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Freitag, 10. April 2026

Das Syndikat

Das Syndikat

Story:

Kommissar Bertone (Enrico Maria Salerno) bekommt es mit diversen Fällen, Gangstern (u.a. Jürgen Drews, Franco Fabrizi) und der Presse, die die Polizei vor allem kritisiert, zu tun. Dann wäre da noch eine geheime Spezialeinheit, welche Gangster, die dem Justizapparat durch die Fänge gehen, eliminieren…

Meine Meinung:

Das Syndikat erfuhr zu Ehren von Mario Adorf (Der letzte Ritt nach Santa Cruz, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Malastrana), der am 08.04.26 in Paris verstarb, eine Neusichtung. Ich sah den Film bisher nur einmal, was lange her ist (2012). Da der Film auf dem Blog noch nicht besprochen wurde und die letzte Sichtung lange her war, freute ich mich auf den Film. Der Film von Steno hat die Neusichtung bestanden, auch wenn ich den Film nicht ganz in die Sphären zu Krachern wie Der Tod trägt schwarzes Leder oder Milano Kaliber 9 zähle.

Dafür hatte der Film etwas zu wenig Action und es gab einige zu komische, lustige Momente, die nicht so wirklich zum Rest des Filmes passen wollen (z.B. die nächtliche Busfahrt mit Kommissar Bertone und der Presse mit dem «Sightseeing» der etwas anderen Art). Das diese in früheren deutschen Fassungen auch entfernt wurden, um den Film zu straffen, kann ich auf eine Art sogar nachvollziehen. Aber abgesehen von diesen zwei Details hat mir der Film, der an Filme wie Calahan (= Dirty Harry 2) oder Ruggero Deodatos Eiskalte Typen auf heissen Öfen erinnert, sehr gut gefallen.

Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen drei Ländern (Italien, Frankreich sowie Deutschland). Das erklärt dann auch den Cast um Mario Adorf oder Jürgen Drews, der im Film einen der zwei Gangster spielt, die von der Spezialeinheit gejagt werden. Wer Selbstjustiz-Inhalte mag (Ein Mann sieht rot und Co.), wird den Film mögen. Auch der Zeitgeist (die angeheizte politische Stimmung und die Unzufriedenheit der Bevölkerung) wurde gekonnt und amüsant eingefangen. Der Unterhaltungswert ist gegeben und die wenigen Actionmomente überzeugen auch.

Von den Figuren haben mir Enrico Maria Salerno (Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) und Mariangela Melato (Mafian Kosto) als Reporterin am besten gefallen. Mario Adorf spielt eine Nebenrolle als Staatsanwalt. Ihn sehe ich definitiv lieber als Bösewicht. Schwach waren de Bösewichte: die wirken wenig charismatisch und bleiben blass. Da wäre es schön gewesen, wenn ein Name hervorgestochen hätte. Das Ende war etwas vorhersehbar. Etwas vom Besten, was der Film bietet, ist sein unglaublich toller Soundtrack. Jede Szene mit diesem (u.a. der ganze Vorspann) ist ein Genuss. Dieser stammt von Stelvio Cipriani (Piercing, Der Mann, der Venedig hiess, Gewalt über der Stadt).

Fazit: Sehenswerter Poliziotteschi!

Infos:

O: La Polizia ringrazia

Deutschland, Frankreich, Italien 1972

R: Steno

D: Enrico Maria Salerno, Jürgen Drews, Franco Fabrizi, Mariangela Melato, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 93:42 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung am: 10.04.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Colosseo Film / AL!VE vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut (früher zensierte Dialoge wurden mit deutschen Untertiteln versehen). Auf einer 2. Disc gibt es viele Extras (u.a. eine Doku in Spielfilmlänge). Die DVD kommt mit einem Schuber daher. Den Film gibt es vom gleichen Label inzwischen auch auf Blu-Ray.

Sonntag, 5. April 2026

Shaolin Vs Manchu

 

Shaolin Vs Manchu

Story:

Ricky soll der neue Abt des Shaolin Klosters werden. Das passt nicht allen in den Kram. Als er eine Frau vor den Manchus rettet und von dieser später der Vergewaltigung bezichtigt wird, verlässt er den Shaolin Tempel. In der Zeit plant ein Verräter (Andy Tam Tak-Shing), den Shaolin Tempel von innen heraus zu zerstören. Als die Mehrheit der Mönche im Tempel von den Manchus getötet werden, kommt es im Finale zum Kampf zwischen Ricky und dem Verräter…

Meine Meinung:

Bei Shaolin Vs Manchu handelt es sich um einen Mitte der 80er Jahre Streifen (sieht jedoch wie ein 70er Jahre Film aus HK aus) aus Taiwan (eine Datenbank gibt auch Hong Kong an, aber es ist definitiv eine taiwanesische Produktion) von Max Lee Chiu-Chun (Who Cares). Dieser hat scheinbar nur vier Filme realisiert, einer davon liegt mir noch ungesehen vor (Ruthless Family). Der Film verzichtet auf bekannte Namen. Inhaltlich erinnert der Film an grosse Klassiker, Vorbilder oder Nachzügler wie The Shaolin Temple (Jet Li), Shaolin Temple (Shaw Brothers), 36th Chamber of Shaolin (Gordon Liu) oder die taiwanesische Produktion Shaolin Temple Strikes Back.

Vom Cast kenne ich wirklich niemanden. Namen wie Ling Man-Hoi (Angel Terminators), Andy Tam Tak-Shing (The Nocturnal Demon), Suen Kwok-Ming (auch der Martial Arts Regisseur des Filmes), Lee Kin-Hing (That's Money) oder Chou Chang-Hua (The Naval Commandos) sind mir unbekannt. Die Stars machen ihre Sache aber mehr als ordentlich. Es kam sogar ein kleines Kind vor (am Anfang und im letzten Viertel). Das hat leicht genervt und brachte eigentlich keinen Mehrwert in den Film. Und es ist kein kämpfendes Kind, dafür war es deutlich zu jung. Mit abgesehen den ersten Szenen mit dem Kind, wird auf Humor verzichtet.

Die Musik besteht aus 08/15 Klängen. Optisch ist der Film schön in Szene gesetzt und erinnerte mich am meisten an The Shaolin Temple mit Jet Li. Auch das Aussehen der Kämpfer erinnerte an den Klassiker (oder auch an Shaolin Vs. Lama). Der Film lag mir nun in einer Französisch synchronisierten Fassung vor. So konnte ich den Dialogen nicht folgen, aber ich las vor der Sichtung über den Film und dessen Plot. Im Gegensatz zu anderen Fassungen läuft dieser Print jedoch nur knapp mehr als 70 Minuten. Es fehlen also Szenen. Das machte den Film jedoch sehr kurzweilig. Die gesamte Inszenierung ist solide. Mehr Kämpfe hätten dem Film gutgetan. Was vor allem dominiert hat, sind Trainingsszenen.

Fazit: Solide Eastern Unterhaltung mit dem bekannten 08/15 Plot, den Kung Fu Fans i.d.R. werden…

Infos:

O: Huan Wo Shao Lin

HK, Taiwan (je nach Quelle) 1984

R: Max Lee Chiu-Jun

D: Ling Man-Hoi, Tam Tak-Shing, Sun Kuo-Ming, Lee Gin-Hing, Chow Cheong-Wa, Ban Sang

Laufzeit der DVD-R: 72:48 Min.

Gesehen am: 05.04.26

Fassungen: Mir lag eine DVD-R vor, die ich von einem Sammler aus Deutschland erhalten habe = Kopie der franz. VHS-Fassung (?). Vorteil: Widescreen (4:3) statt Vollbild. Franz. Dubbed (On-Screen-Titel = Defi sanglant = «Blutige Herausforderung»). Lief nur 72 Minuten. Dürfte zensiert sein, da die US-DVD länger läuft (87 Minuten). Diese ist aber nur in Vollbild. Es gibt noch eine DVD in England (auch nur Englisch Dubbed und vermutlich auch nur in Vollbild). Es gibt keine deutsche Fassung, keine Blu-Ray und eine Fassung in Mandarin mit englischen Subs ist mir ebenso nicht bekannt (Stand: April 2026). Selbst Bootleg DVDs, welche ich in taiwanesischen Auktionshäusern finde, sind nicht im Originalton.

Samstag, 4. April 2026