13.05.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von MGM vor (zusammen mit dem 2. und 3. Teil in einer Box) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Es gibt exklusive Extras. Gibt es auch in Deutschland und inzwischen auf Blu-Ray.