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Freitag, 18. November 2022

Léon - Der Profi Review

Léon - Der Profi

Story:

 

Die Familie der 12jährigen Mathilda (Natalie Portman) wird von korrupten Cops (u.a. Gary Oldman) getötet. Sie überlebt und flüchtet sich zu Nachbar und Profikiller Léon (Jean Reno). Dieser nimmt sie unter seine Fittiche. Eine besondere Beziehung entsteht: Er bildet sie zur Killerin aus…

 

Meine Meinung:

 

Léon - Der Profi mag ich. Klassiker des Euro-Kinos von Luc Besson. Der Film machte die dazumal unbekannte Natalie Portman zum Weltstar. Jean Reno war bereits einer und spielte in vielen Filmen von Luc Besson mit (z.B. in Nikita, der mir persönlich jedoch gar nicht zusagte und verkauft/entsorgt wurde). Seine Figur Léon wurde auch in der Popkultur (z.B. als Charakter im Videospiel Broforce als "Brofessional") und/oder in Satiren (z.B. im HK-Film Out of the Dark mit Stephen Chow) bekannt.

 

Zwar sind die Liebesgeschichte mit Lolita-Vibes durch Hintergrundinfos zu Luc Bessons Leben, die er scheinbar in das Drehbuch hat einfliessen lassen, definitiv umstritten, aber sagen wir Mal so: Andere Länder, andere Sitten. Gegen die Rechtslage hat Besson dazumal nicht verstossen und spätere Vorwürfe im Zuge der MeToo Bewegung wurden gerichtlich abgeschmettert. Abgesehen davon mag ich den Film.

 

Obwohl ich kein grosser Fan von New York bin, mag ich das New York Setting des Filmes. Die Musik ist super, etwas vom Besten des Filmes. Auch der Cast ist bis in die Nebenrollen stark besetzt: nebst Natalie Portman, die damit ihr Debüt gab und Jean Reno, überzeugt vor allem Gary Oldman (True Romance) als korrupter, drogensüchtiger Cop. In meinen Augen der heimliche Star des Filmes. Seine Szenen beim Massaker oder auf der Toilette (Zusammentreffen mit Mathilda) sind intensiv, spannend und stark gespielt. Selten hat mich ein Darsteller nur durch eine Performance in einem film so beeindruckt.

 

Zwar ist der Plot, sind wir Mal ehrlich, teilweise arg hohl und unglaubwürdig (leere Polizeiwache, unzählige Cops haben gegen einen Mann keine Chance, das Ausarten und Unerkannt Bleiben von Gary Oldmans gespielter Figur), und die Actionszenen hätten zahlreicher sein dürfen, aber im Grossen und Ganzen, auch aufgrund nostalgischer Gefühle, mag ich den Film dennoch. Die Action-Szenen sind zwar selten, aber der 1. Auftritt von Léon, das Massaker durch die Cops oder das Finale rocken derbe! Genug Gefühl, Dramatik und Herz sind auch definitiv dabei!

 

Fazit: Sehenswerter Klassiker und einer der besten Filme von Luc Besson und mit Jean Reno!

 

Infos:

 

O: Léon

 

Frankreich 1994

 

R: Luc Besson

 

D: Jean Reno, Gary Oldman, Natalie Portman, Danny Aiello, Peter Appel, Willie One Blood, Don Creech

 

Laufzeit der deutschen DVD: 127:26 Min.

 

Neusichtung am: 13.10.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche Steelbook vor = Booklet, Doppel DVD, Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend. Bild- und Tonqualität sind gut, aber aus aktueller Sicht klar optimierungsbedürftig. Die Bildqualität war, vor allem jetzt zu Blu-Ray Zeiten, sehr unscharf. Da könnte ich gar über ein Upgrade nachdenken.

Donnerstag, 17. November 2022

The Warrior Review

The Warrior

Story:

 

Jaka Sembung (Barry Prima) lehnt sich gegen gewaltbereite Besetzer aus Holland auf, die versuchen, mit einheimischen Magiern (u.a. W.D. Mochtar) und schwarzer Magie, den Aufstand m Keim zu ersticken…

 

Meine Meinung:

 

The Warrior, dank VHS-Zeiten auch deutschen Fans bekannt (als Jaka - Der Rebell), ist Auftakt der 5teiligen The Warrior Reihe, in welcher Barry Prima (Tarzan Raja Rimba, Special Silencers, Primitives) als Volksheld Jaka (à la Robin Hood) Indonesien vor den bösen Besetzern, natürlich den Holländern, befreit. Vier Fortsetzungen waren die Folge, von denen jedoch nur zwei ausserhalb Indonesiens veröffentlicht wurden (z.B. als holländische VHS).

 

Bekannt wurde die Reihe bzw. der 1. Teil durch den Mix aus klassischem Setting, Martial Arts (Kung Fu) im Wechsel mit schwarzer Magie (böse Zauberer und Übernatürliches) und blutigen, fantasievollen Splatter-Szenen, die sehr schön geraten sind. Wohl dosiert, sich mehr und mehr steigernd. The Warrior dürfte nebst Filmen wie The Queen of Black Magic, The Devil's Sword und Mystics in Bali die beste und bekannteste Rapi Films Produktion sein.

 

Barry Prima macht als Held Jaka eine gute Figur. Charismatisch und auch in den Kampfszenen macht er eine gute Figur und steckt viel weg wie Jimmy Wang Yu im Hong Kong oder Taiwan-Kino. Auch Folterszenen sind vorhanden (Augen ausstechen). Ihm gegenüber steht mit W.D. Mochtar ein ebenso charismatischer Bösewicht, der dazumal auch ein Star der Rapi Films Produktionen war. Und bei den Damen sind auch bekannte Namen dabei: Eva Arnaz, die auch in einigen der Fortsetzungen (Bergola Ijo) dabei war und Dana Christina, die man auch aus dem indonesischen Kino (The Blazing Battle) kennt.

 

Fazit: Zwar sichtlich vom HK-Kino inspiriert, aber genug Eigenständigkeit aufweisend, um exotisch, blutig und fantasievoll zu unterhalten! Zurecht ein Klassiker des Rapi Films Studios!

 

Gefolgt von: The Warrior II

 

Infos:

 

O: Jaka Sembung Sang Penakluk

 

Indonesien 1981

 

R: Sisworo Gautama Putra

 

D: Barry Prima, W.D. Mochtar, Dana Christina, Eva Arnaz, Dorman Borisman, Rukman Herman

 

Laufzeit der US-DVD: 91:29 Min.

 

Gesehen am: Nov. 2008 / Neusichtung am: 12.10.22 / Neusichtung als US-Blu: 29.08.24

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Mondo Macabro vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität und exklusiv Extras runden die Disc ab. Einziges Manko: nur Englisch d.h. kein O-Ton. Der Dub ist aber ok und im Vergleich zu Dubs aus Hong Kong (Ocean Shores und Co.) um Welten besser. Dennoch: O-Ton wäre, gerade bei dem Label, Pflicht. Bleibt zu hoffen, dass der früher oder später auf Blu-Ray erscheint (mit O-Ton und Subs). Wer O-Ton möchte, muss die Vollbild VCD als Malaysia kaufen (keine Subs). Die deutschen Fassungen (VHS, DVD) sind zensiert. Nachtrag Aug. 2024: Ich habe den Film nun erstmals in Indonesisch mit Subs gesehen. Mondo Macabro haben 2024 ihre "The Warrior Collection" veröffentlicht = alle drei Teile, Schuber, Booklet, Uncut-Fassungen, O-Ton und englische Subs vorhanden, Region-All-Disc.  The Warrior kommt in Indonesisch schon besser, als mit dem Englischen Dub. Die Dialoge waren aber z.T. sehr unterschiedlich abgemischt (teils kaum zu hören, dann wieder extrem laut). Nebst dem hässlichen Artwork das einzige Manko dieser Disc. Die US-DVD wurde 2023 verkauft, nachdem Mondo Macabro ihr Blu-Ray-Set angekündigt hat. Der Film macht dank skurrilen Einfällen, viel Splatter und einem guten Cast (Barry Prima, W.D. Mochtar, Eva Arnaz) viel Spass. Zu empfehlen! 

Mittwoch, 16. November 2022

Scanners II: The New Order Review


Scanners II: The New Order

Story:

 

Polizei-Kommandeur John Forrester (Yvan Ponton) gelingt mit Hilfe eines Tricks (Macht der Scanners) der grosse Coup: er bekommt das Sagen in der Stadt und geht gewaltbereit gegen Gangster vor. Scanner David Kellum (David Hewlett), dem er dies verdankt, soll nun selbst geopfert werden. Ihm gelingt die Flucht, doch Forrester und seine Schergen (u.a. Raoul Max Trujillo) sind ihm auf den Fersen…

 

Meine Meinung:

 

Nach dem grossen Erfolg von David Cronenbergs Meisterwerk Scanners waren Fortsetzungen die logische Folge. Diese erreichen qualitativ jedoch nicht das Level des 1. Teils, was nicht heissen soll, dass sich die Filme nicht lohnen. Im Gegenteil: Scanners II: The New Order ist unterhaltsam und kurzweilig. Einfach als B-Film gesehen.

 

Der Film bietet all die Klischees und schmierigen Bösewichte-Charakter, die man sich aus dem Genre nur wünschen kann. Die ersten ¾ werden vor allem von blutigen Shoot-Outs dominiert, wenn man Mal von der Gehirn-Szene im Supermarkt absieht. Erst im Finale dürfen dann mehrere nette Make-Up Effekte, Masken und Splatter-Einlage (sprich mehrere platzende Köpfe) folgen. Dabei erreichen die Effekte nicht das Niveau der legendären Szene, die in Scanners das Publikum schockierte/erfreute (je nach dem).

 

Raoul Max Trujillo als Bösewicht hat mir gefallen. Auch der "böse" Scanner, der aussieht wie ein Helfer aus Frankensteins Labor war perfekt gewählt, kam aber leider im Verlauf des Filmes nicht weiter zum Zug. David Hewlett als Held war ok, aber nichts Besonderes. Durch seine Figur wird eine direkte Verbindung zum Vorgänger aufgebaut. Isabelle Mejias ist etwas fürs Auge und die handgemachten Effekte sind gut. Das verschneite Setting kommt dem Film teilweise gut zu stehen.

 

Wer anspruchsloses B-Film-Kino mag, kann bedenkenlos zugreifen!

 

Gefolgt von: Scanners III: The Takeover

 

Infos:

 

O: Scanners II: The New Order

 

Kanada 1991

 

R: Christian Duguay

 

D: David Hewlett, Deborah Raffin, Yvan Ponton, Isabelle Mejias, Tom Butler, Raoul Max Trujillo, Vlasta Vrana

 

Laufzeit der jap. DVD: 104:01 Min.

 

Neusichtung am: 11.10.22

 

Fassungen: Mir lag die japanische Scanners Box von Happinet Pictures mit allen drei Teilen vor. Zu Scanners II: Uncut, O-Ton, jap. Subs (ausschaltbar), sehr gute Bild- und Tonqualität. Alternativen: die deutsche Blu-Ray Box von Wicked-Vision Media!