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Montag, 4. Dezember 2023

Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien

Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien

Story:

Zwei Studentinnen (Laura D'Angelo, Irene Miracle) werden auf der Zugreise von Deutschland nach Italien von einer Frau (Macha Méril) und zwei Männern (Flavio Bucci, Gianfranco De Grassi) gedemütigt, gefoltert, vergewaltigt und getötet. In Italien trifft das Trio dann zufällig auf die Eltern der Ermordeten (Enrico Maria Salerno, Marina Berti). Als diese erfahren, was das Trio zu verantworten hat, greifen sie zur Selbstjustiz…

Meine Meinung:

Im Gegensatz zu Malastrana wäre Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien nach der Neusichtung fast aus der Sammlung geflogen. Es ist der deutlich weniger interessanter Film und vor allem «nur» eine dreiste Last House on the Left Kopie von Wes Cravens Terrorklassiker mit David Hess. Das deutsche Label spricht z.B. von einem «absoluten Klassiker des Terrorkinos». Das sind, wenn schon, meiner Meinung nach eben besagter Last House on the Left oder Tobe Hoopers Blutgericht in Texas. Dass die Italiener auf erfolgreiche Trends aus dem Ausland aufsprangen und diese kopierten, ist nicht neu.

Aber in Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien erinnert zu vieles an das grosse Vorbild, der einfach besser ist. Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien ist zwar technisch einwandfrei und auch toll gefilmt, aber gerade die 1. Filmhälfte ist viel zu lahm, das der Film komplett überzeugt. Die Rache-Aktionen im Finale sind hingegen viel zu kurz und dass die von Macha Méril (Deep Red) gespielte Frau am Ende nicht Mal bestraft wird, sondern überlebt, hat mich verärgert. Wer z.B. Wes Cravens Klassiker nicht kennt, dürfte mit Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien definitiv mehr «Spass» haben, sofern man davon in diesem Rape & Revenge Schmuddel-Exploitation-Film überhaupt davon sprechen kann.

Flavio Bucci (Suspiria) und Gianfranco De Grassi (The Church) waren ok, aber mehr auch nicht. Da waren die Eltern schon besser dargestellt, allen voran der rächende Vater, gespielt von Enrico Maria Salerno (Die Grausamen Drei). Die Mutter ist leider nur passiv bei der Sache. Die Mädels müssen Schlimmes über sich ergehen lassen ehe sie als Dummies aus dem Zug (köstlich) fliegen. Laura D'Angelo und Irene Miracle (Inferno) machen das gut und sehen auch bezaubernd aus. Die Musik, von Meister Ennio Morricone (Wenn Du krepierst - lebe ich), passt hervorragend zur den einzelnen Gefühlsmomenten im Film und mit so einem Namen liess sich natürlich auch gut werben.

Fazit: Bleibt knapp in der Sammlung - noch! Mal sehen, was die Zukunft bringt…

Infos:

O: L'Ultimo Treno della Notte

Italien 1975

R: Aldo Lado

D: Flavio Bucci, Laura D'Angelo, Irene Miracle, Gianfranco De Grassi, Macha Méril, Enrico Maria Salerno, Marina Berti

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 94:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 29.11.23

Fassungen: Mir lag das Mediabook von Koch Media vor = Film auf DVD und Blu-Ray plus 1 Bonus-DVD und Booklet. Film ist Uncut, Bild- und Tonqualität sind hervorragend und der Film liegt in Deutsch, Englisch, Ital. mit deutschen Subs vor. Die deutsche Synchronisation ist gelungen.

Malastrana

Malastrana

Story:

Journalist Gregory Moore (Jean Sorel) wird leblos in einem Park aufgefunden. Der Arzt stellt fest, dass Gregory tot ist. Doch dem ist nicht so: er kann hören und sehen, was um ihn herum passiert. Aber nicht auf seine Situation aufmerksam machen. Er droht, aufgeschnitten zu werden (Autopsie). Gregory versucht sich zu erinnern, was zuvor passiert sein könnte, in der Hoffnung, dass dies seine Rettung bedeuten könnte…

Meine Meinung:

Zu Ehren des vor kurzem verstorbenen Regisseur Aldo Lado, von dem ich nur ganze zwei Filme habe und kenne, kam es zu einer Neusichtung von Malastrana, einer Co-Produktion zwischen mehreren Ländern (Italien, dem damaligen Jugoslawien und Deutschland). Das erklärt auch den internationalen Cast wie Jean Sorel (In the Eye of the Hurricane), Fabijan Šovagović (Der Rattengott), Barbara Bach (Ein Bürger setzt sich zur Wehr) oder Mario Adorf (Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale).

Malastrana sah ich bisher nur einmal. Ich wusste nichts mehr vom Film. Die Sichtung fühlte sich also so an, als guckte ich den Film zum ersten Mal. Schon als ich die Inhaltsangabe las, war das Interesse geweckt. Der Film funktioniert vor allem dann, wenn man möglichst wenig im Vorfeld weiss. Nicht tot aber als tot abgestempelt zu werden (und somit eine Autopsie an sich selbst mit zu erleben und zu fühlen und/oder lebendig vergraben zu werden) ist definitiv guter Stoff für einen phantastischen Horrorfilm.

Malastrana würde ich als einen Mix aus Krimi, Horror, Mystery und Giallo beschreiben. Der Film startet mit einem stimmungsvollen, Unheil versprechen Soundtrack durch die Strassen Prags. Sehr stimmig eingefangen und macht Lust auf mehr. Für die Musik/Songs zeichneten sich Ennio Morricone (Der Schwarze Tag des Widders), Bruno Nicolai (The Bloody Judge) und Jürgen Drews ab. Letzterer ist als Strassenmusiker zu sehen und darf einen Song trällern. Die Musik von Ennio Morricone/Bruno Nicolai ist gelungen. Der Verlauf des Filmes ist langsam.

Der Film wartet am Ende mit coolen Szenen und Überraschungen auf. Gegen Ende geht der Film mehr Richtung Horror, erinnert dabei aber von der Stimmung her immer etwas an Filme wie The Sentinel, Spider Labyrinth oder Rosemaries Baby. Geübte Zuschauer werden so was in die Art und Richtung vermuten. Es ist also nicht ganz neu, aber speziell für ein Regiedebüt ist der Inhalt doch sehr innovativ, beachtlich und originell. Der langsame Verlauf der Story könnte aber nicht jedem gefallen.

Fazit: Sehenswert! 

Infos:

O: La Corta notte delle bambole di vetro

Italien, Jugoslawien, Deutschland 1971

R: Aldo Lado

D: Jean Sorel, Ingrid Thulin, Mario Adorf, Barbara Bach, Fabijan Šovagović, Piero Vida, José Quaglio, Luciano Catenacci, Semka Sokolovic-Bertok

Laufzeit der deutschen DVD: 92:50 Min.

Gesehen am: ? / Neusichtung am: 29.11.23

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Camera Obscura vor = Schuber, Booklet, Doppel DVD, Uncut, Deutsch/Ital. mit Subs, recht gute Bild- und Tonqualität. Gibt es inzwischen vom Label auch auf Blu-Ray.

Sonntag, 3. Dezember 2023

Island Warriors

 

Island Warriors

Story:

Da bin ich nun Mal so frech, die Inhaltsangabe der Letterboxd Datenbank zu zitieren (https://letterboxd.com/film/the-country-of-beauties/):

«Semi-naked Amazonian warriors defend their girls only island from from male pirates from the men only island.»

Meine Meinung:

Aka The Country of Beauties. Taiwan-Produktion und wilder, fast schon trashig anmutender Genre-Mix von Ulysses Au-Yeung Jun (Fatal Recall, The Woman from the Hell, Shaolin Warrior) um eine Insel, die von knapp bekleideten Amazonen und einer Königin, fast schon sektenähnlich anmutet, regiert wird. Als Königin darf Elsa Yang Hui-Shan (Deadly Silver Angels, The Woman from Hell, The Phantom Chivalry) ran und in einer grösseren Nebenrolle ist Don Wong Tao (Slaughter in San Francisco, Eunuch of the Western Palace, Fatal Needles vs. Fatal Fists) zu sehen.

Die Kostüme sind fantasievoll, die Aussenaufnahmen und der Start des Filmes haben schon fast Midsommar / The Wicker Man Vibes und die Innensets sind wundervoll in Szene gesetzt. Der Film ist in Sachen Genre wechselhaft: Kung Fu, Amazonen, Komödie, Folter, Erotik. Alles ist vertreten. Der hier und da sonderbare Slapstick und Klamauk war hingegen eher störend und nervend. In der Mandarin gesprochenen Fassung aber erträglicher, als im englischen Dub. Die Kastrationen erinnern an Ilsa - She Wolf of the SS. Sichtlich blutig geht es aber definitiv nicht zu und her.

Teilweise ist der Film schlecht gealtert (80er Jahre Friseuren). Nebst dem teilweise störendem Genre-Wechsel holte mich auch die Musik nicht ab. Ich würde sagen, die Musik war praktisch gesamthaft aus westlichen Filmen zusammengestohlen. Ich kann die Filme aber nicht benennen. Bei einem Track, der immer wieder gespielt wird, würde ich jedoch auf Rambo tippen. Und das Stück passte meiner Meinung nach nicht sonderlich gut zum Film.

Es gibt gute Musikstücke, die oft im Eastern zu hören sind und die passen, z.B. Italo-Western Musik. Oder Musik aus Halloween und A Nightmare on Elm Street 2, was moderne Anfang der 90er Jahre Actionfilme aus Taiwan angehen. Auch das passt. Italo-Western Musik hätte meiner Meinung nach besser zum Film gepasst. Ausnahme war die Musik, als sie die Babys ausgesetzt haben – das war episch und passend.

Der Film hat hier und da auch Längen. Gegen Ende wird es actionlastiger. Die Actionszenen sind solide, aber mehr auch nicht. Etwas Spektakel gibt es am Anfang zu sehen, wobei da sicherlich Turnerinnen und Akrobatinnen als «Schauspieler» eingesetzt wurden (à la Born to Fight). Der Film punktet vor allem durch seine verrückten Ideen, Inhalte, die originellen Sets und die bunten und innovativen Outfits. Die Darsteller waren bemüht. Ausser Elsa Yang Hui-Shan und Don Wong Tao sind fast nur Frauen im Film (in grossen Rollen) zu sehen. Der Cast war mir bis auf die zwei genannten Stars unbekannt.

Fazit: Wer gerne Filme wie Deadly Silver Angels und Co. mag, kann einen Blick riskieren!

Infos:

O: Yang yang jun

Taiwan 1981

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Elsa Yang Hui-Shan, Don Wong Tao, Fanny Fang Fang-Fang, Wu Chiao-Ling, Mary Wong Ma-Lee, Ha Kwong-Li, Cheng Hsiu-Ying, Teresa Tsui Jun-Jun

Laufzeit der jap. VHS: 89:47 Min.

Gesehen am: 14.1.23

Fassungen: Ich war kurz im Besitz der VHS aus dem Libanon (Englisch Dubbed mit arabischen Subs) und habe dieses dann gegen das VHS aus Japan (von Tohokushinsha Home Video) getauscht. Grund: das VHS aus Japan bietet den Originalton Mandarin. Das VHS aus dem Libanon habe ich mir noch digitalisiert, bevor ich es verkauft habe, so dass ich theoretisch auch diese Fassung noch ansehen könnte. Es gibt weder eine DVD, noch eine deutsche Fassung, noch eine Blu-Ray (Stand: Nov. 2023). Im Direktvergleich ist das Bild der jap. VHS heller und bietet mehr Bildinformationen an den Seiten.