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Donnerstag, 14. September 2023

The Other Side of the Mirror

The Other Side of the Mirror

Story:

Nach dem Suizid ihres Vaters (Howard Vernon) zieht es Ana (Emma Cohen) von Madeira aufs Festland. Sie beginnt dort in Clubs in einer Jazz-Band zu arbeiten. Ana lernt mehrere Männer (Philippe Lemaire, Robert Woods) kennen. Diese verschwinden und/oder werden später ermordet aufgefunden. Ob die Morde etwas mit dem Suizid des Vaters zu tun haben?

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

The Other Side of the Mirror ist ein sonderbarer Jess Franco (Greta – Haus ohne Männer) Film, den ich mir eigentlich gerne ein zweites Mal ansehen möchte, bevor ich ein definitives Urteil fälle. Nicht alles am Film hat mir gefallen, aber ich denke, eine 2. Sichtung würde dem Werk mit Emma Cohen (The Strange Love of the Vampires), Philippe Lemaire, Italo-Western Star Robert Woods (The Sinister Eyes of Doctor Orloff) und dem Schweizer Jess Franco Liebling Howard Vernon (Seven Women for Satan) gut tun.

Ich fand die erste Hälfte des Filmes zu lahm. Zu in die Länge gezogen. Kaum Plot. Der Film ist zudem sehr harmlos und es gibt auch wenig nackte Haut zu sehen. Erst mit dem Auftauchen von Philippe Lemaire und dessen Liebesbeziehung zu der von Emma Cohen gespielten Figur wird der Film besser, da fesselnder, gradliniger und sogar dramatischer. Zwar gibt es auch zuvor Dramatisches zu sehen (Suizid), aber das lässt kalt (Howard Vernon spielt einen inzestuösen Vater). Da kann also keine grosse Sympathie aufkommen.

Ich fand den Plot sehr mystisch und hypnotisch. Ein Spiegel, der Horror verbreitet. Ein nicht ganz seltenes Horrormotiv (siehe Filme à la Mirror Mirror). Die Musik im Film, vor allem die Jazz-Sequenzen, waren weniger mein Fall, da ich kein sonderlicher Jazz-Fan bin. Darunter hat die 1. Filmhälfte gelitten, da ellenlange Szenen in der Bar als Setting dienen, in welcher Ana und ihre Band Musik fabrizieren. Diese Szenen wirkten teilweise zu lang, zu wortkarg und brachten den Plot keine Spur weiter.

Das Schauspiel war jedoch sehr gut. Allen voran Philippe Lemaire, Alice Arno (die auch schon mit Franco Filmen wie A Virgin Among the Living Dead zu sehen war) und Emma Cohen waren stark. In der französischen Fassung ist u.a. noch Lina Romay zu sehen. Das waren aber Nachdrehs, die mit der Originalfassung nichts zu tun hatten und passen nicht wirklich zum Originalfilm. Ich würde sogar das Wort unpassend und deplatziert verwenden. Stark fand ich die Optik des Filmes: spezielle Kamerafahrten, hypnotischen Bilder, ein Hauch unterschwelliger Erotik, farbigen Outfits (vor allem die Kleider von Emma Cohen) und schöne Drehorte (Madeira sieht hinreissend schick aus!)

Fazit: Ruhiger, harmloser aber nicht uninteressanter Jess Franco Film!

Infos:

O: Al otro lado del espejo

Spanien 1974

R: Jess Franco

D: Robert Woods, Philippe Lemaire, Howard Vernon, Emma Cohen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Spanische Originalfassung in Spanisch mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Extras. Davon ist vor allem das Interview mit Robert Woods informativ und die Alternativen-Szenen aus anderen Fassungen und deren Vergleich mit der spanischen Originalfassung. Region All Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2023).

Mittwoch, 13. September 2023

Bodies Bodies Bodies


Bodies Bodies Bodies

Story:

Sophie (Amandla Stenberg) und ihre Freundin Bee (Maria Bakalova) fahren zu einer Party. Diese eskaliert, als David (Pete Davidson) sterbend vorgefunden wird. Wer ist der Killer?

Meine Meinung:

Bodies Bodies Bodies wird als Mix aus Slasher, Horror- und Komödie bezeichnet. Eine Mördersuche und die Frage nach dem Motiv im Generationen Z-Setting. Reiche und oberflächliche Teens in ihren 20ern feiern eine Tornado-Party, ehe ein Mitglied tot aufgefunden wird. Wer ist der Täter? Das ist der Inhalt dieser A24 (Pearl) Produktion. Ich fand schon den Trailer kaum ansprechend. Kein Film, denn ich mir gekauft hätte. Ich bekam die DVD geschenkt und daher guckte ich mir den Film an.

Bodies Bodies Bodies kann gut einmal geschaut werden. Dennoch kein Film für die Sammlung und/oder der lohnt, nochmals angesehen zu werden. Der Film war mehr oder weniger unterhaltsam und spannend im Sinne von «Wer ist der Täter?» / «Was ist passiert?» / «Wie endet der Film»? Die Schauspielleistungen waren gut, aus dem wenigen Budget wird alles rausgeholt und das Ende mochte ich (überraschend). Fast eine Art Kammerspiel.

Einige Fragen bleiben jedoch unbeantwortet. Ein echter Slasher ist der Film in meinen Augen nicht. Dazu ist der Film viel zu harmlos, es gibt zu wenig Action, kaum Gore. Echter Grusel oder Thrills sind Fehlanzeige. Ich würde nicht Mal von Horror sprechen. Eine Satire (Abgesang auf die Generation Z) trifft es da besser. Die Figuren dürften der «heutigen Norm» entsprechen. Ziemlich alle Figuren sind nervtötend und unsympathisch. Die Musik traf auch überhaupt nicht meinen Geschmack, passt aber perfekt zu den Figuren und dem Setting. Der Film war zwar nicht sonderlich toll, aber immerhin unterhaltsam.

Fazit: Nicht wirklich und höchstens für einen langweiligen Abend geeignet…

Infos:

USA 2022

R: Halina Reijn

D: Amandla Stenberg, Maria Bakalova, Pete Davidson, Myha'la Herrold, Lee Pace, Rachel Sennott

Laufzeit der US-DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 22.08.23

Fassungen: Vom Kumpel bekam ich die US-DVD (nur die Disc, da anscheinend ein Blu-Ray/DVD-Set gewesen) von Lions Gate geschenkt = sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll im Oktober in Deutschland von Sony erscheinen.

Dienstag, 12. September 2023

The Twin Dragons

The Twin Dragons

Story:

Zwillinge werden als Babys getrennt. Viele Jahre später treffen sie (Jackie Chan in einer Doppelrolle) unbewusst aufeinander und sorgen für Chaos. Der Meister-Musiker und Dirigent wird für einen Kleinganoven gehalten und umgekehrt. Auch zwei Mädels (Nina Li Chi, Maggie Cheung) werden unabsichtlich in die Sache reingezogen, während Dritte (Teddy Robin Kwan) im Krankenhaus von Gangstern (Johnny Wang Lung-Wei) als Druckmittel benutzt werden. Gangster, die nun hinter den Zwillingen her sind…

Meine Meinung:

The Twin Dragons ist eine Anfang 90er Jahre Action-Komödie mit Jackie Chan als Zwilling in einer Doppelrolle im modernen Setting. Der Film ist ok, aber im Grossen und Ganzen nur Durchschnitt. Es gab zu wenig Action und den Humor mochte ich vereinzelt nicht mehr. Auch die ganzen Musik-Nummern entsprechen nicht meinem Geschmack. Die Rollen nimmt man Chan nicht ab. Der Humor war mir zu zahm. Es wird zu viel Zeit mit den zwei Chans und dem Chaos, welches sie veranstalten, verschwendet.

Der Film von Ringo Lam (Burning Paradise) und Tsui Hark (Dragon Inn) ist gutes Mittelmass. Ich fand den Film zudem zu lang. Die obligatorische Love-Story zwischen den beiden Jackie Chans (Police Story) und Nina Li Chi (Stone Age Warriors) und Maggie Cheung (The Seventh Curse) nehmen zu viel Platz ein. Und am Ende bleibt nicht Mal Platz für Patzer und Outtakes im Abspann, wie es sonst in den Filmen von/mit Jackie Chan üblich ist. Schade! Von Teddy Robin Kwan (Lucid Dreams) hätte ich gerne mehr gesehen. Wo ich hingegen richtig Freude hatte war die grosse und auch Action betonte Rolle von Shaw Brothers Legende Johnny Wang Lung-Wei (Dirty Ho).

Die Action-Szenen bestehen aus Kampfszenen, die für Chan typisch akrobatisch und mit Einsatz von Gegenständen, integriert wurden. Zudem macht der Film auch Gebrauch von der Tatsache, dass der eine Chan-Zwilling nicht kämpfen kann. Dass sich Bewegungen von einem Chan auf den anderen übertragen, fand ich dämlich, da fantastisches Element = unpassend für diese Art Film. Die besten Action-Szenen gibt es am Anfang im Club und am Ende in der Autowerkstatt. Daneben gibt es noch eine Verfolgungsjagd auf dem Meer.

Was schön war, war die Hülle an Stars, die Gastauftritte hingelegt haben. Da erkannte ich nicht alle, aber viele und das hat hingegen richtig viel Spass gemacht. Nebst den Regisseuren Ringo Lam und Tsui Hark sind u.a. Kirk Wong (The Club), Alfred Cheung (On the Run), Phillip Chan (Widow Warriors), Shaw Brothers Legende David Chiang (Shaolin Abbot), Chor Yuen (The Convict Killer), Eric Tsang (The Last Blood), Liu Chia-Liang (The Eight Diagram Pole Fighter), Wong Jing (Magic Crystal), Ng See-Yuen  (The Good and the Bad), John Woo (A Better Tomorrow), Stephen Tung Wai (Killer Wears White), Andrew Kam (The Big Heat), Lau Kar-Wing (The Odd Couple), Mars (The Legendary Strike), Tony Ching Siu-Tung (A Chinese Ghost Story), Gordon Chan (Fist of Legend), Fung Hak-On (Edge of Darkness) oder Ann Hui (The Story of Woo Viet) zu sehen.

Fazit: Geschmackssache – für mich nur noch ein durchschnittlicher Jackie Chan Film, der aus der Sammlung fliegt. Der Film bietet zu wenig, um ganzheitlich zu überzeugen!

Infos:

O: Seong Lung Wui

HK 1992

R: Ringo Lam, Tsui Hark

D: Jackie Chan, Nina Li Chi, Maggie Cheung, Teddy Robin Kwan, Johnny Wang Lung-Wei

Laufzeit der HK-DVD: 99:45 Min.

Neusichtung am: 21.08.23

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Gute Bild- aber schwache Tonqualität. Geräusche und Musik sehr leise abgemischt. Ton sehr dumpf. Uncut. O-Ton & englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland von Splendid auf Blu-Ray. Kommt auch bald in England von 88 Films (auf Blu-Ray).