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Sonntag, 5. Juli 2020

O Estripador de Mulheres Review

O Estripador de Mulheres

Story:

In Brasilien geht ein Serienkiller um, der Frauen tötet. Die Polizei ermittelt…

Meine Meinung:

Bis heute hatte ich von diesem brasilianischen Serienkiller-Thriller nie etwas gehört (wie es dazu kam? Siehe Fassungen!). Ob sich das Schauen lohnte? Immerhin konnte man sich O Estripador de Mulheres gut ansehen, auch ohne ein Wort zu verstehen. Die Story ist, sagen wir Mal, relativ selbsterklärend.

Der Originaltitel des Filmes, O Estripador de Mulheres, heisst übersetzt «Der Ripper der Frauen». Es geht auch gleich mit einem Mord los und die Story ist schnell erklärt – ein Typ mit Brille und Messer hat es auf Frauen abgesehen, sticht ihnen meistens in den Hals, entblösst ihre Oberkörper und schneidet dann den Bauch entlang nach unten.

Das Motiv ist nicht klar – ich wiederhole mich – da ich nicht Portugiesisch und/oder Südkoreanisch spreche/lese. Es ist aber klar, dass nebst Polizei noch mehr Personen nach dem Täter suchen und es auch falsche Verdächtige gibt. Die Medien bekommen ebenso ihr Fett ab wie die Polizei, wenn ein Guru/Medium sich losschickt, den Täter zu finden (gabs ja auch bei Dario Argento und Der Alte). 

Auch laut ausländischen Reviews (viele finden sich nicht) soll der Film die Polizei aber auch Presse sozialkritisch hinterfragen. Zudem soll der Film das Regiedebüt von Juan Bajon gewesen sein. Auch wenn der Film kein Kracher ist – für ein Debüt ist O Estripador de Mulheres schon eine beachtliche Leistung geworden (danach hat er vor allem sexlastige Film gedreht).

Nebst den Horrormotiven kommen auch der Sex- und Sleaze Faktor inklusive Humor nicht zu kurz. Ich fühlte mich von der Machart einzelner Szenen an Jack the Ripper von Jess Franco und/oder an Cannibal Man erinnert (Schlacht-Haus Szenen). Die Darsteller waren grösstenteils, so wirkte es, Laiendarsteller. Man muss in einzelnen Szenen (dort wo Humor versteckt ist) auch mit Overacting rechnen.

Fazit: Ich hatte eigentlich Night Killer bestellt (siehe Fassungen) und stattdessen diesen unbekannten Film erhalten – es hätte schlimmer sein können!

Infos:

O: O Estripador de Mulheres

Brasilien 1978

R: Juan Bajon

D: Ewerton de Castro, Marco Antônio, Ana Paula Bajon

Laufzeit des Korea-VHS: Ca. 99 Min.

Gesehen am: 05.04.20

Fassungen: Kurios: ich kaufte aus Korea das VHS von Seoul Video zum 1990er Italo Film Night Killer, der kurze Zeit später von Severin films auf Blu-Ray (und DVD) veröffentlicht wurde (war, als ich das VHS kaufte, noch nicht angekündigt). Das VHS trägt auch den Titel «Night Killer». Stattdessen handelt es sich um eine Mogelpackung und es befindet sich der Film O Estripador de Mulheres auf der Kassette in Portugiesisch mit koreanischen Subs. Die Bildqualität ist jenseits von Gut und Böse und grottenschlecht. Dafür, und das war überraschend, sah der Film in den Gewalt- und Nackt-Szenen Uncut aus! Andere Fassungen dieses seltenen Filmes sind mir nicht bekannt (Stand: April 2020).

Freitag, 3. Juli 2020

Update

Neues Review



Zu Ehren von Regisseur Billy Tang Hin-Shing (鄧衍成), der Anfang Juli 2020 plötzlich verstarb (RIP), gabs eine Neusichtung zu seinem Werk Red to Kill und somit ein komplett überarbeitetes Review:


Red to Kill Review



Red to Kill

Story:

Mr Chan (Ben Ng Ngai-Cheung) arbeitet als Sozialbetreuer mit Behinderten zusammen. Mr Chan hat ein dunkles Geheimnis: aufgrund eines Traumas, in der Kindheit erlitten, mutiert und dreht er durch, sobald er mit roter Farbe konfrontiert wird. Es folgen Vergewaltigungen. Auch an der kognitiv eingeschränkten Ming Ming (Lily Chung Suk-Wai) vergeht er sich. Diese zerrt ihn vor Gericht, verliert jedoch. Daraufhin bekommt Ming Ming Hilfe von der Sozialarbeiterin Money (Money Lo Man-Yee). Diese versucht, Mr Chan aus der Reserve und damit in eine Falle zu locken…

Meine Meinung:

Regisseur Billy Tang haben HK-Film- und insbesondere die CAT. III Film-Fan-Gemeinschaft einige sehenswerte Filme zu verdanken: Vengeance Is Mine (mit Rosamund Kwan), Dragon Fight (Jet Li Vs. Dick Wei), Run and Kill (Simon Yam Vs. Kent Cheng), Brother of Darkness (à la Daughter of Darkness), Casino (Simon Yam, Triaden = steht schon lange auf Wunschliste) oder Dr. Lamb (wo er als Executive Director fungierte).

Nun ist Billy Tang Anfang Juli dieses Jahres im Alter von nur 69 Jahren an Krebs verstorben! RIP! Ihm zu Ehren gab es nun eine Neusichtung zu seinem CAT. III Streifen Red to Kill, der mir auch aktuell noch gut gefällt. Wer die ganzen 90er Jahre CAT. III Filme wie The Untold Story, Ebola Syndrome, Love to Kill, The Unpublicizable File und Co. mag, macht mit Red to Kill sicherlich auch nichts falsch.

Billy Tang vermochte es schon immer, mit Schock- und Exploitation-Szenen zu schocken, zu provozieren, zu «unterhalten». So auch in Red to Kill. Speziell am Film ist das Setting: Ein Pädagoge und eigentlich Vertrauens- und Bezugsperson missbraucht seine Macht und geht gegen eine kognitiv eingeschränkte, behinderte Frau vor. Kann man sich eine noch grausamere Tat vorstellen? Sozialkritisch ist Billy Tangs Film definitiv nicht gemeint, aber mit dem Setting als Provokation trifft er voll aufs Schwarze.

Der HKer Häuserblock mit seinen finsteren Winkeln, verlassenen Treppenhäusern und viel Dunkelheit nachts, schafft eine bedrohliche Stimmung und Atmosphäre, die gut auf den Zuschauer wirken. Der Film, der bereits mit einem heftigen «Schlag in die Magengrube» beginnt (Vergewaltigung und Gegenschnitt auf eine Mutter und ihr Kind = es folgt ein erweiterter Suizid der mit dem Rest des Filmes nichts mehr zu tun hat), unterhält im späteren Verlauf durch eine solide Story, in der es sogar eine Gerichtsverhandlung zu sehen gibt.

Muskelberg Ben Ng (The Unbearable) war die perfekte Besatzung für den gestörten Mr Chan. Sein Kindheitstrauma wird via Rückblende kurz erläutert und ist, wie auch sein Schauspiel oder der Gewaltlevel, over the Top. Sein Overacting kratz fast schon an der Grenze zum Lächerlichen. Vor allem im total irren und verrückten Finale geht Ben Ng total ab! Muss man gesehen haben!

Aber auch der restliche Cast macht seine Sache ordentlich, vor allem Lily Chung Suk-Wai in ihrer mutigen Rolle als Ming Ming war stark! Mutig deshalb, weil viele Nackt-Szenen mit ungemütlichen Inhalten/Settings. Vor allem die Szene, in der sie sich während dem Duschen nach der Vergewaltigung selbst verletzt, war hart anzusehen! Sie spielte später in weiteren Filmen dieser Art mit: Brother of Darkness, Fatal Obsession, O.C.T.B. Case - The Floating Body, The Eternal Evil of Asia.

Fazit: Für CAT. III Film-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ruo sha

HK 1994

R: Billy Tang

D: Ben Ng Ngai-Cheung, Lily Chung Suk-Wai, Money Lo Man-Yee

Laufzeit der österreichischen DVD: 86:59 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: 02.07.20

Fassungen: Mir lag die DVD von ILLUSIONS UNLTD. films aus Österreich vor = franz. DVD Master im O-Ton mit deutschen Subs. Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juli 2020). Nachtrag Okt. 2024: Der Film hat die Sichtung als neue US-Blu-Ray bestanden. Fieser CAT. III Streifen aus HK vom Run and Kill Regisseur Billy Tang, in welchem ein gestörter Psychopath und Vergewaltiger (stark: Ben Ng) eine geistig behinderte vergewaltigt und dann vor Gericht trotzdem frei gesprochen wird. Die Rape-Szenen sind hart anzusehen. Das Schauspiel aller Beteiligten ist, trotz massivem Overacting, grandios. Das 20minütige Finale ist total verrückt. Die neue US-Blu-Ray von Error4444 bietet dem Zuschauer zwei Film-Fassungen an = "Play with Classic color timing" oder "Play with Modern color timing". Ich guckte mir die "Modern" Variante an = der bläuliche Filter ist verschwunden, die Szenen sind superhell und dadurch wirken viele Szenen im Detail grausamer und härter, auch wenn ggf. weniger stimmungsvoll. Schade, dass es keine exklusiven Interviews mit dem Cast des Filmes gibt. Das Booklet hingegen ist informativ. Die Disc kommt mit Booklet, Schuber, Wendecover, O-Ton und englischen Subs daher. Region-All-Disc. Das Upgrade auf Blu-Ray hat sich gelohnt.