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Samstag, 22. September 2018

Blood Simple Review

Blood Simple

Story:

Restaurant Besitzer Marty (Dan Hedaya) vermutet, dass seine Frau Abby (Frances McDormand) ihn mit dem Angestellten Ray (John Getz) betrügt. Er beauftragt den Detektiv Loren Visser (M. Emmet Walsh) dies zu bestätigen. Und die Sache stimmt: Abby und Ray haben ein Verhältnis. Nun beauftragt Marty Loren, seine Frau und Ray zu töten. Doch es kommt alles anders als geplant…

Meine Meinung (basiert auf dem Director's Cut):

Blood Simple stellte das Regiedebüt der Brüder Joel und Ethan Coen dar. Von ihnen kenne ich nicht viel: Fargo (fand ich okay), No Country for Old Men (gefiel mir gar nicht) und die Serie Fargo (hier traten die Brüder lediglich als Produzenten auf und die Serie, vor allem Season 1 & 3, gefielen mir besser als der Spielfilm). Blood Simple hingegen hat mir gut gefallen und auch besser als Fargo.

Der Film erinnert an den später gedrehten Fargo – nur ist Blood Simple spannender, böser, humorloser. Und deshalb hat mir der Film auch besser gefallen. Die Story bietet viele Überraschungen (à la Fargo) und es ist gut, darüber so wenig wie möglich zu wissen. Die Darsteller machen allesamt einen tollen Job und zum Teil sind es sehr abgedrehte, kantige Figuren, die den Zuschauer schnell in ihren Bann ziehen (wie in Fargo und der gleichnamigen Serie). Sie agieren alle toll und nebst viel inhaltlicher Überraschung, ruhigen, stimmungsvollen Bildern und Kamerafahrten gibt es auch viele spannende Phasen zu sehen (Finale, Finden der Leiche, Strasse während der Nacht und LKW kommt näher…).

Eine dichte Kleinstadtstimmung kommt auch auf, und obwohl ein kleines Budget vorhanden war, wirkte sich dies nicht negativ auf den Film aus. Was Sound und Schnitt angehen, gerade im Director’s Cut (die Kinofassung läuft länger und hatte andere Musik und wenig beeindruckendere Tonqualität), sind diese qualitativ auf einem hohen Level! Dass die Brüder Coen mit dem Film 1984 einen grossen Erfolg feien konnten, wundert mich überhaupt nicht. Insgesamt lässt sich Blood Simple nicht in ein gültiges Genre packen und im Gegensatz zum 08/15 Horrorkino der damaligen Zeit (Freitag der 13. Reihe, A Nightmare on Elm Street Reihe, Halloween Reihe) stellte Blood Simple innovatives und intelligentes Kino dar.

Fazit: Kann man sich gut ansehen! Kleiner, aber ziemlich packender und fieser Film, der nicht vorhersehbar ist und einfach höllisch gut unterhält!

Infos:

O: Blood Simple

USA 1984

R: Joel Coen, Ethan Coen

D: John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, M. Emmet Walsh, Samm-Art Williams, Deborah Neumann

Laufzeit der deutschen Blu: 95:59 Min.

Gesehen am: 28.07.18

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Arthaus / Studiocanal vor = Schuber, Booklet, DC als Fassung mit neuer 4K Restoration, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut.

Tyranno's Toenail Review


Tyranno's Toenail

Story:

Zur Zeit der Höhlenmenschen und Dinosaurier:

Regelmässig werden Stammesmitglieder als Opfergabe einem T-Rex zum Frass vorgeworfen. Als eine junge Frau das nächste Opfer werden soll, wird sie von einem Stammesmitglied befreit. Beide flüchten. Die Stammesmitglieder jagen die zwei «Feinde», die sich auch mit anderen Gefahren während der Flucht befassen müssen (andere Stämme und Dinosaurier)…

Meine Meinung:

Diese südkoreanische Produktion könnte man als Koreas Antwort auf Am Anfang war das Feuer (1981) betiteln. Auch dort geht es um Höhlenmenschen und auch in diesem Film wird in einer Urzeitsprache gesprochen (Laute, Gesten, Grunzen) was auch in Tyranno's Toenail der Fall ist – es gibt also keine verständlichen Dialoge, doch der Story kann man sehr einfach folgen, da einfach zu verstehender Inhalt. Die Inhalte befassen sich mit den täglichen Dingen des Lebens in der Urzeit: Überleben, Fressen oder gefressen werden, Jagd, Befriedigung von Bedürfnissen, Duelle etc.

Das wird alles gut und realistisch umgesetzt. Dabei kommt es in einer Szene zu Tiersnuff, als Käfer gefressen werden und in zwei weiteren Szenen haben echte Tiere – ein Wildschwein und eine Ziege, nichts zu lachen. Die Tiere werden zwar nicht physisch verletzt – aber psychisch schon – in den Szenen erleiden die Tiere Höllenquellen was Todesängste angehen. Diese Szenen dürften nicht allen gefallen…

Was die Dinosaurier angeht wurden Effekte eingesetzt (der T-Rex) und/oder Menschen in Gummianzüge gesteckt – daher lässt sich die Nähe zum jap. Monsterfilm à la Godzilla, Kaiju genannt, nicht verleugnen. Alle Dinoeffekte und Actionszenen diesbezüglich waren für mich die Highlights des Filmes, da Effekte-Kreationen nach meinem Geschmack. Billig, aber charmant. Der T-Rex erinnert ein wenig an das Modell aus Carnosaurus. Sehr eindrücklich fand ich den Stunt am Ende (T-Rex) und die Szenen vom fliegenden Dinosaurier (vor allem als dieser einen echten Menschen in die Lüfte hebt um diesen den kleinen Monster-Dino-Vögeln ins Nest zu werfen). Hier und da gibt es tolle Close-Ups (Köpfe, Münder, Zungen, Füsse, Schwänze) wenn die Dinos gegeneinander kämpfen oder die Höhlenmenschen als Beute jagen.

Der Film ist nicht langweilig, die Figuren agieren jedoch übertrieben, so dass viele Szenen trashig wirken. Totales Overacting und die Darbietung der Zähne der Höhlenmenschen erinnert ans alte HK Kino, wenn dort Menschen überzeichnet dargestellt wurden inklusive sonderbarem Klamauk. Der Film ist aber zum Teil recht ernst und nicht harmlos (auch Gewalt gegen Frauen), wobei es sichtlich ein Kinderfilm sein soll. Zum Beispiel sind einzelne Szenen mit Baby Dinos sehr herzig, die jedoch dann auch äusserst brutal werden, wenn z.B. das Muttertier getötet oder Baby-Dino-Vögel zu Tode geknüppelt werden…

Fazit: Ich hatte meinen Spass mit diesem seltenen Film aus Südkorea! Ich denke, Trash- Dino- und Kaiju-Fans sollten sich diesen Film nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Tilanoui baltob

Südkorea 1994

R: Shim Hyung-rae

D: Shim Hyung-rae, Shin Sae-Kil, Seo Chan-Ho, Park Se-Beom, Ahn Jin-Hyeong

Laufzeit der koreanischen VHS: Ca. 92 Min.

Gesehen am: 27.07.18

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Daewoo vor = Uncut, O-Ton (Höhlenmenschensprache), gute Bildqualität. Fassungen im Ausland bzw. ausserhalb Koreas sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2018).

Cabin of the Damned Review

Cabin of the Damned

Story:

Oscar (Daisy Masterman), ihre Schwester, dessen Freund und der Bruder vom Freund suchen eine Waldhütte auf, um ein spassiges Wochenende zu verbringen. Dämonen zerstören die Idylle. Ein Kampf ums Überleben beginnt…

Meine Meinung:

Cabin of the Damned, ein deutscher Titel und Anspielung auf den Film The Cabin in the Woods, ist ein Australischer Low-Budget Fun-Splatter und Hommage an viele grosse Horrorklassiker. Es handelt sich um einen Trash-Film. Teilweise war mir der Film aber sogar zu billig.

Mehrheitlich wird zwar auf handgemachte Effekte Wert gelegt, aber es kommt auch billiger CGI Einsatz vor, was nicht Rest zum Rest des Filmes (Hommage an Retro Klassiker) passte. Der Film wirkte allgemein zu modern und sauber, um Retro Feeling aufkommen zu lassen. Da halfen auch diverse Horrorfilmklischees vergangener Klassiker nichts.

Der Humor, die Dialoge und das Overacting sind Geschmackssache. Mal besser, Mal schlechter (ein Rap Duell wird sogar ausgetragen zwischen Frau und Dämon, so was finde ich dann doof und zu modern für einen Retro-Film). Es werden einige Klassiker zitiert (z.B. Bruce Willis Spruch aus der Stirb langsam Reihe). Am meisten erinnert der Film an Tanz der Teufel. Übermässig blutig und vor allem explizit ist der Film nicht. Die FSK 16 Freigabe ist angebracht.

Das Einhorn als Effekt war eher enttäuschend, da nur der Kopf zu sehen ist und die Maske von Menschen getragen wird. Da wäre mir ein komplettes Gummikostüm lieber gewesen. So ist es kein Einhorn, sondern nur eine Maske, die getragen wird. Es hat allerdings noch 1-2 andere Kreaturen, die z.T. besser auf die Leinwand gezaubert wurden. Der Film spielt sich zu 90% in der Waldhütte ab.

Fazit: Geschmackssache – man kann den Film gut einmal sichten. Die Zeit geht vorbei, und schlecht ist der Film nicht. Aber nicht gut genug, um in der Sammlung zu bleiben...

Infos:

O: Tarnation

Australien 2017

R: Daniel Armstrong

D: Jasy Holt, Emma-Louise Wilson, Blake Waldron, Daisy Masterman, Joshua Diaz

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 83:11 Min.

Gesehen am: 26.07.18

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von AlL!VE / donau film vor = Wendecover, Uncut, Deutsch/Englisch und dt. Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.